iRobot Roomba Plus 575 im Test: Flacher Saugroboter mit Rundum-Station
Der iRobot Roomba Plus 575 Combo kombiniert ein kompaktes Gehäuse mit einer voll ausgestatteten AutoWash-Reinigungsstation. Anstelle eines klassischen Laserturms auf der Oberseite setzt der Hersteller auf eine frontseitig integrierte LiDAR-Navigation. In unserem Praxistest erweist sich das Modell als solider Alltagshelfer, der jedoch bei anspruchsvollen Schmutzmengen und in der App-Bedienung einige Eigenheiten aufweist.
- iRobot Roomba Plus 575
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- iRobot Reinigungsmittelkartusche
Inhalt
Kurzfazit zum iRobot Roomba Plus 575
Der Roomba Plus 575 punktet im Alltag vor allem durch seine flache Bauform, wodurch er problemlos unter niedrige Sofas und Schränke gelangt. Die AutoWash-Station nimmt euch mit automatischer Absaugung, Heißwasser-Moppwäsche und Heißlufttrocknung den Großteil der lästigen Wartung zuverlässig ab. Auf Hartböden liefert das Gerät ordentliche Ergebnisse, stößt aber bei großen Schmutzmengen auf Teppichen wegen des kleinen Staubbehälters an spürbare Grenzen. Wer eine kompakte Lösung für gemischte Wohnflächen sucht und auf Angebote achtet, erhält einen fairen Mittelklasse-Roboter.
- Flache Bauweise ohne Laserturm passt unter tiefe Möbel
- Station wäscht Wischmopps mit Heißwasser und trocknet mit Heißluft
- Rechter Wischmopp fährt zur Kantenreinigung seitlich aus
- Automatische Moppanhebung um 10 mm auf Teppichen
- Kleine interne Staubkammer gerät bei konzentriertem Schmutz schnell an Grenzen
- Eingetrocknete Flecken erfordern mehrere Reinigungsdurchgänge
- Bindung an herstellereigene Reinigungsmittelkartuschen
- Mopps lassen sich für hohe Teppiche nicht in der Station ablegen
Flaches Design und LiDAR-Navigation im Alltag
Auffälligstes Merkmal des Roomba Plus 575 ist seine Bauhöhe von nur rund 8,35 cm. Weil der Roboter auf einen aufgesetzten Navigationsturm verzichtet, passt er mühelos unter viele Betten, Sofas und Sideboards. Mit Abmessungen von 29,8 mal 30,3 cm und einem Gewicht von 2,9 kg fällt das Gerät insgesamt spürbar kompakter aus als viele Konkurrenzmodelle.
Für die Orientierung im Raum nutzt der Sauger ein frontseitig verbautes LiDAR-System, das vom Hersteller als ClearView Pro bezeichnet wird. Beim Start einer neuen Reinigung benötigt das System einen kurzen Moment, um die aktuelle Position zu erfassen. Geräte mit klassischem Laserturm starten hier oft etwas zügiger und direkter. Danach navigiert der Roomba jedoch strukturiert und findet sich in der Wohnung zuverlässig zurecht.
Ergänzt wird das System durch eine kassenbasierte Objekterkennung. Größere Hindernisse im Wohnbereich umfährt der Roboter im Alltag meist sicher. Bei besonders kleinen oder sehr flachen Gegenständen auf dem Boden gerät die Erkennung jedoch weiterhin an ihre Grenzen.
Saugleistung im Härtetest: Stärken und Grenzen
Auf dem Papier verspricht iRobot eine Saugkraft von bis zu 25.000 Pa. Um die Leistung zu überprüfen, haben wir den Roboter auf einem Teppichboden mit Sand und Tierstreu gefordert. Von 100 g verteiltem Testschmutz saugte das Gerät 70 g in seine Staubkammer ein. Das ist ein durchschnittliches, aber durchaus akzeptables Ergebnis für diese Produktklasse. Besonders im Hinblick darauf, dass er eigentlich mehr eingesaugt hat, als wir letztendlich in der Staubkammer vorfinden konnten.
Denn im Härtetest zeigt sich eine konstruktionsbedingte Schwachstelle. Die interne Staubkammer des Roboters fällt schlichtweg sehr klein aus. Bei massiven, punktuellen Schmutzmengen ist dieser Behälter überfordert. Die Kammer war rasch voll, sodass ein Teil des Schmutzes an der Hauptbürste stecken blieb.
Im normalen Haushaltsalltag tritt dieses Problem selten auf, da feiner Staub in geringeren Mengen anfällt. Zudem kehrt der Roboter zwischendurch zur Basisstation zurück, um sich automatisch entleeren zu lassen. Liegen jedoch punktuell größere Mengen Schmutz herum, solltet ihr diese Einschränkung bedenken. Die verbaute Gummi-Borsten-Walze zeigte im üblichen Testbetrieb keine Probleme mit festsitzenden Haaren. Eine aktive Schnittfunktion oder spezielle Bauweise gegen Haarverwicklung besitzt das Bürstenmodul jedoch nicht, weshalb lange Haare gelegentlich manuell entfernt werden müssen.
Wischfunktion mit Kantenarm und Heißwasserwäsche
Für das Wischen setzt der Roomba Plus 575 auf zwei rotierende DualClean-Wischpads. Ein klarer Pluspunkt ist der rechte Mopparm, der um bis zu 35 mm seitlich ausfahren kann. Dadurch erreicht der Wischmopp Sockelleisten und Ränder deutlich besser als Geräte mit starr montierten Wischmopps. Zudem gibt es die SmartScrub-Wischmethode, wo der Saugroboter vor- und zurückfährt um gründlicher zur wischen.
Befindet sich ein Teppich im Raum, hebt das Gerät die nassen Mopps automatisch um 10 mm an. Das schützt kurzflorige Textilböden vor Feuchtigkeit. Eine Funktion zum kompletten Ablegen der Mopps in der Station gibt es jedoch nicht. Besitzer von Hochflorteppichen sollten daher in der App einstellen, dass der Roboter erst saugt und erst danach separat wischt.
Im Wischtest mit eingetrocknetem Kaffee und Kakao zeigte sich ein gemischtes Bild. Frische Flecken und der Kaffee wurden im ersten Durchgang problemlos entfernt. Der eingetrocknete Kakao verschwand erst nach einem zweiten Durchgang, wobei Rückstände sichtbar blieben. Damit erreicht man hier erwartbare Ergebnisse, die eine gründliche Alltagsreinigung erlauben, aber bei hartnäckigen Flecken an ihre Grenzen kommen.
In der App lässt sich für die Punktreinigung eine Heißwasser-Option aktivieren. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen internen Durchlauferhitzer im Roboter selbst. Das Gerät reinigt seine Mopps vorab in der Station mit heißem Wasser und nimmt lediglich die Restwärme mit auf die Fläche. Das hilft dann nur minimal und eingetrocknete Flecken werden nicht wirklich effektiv aufgeweicht.
AutoWash-Station übernimmt Entleerung und Mopppflege
Die mitgelieferte AutoWash-Dockingstation misst 33 x 34 cm x 48,5 cm. Im oberen Bereich sitzen die getrennten Behälter für Frischwasser und Schmutzwasser. Die Station saugt den gesammelten Staub automatisch in einen AllergenLock-Beutel ab, der laut Hersteller für bis zu 90 Tage ausreicht.
Nach jedem Reinigungsvorgang spült die Station die Wischmopps mit heißem Wasser durch. Anschließend startet eine Trocknung mit warmer Heißluft, was im Alltag unangenehme Gerüche oder Bakterienbildung wirksam verhindert. Diese Selbreinigung arbeitete im Test einwandfrei und hielt die Mopps sauber.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es beim Reinigungsmittel. Die Station verfügt über eine automatische Dosierung, setzt dabei jedoch auf herstellereigene Kartuschen. Ihr seid somit auf die passenden Nachfüllbehälter von iRobot angewiesen und könnt kein freies Wischmittel in den Tank füllen.
iRobot Home App: Ein etwas anderer Aufbau
Die zugehörige Smartphone-App unterscheidet sich im Aufbau deutlich von vielen bekannten Apps anderer Hersteller. Einstellungen am Roboter und die eigentlichen Reinigungsbereiche sind in zwei getrennten Menüs untergebracht. Ihr legt zunächst eine Raumkarte an und erstellt anschließend modulare Routinen für einzelne Räume oder Etagen.
Diese Trennung ermöglicht es, vorgefertigte Abläufe mit nur einem Tastendruck abzurufen. Wer jedoch die direkte Kombination aus Karte und Sofortstart gewohnt ist, muss sich an diese Menüführung zunächst gewöhnen. Neben den Routinen bietet die App übersichtliche Zeitpläne für wiederkehrende Aufgaben.
Bei der Ersteinrichtung setzt der Roomba Plus 575 zwingend auf ein 2,4-GHz-WLAN. Manche Nutzer berichten im Netz über Verbindungsprobleme bei Routern, die 2,4 GHz und 5 GHz unter demselben Netzwerknamen bündeln. In unserer Testumgebung mit UniFi-Routern verlief die Einbindung reibungslos. Sollte der Roboter im heimischen Netz streiken, hilft es, das 5-GHz-Band am Router für die Kopplung abzuschalten oder ein separates Gastnetzwerk zu nutzen.
Hintergrund zum Hersteller iRobot
Der Name iRobot gilt historisch als Pionier der modernen Haushaltsrobotik. In den vergangenen Jahren verlor das Unternehmen gegenüber der chinesischen Konkurrenz jedoch spürbar an Boden. Nach einer gescheiterten Übernahme durch Amazon geriet der US-Hersteller in finanzielle Turbulenzen und musste saniert werden.
Neuer Eigentümer ist das Unternehmen Picea Robotics, das zuvor unter anderem hinter der Marke 3i stand und für weitere Unternehmen wie z. B. Dyson tätig ist. iRobot wird inzwischen als Marke unter diesem Dach weitergeführt, während eigene Produktlinien des neuen Mutterkonzerns eingestellt wurden. Da Picea schon vor dem Verkauf als neuer Zulieferer diente, zeigt der Roomba Plus 575 bereits deutlich diese neue technische Handschrift und setzt auf modernere Ausstattungsmerkmale als frühere Modellreihen.
Fazit: Solider Allrounder mit Fokus auf Kompaktheit
Der iRobot Roomba Plus 575 Combo hinterlässt im Test einen ordentlichen Gesamteindruck. Seine größte Stärke ist das flache Design, mit dem er Möbelstücke unterfährt, an denen typische Modelle mit Laserturm scheitern. Die AutoWash-Station erledigt die Moppwäsche, Trocknung und Schmutzentleerung absolut zuverlässig und minimiert den manuellen Wartungsaufwand spürbar.
Schwächen zeigen sich im Detail. Bei schweren Verschmutzungen auf Teppichen stößt die kleine interne Staubkammer schnell an ihr Limit, und hartnäckige Flecken erfordern mehrfaches Nachwischen. Hinzu kommen die Bindung an spezielle Reinigungsmittelkartuschen und das etwas ungewohnte Bedienkonzept der App. Ursprünglich zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 699 Euro vorgestellt, wird das Gerät mittlerweile für unter 400 Euro gehandelt. Zu diesem Marktpreis ist der kompakte Saug- und Wischroboter eine überlegenswerte Option für alle Wohnungen mit flachem Mobiliar.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum iRobot Roomba Plus 575 Combo
Woran kann es liegen, wenn sich der iRobot Roomba Plus 575 Combo bei der Ersteinrichtung nicht mit der App verbindet?
Das Gerät benötigt für die Einrichtung zwingend ein 2,4-GHz-WLAN-Netzwerk. Bei einigen modernen Routern, die das 2,4-GHz- und das 5-GHz-Band unter demselben Namen (SSID) bündeln, kann es zu Problemen kommen. In diesem Fall hilft es, das 5-GHz-Band während der Ersteinrichtung am Router kurzzeitig abzuschalten oder den Roboter in einem separaten Gastnetzwerk anzumelden.
Muss ich spezielles Reinigungsmittel für den iRobot Roomba Plus 575 Combo kaufen?
Ja. Die Basisstation verfügt zwar über eine automatische Reinigungsmitteldosierung, das System ist jedoch auf herstellereigene Kartuschen von iRobot ausgelegt. Ihr könnt den Tank daher nicht einfach mit einem beliebigen Reinigungsmittel befüllen, sondern müsst die passenden Nachfüllbehälter kaufen.
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