EU: 3-Euro Gebühr für „Billigpakete“ aus China ab heute gültig
Die Umsetzung der neuen Regelung scheint noch sehr wakcelig zu sein. Wir haben den neuesten Stand für euch zusammengefasst.
Heute, am 01. Juli 2026 ist es so weit, die neue 3€-Gebühr für Pakete aus China tritt in Kraft. Wir haben in der Zwischenzeit bereits eine Community-Umfrage mit über 700 Teilnehmern durchgeführt, die Ergebnisse der Umfrage könnt ihr euch hier anschauen. Was genau bedeutet die neue Regelung für euch Käufer und wie gehen die China-Shops damit um?
Inhalt
Das Ende der Zollfreiheit – kurzer Überblick
Der Rat der EU kippt die bisherige Zollfreiheit für Kleinsendungen unter 150€ Warenwert. Ab sofort wird eine Pauschale von 3€ Zoll fällig. Diese Gebühr gilt pro Artikel-Kategorie (Tarifposition). Werden also verschiedene Warenarten in einem Paket kombiniert, kann die Pauschale auch mehrfach anfallen.
Wichtig zu wissen: Diese 3€ sind ein reiner Zollbetrag und werden zusätzlich zur Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) berechnet, die ja ohnehin schon seit 2021 auf jeden Cent fällig wird. Das Ziel der EU hinter der Reform ist die Bekämpfung von Wettbewerbsverzerrungen, die Eindämmung der Paketflut und der Stopp von Betrug durch falsche Wertangaben.
Warum 3 Euro?
Dass ausgerechnet ein Pauschalbetrag gewählt wurde, ist eine reine Interimslösung bis 2028, da die Zollbehörden technisch aktuell gar nicht in der Lage sind, jedes einzelne Ladekabel individuell nach dem komplexen Zolltarif zu berechnen. Um den Verwaltungsaufwand gering zu halten, gilt dieser Festbetrag für alle Verkäufer, die im sogenannten IOSS-Verfahren registriert sind – was auf rund 93 % der großen Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress zutrifft.
Die 3-Euro-Regel ist nämlich nur die Übergangs-Brücke. Ab 2028 plant die EU den vollen Customs Data Hub. Dann soll für absolut jedes Produkt, egal wie günstig, der exakte individuelle Zollsatz berechnet werden und die pauschale Schonfrist endet endgültig. Für weitere Informationen schaut euch unsere Historie der vorherigen News an.
Vorherige News
Zweite Meldung am 15.12.2025
Am 12. Dezember hat der Rat der europäischen Union als vorübergehende Lösung eine Gebühr von 3€ auf Sendungen von außerhalb der EU unterhalb von 150€ vereinbart. Diese Regelung tritt ab dem 1. Juli 2026 in Kraft und gilt nur so lange, bis eine endgütige Lösung für Zölle auf Waren unter 150 Euro gefunden wird.
Pressemitteilung des Europäischen Rats
Erklärtes Ziel ist es, „unfaire Wettbewerbsbedingungen für EU-Verkäufer, Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für Verbraucher“ sowie „Betrugsfälle und Umweltbedenken“ zu reduzieren bzw. zu bekämpfen.
Erste Meldung am 12.12.2025
Die EU-Finanzminister haben sich am Donnerstag darauf geeinigt, zukünftig Gebühren in Form von Zöllen auf Billigsendungen aus China zu erheben.
Milliarden von Sendungen aus China
Der Grund für die Entscheidung ist die Menge an billigen Sendungen aus China, die die EU erreichen. Laut der EU-Kommission kamen 2024 etwa 12 Millionen Pakete in der EU an – pro Tag. In Deutschland sind es ca. 400.000 Pakete täglich. Zwei Namen werden hier immer wieder erwähnt, die einen Großteil dieser Sendungen ausmachen, nämlich die Plattformen Temu und Shein.
Die Plattformen werden für mangelnde Qualitätskontrolle kritisiert; EU-Standards werden oft nicht erfüllt. Auch werden viele Sendungen bewusst falsch deklariert, um den Warenwert geringer erscheinen zu lassen.
Diese Sendungen sind dann vom Zoll befreit, da für sie die allgemeine Zollfreigrenze von 150 Euro gilt. Sendungen, deren Warenwert darunter liegt, sind von Zöllen generell ausgenommen – bis jetzt. Gelten sollen die neuen Regelungen „so bald wie möglich im Jahr 2026“, wie ein EU-Sprecher zitiert wird.
Bereits 2021 war die bis dahin existierende Steuerfreigrenze für Sendungen unter 21 Euro aus einem ähnlichen Grund abgeschafft worden. Seitdem fällt auf alle Sendungen die Einfuhrumsatzsteuer an, die wie die Mehrwertsteuer 19% des Warenwertes beträgt.
Betrifft das alle Pakete aus China?
Vermutlich nicht. Auch sind nicht alle Sendungen gleichermaßen betroffen. Zölle werden nach Warenart erhoben; bei manchen Produkten betragen die Kosten 10%, bei anderen nur 4,5% des Warenwertes. Andere Kategorien sind wiederum ganz von Zöllen befreit, dazu gehören unter anderem auch Smartphones, Tablets und Notebooks. Für diese zahlt man bereits jetzt keine Zollkosten, selbst wenn sie mehr als 150 Euro kosten (was meistens der Fall ist). Hier wird sich also nichts ändern.
Wir sprechen hier vor allem von den Kleinstpaketen, die nur wenige Euros kosten, und vor allem Kleidung, Schuhe und Handtaschen. Elektronikprodukte sind nicht alle im gleichen Umfang betroffen, hier muss man jede Produktart einzeln betrachten. Viele Kategorien sind wie erwähnt ganz davon befreit. Es kann also sein, dass sich für viele, die vor allem Technikprodukte aus China bestellen, gar nicht so viel ändern wird.
Was aber unabhängig von den Zöllen 2026 kommen wird, ist eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro pro Paket. Diese wurde von der EU bereits im Mai beschlossen.
Quellen:
Wie gehen AliExpress & Co. damit um?
Vielleicht haben es ein paar von euch bereits gesehen, während sie auf AliExpress und anderen China-Shops unterwegs sind, um sich die neuesten Angebote anzuschauen. Im Idealfall sollten aber jedem besondere Hinweise angezeigt werden, dass zusätzliche Kosten im Preis enthalten sind.
Bei AliExpress teilt sich das in zwei unterschiedliche Varianten auf. Wenn ihr zum Beispiel ein Produkt aus einem EU-Lager kaufen wollt, erhaltet ihr den Hinweis, dass keine extra Kosten für euch anfallen.
Wenn ihr dagegen ein Produkt direkt aus China bestellen wollt, bekommt ihr den Hinweis, dass Mehrwertsteuer und Zoll anfallen. Die geschätzten Werte werden euch automatisch im Warenkorb angerechnet.
Bei Banggood dagegen wird die Pauschale fest auf 3,03€ gelegt. Aber auch nur für Produkte, die aus China versendet werden, bei EU-Lagern steht lediglich, dass die Mehrwertsteuer im Preis mit inbegriffen ist.
Was ist bei Bestellungen mit mehreren Artikeln?
Wie oben in der Zusammenfassung bereits gesagt, gelten die neuen Regelungen pro Produktkategorie. Wenn wir also unseren Warenkorb mit einer random Auswahl an Zeug befüllen, ändern sich auch unsere Kosten und Hinweise im Warenkorb. Banggood macht es sich besonders einfach und verdoppelt einfach die 3,03€.
Bei AliExpress wird das etwas differenzierter für euch aufgelistet, die Warnhinweise sind hier auch anders, als wenn ich nur ein Produkt kaufe.
Ihr seht also, die aktuelle Umsetzung der Regelung ist noch etwas wackelig in den Startlöchern. Die Hinweise bei AliExpress werden auch nicht jedem scheinbar angezeigt. Am meisten Sinn ergibt es weiter auf EU-Lager zu setzen, die in der Regel sowieso von den Shops selbst gepusht und immer weiter ausgebaut werden.
Wir sind auf jeden Fall weiterhin gespannt, wie es in der Umsetzung ist. Habt ihr andere Hinweise schon gesehen oder bereits bestellt? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.
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