Bambu Lab X2D: Macht der neue 3D-Drucker den teuren H2D überflüssig?
Erst als „Xzellenz“ angekündigt, kurze Zeit später war er da: der Bambu Lab X2D. Alle scheinen ihn bereits als den perfekten Nachfolger der beliebten X1-Serie zu feiern. Wir sehen das anders, denn eigentlich bekommen wir hier einen „H2D Mini“ zum absoluten Kampfpreis. Folglich macht der Hersteller seinen eigenen High-End-Druckern unserer Meinung nach plötzlich mächtig Konkurrenz. Wir haben ihn schon seit einigen Wochen im Büro und konnten ihn für euch testen.
- Bambu Lab X2D 3D-Drucker:
- Bambu Lab X2D Combo (inkl. AMS 2 Multicolorsystem):
Inhalt
Kurzfazit zum Bambu Lab X2D
Der Bambu Lab X2D gefällt uns im Test vor allem wegen seiner Handhabung, seinen KI-Funktionen, der geringen Lautstärke, der Möglichkeit des Dual-Extruders und der aktiven Heizung. Der Aufpreis gegenüber dem P2S von 100€ rechtfertigt er durch eine Vielzahl von neuen Funktionen, wobei man auch in Frage stellen kann, ob man die alle wirklich braucht. Im Gegensatz zum H2D gibt es weniger Bauraum und eben ein Bowden-Extruder statt einem zweiten Direct-Drive Extruder. Der Bowden-Extruder hat in unserem Test keine Probleme gemacht. Die Druckqualität blieb für den Preis aber doch etwas hinter den Erwartungen zurück, das Gesamtpaket stimmt aber.
- Dual-Extruder-System hilft bei Drucken mit Support-Filament
- sehr leichte Inbetriebnahme
- Features aktive Bauraumheizung, verbesserte Entlüftung & 3-Stufen-Filter
- sinnvolle KI-Funktionen
- geringer Aufpreis im Vergleich zu P2S
- Druckqualität out-of-the box „nur“ gut
Technische Daten: Dual-Düsen-System (fast) wie H2D
| Feature | Details |
| Bauraum (Single-Modus) | 256 × 256 × 260 mm |
| Bauraum (Dual-Modus) | 235,5 × 256 × 256 mm |
| Extruder-System | Dual (Links: Direct-Drive / Rechts: Bowden) |
| Düsentemperatur | bis 300°C |
| Bauraumtemperatur | aktiv beheizt bis 65°C |
| Kalibrierung | Vollautomatisch (Dynamic Flow Calibration) |
| Besonderheiten | 31 Sensoren, 3-stufiger Luftfilter, mechanischer Düsenwechsel |
Wer schreibt diesen Test?
Hi, ich bin Thorben! Ich teste vor allem die Smartphones, besonders von Xiaomi, habe aber auch immer eine zweite Smartwatch zum Testen am Handgelenk.
Unboxing & Aufbau des Bambu Lab X2D
Eigentlich testet Thommy bei uns die 3D-Drucker und hat damit Kristians großes Erbe angenommen. Aus Interesse konnte Maike aber zuletzt den H2D testen und ebenfalls in das spannende Thema 3D-Druck einsteigen – so war es eigentlich gedacht, dass Maike auch diesen Test übernommt. Nachdem ich mir zu Weihnachten einen A1 Mini gebraucht für Zuhause gegönnt habe, lässt mich das Thema auch nicht mehr los. Und so konnte ich diesen Bambu Lab X2D einfach nicht unausgepackt im Büro stehen lassen.
Da ich den A1 Mini schon fertig aufgebaut bekommen habe, war das mein erstes Bambu-Unboxing und die ganze Erfahrung liegt schon mal noch ein Stück über der Konkurrenz von Anycubic. Der Kobra X, als mein erstes 3D-Druck Testobjekt, kostet aber auch nur die Hälfte. Bambu hält einem gefühlt bei jedem Schritt die Hand, so dass dieser Aufbau auch für Anfänger leicht machbar ist. Der Quick Start Guide, also die Bedienungsanleitung, ist sehr gut verständlich und hilfreich, aber nur auf Englisch. Der Aufbau dauert etwa 45 Minuten und es kann hilfreich sein zum Herausziehen des Druckers noch eine weitere Person zur Seite zu haben, bei mir ging es aber auch allein. Schließlich muss man den Drucker an einer Stelle wie in einem Sack aus dem Karton ziehen – schlau gemacht, aber inzwischen Standard soweit ich weiß.

Der einzige knifflige Teil war dann das Einführen des PTFE Schlauchs in den Hilfsextruder hinten, weil der Schlauch an sich etwas fettig und somit schwer zu greifen war. Das kriegt man mit etwas Geduld aber auch hin. In meinen Augen merkt man hier auch in fast jedem Schritt, dass Bambu das „Apple“ unter den 3D-Druckern ist. Verarbeitung, Design, Einrichtung, Display – das alles wirkt auf den ersten Blick sehr hochwertig. Wie Apple leistet sich die Chefetage ja aber auch einige Kontroversen.

So leicht lässt sich der Bambu Lab X2D einrichten
Zu der Einrichtung des Bambu Labs gibt es bei dem X2D so gesehen nichts neues, was man als 3D-Drucker-Enthusiast nicht schon längst gesehen hätte. Hier fällt mir nur auf, dass das 5″ Touchscreen-Display mit HD-Auflösung so gut ist, dass es sich nicht wie ein Kompromiss anfühlt, sondern die Bedienung erleichtert. Selbst die virtuelle Tastatur, um z.B. das WiFi-Passwort einzugeben ist groß und reagiert schnell. Hat man Sprache, WLAN und seinen Account eingestellt, kann es eigentlich schon los gehen.
An dieser Stelle wirkt so ein Account für Bambu zwar erstmal lästig, ich find das Zusammenspiel zwischen dem Bambu Studio und der Bambu Handy-App aber extrem praktisch. Das sollte also kein Wegwerf-Account sein, sondern sollte dazu dienen, dass ihr unterwegs mal schnell einen Druck anschmeißen könnt oder euch einfach inspirieren lassen könnt. Wenn die Druckdatei aber etwas mehr angepasst werden muss, ist der blick ins Bambu Studio unerlässlich. Ein paar Testdateien zum Drucken sind sogar schon vorinstalliert. Dann kann es theoretisch auch schon direkt losgehen, schließlich kalibriert sich der Drucker vollautomatisch selbst – kein Leveln oder ähnliches notwendig.
Mein kleines persönliches Highlight ist definitiv das Einspannen des Filaments mit dem Bambu Lab AMS 2 Multicolor-System. Vielleicht mache ich nach wie vor was falsch bei meinem A1 Mini, aber der meckert beim Filament laden manchmal rum. Das AMS brilliert da: Einfach Rolle einlegen, Filament einführen und der Magie zu sehen. Mit richtig „Zug“ wird es eingespannt, die Rolle dreht sich, dann wieder zurück, wenn er wohl zu viel Widerstand bemerkt, so dass das Filament ordentlich aufgerollt ist. Die Fehlermeldung, dass das Filament nicht richtig extrudiert wird, habe ich hier nicht einmal bekommen – bei meinem A1 Mini ist das öfter der Fall. Der X2D merkt dann auch, zumindest bei Bambu-Filament, um welche Farbe es sich handelt.
Etwas klassischer läuft der Filamenteinschub für die Hilfsnozzle an der Seite. Hier sitzt die klassische Spule und ihr müsst das Filament von Hand einspannen und durchschieben, bis ihr Widerstand merkt. Anschließend müsst ihr über das Filament-Menü noch den Befehl geben, dass der Drucker das Filament laden soll. Das hat bei mir im Test aber auch problemlos funktioniert.
Direct & Bowden in einem Kopf: Ende des Filament-Mülls?
Die größte Neuerung am X2D ist zweifellos der Druckkopf. Bei einem Einzel-Düsen-3D-Drucker wie dem Bambu Lab P2S produziert der Wechsel hin zu anderen Farben oder Materialien immer große Müllberge. Bei Druckern wie dem H2D und nun dem X2D verbaut Bambu Lab jedoch zwei Hotends im Druckkopf, was den Müll zumindest für 2-Farb-Drucke oder bei wasserlöslichem Supportmaterial dramatisch reduziert.
Anders als beim H2D, den wir ebenfalls schon im Test hatten, setzt man beim Bambu Lab X2D aber nun auf ein rein mechanisches Wechselsystem für zwei Düsen. Dabei verzichtet der Hersteller auf einen schweren (und teureren) zweiten Motor direkt am Werkzeugkopf. Natürlich wirft so eine Mechanik sofort Fragen zur Haltbarkeit auf. Bambu Lab verspricht hier jedoch eine immense Lebensdauer. Demnach soll der Mechanismus über eine Million Zyklen ohne Verschleiß überstehen. So transparent wollen wir sein: So viel Zyklen haben wir im Testzeitraum natürlich nicht erreicht.
Wichtig: Nutzt ihr beide Düsen beim Druck, schrumpft der nutzbare Bauraum auf der X-Achse leicht auf 235,5 Millimeter. Im reinen Single-Color-Betrieb steht das volle Volumen zur Verfügung.
Die linke Hauptdüse arbeitet zusammen mit einem Direct-Drive-Extruder, wie es bei modernen 3D-Druckern heutzutage Standard ist. Dadurch lassen sich technische Filamente präzise fördern. Die rechte Düse nutzt hingegen ein Bowden-Setup. Der zugehörige Motor sitzt folglich an der Rückseite des Druckers. Somit bleibt der Druckkopf sehr leicht und schnell. Beim Materialwechsel schaltet das System rein mechanisch um. Man spart hier also Zeit und teures Filament. Aber: Wer mit dem AMS 2 Multicolorsystem vier verschiedene Farben über die linke Hauptdüse druckt, wird dort logischerweise weiterhin den klassischen „Purge-Poop“ produzieren. Eine Düse muss bei Farbwechseln schließlich gespült werden.
Ganz am Anfang gab es zumeist Direct-Drive-Extruder. Als ich 2019 mit dem 3D-Druck anfing, waren hingegen Bowden-Extruder „in Mode“. Heute werden mit Ausnahme von Delta-Druckern nur noch Direct-Drive-Extruder verbaut, weil sie für flexible Filamente geeigneter sind und weniger Filamentrückzug (Retraction) erfordern. Bowden-Systeme punkten dagegen in Sachen Gewicht (Stepper-Motor am Rahmen, nicht auf dem Druckkopf). In unserem Artikel zum Unterschied zwischen Direct-Drive- und Bowden-Extruder könnt ihr dazu alle Details nachlesen.
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Druckqualität des Bambu Lab X2D: Nur „gut“
Normalerweise starten wir unsere Tests mit dem Benchy, ich habe aber erstmal ein vierstündigen Druck für ein Katana-Schwert gestartet. Sowas in der Art wollte meine Nichte haben und wenn ein Kind drängelt, muss das Benchy warten. Tür aufgemacht, Katana von der Druckplatte gelöst und plötzlich wie ein Achtjähriger gefühlt. Ich bin mit dem Schwert sofort los und hab es durch die Luft geschwungen – das war der coolste Druck, den ich bisher gemacht habe und das hat Plug-and-Play-mäßig funktioniert. Keinerlei Anpassungen waren notwendig. Das hat mir noch mal gezeigt, dass 3D-Druck unglaublich viel Potenzial hat und irgendwie magisch ist.

Mit der Druckqualität der praktischen Drucke, also nicht von den Benchmarks, bin ich eigentlich zufrieden. Ich würde nicht sagen, dass sie perfekt sind, aber auf jeden Fall gut, so dass sie eben funktionieren. Dabei sei gesagt, dass ich in der Regel die Standardeinstellungen übernehme und selbst nicht wirklich optimiere, außer hier und da Support-Strukturen hinzufüge. Bei einem Boomerang-Modell sind die Layer an den Ecken klar sichtbar, das kann natürlich aber auch einfach am Modell liegen.
Als Benchmarks habe ich das Bambu-Benchy und einen Kalibrierungsblock gedruckt. Den Kalibrierungsblock habe ich meinem Kollegen Thommy als Experten zur Bewertung gegeben. Laut ihm ist kein Stringing zu erkennen, die Textur-Performance gut, aber nicht sehr gut, während die Überhänge nur ausreichend sind. Auch das Benchy wurde gedruckt, beeindruckt mich jetzt aber auch nicht. Ich habe als 3D-Druck-Einsteiger bisher nur wenige Vergleichswerte, der Anycubic Kobra X für die Hälfte des Preises liefert da in meinen Augen eine gleich gute Druckqualität. Gerade beim Benchy sieht man bei den Aussparungen etwas glattere Kanten durch den Anycubic-Drucker.

Druckqualität mit TPU
Dann stand auch noch mein erster Druck mit TPU an, der mir zunächst etwas Angst bereitet hat. Grundsätzlich weiß ich auch unserem Filament-Ratgeber, dass TPU ein sehr schwer zu druckendes Filament ist, da es schnell mal den Extruder verstopen kann. Deswegen empfiehlt Bambu Studio auch vor dem Drucken einen Cold Pull zu machen: Dafür Hotend hochheizen (in etwa 20°C über Filamentschmelzpunkt), Filament einführen bis geschmolzenes Filament austritt, Heizung abschalten, warten bis Temperatur zw. 90 und 109 grad abkühlt, dann kontinuierlichen Druck ausüben und dann das Filament oben rausziehen. So die Theorie.

In der Praxis war mir das zu aufwändig und in meinem jugendlichen Leichtsinn hab ich das „TPU for AMS“ einfach so gedruckt und tada: kein Problem. Ich habe eine Frisbee gedruckt und das Druckergebnis gefällt mir sehr gut. Da es bisher mein erster und einziger TPU-Druck ist, habe ich da leider keine Vergleichswerte, bin aber überrascht wie einfach das ging.
Druckqualität mit PVA Support
Es hat bei mir etwas gedauert, bis ich wirklich verstanden habe, wofür die zwei Düsen gedacht sind. Mit einem AMS-System kann man schließlich auch auf günstigeren Druckern Multicolor drucken und unter Multimaterial-Druck habe ich zunächst verstanden, dass das z.B. für PLA und TPU gedacht ist. Es wird aber eher davon abgeraten, die Hilfsdrüse für TPU zu nutzen. Die „Auxiliary-Nozzle“, also der zweite Extruder, wird primär auch für Hilfsmaterial für Stützstrukturen benutzt. Die habe ich bisher immer einfach über die Hauptdrüse mitgedruckt, so soll es aber eben schneller gehen oder man kann eben ein zweites Material drucken. Dafür empfiehlt sich zum Beispiel PVA oder Bambus Support-Filament.

So bin ich auch dazu gekommen meinen ersten 3D-Druck mit PVA zu absolvieren. PVA ist ein wasserlösliches Filament, welches für Support-Strukturen gedacht ist, die man dann automatisch durch Wasser auflösen kann, anstatt diese mühselig abzulösen und so eventuell für unschöne „Narben“ zu sorgen. PVA ist sehr hygroskopisch, zieht also viel Wasser und sollte vor dem Drucken getrocknet werden und generell in einer Trockenbox gelagert werden. Auch das hab ich gekonnt ignoriert.

Tim braucht für seinen Rechner eine neue PC-Abdeckung, die er selbst in Blender gebaut hat (Respekt!). Die habe ich mit Stützstrukturen versorgt und gedruckt. Das hat den Druck für ein relativ kleines Objekt 55 Minuten dauern lassen. Leider hat sich beim Druck auch das PVA beim Prime Tower gelöst und das Poop ist teilweise im Drucker gelandet. Das kann natürlich auch an der selbst gebastelten .stl-Datei liegen. Aber: Es hat funktioniert! Das PVA hat sich nach gut 15 Minuten in einem Glas Wasser so gelöst, dass wir es abziehen konnten – crazy!
Bowden-Extruder besser als gedacht?
Die große Skepsis bei der Vorstellung war der mittlerweile etwas ausgediente Bowden-Extruder. An dieser Stelle können wir zumindest eine kleine Entwarnung geben: Ja, am Anfang hat er bei PVA kurz rumgezickt, dass das Filament nicht richtig extrudiert wurde, was aber durch erneutes Einführen leicht gelöst werden konnte. Der Düsenwechsel hat in meinen Augen dabei reibungslos funktioniert. Auch wenn es mechanisch umschaltet, bekommt man davon nichts mit. Das zickige PVA Filament läuft gut durch.
Von dem Dual-Extruder verspricht man sich vor allem weniger Purge Poop, also Filamentabfall. Das kann ich bisher leider nicht bewerten. Für meine gelegentlichen Drucke sehe ich da keinen großen Unterschied, es entsteht auch so noch einiges an Abfall. Das fällt wohl bei industrieller oder semiprofessioneller Nutzung mehr ins Gewicht.
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So wählst du Filament für Hilfsnozzle aus
Als ich dann gezielt PVA für die Stützstrukturen drucken wollte, war ich im Bambu Studio kurz überfordert. Ein Eintrag aus einer Facebook-Gruppe hat mir dann weitergeholfen. Wenn ihr Support mit einem anderen Filament drucken wollt, müsst ihr im Slicer unter „Support“ unter „Filament for Support“ das passende Filament auswählen. Wollt ihr es dann slicen, „hovert“ über der „Slice Plate“-Taste und geht dann auf Custom. Wollt ihr dann slicen, öffnet sich das „Filament Grouping“-Kontextmenü, wo ihr dann entscheiden könnt, welches Filament mit welchem Extruder gedruckt werden soll. Muss man auch erstmal wissen.
H2D-Features zum Kompakt-Preis: Aktive Heizung inklusive
Der Bambu Lab X2D erbt ansonsten die wichtigsten Profi-Features der teuren H-Reihe. Normalerweise zahlt man für einen H2D schon ohne Combo über 1.700€. Dennoch bringt der kompakte X2D nun ebenfalls eine aktiv beheizte Kammer mit. Diese heizt den Innenraum zuverlässig auf 65 Grad Celsius auf. Die Düsen erreichen parallel bis zu 300 Grad. Somit gelingen auch schwierige Konstruktionsmaterialien wie ABS oder Nylon ohne lästiges Verziehen (alles zum so genannnten „Warping“ erfahrt ihr in diesem Video).
Auch einen „Cool Mode“ zur Frischluftzufuhr im Innenraum bei PLA-Drucken integriert Bambu Lab beim X2D, verzichtet dabei aber auf die stylische elektrische Luftzufuhrklappe oben an der Front der H-Reihe. Ebenfalls nicht vorhanden im Vergleich zur H-Reihe: LED-Schriftzug-Beleuchtungen oder LED-Laufleiste am Druckbett – absolut verschmerzbar, wie wir finden.
Außerdem überwachen insgesamt 31 Sensoren den gesamten Druckprozess. Ein spezieller Servomotor im Direct-Extruder misst den Widerstand unglaubliche 20.000 Mal pro Sekunde. Folglich erkennt die Software drohende Verstopfungen sofort. Gerade als Anfänger ist in meinen Augen auch die KI-Erkennung hilfreich. Bambu verbaut insgesamt 31 Sensoren, die z.B. erkennen wenn die Druckplatte nicht genau genug aufliegt. Oder wenn er einen Spaghetti-Druck erkennt. Der Druck wird gestoppt und ich verschwende kein Filament – praktisch! Und wenn wir schon beim Thema Präzision sind: Optional gibt es einen „Vision Encoder“ zum Nachrüsten. Diese Kalibrierungsplatte liefert eine sagenhafte Genauigkeit von bis zu 50 Mikrometern.

Abgerundet wird das Paket durch einen dreistufigen Abluftfilter mit HEPA H12 und Aktivkohle. Damit bleiben giftige Dämpfe sicher im Gehäuse.
Emissionen
Obendrein bleibt der Drucker im Silent-Modus mit unter 50 Dezibel in der Theorie angenehm leise. Meine Bürokollegen bedanken sich dafür, dass ich nach dem Kobra X einen behausten Drucker teste. Denn mit geschlossener Tür messe ich in etwa 58 dB Lautstärke, wenn ich direkt davor stehe. Der Unterschied zur geöffneten Tür von 68 dB ist spürbar. Der Unterschied liegt zwischen einem ruhigen Zuhause oder einer ruhigen Straße.
Bambu Studio: Der leichteste Slicer?
Wie eingangs erwähnt, landet man bei der Benutzung eines Bambu Lab 3D-Druckers unweigerlich auch im Bambu Studio. Das ist der hauseigene Slicer des Herstellers, mit dem ich bisher als Slicer am meisten Erfahrung habe. Grundsätzlich sind Slicer anscheinend immer ähnlich aufgebaut und sollten in der Regel die gleichen grundlegenden Einstellmöglichkeiten bieten, die Unterschiede liegen eher in den Details. Für sehr einfache Drucke, wo man im Endeffekt nur „Slicen“ und „Drucken“, find ich das Programm relativ intuitiv.
Und genau da punktet Bambu natürlich auch mit der Makerworld, die hier als „Online-Models“ integriert ist. Das ist im Grunde eine riesige Online-Bibliothek mit Druckdateien – dazu hat man dann noch einen „For You“-Algorithmus, der einem Modelle auf Basis seiner Suchen oder Favoriten vorschlägt. Entscheidet man sich für eine Datei, landet die in „Prepare“, wo man die Datei auf den Druck vorbereitet und dann in „Preview“, von wo aus man den Druck startet.
Klar, es gibt hier auch einen einfachen und einen erweiterten Modus, aber schon im einfachen Modus hab ich einige Einstellungen, bei denen ich nicht weiß, welche Auswirkungen sie auf meinen Druck haben. Man kriegt es auch intuitiv hin, das Modell zu verschieben, mehrere Druckdateien auf einer Platte unterzubringen oder das Modell zu skalieren. Für alles weitere braucht man mehr Erfahrung und Recherche. Ich find hier auch KI sehr hilfreich, Gemini kennt sich mit Bambu Studio so gut aus, dass ich mehrere laienhafte Rückfragen dadurch beantwortet bekam.
Fazit: Bambu Lab greift sich selbst an
Für 635 Euro (bzw. 856€ in der Combo) liefert Bambu Lab ein absolutes Brett ab. Als Einsteiger habe ich bisher noch keinen so guten 3D-Drucker getestet: gewohnte Bambu-Lab-Verarbeitung- & Inbetriebnahme, geringe Lautstärke, gute Druckqualität, sinnvolle KI-Eerkennung, Dual-Extruder, Top-Slicer und aktive Heizung. Ich hab in kurzer Zeit so viel gedruckt wie noch nie, weil auch jeder Druck gelungen ist und ich mich im Gegensatz zu meinem A1 Mini nicht immer mit Problemen beim Filament rumschlagen muss.
Enttäuscht bin ich etwas von der Druckqualität, von der ich in dem Preisbereich etwas mehr erwartet habe. Da kann der Kobra X meiner Einschätzung nach mithalten und kostet gerade mal die Hälfte, inklusive 4-fach-Multicolor-Druck. Ansonsten gefällt mir der Bambu Lab X2D im Test sehr gut, hat in dem Bambu Lab aber eine etwas komische Position inne.
Wenn man nicht zwingend auf den riesigen Bauraum angewiesen ist, degradiert der X2D den großen H2D für Heimanwender fast schon zur Nische. Der P2S wirkt ähnlich und kostet 100€ weniger; ihm fehlen aber die aktive Bauraumheizung, die verbesserte Entlüftung, der 3-Stufen-Filter und die Dual-Nozzle, die der X2D bietet. In meinem aktuellen Anfänger-Denken fehlt mir noch die Weitsicht oder Kreativität zu sehen, wie oft ich die zweite Nozzle für Support brauche und würde sie eher als „nice to have“ einschätzen. Wer also einen guten, eingehausten Drucker mit Bambu-Komfortablität sucht, kann in meinen Augen auch zum P2S greifen. Ich versteh aber auch jeden, der für nur 100€ mehr von den Zusatzfeatures profitieren kann.
Nun zu euch: Macht der X2D die teurere H-Serie für euch ebenfalls obsolet?
Quelle(n):
- Bambu Lab
- Bambu Lab Pressemitteilung
- CG-Filament Ratgeber
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