Artillery Genius Pro für 248€ aus EU-Lager – lohnt sich der Sidewinder X 2.0?

Heute ist der Artillery Genius Pro mal an der Reihe oder sollte ich doch eher sagen: Sidewinder X 2.0? Den 3D-Drucker, welcher ebenfalls von Artillery hergestellt wird, ist dem Sidewinder X2 nicht nur optisch auffallend ähnlich.

Artillery Genius Pro Drucker

Technische Details

NameArtillery Genius ProArtillery Sidewinder X2
Hotbedmax. 130°C, 250 x 220 x 220mm Bauraummax. 130°C, 300 x 300 400mm Bauraum
Extruder1 x Volcano-Nozzle aus Titan, max. 240°C, Direct-Extruder1 x Volcano-Nozzle aus Titan, max. 240°C, Direct-Extruder
AnschlüsseUSB-B, USB-A und microSD-PortUSB-B, USB-A und microSD-Port
Abmessungen/Gewicht43 x 39 x 59 cm/9,6 kg55 x 40,5 x 87 cm/12,9 kg
BesonderheitSpannungs-Switch, Touchscreen, duale z-AchseSpannungs-Switch, Touchscreen, duale z-Achse

Ein optischer Hingucker?

Der Genius Pro ist der Nachfolger des „normalen“ Genius. Mit dem Schwarz-Blauem Design gehört Artillery zu den farbenfrohen 3D-Druckerherstellern unter dem schlichten und schwarzen Rest der anderen 3D-Drucker. Die Modellbezeichnung von Artillery wird bei den neuen 3D-Druckern über eine kleine Aufschrift auf der Kunststoffverkleidung an der Oberseite des 3D-Druckers gekennzeichnet.

Geliefert wird der Genius zu 95% fertig montiert, man muss also nur das XZ-Portal mit der Basis verschrauben und alle Kabel verbinden. Wodurch die Aufbauzeit auf das Wesentliche reduziert wird und man schneller anfangen kann mit dem Drucken.

Hotbed

Das Hotbed des Genius Pro besteht aus gehärtetem Glas und gehört mit einem Druckraum von 250mm x 220mm x 220mm zu den kleineren 3D-Druckern. Das Hotbed kann innerhalb von 3 Minuten auf 120°C vorheizen.

Artillery Genius Pro Heizbett

Extruder

Bei dem Extruder setzt Artillery auf einen Direct-Extruder, was den Vorteil hat, dass man nicht auf eine bestimmte Filamentart angewiesen ist und man somit auch flexibles Filament wie TPU  drucken kann. Als Nozzle komm eine Volcano-Nozzle zum Einsatz, welche aus Titan gefertigt wird. Diese kann im Genius Pro bis zu 240 °C warm werden und soll für ein gleichmäßiges Druckergebnis sorgen.

Die Stabilisierung erfolgt beim Genius Pro erfolgt durch zwei Z-Achsen, welche auf der Rückseite des XZ-Portals ihren Platz haben und untereinander synchronisiert sind. Sie sorgen für eine bessere Gewichtsverteilung des Hotends und helfen, dass diese nicht durchhängt.

Bedienung

Die Bedienung erfolgt über das Display, welches in einem 45° Winkel im Gehäuse verbaut wurde. Neben dem Display ist ein kleiner Button, welcher anscheinend zum Reseten genutzt werden kann. Der USB-Port und microSD-Port, mit dem die STL-Dateien auf dem Drucker gelesen werden können, befindet sich auf der Oberseite unten links am Hotbed. Der Drucker soll in Betrieb unter einer Lautstärke von 70 dB liegen, was ein durchschnittlicher Wert ist.

Artillery Genius Pro Bedienung
Der USB-Port und die microSD-Karte haben oben links ihren Platz

Als Mainboard wird das hauseigene 32-Bit Mainboard verwendet, welches ebenfalls im Sidewinder X2 zum Einsatz kommt. Von dem Sidewinder X2 konnten wir bereits einen Ersteindruck sammeln. Leider hat dieser seine Probleme mit dem Mainboard, welche hoffentlich bei dem Genius Pro nicht auftreten.

Artillery Genius Pro Mainboard

Das Autoleveling soll wie beim Sidewinder X2 jetzt automatisch funktionieren. Man verbaut hier ein BL-Touch-Sensor, welcher automatisch die einzelnen Punkte abfährt und setzt trotzdem auf ein manuelle geleveltes Heizbett. Warum? Wäre es dann nicht besser den BL-Touch-Sensor ganz wegzulassen und weiterhin bei einem manuellen Leveln zu bleiben?

Ein 3D-Drucker für alle

Auf der Rückseite befinden sich neben dem Kaltgeräteanschluss und dem Netzschalter ein Spannungswechsel-Schalter, mit dem die Volt-Spannung zwischen 110 und 220 gewechselt werden kann. Jetzt kann man sich die Frage stellen, warum bringt Artillery nicht gleich zwei verschiedene Genius Pro raus? Die Lösung ist recht simpel, sie können durch den Switch auf der Rückseite einen einzigen 3D-Drucker für alle Länder produzieren und sparen somit Geld und es ist einfacher für den Endverbraucher, weil dieser nicht darauf achten muss wie viel Volt der Genius Pro unterstützt.

Filamenthalter und Druck

Der Filamenthalter sitzt oberhalb des Genius Pro und muss einzeln verschraubt werden. Bereits ist integriert ist der Filamentsensor, welcher an der Seite sitzt. Anders als bei den vorherigen Filamenthaltern, wird hier das Filament nicht eingehangen, sondern einfach nur draufgelegt und durch die Zugkraft des Hotends und die drehbaren Rollen des Filamenthalters in die Nozzle gezogen. Mir persönlich würde ein klassischer Filamenthalter oberhalb des 3D-Druckers besser gefallen, weil dieser das Filament besser hält und weniger Vibrationen ausgesetzt ist.

Der Genius Pro hat eine Stromausfallerkennung und soll nach dieser den Druck automatisch wiederaufnehmen können, wodurch das neue Drucken von 3D-Drucken wegfällt. Zudem wird auf dem Display dann die Frage gestellt, ob man seine Figur weiter drucken möchte oder nicht.

Artillery Genius Pro Druck fortsetzen

Kabelmanagment

Das Kabeldesign des Genius Pro finde ich eigentlich ganz nett, man setzt auf ein festes Kabel unterhalb des Hotbeds, welches strapazierfähig und wesentlich resistenter ist, als noch aus den vorigen Druckern. Links vom Extruder, wie auch von der linken Seite nach unten zur Basis verlaufen zwei weitere Kabel, welches mit Klebestreifen verklebt wurden. Hier wäre es schöner, wenn Artillery auf ein deutlich unauffälligeres Kabeldesign gesetzt hätte.

Einschätzung

Artillery bietet mit dem Genius Pro einen vom Datenblatt soliden 3D-Drucker an, welcher eine auffällige Ähnlichkeit zu dem Sidewinder X2 hat. In Design und farblichen Aktzenten kommt man aktuell nicht an Artillery vorbei. In der Bedienung find ich den Farb-Touchscreen gelungen und fortschrittlich. Der verbaute Direct-Extruder aus Titan gefällt mir gut, mit dem man verschiedene Filamentarten drucken kann.

Leider, leider ist die Ausrichtung des Hotbeds durch den Sensor, nicht sonderlich gut umgesetzt worden, mir wäre daher ein manuelles Leveln, lieber. Der Filamenthalter ist jetzt endlich aus Aluminium, aber ebenso auch deutlich instabiler und anfälliger für Stürze des Filaments.

Wenn ihr auf den größeren Druckraum verzichten könnt, ist der Genius Pro für den Preis von 265€ im Vergleich zum Sidewinder X2 die bessere Wahl, dennoch würde ich aktuell aufgrund der Probleme mit demselben Mainboard zu anderen Modellen raten, welche ihr im Zuge des Black Friday deutlich reduziert bei Geekbuying bekommt.

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Henning

Mich fasziniert schon seit einiger Zeit die Androidwelt, angefangen von Smartphones bis hin zum Saugroboter. Ich kann also von mir grundsätzlich behaupten, dass ich ein Techniknerd bin :-D

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Kommentare (7)

  • Profilbild von Wolf
    # 25.11.21 um 11:07

    Wolf

    Es gibt doch auch einen echten Sidewinder X2, (quasi ein X1 mit Autoleveling)
    Da ist die Bezeichnung Sidewinder x2.0 für den Genius doch schon sehr verwirrend…
    Bitte klarstellen

    • Profilbild von Henning
      # 25.11.21 um 11:46

      Henning CG-Team

      Hey @Wolf,
      klar gibt es auch den Sidewinder X2, welcher anhand des Datenblattes bis auf den größeren Bauraum nach dem Genius Pro aussieht. Daher kam die Bezeichnung Sidewinder X 2.0.

  • Profilbild von Hafermilch
    # 25.11.21 um 11:25

    Hafermilch

    Hi zusammen, habe einen Ender 3, deswegen ist der Genius jetzt nicht meine Wahl. Gibt es den echten Sidewinder X2 irgendwo zu einem günstigen Kurs?

  • Profilbild von Frank
    # 25.11.21 um 17:56

    Frank

    Hmm… wenn ich dies lese mit den Problemen des Mainboards und den Autoleveln. Geht meine Kauflust für diesen 3D-Drucker auf nicht kaufen.
    Welchen 3D-Drucker mit einem guten Autolevel kann man den nehmen? Danke für eine Empfehlung.

    • Profilbild von Henning
      # 26.11.21 um 15:03

      Henning CG-Team

      Hey @Frank, wenn du nach einem 3D-Drucker mit einem guten Autoleveling suchst, kann ich dir den Anycubic Vyper empfehlen, den kriegst du gerade für 266,15€ aus dem EU-Lager bei Geekbuying.

      https://bit.ly/3ldnB0B

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