Riesen-Ding: Creality mit neuem CR-M4 3D-Drucker

Gelingt Creality mit dem neuen 3D-Drucker CR-M4 der große Wurf? Immerhin betont man den „Quasi-Industrie-Standard“ des 450 x 450 x 470 mm 3D-Druckers. Was bringt der Goliath unter den i3-basierten Druckern dafür mit?

Creality CR M4 Aufmacher

Technische Daten: größer = besser?

Hersteller | ModellCreality| CR-M4
DrucktechnologieFDM (Direct Drive)
Druckgeschwindigkeitmax. 120mm/s
Bauraum450 x 450 x 470 mm
Druckbettbeheizbar (bis 100 Grad), flexible magnetische Druckauflage (PC)
max. Düsentemperatur300 Grad (All Metal)
Düsendurchmesser0,4mm (optional 0,6 oder 0,8mm)
KonnektivitätUSB-A, USB-C, WiFi, RJ45
Features
  • Riemenspanner (x und y)
  • Sprite Direct Drive Extruder
  • 4,3 Zoll Touchscreen
  • zusätzliche Z-Achsen-Diagonalstreben
  • Doppel-Z-Spindel
  • Y-Doppellinearschienen
  • Dual-Spulenhalter
  • 32-Bit Board
  • Auto-Leveling (CR Touch, 25 Punkte)
  • Powerloss-Recovery
  • Filamentsensor
  • 800W-Netzteil
Gesamtmaß | Gewicht655 x 700 x 865 mm| 22,48 kg

Design: altbekanntes – stabil – aufgehübscht

Der Creality CR-M4 soll desgintechnisch zweierlei vermitteln: Stabilität und Professionalität. Letzteres suggeriert zumindest der aufgeräumte Eindruck des mit Schleppketten an Z- und X-Achse aufgeräumt wirkenden neuen Creality-Monsterdruckers. Der Aufbau mit einem typischen 4,3 Zoll Touchdisplay an der Seite wirkt ein wenig so, als handele es sich hier um eine Art Facelifting im Creality-LineUp.

Creality CR M4 Schleppkette e1675856852348

Im Fokus steht dabei insbesondere Stabilität: Das 22,48kg schwere Gerät besticht durch einen massiven schwarzen Aluminiumrahmen, bei dem Vieles gleich doppelt ausgeführt ist: Dual-Spulenhalter, Y-Doppellinearschienen, Doppel-Z-Spindeln und Zusatz-Diagonalstreben für die beiden Z-Achsen. Bei einem Bauraum von satten 450 x 450 x 470mm sind Gewicht und Zusatzverstrebungen auch bitter nötig.

Das führt uns auch gleich zum Elefanten im Raum bei diesem Design: Warum setzt Creality bei einem derart großen Drucker auf den i3-Aufbau mit einem riesigen Druckbett, das nunmal ständig bewegt werden will und damit – Y-Doppellinearschienen hin oder her – nicht nur mehr Schwingungen erzeugt, sondern auch mehr Strom? Stehen hier nur Kosten- und Wartungsvorteile im Vordergrund?

Creality CR M4 Y Linearschienen e1675857067470
Doppel-Y-Linearschienen für größere Präzision?

Features: gut ausgestattet, aber…

Geboten werden neben dem riesigen Bauraum und üblichen Features wie Powerloss-Recovery und Filamentsensor ein 25-Punkte-Auto-Leveling via CR-Touch, x- und y-Riemenspanner, ein Silent-32-bit Board mit einer Lautstärke von maximal 50dB (in der Theorie 😉 und eine PC-beschichtete magnetische Druckbettauflage. Die Druckauftragsübermittlung kann via USB-A, USB-C, WiFi und Lan erfolgen – nicht aber über Micro-SD.

Bei den sonstigen Features stellt Creality die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit im Kontext einer (semi-)professionellen Nutzung in den Fokus. Der CR-M4 ist als „Arbeitstier“ konzipiert: Ein 800W-Netzteil soll genügend Leistungsreserven bieten, die Motoren dabei 720 Stunden oder aber 30 Tage am Stück ununterbrochen laufen können.

Schön ist hier definitiv der Einsatz des bewährten Sprite-Direct-Drive-Extruders in Kombination mit dem 300-Gard-All-Metal-Hotend. Letzteres ermöglicht theoretisch auch den Einsatz von Hochtemperatur-Filamenten wie PA-CF – ohne Einhausung ist das aber genauso wie beispielsweise bei häufiger eingesetzten Filamenten wie ABS/ASA kaum in guter Qualität machbar– gerade im professionellen Kontext.

Creality CR M4 Druckbeispiel

Für eben diesen Kontext soll der CR-M4 aber gerade gemacht sein: Creality sieht ihn beispielsweise für den Einsatz in Drucker-Farmen vor, weshalb hier die gleichzeitige Steuerung mehrerer CR-M4-Geräte über die Creality Cloud bzw. Creality Print-Software beworben wird (Stichwort: Stapelverarbeitung). So sollen Kleinunternehmer mit dem CR-M4 beispielsweise bei der Prototypengestaltung glücklich werden.

Creality CR M4 Printerfarm e1675857364345

Einschätzung: Nischenprodukt?

Die Auswahl auf dem Markt für wirklich große 3D-Drucker im Endconsumerbereich ist gering. Creality bietet hier neben dem älteren CR-10 Max nun mit dem gigantischen CR-M4 sicherlich einen auf Stabilität und Langlebigkeit ausgelegten 3D-Drucker, der dank gleichzeitiger Steuerung via hauseigener Software auch mehrfach auf Drucker-Farmen einsetzbar ist.

Creality CR M4 Beitragsbild

Der CR-M4 ist mit einem Vorbesteller-Preis von 1359€ nicht gerade günstig. Wirklich interessant wird er wahrscheinlich nur für Unternehmer, bei denen es nicht etwa auf ABS, PA-CF & Co, sondern nur auf einen möglichst großen Bauraum ankommt. Oder sehe ich das falsch? Interessiert ihr euch für den CR-M4? Gerne Feedback geben!

 

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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Kommentare (7)

  • Profilbild von GSpot
    # 08.02.23 um 19:22

    GSpot

    Der Elegoo Neptune 3 Max hat ein Bauvolumen von 420 x 420 x 500 und kostet 499,-€

  • Profilbild von DiagnoseKevin
    # 09.02.23 um 07:08

    DiagnoseKevin

    @Kevin: ich hab auch ein Riesen Ding.

    Solche Schwachmaten*innen werden bei CG auch heutzutage grundsätzlich nicht gelöscht.

    • Profilbild von Thommy
      # 09.02.23 um 08:05

      Thommy CG-Team

      Bitte erst denken, dann ggf. meckern: Der Post von Kevin kam um kurz nach 19 Uhr. Da ist die Redaktion zum Kommentare-Löschen nicht besetzt. Danke fürs zukünftige Mitdenken.

      Besten Gruß
      Thommy

  • Profilbild von KittenGray
    # 09.02.23 um 11:16

    KittenGray

    Der oder Tronxy x5sa-500 (Pro)?

    • Profilbild von GSpot
      # 09.02.23 um 11:48

      GSpot

      Das ist aber ein CoreXY und kein klassischer Bettschubser. Wenn es aber nur um Bauvolumen geht,dann ist der Tronxy mit 500 x 500 x 600 natürlich ganz vorne 🙂

  • Profilbild von Joe
    # 09.02.23 um 12:31

    Joe

    sieht aus wie der millionste Ender Klon, nur größer. aber warum nicht, wer groß braucht, macht hier sicher nichts falsch.

  • Profilbild von Heinz Hermann
    # 10.02.23 um 08:59

    Heinz Hermann

    Also für knapp 1400€ würde ich eher über einen Voron nachdenken, aber sicher nicht über einen Creality. Vor allem werden hier Sachen beworben, die zwar nett sind, aber die Stützen für die Z-Achse und die Schleppketten kann ich mir für unter 50€ selber an jeden Billo Drucker bauen und da es sich hier um einen Bettschubser handelt ist hier auch bei der Druckgeschwindigkeit trotz Input Shaping usw. irgendwann Feierabend. Also meiner Meinung nach vielleicht über ein paar Euro mehr nachdenken und einen Voron kaufen, der bringt gleich die Kabine mit und kann mit Geschwindigkeiten von >300mm/s umgehen, ohne dass das Objekt vom Bett reißt xD Ja ich weiß, den Voron muss man zusammen bauen, aber dann kann man sich zumindest sicher sein, dass alle Schrauben fest sind und wenn nicht, kennt man den Verantwortlichen gleich persönlich 😉
    Aber mal ernsthaft: Was an diesem Drucker soll den Preis rechtfertigen!?

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