Bluetti AC200MAX Powerstation mit 2200W für 2099€

Als wir bei der letzten Podcast-Aufnahme von Technisch Gesehen einen Stromausfall hatten und damit 30 Minuten Audioaufnahme dahin waren, habe ich mir eine USV oder zumindest eine Powerstation gewünscht. Ein Beispiel wäre da die Bluetti AC200MAX, die dank modularer Bauweise erweitert werden kann.

Bluetti AC200MAX Powerstation e1657890760725

Sogar mit vier Steckdosen

Zum Glück nimmt eine Powerstation deutlich weniger Platz in Anspruch als ein Notstromaggregat, trotzdem ist auch die Bluetti AC200MAX eher was für den Camper-Van als den Rucksack. Das liegt vor allem am stolzen Gewicht von 28,1 kg bei Abmessungen von 42 x 28 x 38,65 cm. Da ist es praktisch, dass sich oben links und rechts jeweils ein Tragegriff befindet. Auch wenn das bei einer Powerstation gar keine Rolle spielt, sieht dieses Modell für einer Powerstation verhältnismäßig cool aus und man hält sich an die Unternehmensfarbe blau.

Bluetti AC200Max Steckdosen

Auf der Vorderseite gibt es eine regelrechte Anschlusswand. Mittig oben rechts von dem Power-Button befindet sich ein Display, auf dem man detaillierte Informationen zu den Anschlüssen, ausgegeben Power und verbleibenden Kapazität bekommt. Rechts davon sind gleich vier 230V Steckdosen! Unter dem Display befinden sich zudem vier USB-A Ports, zwei davon bieten eine Ausgangsleistung von 15W, zwei schaffen immerhin 18W. Dazu kommt aber auch noch ein USB-C Port mit 100W, über den man z.B. ein aktuelles 16″ MacBook Pro M1 Max aufladen könnte.

Bluetti AC200MAX Power Station Seite

Dazu kommen insgesamt vier DC-Ausgänge, zwei 120W DC5521 Ausgänge, ein 12V/30A Super DC Ausgang und ein 120W Zigarettenanzünder-Anschluss. Dazu kommen auf der Oberseite zwei 15W Qi-Ladeflächen, mit denen ihr aktuelle Smartphones wie z.B. ein Xiaomi 12 kabellos aufladen könnt. An der linken Seite befinden sich neben dem Lüfter noch der Eingang für das Netzkabel sowie der Eingang für das KFZ-Ladegerät.

Die Bluetti AC200MAX ist erweiterbar

Dazu kommen noch zwei Erweiterungsanschlüsse für die Bluetti B230 mit 2048 Wh bzw. die Bluetti B300 mit 3072 Wh Kapazität. So kann man die Kapazität der Bluetti AC200MAX mithilfe dieser Powerstations erweitern. So wären insgesamt bis zu 8.192 Wh Akkukapazität möglich, je nachdem für welche der Modelle ihr euch entscheidet. Die Option ist hilfreich, wenn man sich in der Anschaffung nicht ganz sicher ist, wie viel Kapazität man benötigt und ob man diese in jedem Szenario benötigt.

Wofür braucht man so viel Kapazität?

Die Bluetti AC200MAX bietet eine Akkukapazität von stolzen 2.048 Wh, bei 36V/57,24 Ah. Zum Vergleich: eine 10.000 mAh-Powerbank bietet in etwa 37 Wh. Dabei handelt es sich um robuste LFP-Zellen, die zusammen mit dem 2.200W Volllast-Wechselrichter genug Kapazität bieten, um einen Kühlschrank für bis zu 28 Stunden zu betreiben oder 50h Licht zu bieten. Der Lebenszyklus wird mit 3.500 Ladezyklen angegeben. Theoretisch kann man natürlich auch einfach sehr oft sein Smartphone laden, aber gut, da tut es auch schon eine kleinere Powerbank.

Bluetti AC200Max Powerstation Modul

Je größer die Powerstation, umso mehr Zeit nimmt das Aufladen in Anspruch. Das kann bei der AC200MAX verhältnismäßig schnell geschehen, da sie das simultane Aufladen über Adapter und Solarpanel erlaubt und so theoretisch bis zu 1400W möglich wären. Dafür benötigt man aber erstens das passende Solarpanel und viel Sonne. Über das Netzteil wird die Powerstation mit 500W geladen, über Solar sind 900W möglich.

Bei der Leistung soll die Powerstation auch entsprechend sicher sein. CE-Kennzeichen und FCC-Zertifizierung sind vorhanden, dazu gibt es ein Batteriemanagementsystem, einen Überspannungsschutz und einen Kurzschlussschutz.

Braucht man eine Powerstation?

Für einen Stromausfall ist so eine große Powerstation zuhause praktisch, aber wie oft kommt so etwas vor? Ein Backup zuhaben ist generell nicht schlecht, keine Frage. Aber ist das der Hauptanwendungsfall? Optimistisch eingestellt sehe ich den Anwendungszweck wohl lieber im Bereich Camping, aber auch dafür sind 2.099€ eine wohl überlegte Situation. Da tut es wohl auch ein kleineres Modell wie von Bluetti. Es ist beeindruckend, wie portabel Bluetti Leistung macht, keine Frage. Kostspielig bleibt es trotzdem. Die Bluetti AC200MAX ist aufgrund ihrer Modularität aber da vielleicht genau der richtige Ansatz.

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Kommentare (4)

  • Profilbild von Randomblame
    # 16.07.22 um 07:39

    Randomblame

    1€/Wh sind immernoch viel zu teuer und als Backup-Speicher bei möglichem Stromausfall eher ungeeignet, denn ein solcher macht nur Sinn, wenn permanent voll geladen. Für's Camping eignet er sich viel besser, vor allem für Dauer-Camper. Für energie-autarke Tiny-Häuser mit Solar-Panels könnte man sowas auch verwenden, aber wer sich sowas gebaut hat, der baut sich wahrscheinlich auch seine eigene Powerwall und benutzt dafür 15 große LFP Zellen à 3,2v/100Ah (~70€/St.). Das wären bereits 4800Wh und es bleiben noch rund 1000€ übrig für Solar-Panels, Gleichrichter und was man sonst noch so braucht.
    Sowas eignet sich dann auch als richtiges Backup-System und zum dauerhaften senken der eigenen Stromkosten. Und diese Zellen werden nur miteinander verschraubt, was das Ganze ziemlich einfach macht. Ist dann zwar nicht mobil, es sei denn das Tiny-House wäre es, aber dafür würde es im Notfall ein ganzes 1Fam. Haus für 24h versorgen und spart jeden Tag mehrere kWh an Strom ein. Macht IMO viel mehr Sinn, da sich die Anschaffung schnell amoritsiert (ca. 4h) und man danach sogar Geld damit verdient. Bei dem, was Bluetti hier verlangt, würde es 3-4x solange dauern, bis man die Investition wieder drin hat…
    Für 0,5€/Wh, bzw. 1050€ wäre es ein guter Deal, denn zu dem Kurs findet man schon gute Alternativen im Baumarkt um die Ecke.

    • Profilbild von Buhmann
      # 16.07.22 um 14:30

      Buhmann

      Ja es lohnt sich wirklich nur Selbstbau. Diese Teile sind müssten für den Preis wenigsten 6 eher 8 kWh haben. Bei 20 bis 30 Cent pro kWh würde man auch was als Hersteller verdienen nur halt nicht so exorbitant viel. Muß in meinem Umfeld regelmäßig davon abraten weil immer einer denkt damit Geld sparen zu können.

    • Profilbild von Mario
      # 19.07.22 um 18:24

      Mario

      Grundsätzlich gebe ich dir da reicht, habe auch schon mehrere solche Power Station selbst gebaut in dem Leistungsbereich. Allerdings ist die Preisentwicklung bei dem Zellen derzeit vollkommen gegenläufig. Selbst direkt aus China zahlst du effektiv mindestens €140 für eine (tatsächlich) neuwertige 100Ah LFP Zelle. Und da kommt noch Einfuhrumsatzsteuer und Zoll dazu. Der Preis war vor einem Jahr noch deutlich geringer aber derzeit sind fertige Batterien, sogenannte "Server Rack Batteries" die kostengünstigste Variante. Habe heuer im Frühjahr 6 Stück 48V Batterien mit je 176Ah um €10.200 frei Haus geliefert bekommen. Also effektiv 54 kWh, ca. 200€/kWh. Mittlerweile kosten die gleichen Batterien ohne Versand und Zoll schon mehr.

  • Profilbild von Randomblame
    # 18.07.22 um 09:42

    Randomblame

    @Buhmann
    Yepp! Tesla baut 1kWh LiFePo4 in China aktuell für 125$, das sind 12,5ct/Wh und selbst wenn Bluetti doppelt so hohe Kosten hat, machen die da fette Gewinne. Außerdem versprechen sie mehr als sie halten können… Eine 3000mAh Zelle liefert nur dann 11,1Wh, wenn vollständig entladen (2,0-2,5v). Ist die Zelle jedoch Teil eines Akku-Packs und mit BMS gesichert, wird zum Schutz der Zelle schon bei 2,75-3,0v abgeschaltet, je nach Zell-Typ. Das heißt, man kann nur max. 90-95% der eigentlichen Kapazität auch wirklich nutzen. Man kann also nicht einfach die Zell-Kapazitäten addieren, aber genau das tut Bluetti hier (und viele andere). Deshalb sind zB. die Akku's in eAutos grundsätzlich größer als angegeben. Außerdem halte ich 3500 Ladezyklen für übertrieben. LFP-Zellen halten zwar doppelt so lange durch, wie andere Zell-Chemie, aber um die 3000 Zyklen sind nur mit besonders schonender Nutzung drin (entladen bis 30-40%, laden bis 80-90%), damit sinkt jedoch auch die nutzbare Kapazität auf nur noch 50%.

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