Co Print Quadro: Bambu Lab A1 Klon mit 4 Druckköpfen? Das klingt verrückt!
Vier Druckköpfe, null Müll und angeblich schneller als ein Snapmaker U1 oder Prusa XL? Der neue Co Print Quadro verspricht auf Kickstarter den heiligen Gral des Multicolor-3D-Drucks. Doch der Hersteller hat eine bewegte Vergangenheit, die uns bei aller Begeisterung für die Technik vorsichtig macht.

Kickstarter und Indiegogo sind keine Online-Marktplätze, sondern Crowdfunding-Plattformen. Dort können Privatpersonen neue Produkte finanziell unterstützen. Ein Anspruch auf das fertige Produkt besteht jedoch nicht, was die Beteiligung zu einem Risiko macht.
Inhalt
Co Print: Kein Unbekannter, aber…
Wenn der Name Co Print fällt, haben wir oft gemischte Gefühle. Die Jungs und Mädels haben definitiv innovative Ideen, aber die Umsetzung war in der Vergangenheit oft ein wilder Ritt. Wir erinnern uns an 2021, als sie mit einem Multicolorsystem am Start waren, oder an das Chroma Set 2023 für potenziell alle i3-basierten 3D-Drucker (bewegende Y-Achse = Bett fährt vor und zurück, umgangssprachlich „Bed-Slinger“ genannt), das zwar cool aussah, aber in der Praxis fummelig wirkte.
Dann gab es auf der Formnext 2024 die große Ankündigung einer Partnerschaft mit Creality, aus der nie etwas Greifbares wurde. Jetzt aber will Co Print es anscheinend wirklich wissen und kündigt mit dem Quadro den ersten eigenen 3D-Drucker an, der hardwareseitig spannend wirkt.

Das Konzept: Bambu Lab A1 auf Steroiden
Stellt euch einen klassischen Bed-Slinger (wie den neuen Creality SparkX i7 oder eben Bambu Lab A1) vor, aber auf der X-Achse tummeln sich gleich vier unabhängige Druckköpfe. Das ist das Prinzip des Co Print Quadro. Anders als beim Prusa XL, der die Köpfe komplett wechselt, oder beim Snapmaker J1, der zwei unabhängige Köpfe (IDEX) hat, packt Co Print vier Einheiten auf eine Schiene.

Vollmundig verspricht man so „Waste-Free Printing“ – also Multicolor-Druck ohne Müll. Da jeder Kopf sein eigenes Filament geladen hat, muss nichts geschnitten, zurückgezogen oder gespült („gepoopt“) werden. Wenn Farbe A fertig ist, fährt der Kopf zur Seite in eine Parkbucht (es gibt zwei links und zwei rechts), eine Klappe verschließt die Düse mechanisch, und Kopf B fährt los. Das spart nicht nur massiv Material, sondern laut Co Print auch extrem viel Zeit.

Schneller als die Konkurrenz?
Co Print lehnt sich im Marketing weit aus dem Fenster. Man zeigt Grafiken, in denen der Quadro (den sie als „Gen 3“ bezeichnen) einen Standard-Druck in 8 Stunden und 45 Minuten erledigt und damit schneller als ein Snapmaker U1 mit 4 Toolheads sein soll. So genannte „Gen 2“-Drucker würden hier extrem viel länger dauern, allen voran der Bambu Lab X1C (mit AMS inkl. hoher Wechselzeiten), welcher für denselben Standard-Druck mit mehr als 48 Stunden angegeben ist.

Technisch ist das durchaus möglich, da der Werkzeugwechsel bei diesem System extrem flink gehen kann (kein Aufheizen, kein Laden). Allerdings sehen wir hier auch eine physikalische Hürde: Vier Motoren und Hotends auf einer Achse bringen ordentlich Gewicht auf die Waage. Bei einem Bed-Slinger könnte das zu Ghosting bzw. Ringing (Nachschwingen) führen, wenn man nicht extrem gute Input-Shaping-Algorithmen hat (die aber auch keine Wunder vollbringen können).

Co Print Quadro: Wie immer spannend, aber…
Hardwareseitig ist der Quadro mit seinem 300 x 300 x 300 mm Bauraum und der Möglichkeit, vier verschiedene Materialien (z.B. PLA, TPU, Support und PETG) gleichzeitig zu drucken, extrem spannend. Er löst das Müll-Problem der 3D-Drucker mit einer einzigen Düse elegant.

Aber wir sind skeptisch. In der Vergangenheit waren die Druckergebnisse der Co Print Module oft nicht auf dem Niveau, das wir von Bambu Lab & Co. mittlerweile gewohnt sind. Die Kalibrierung von vier Düsen auf einer Achse (Z-Offset!) muss perfekt sein, sonst kratzt Düse 2 über den Druck von Düse 1. Ob Co Print die Software und die Mechanik so im Griff hat, dass das „Plug & Play“ funktioniert, muss der Kickstarter-Launch zeigen.
Apropos Launch: Der Drucker soll zeitnah auf Kickstarter starten. Aktuell kann man sich 20 Dollar (ca. 18€) eine Reservierung auf der Webseite kaufen, um den „niedrigsten Launch-Preis“ zu sichern. Ein finaler Preis ist noch nicht bekannt.
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