Leapmotor B03X: E-SUV für 24.900€ – Top-Alternative zum VW ID.Cross? | Fahrbericht
Wir konnten nun auf einem Event eine Testfahrt mit dem Leapmotor B03X machen und haben euch einen kleinen Fahrbericht in den Artikel integriert. Wäre der B03X ein spannendes Auto für euch?
Während Volkswagen mit dem kommenden VW ID. Cross das boomende Segment der kompakten Elektro-SUVs ins Visier nimmt, macht Stellantis bereits jetzt Ernst: Über das europäische Händlernetz rollt der neue Leapmotor B03X ab 24.900 Euro nach Deutschland. Mit 4,27 Metern Außenlänge überragt der chinesische Crossover den Wolfsburger Rivalen um zwölf Zentimeter und bringt bis zu 197 PS Leistung mit. Gleichzeitig schafft sich Stellantis damit im eigenen Haus eine harte Konkurrenz zum hauseigenen Citroën ë-C3.
- Leapmotor B03X Pro Life (39,8 kWh / 177 PS): Ab 24.900€
- Leapmotor B03X ProMax Design (53,0 kWh / 197 PS): Ab 29.400€
- (Leasing-Hinweis: Die beworbenen 109€/Monat setzen 4.790€ Sonderzahlung voraus, die ihr vorschießen und euch im Anschluss als staatliche Förderung zurückholen müsst. Wer komplett ohne Anzahlung leasen möchte, liegt regulär bei 239€ monatlich)
Inhalt
Technisches: 177 PS im Basis-Modell, maximal 197 PS
| Feature | Leapmotor B03X |
|---|---|
| Fahrzeugklasse | Kompakter Crossover / B-Segment Elektro-SUV |
| Antrieb | Frontantrieb mit 130 kW (177 PS) oder 145 kW (197 PS) |
| Drehmoment | 200 Nm (beide Motorisierungen) |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 8,6 Sekunden (Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h abgeregelt) |
| Akku-Kapazität | 39,8 kWh oder 53,0 kWh (Lithium-Eisenphosphat / LFP) |
| Reichweite (WLTP) | Bis zu 292 km (Basis) bzw. bis zu 382 km (ProMax) |
| Ladeleistung (AC / DC) | AC: 11 kW | DC: bis zu 100 kW (Basis) bzw. 133 kW (ProMax) |
| Schnellladezeit (30–80 %) | Ca. 16 Minuten (10–80 % in ca. 21 Min.) |
| Kofferraumvolumen | 405 Liter (302 l oben + 105 l Unterboden-Wanne) | max. 1.355 l |
| Abmessungen & Wendekreis | 4.270 × 1.810 × 1.635 mm | Wendekreis: 10,0 Meter |
| Infotainment | 14,6 Zoll Touchscreen, 8,8 Zoll Tacho, Snapdragon 8155 Chip |
| Garantie | 4 Jahre oder 100.000 km Fahrzeuggarantie |
Fahrtbericht zum Leapmotor B03X
Wir haben euch den Leapmotor B03X zum Marktstart vor einigen Wochen schon vorgestellt, konnten nun aber auf einem Leapmotor Event in Düsseldorf auch einige Stunden mit dem Wagen verbringen. Dabei handelt es sich um die ProMax Ausstattung mit 197 PS und 53 kWh Akku. Hier unser Ersteindruck, zu dem neuen Stromer.
Cleanes Design, aber zu minimalistisch?
Äußerlich zeigt sich der Leapmotor B03X in einem relativ übersichtlichen und unaufgeregten Design. Bei den Testwagen gab es schon fast einen kleinen Streit zwischen den Journalisten, denn die begehrteste Farbe war definitiv das Seaweed Green, welches bei richtiger Lichteinstrahlung auch einen schönen Metallic-Effekt bietet. Die Optik darf grundsätzlich jeder für sich bewerten: Von „unaufgeregt“ über „langweilig“ bis zu „ganz schön“ haben wir auf dem Event alles vernommen.
Der erste Eindruck beim Einsteigen ist positiv: Die Sitzposition ist gelungen und das Gestühl erweist sich als absolut alltagstauglich. Die freischwebende Mittelkonsole unterstreicht das moderne Raumgefühl. Beim Blick auf die Materialauswahl zeigt sich jedoch ein gemischtes Bild, denn die vom Hersteller beworbenen Soft-Touch-Oberflächen wirkten an einigen Stellen etwas „günstig“, es handelt sich aber auch um ein günstiges E-Auto. Wirklich negativ ist uns nur der Kunststoff rund um die Lüftungsdüsen unterhalb des Infotainment-Displays aufgefallen. Auch das Lenkrad ist etwa anfällig für Fingerabdrücke.
Überraschend viel Platz
Positiv sticht das Platzangebot in der zweiten Reihe hervor. Die Rückbank bietet überraschend viel Raum für die Passagiere, Isofix-Halterungen für Kindersitze sind selbstverständlich an Bord. Praktisch sind zudem die verbauten „Magic Seats“. Das Umklappen geht schnell, es sind aber beide Hände erforderlich. Das oft genannte Beispiel ist hier der IKEA-Besuch, alternativ soll aber auch so quer ein Fahrrad reinpassen, wenn man das Vorderrad abmontiert.
Da der Leapmotor B03X sich als Familienauto anbietet, finde ich, dass an Rückseiten der Vordersitze Netze oder Kartentaschen für Kleinkram fehlen, gerade wenn dahinten Kinder sitzen. Das würde dann aber vermutlich etwas chaotisch aussehen.
Spannend ist auch der Kofferraum, der mit über 400L Volumen schon viel Platz bietet, unter dem doppelten Ladeboden aber noch mal über 100L Volumen bietet. Dann hat man zwar auch eine hohe Ladekante, da aber alle Sitze umklappbar sind, ist der B03X ein kleines Raumwunder. Für einen Umzug, ein Wochenendtrip oder den ausufernden IKEA-Besuch ist das schon stark.
Bedienung & Infotainment: Modern, aber zu minimalistisch
Das Innenraumkonzept folgt dem aktuellen Trend und gibt sich extrem clean und minimalistisch. Ich persönlich mag das grundsätzlich sehr gerne, für meinen Geschmack ist es jedoch etwas sehr minimalistisch geraten. Es gibt echt wenige physische Tasten. Selbst am Lenkrad vermisst man klare Beschriftungen oder Erklärungen zu den Tastenfunktionen und man muss gerade zum Start einfach ausprobieren oder das Handbuch lesen. Mit der Zeit gewöhnt man sich ja aber an die Belegung und kann die untere Taste auch fast frei belegen.
Dass wesentliche Einstellungen wie die Lüftung und Temperatur ausschließlich über den Touchscreen gesteuert werden müssen, erweist sich während der Fahrt als etwas ablenkend. Hier wären ein paar haptische Tasten für die Klima unter dem Display ähnlich wie im SU7 von Xiaomi praktisch gewesen.
Starkes Infotainment mit gutem Fahrerdisplay
Das Infotainment-System selbst weiß dagegen zu überzeugen: Es reagiert flüssig, läuft ausreichend schnell und bietet eine optisch ansprechende Benutzeroberfläche. Das Icon Pack erinnert dabei fast schon an ColorOS on OPPO-Smartphones. Auch die Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Co. funktioniert absolut problemlos. Zudem kriegt man wie von den meisten E-Autos gewohnt viele Einstellungsmöglichkeiten sowie eine übersichtliche Darstellung. Da merkt man den Snapdragon-Chip.
Das digitale Fahrerdisplay fällt angenehm groß aus und punktet mit nützlichen Anzeigen, wie etwa der Einblendung des Toten-Winkel-Assistenten. Lediglich die recht dicken Displayränder wirken optisch etwas altbacken, das stört aber nicht weiter.
Fahrverhalten & Leistung: Solide für die Stadt
Auf der Straße zeigt der Leapmotor B03X einen gemächlichen Charakter. Das Fahrgefühl fällt insgesamt etwas schwammiger aus als beispielsweise bei dem MG EV4, den ich aktuell teste. Wechselt man in den Sportmodus, strafft sich das Ansprechverhalten zumindest spürbar. Und auch hier muss man bedenken, dass hier knapp 15.000€ dazwischen liegen und der Leapmotor sicher nicht für die Rennstrecke gedacht ist. Auch das ist vermutlich eine Sache der Gewöhnung, fällt beim Umstieg aber einfach auf.
Auch bei der Beschleunigung merkt man dem B03X an, dass er weniger Drehmoment an die Räder liefert als ein MG4 EV und, dass es ein Frontantrieb ist. Für den normalen Alltag und insbesondere für den Stadtverkehr ist die Leistung jedoch völlig ausreichend und sorgt auch auf der Autobahn dafür, dass man in den Sitz gedrückt wird.
Die Stärke der Energierückgewinnung (Rekuperation) lässt sich individuell einstellen. Ein echtes One-Pedal-Driving bis zum Stillstand bietet der B03X allerdings nicht. Unser Testwagen hat uns bei einem gemischten Fahrprofil in der Stadt, auf Landstraßen und einem kurzen Stück Autobahn einen Verbrauch von etwa 11 kWh berechnet, Leapmotor selbst gibt 15,5 kWh an.
Assistenzsysteme & Kameras: Viel Ausstattung mit Detailfragen
Ein großes Plus des B03X ist die Serienausstattung: Eine 360-Grad-Kamera ist in diesem Preisbereich keineswegs Standard. Die Umsetzung ist dabei etwas eigen, da das Auto sehr klein angezeigt wird und es zu den Seiten hin stark verzerrt. Beim rückwärts einparken ist die Vogelperspektive aber natürlich sehr hilfreich.

Die Fahrassistenzsysteme, die wir in der kurzen Zeit ausprobieren konnten, hinterlassen einen relativ guten Eindruck. Sie funktionieren grundsätzlich zuverlässig, haben aber das gleiche Problem wie viele andere auch. Die Schildererkennung erkennt zwar z.B. „60 km/h“, aber eben nicht, dass das nur von 22 – 6 Uhr aus Lärmschutzgründen gilt. Bei den meisten Schildern ist es also zuverlässig, es kann aber durchaus zu falschen Interpretationen kommen, das kennen wir aber auch von anderen Autos.
Erste Einschätzung
Der Leapmotor B03X ist ein wirklich geräumiges und preislich attraktives Elektroauto mit Stärken beim Platzangebot und beim reaktionsschnellen Infotainment-System. Abstriche macht man unter Umständen bei dem etwas zu minimalistischen Design und dem etwas schwammigen Lenkverhalten. Dass die Soft-Touch-Materialien nicht ganz meinem Geschmack entsprechen, würde ich gar nicht als großen Kritikpunkt werten, immerhin ist das kein billiger Kunststoff.
Dass Leapmotor noch ein relativ junger Hersteller ist und dann einen so aggressiven Preis mit klarer Zielgruppe verbinden kann, ist schon beachtlich. Wer einen „bezahlbaren“ SUV aus der B-Klasse für die Stadt sucht und vor allen Platz im Auto braucht, der kann den Leapmotor B03X auf jeden Fall in Betracht ziehen. Der Stromer ist schon offiziell im Handel und kann für Probefahrten angefragt werden.
Wir konnten uns auch noch den B05 anschauen, der nun auch mit einem frischen OTA-Update ausgestattet wurde. Falls ihr da an einem Fahrtbericht interessiert seid, lasst es uns in den Kommentaren wissen!
Raumwunder: Mehr Platz als im VW ID. Cross
Während VW seinen ID. Cross auf rund 4,15 Meter zuschneidet, streckt Leapmotor den B03X auf 4,27 Meter. Das schafft erstaunliche Raumverhältnisse. Auf der Rückbank genießen selbst groß gewachsene Mitfahrer fast 95 Zentimeter Beinfreiheit und spürbar mehr Kopffreiheit als in vielen europäischen Kleinwagen-SUVs.
Beim Transportkonzept bedienen sich die Chinesen eines cleveren Schachzugs: Ähnlich den „Magic Seats“ von Honda lassen sich die hinteren Sitzflächen mit einem Handgriff nach oben klappen. So entsteht direkt hinter den Vordersitzen ein tiefer Schacht, in dem ihr die neue Topfpflanze oder andere hohe Gegenstände aufrecht transportieren könnt.
Auch der Kofferraum hält eine Überraschung parat. Unter dem regulären 302-Liter-Ladeboden versteckt sich eine 105 Liter große, abwaschbare Kunststoffwanne für Ladekabel oder schmutzige Wanderschuhe. Einen vorderen Kofferraum (Frunk) gibt es dagegen nicht. Erste Testfahrten des ADAC loben zudem die gute Geräuschdämmung und das komfortabel federnde Fahrwerk.
Touchscreen-Zwang und zickige Assistenten im ADAC-Test
Wer zum Basismodell „Pro Life“ für 24.900 Euro greift, muss allerdings mit Ausstattungskompromissen leben. Vordere Parksensoren sowie die 360-Grad-Kamera rückt Leapmotor erst im fast 30.000 Euro teuren ProMax-Modell heraus. Auf der Beifahrerseite fehlt zudem eine Sitzhöhenverstellung, und eine Anhängelast ist ab Werk generell nicht freigegeben. Leapmotor soll hier an einer Nachrüstlösung arbeiten.
Auf der Straße offenbart das Fahrzeug laut Medien-Testberichten weitere Schwächen. Der ADAC bemängelt im aktuellen Fahrbericht eine extrem leichtgängige Lenkung, die kaum Rückmeldung vom Asphalt vermittelt. Erst der Wechsel in das Sport-Profil strafft das System spürbar.
Deutliche Kritik erntet die Bedienung: Physische Tasten fehlen im Cockpit fast vollständig. Selbst die Außenspiegel müssen über unbeschriftete Lenkradtasten und Touchscreen-Untermenüs gesucht werden. Hinzu kommen Fahrassistenten, die durch permanentes Piepen nerven. Auf deutsche Sprachbefehle reagiert das System zudem überhaupt nicht; verstanden wird bisher nur Englisch. Hier solltet ihr vielleicht noch etwas abwarten, bis Software-Updates das Paket wirklich rund machen.
An dieser Stelle einmal an euch die Frage: Hat jemand von euch den neuen Leapmotor B03X vielleicht schon Probe gefahren? Es wäre super, ob ihr die Eindrücke der bisherigen Tester so bestätigen oder widerlegen könntet, weil mittlerweile schon Updates eingespielt worden sind.
B03X vs. Citroën ë-C3 und VW ID. Cross: Das Stellantis-Dilemma
Mit dem Marktstart des B03X entsteht eine kuriose Konkurrenzsituation. Stellantis vertreibt im selben Preisbereich bereits den hauseigenen Citroën ë-C3 (ab 23.450 Euro). Doch der Leapmotor bietet für nur rund 1.500 Euro mehr deutlich mehr Nutzwert. Denn statt magerer 113 PS im Franzosen leistet der B03X bereits in der Basis 177 PS (197 PS im ProMax) und bietet mit bis zu 53 kWh den spürbar größeren Akku samt Schnellladung bis 133 kW.

Gegenüber dem VW ID. Cross, der erst bei rund 28.000€ starten dürfte, punktet der B03X mit einem Preis- und Platzvorteil. Wer hingegen nach dem maximalen Spartarif sucht und auf die SUV-Optik verzichten kann, findet am Rande im MG4 Urban (als Aktions-Kompakter teils unter 19.000 Euro) weiterhin die günstigste Alternative am Markt.
Einschätzung: Preis-Leistungs-Ansage mit Software-Hausaufgaben
Der Leapmotor B03X ist eine ernstzunehmende Alternative im Vergleich zu vielen etablierten Mini-SUVs wie dem kommenden VW ID. Cross. Für knapp 25.000€ liefert der etwas „kastige“ Chinese überragende Platzverhältnisse, spritzige 177 bis 197 PS und clevere Sitze ab, die den Citroën ë-C3 im eigenen Haus alt aussehen lassen.
Allerdings verlangt der Crossover im Alltag Eingewöhnungszeit: Die vom ADAC aufgedeckten Schwächen bei der radikalen Touchscreen-Bedienung und die nervigen Assistenzsysteme zeigen, dass die Software noch Feinschliff für europäische Kunden benötigt. Wer über diese Kinderkrankheiten hinwegsehen kann, bekommt definitiv viel Elektro-SUV fürs Geld.
Quelle(n):
- Stellantis
- ADAC
- China-Gadgets.de Archiv (MG4 Urban)
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