Aqara FP400 Präsenzsensor: Neuer Radar-König zählt bis zu 10 Personen gleichzeitig
Wer sein Smart Home wirklich intelligent machen möchte, stößt mit klassischen Infrarot-Bewegungsmeldern (PIR) schnell an Grenzen. Der Klassiker neben dem üblichen Toiletten-Beispiel: Wer still auf dem Sofa liest, sitzt bald im Dunkeln, weil der Sensor keine Bewegung mehr erfasst. Aqara hat sich mit der FP-Serie bereits den Ruf als Referenz bei mmWave-Präsenzmeldern erarbeitet. Nach dem kürzlich vorgestellten Batterie-Sensor FP300 legen die Chinesen nun im Netzbetrieb nach. Der neue Aqara FP400 verspricht eine fünfmal dichtere Radarabtastung, zählt Personen im Raum und blendet Saugroboter aus.
- Aqara Spatial Multi-Sensor FP400:
(Hinweis: Für den vollen Funktionsumfang inklusive Raum-Kartierung ist zwingend ein kompatibler Aqara-Hub erforderlich!)
Inhalt
Technisches: So will der Aqara FP400 auftrumpfen
| Feature | Aqara Spatial Multi-Sensor FP400 |
|---|---|
| Sensortechnik | 60-GHz-mmWave-Radar (4T4R MIMO-Antenne) & Umgebungslichtsensor |
| Erfassungsbereich | 120° Sichtfeld | Bis zu 10 × 8 m Reichweite (ca. 80 m²) |
| Zonen-Kartierung | Bis zu 8 individuelle Zonen im Raum definierbar (nur via Aqara Home) |
| KI-Erkennung | Bis zu 10 Personen gleichzeitig zählen (ignoriert Haustiere & Saugroboter) |
| Funkstandard | Zigbee 3.0 oder Thread (Dual-Protokoll) |
| Smart Home Integration | Matter (over Bridge via Zigbee oder Thread) |
| Stromversorgung | USB-C Anschluss (5V / 1A) |
| Schutzart | IPX5 (Strahlwassergeschützt) |
| Montage | Wand (Seite/Ecke) oder Decke (3–4 m Höhe empfohlen) |
| Abmessungen | 64 × 64 × 29,5 mm |
5x genauere Punktwolke: Was das neue Radar im Alltag ändert
Während der Vorgänger Aqara FP2 noch auf WLAN setzte und der Aqara FP300 den Batteriebetrieb einführte, geht der FP400 zurück an die Steckdose und rüstet dafür bei der Sensor-Hardware kräftig auf. An Bord arbeitet eine neue 60-GHz-mmWave-Radareinheit mit einer speziellen MIMO-Antenne. Das Ergebnis ist laut Aqara eine fünfmal dichtere Punktwolken-Abtastung als bei früheren Modellen.
Der Nutzen für uns liegt auf der Hand: Der Sensor erkennt nicht nur, dass jemand im Raum ist, sondern errechnet in Echtzeit eine exakte Raumkarte (auf einem Raster von 0,5 × 0,5 Metern). So könnt ihr in der Aqara App bis zu acht völlig unabhängige Zonen über euer Zimmer legen. Sitzt jemand in der definierten „Sofa-Zone“, aktiviert das System das gedimmte Leselicht. Steht jemand im Raum in der „Esstisch-Zone“, fährt das helle Deckenlicht hoch. Ein beruhigender Bonus für sensible Bereiche wie Schlaf- oder Badezimmer: Das Radar erfasst ausschließlich räumliche Daten und Konturen – es ist komplett kameralos.
Haustiere ausblenden und Personen zählen
Neben der präzisen Ortung will die KI des FP400 (denn ihr wisst ja: KI muss heute wohl überall dabei sein) ein weiteres bekanntes Smart-Home-Problem: Fehlalarme. Die Software soll mittlerweile so intelligent sein, dass sie menschliche Körper zuverlässig von laufenden Haustieren, umherfahrenden Saugrobotern oder sich drehenden Ventilatoren unterscheiden kann. Die Lichter im Flur bleiben nachts also aus, wenn die Katze durch das Bild huscht.
Ein weiteres Highlight ist die Echtzeit-Personenzählung. Der Sensor kann bis zu zehn Menschen im Raum gleichzeitig erfassen. Das ist nicht nur für Ferienwohnungen spannend, um eine Überbelegung zu erkennen, sondern auch für clevere Automationen: Registriert der Sensor z.B. mehr als vier Personen im Wohnzimmer, kann das Smart Home selbstständig den Ventilator oder die Klimaanlage hochregeln, um der steigenden Körperwärme im Raum entgegenzuwirken.
Aqara FP400: Stolperstein bei Thread und Matter!
Bei der Vernetzung geht Aqara einen zweigleisigen Weg, der in der Praxis jedoch eine entscheidende Einschränkung mitbringen dürfte. Der Sensor funkt wahlweise über Zigbee oder Thread.
Wenn ihr den vollen Funktionsumfang – also die genaue Raumkartierung, die Einteilung in acht Zonen und das Personenzählen – nutzen wollt, müsst ihr den FP400 zwingend via Zigbee an einen kompatiblen Aqara-Hub koppeln. Über diesen Hub reicht Aqara die Raumzonen dann als einzelne Sensoren per Matter-over-Bridge an Apple Home, Google Home oder Home Assistant weiter.
Versucht ihr hingegen, den Sensor ohne Aqara-Zentrale direkt per Matter-over-Thread in euer System (etwa über einen Apple HomePod) einzubinden, schrumpft das Hightech-Radar auf einen simplen Standard-Sensor zusammen. Er fungiert dann lediglich als einfacher Anwesenheitsmelder für den gesamten Raum und meldet zusätzlich die Beleuchtungsstärke. Die individuellen Zonen und die KI-Erkennung fallen bei dieser direkten Thread-Verbindung komplett weg. Schon in der Vergangenheit haben wir diesen Umstand bei Aqara-Geräten bemängelt.
Einschätzung: Radar-Maßband fürs Smart Home
Aqara untermauert mit dem FP400 einmal mehr, zur absoluten Referenzklasse bei den Präsenzmeldern im Endverbrauchermarkt zu gehören. Die Kombination aus extrem hochauflösendem 60-GHz-Radar, der Erkennung von Menschen (und Haustieren/ Saugrobotern) sowie der Echtzeit-Personenzählung liefert einen echten Mehrwert für komplexe Automationen. Gerade in großen, offenen Wohnküchen spart man sich so das Aufhängen mehrerer einzelner Bewegungsmelder.
Andererseits sprechen wir hier aber eben auch über ein High-End-Gadget für Power-User. Und das hat in gleich mehrfacher Hinsicht seinen Preis: Erstens fallen satte 80€ zum Verkaufsstart an, zweitens müsst ihr zwingend ein Stromkabel (USB-C) verlegen und drittens erfordert der FP400 für vollen Funktionsumfang inklusive der Highlights um Zoneneinteilung und Personenerkennung die starke Bindung an das Aqara-Ökosystem. Wer sein System ohnehin mit einem Aqara-Hub steuert, findet hier definitiv eines der derzeit wohl mächtigsten Radar-Gadgets auf dem Markt.
An alle Smart Homeler da draußen: Setzt ihr bei Automationen lieber auf einen schlauen Radar-Sensor für den ganzen Raum, oder verbaut ihr aus Kostengründen lieber klassische Bewegungsmelder? Schreibt es uns in die Kommentare!
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