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HeyGears G1X: Dieser 3D-Drucker druckt bunte, fotorealistische 3D-Modelle – aber ohne Filament

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Wenn man ein buntes 3D-Modell wollte, das quasi makellos und nach Spritzguss aussieht, dann musste man bisher selbst zum Pinsel greifen und einen monochromen Resin-Druck veredeln. Das Unternehmen HeyGears will diese stundenlange manuelle Arbeit nun mit dem neuen HeyGears G1X beenden. Die Maschine ist kein normaler 3D-Drucker, sondern vereint 2D-UV-Druck und echten, fotorealistischen 3D-Druck in einem Gerät. Aber wie läuft das eigentlich konkret ab und gibt es da einen Haken?

  • HeyGears G1X
    • Preis: Bisher unbekannt
    • Verfügbarkeit: Demnächst im Vorverkauf (Warteliste aktiv)

(Hinweis: Bisher gibt es weder einen offiziellen Launch-Termin noch einen finalen Preis. Stand: Juni 2026)

Technisches: Die Specs des G1X

ModellHeyGears G1X
DrucktechnologieDigital Material Jetting (UV-Tinte)
DruckkopfEpson i3200 (3.200 Düsen, 3.9 pL Tröpfchen)
Farbkanäle8-Kanal-System
FarbraumCMYK + Light Cyan + Light Magenta + Weiß + Lack (UV-Modus) / CMYK + Doppel-Weiß + Support + Transparent (3D-Modus)
Schichthöhe10 bis 30 μm
AuflösungBis zu 1440 × 2400 DPI
FeaturesBeheizter Druckkopf, automatische Kalibrierung, Weiß-Tinten-Rührwerk, Selbstreinigung nach 3 Tagen, AI-Software (HeyVerse)
Support-MaterialWasserlöslich

Wie funktioniert ein 3D-Tintenstrahldrucker?

Der HeyGears G1X nutzt das sogenannte Digital Material Jetting. Im Kern arbeitet hier ein industrieller Epson-Druckkopf, wie man ihn aus großen Werbetechnik-Druckern kennt. Dieser fährt über das Druckbett und sprüht mikroskopisch kleine Tröpfchen flüssiger UV-Tinte auf die Platte. Eine mitfahrende UV-Lampe härtet diese Tröpfchen in Millisekunden aus. So baut sich das Objekt Schicht für Schicht auf.

HeyGears G1 Aufmacher3

Der absolute Clou dabei: Da der Drucker auf ein 8-Kanal-System mit CMYK-Farben (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz) zurückgreift, mischt er die Farben direkt im Druckkopf. Er kann fotorealistische Farbverläufe mit Millionen von Nuancen mitten in das Modell drucken. Also keine harten Kanten, kein Filament-Wechsel, kein Müllturm neben dem Drucker.

HeyGears G1 Druckbeispiele

Falls euch diese Beschreibung eines UV-Druckers bekannt vorkommt: Der kürzlich von uns getestete EufyMake E1 setzt auf genau diese Technologie, hat aber einen hohen UV-Tintenverbrauch bei hohen Folgekosten.

Drei Welten: 2D-Druck, Texturen und 3D-Modelle

Der G1X ist modular aufgebaut und besitzt im Grunde zwei völlig verschiedene „Persönlichkeiten“, die ihr je nach Projekt wechseln könnt:

1. Der UV-Druck Modus:
Hier fungiert der G1X als klassischer Flachbettdrucker. Ihr könnt Bilder gestochen scharf auf über 400 Materialien wie Metall, Acryl, Holz oder Leder drucken. Da die Tinte Schicht für Schicht aufgetragen werden kann, lassen sich spürbare 3D-Texturen (Reliefs) mit bis zu 5 Millimetern Höhe erzeugen – perfekt für z.B. Ölgemälde-Effekte. Für diesen Modus nutzt der Drucker noch spezielle Tinten für sanfte Farbverläufe (Light Cyan / Light Magenta) und Klarlack.

2. Der 3D-Druck Modus:
Wollt ihr echte, massive 3D-Objekte drucken, wechselt das Tintenset. Statt der feinen Zwischenfarben nutzt die Maschine nun doppeltes Weiß (als undurchsichtige Basis) und transparente Tinte. So lassen sich beispielsweise Insekten-Modelle drucken, bei denen die bunte Hülle von einer durchsichtigen Lackschicht umschlossen ist – in einem einzigen Druckdurchgang. Ein weiterer Pluspunkt: Das Support-Material ist komplett wasserlöslich. Ihr legt das fertige Modell einfach ins Waschbecken und die Stützen lösen sich spurlos auf, ohne Schleifen oder Kratzen.

HeyGears G1 Anwendungsbeispiele

Das Kosten-Problem: Der gnadenlose Tinten-Rechner

Liest man sich die beeindruckenden Specs durch, drängt sich für erfahrene Maker sofort eine kritische Frage auf: Die Kosten. Anders als beim FDM-Druck, wo das Objekt innen eher hohl ist (Infill: 15%), baut der G1X das gesamte Modell aus flüssiger UV-Tinte auf.

HeyGears G1 Features

HeyGears wirbt zwar explizit mit einem „Open Ink System“ mit nachfüllbaren 1-Liter-Tanks, sodass ihr nicht an überteuerte Spezial-Kartuschen gebunden seid. Aber rechnen wir das mal knallhart durch: Selbst wenn ihr völlig gewöhnliche No-Name-UV-Tinte bei AliExpress bestellt, kostet dort ein Liter um die 50€. Ein Würfel von 10 x 10 x 10 Zentimetern hat ein Volumen von exakt einem Liter. Das bedeutet: Ein einziges mittelgroßes Modell verschlingt über 50 Euro an reinen Materialkosten! Zum Vergleich: Ein Kilo PLA-Filament bekommt ihr im Sale oft für unter 10 Euro. Selbst wenn die Software das Modell partiell aushöhlt, bleiben die laufenden Kosten sehr hoch.

AliExpress UV Tinte

Immerhin: Um das bekannte Problem von teuren verstopften Druckköpfen bei UV-Tinte zu lösen, verbaut HeyGears einen beheizten Druckkopf und ein Rührwerk für die weiße Tinte, damit sich die Pigmente nicht absetzen.

Einschätzung: Eine teure Revolution

Der EufyMake E1 hat die Technologie des Material Jettings aus dem 100.000-Euro-Industriemaschinenbereich in die Etsy-Shop-Bastelbude geholt. Der HeyGears G1X geht jetzt einen Schritt weiter und bietet sogar komplett 3D-gedruckte Modelle mit dieser Technologie an. Dass man eine fotorealistische Vollfarb-Qualität (mit wasserlöslichen Supports!) jetzt in einem Desktop-Gerät kombiniert, ist eine absolute Ansage für Tabletop-Fans und Kleinunternehmer.

Aber diese Ansage hat im wahrsten Sinne des Wortes ihren Preis: Die technische Komplexität und vor allem die Materialkosten dämpfen die Euphorie einfach massiv. Ein offenes Tintensystem ist super, nützt aber wenig, wenn die Literpreise für Tinte selbst in China bei 55 Euro aufwärts liegen.

Quelle(n):

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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Kommentare (1)

  • Profilbild von FranB
    0 # 21.06.26 um 17:48

    FranB

    Als es mit 3D Druck anfing, war Filament auch noch exorbitant teuer. Sobald die Technologie eine breitere Basis hat, kommen neue Anbieter in den Markt und die Preise gehen abwärts. Wichtig ist, dass die Geräte nicht zu teuer sind, nur dann finden sich genügend Anwender, die sich so ein Teil zulegen. Denn die Technik ist eigentlich altbekannt. Hattet Ihr ja selbst geschrieben. Aber derzeit kosten solche Geräte halt mindestens fünfstellig. Das stellt sich niemand in die Garage oder den Bastelkeller.

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