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Longer Orange 30 – SLA 3D-Drucker für 219,99€ bei Amazon

Mit seiner guten Druckqualität konnte der Longer Orange 30 uns überzeugen und im Videotest findet ihr unseren weiteren Eindrücke. Aktuell gibt es den Longer Orange 30 zum Bestpreis von 219,99€ bei Amazon mit Prime-Versand. Aktiviert dafür den 40€ Coupon auf der Produktseite.

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Der Longer Orange 30 ist ein SLA-LCD-Drucker und, wie der Name vermuten lässt, nicht das erste Modell des Herstellers. Nun haben wir erstmals ein Testgerät der Marke hier und den Drucker auch bereits aufgebaut. Hier gibt es schon mal die Zahlen und Fakten rund um den Orange 30.

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Modell:Longer Orange 30
Geschwindigkeit:30 mm /Std
Druckverfahren:LCD-SLA
Druckfläche:120 x 68 x 170 mm
Schichthöhe:0,01 bis 0,2 mm
Größe (Drucker)200 x 200 x 390 mm
Gewicht (Drucker)5,4 kg

Rein äußerlich gibt es bei den verschiedenen SLA-Druckern eigentlich kaum Unterschiede. Auch der Orange 30 ist da nicht viel anders, hat aber ein paar Eigenheiten. So besteht hier (für mich erstmals bei einem Drucker) die Abdeckung nicht aus nur einem Teil. Stattdessen muss sie nach dem Auspacken zusammengesetzt und mit Gummibändern fixiert werden. Das dauert zugegeben nicht lange und spart wahrscheinlich Kosten in der Produktion und Platz beim Transport. Ihren Zweck dürfte sie genau so gut erfüllen, weswegen ich hierfür keine Punkte abziehen möchte. Falls die Bänder irgendwann nachgeben sollten kann man sich immer noch eine Eigenbaulösung überlegen. Das sieht dann vermutlich nicht mehr so schön aus, aber die ganze Verkleidung mit ein paar Schichten Tape zu umwickeln erfüllt den Job genauso gut.

Longer Orange 30 Gummiband
Die beiliegenden Gummibänder werden um den Drucker gespannt und halten die Abdeckung zusammen.

Die Resin-Wanne wird direkt auf den Drucker geschraubt und besteht aus Metall. Vorne gibt es ein kleines Touch-Display zur Bedienung, Stromanschluss, Schalter und USB-Steckplatz befinden sich auf der Rückseite. Andere Hersteller platzieren vor allem Schalter und USB-Anschluss auch schon mal an der Seite oder sogar vorne, damit diese besser erreichbar sind.

Longer Orange 30 Resinwanne
Die Wanne für das Resin.

Resin selbst ist beim Drucker übrigens keines dabei, das kann man aber zusätzlich bestellen. Entweder man benutzt Resin von Longer selbst oder auch das einer anderen Marke (allerdings nur 405nm), sollte man noch etwas zuhause haben. An Zubehör gibt es sonst aber das Übliche. Metallspachtel, Filter für das Umfüllen des Resins und Handschuhe. Auch hier gilt wie bei allen SLA-Druckern: Nur mit Handschuhen bedienen, das Resin (Kunstharz) reizt die Haut und ist nicht ganz ungefährlich.

Ein Feature, das der Hersteller besonders betont, ist die Kühlung sowie ein automatisches Schutzsystem gegen Überhitzung. Sollten die LEDs zu heiß werden, wird der Druck gestoppt und später fortgesetzt. Ich weiß zugegeben nicht, wie verbreitet dieses Problem ist. Ob sich das positiv auf die Druckergebnisse auswirkt, wird ein Test hoffentlich zeigen.

Drucken mit dem Longer Orange 30

Es handelt sich um einen SLA-Drucker mit einem LCD, der im bekannten Verfahren druckt. Das Display hat eine 2K-Auflösung und sorgt für einen entsprechend hohen Detailgrad. Nochmal zur Klarstellung: Das ist das Display unter der Resin-Wanne, das den Druck aushärtet – nicht das Touch-Display. 🙂 Daher ist hier die Displayauflösung durchaus wichtig für den Druck.

Die minimale Layerhöhe ist dementsprechend auch 0,01 mm. Bei diesem Wert sind die einzelnen Schichten mit dem bloßen Auge eigentlich nicht mehr zu erkennen.

Der Druckraum von 120 x 68 x 170 mm entspricht ungefähr dem Durchschnitt bei SLA-Druckern, die Höhe von 17 cm ist aber sogar überdurchschnittlich. Die Druckgeschwindigkeit wird mit 30 mm/h angegeben, wobei dieser Wert am Ende immer auch von den Slicer-Einstellungen abhängt.

Longer Orange 30 Druck Nummer 1 5
Der Drucker nach dem ersten Druck

Der Drucker wird von der Slicing-Software ChiTuBox unterstützt, Longer bietet aber auch eine eigene Slicing-Software (LongerWare). Bei Programme werde ich mir noch genauer ansehen, für den Anfang drucke ich erst mal die verschiedenen Testdateien.

Das allererste Modell war diese Büste mit dem Titel Zombie-Hunter-Head. Die Miniatur wird komplett ohne Stützstrukturen gedruckt, ist innen hohl und besitzt drei kleine Löcher auf der Unterseite. Die Qualität ist den Erwartungen entsprechend gut, die einzelnen Layer erkennt man im Gesicht überhaupt nicht. Dafür sind selbst kleine Details wie die Falten unter den Augen oder der Bart sehr gut erkennbar. Einziger kleiner Kritikpunkt ist der sehr dünne Boden, durch den sich das Modell nur schwer von der Druckplatte lösen ließ, ohne es zu beschädigen. Auch das war aber noch im Rahmen des Vertretbaren. Insgesamt ein sehr zufriedenstellender erster Druck.

Longer Orange 30 Kopfmodelldruck
Das Modell haftet noch fest auf der Druckplatte und muss mit einem Spachtel (vorsichtig) gelöst werden.
Longer Orange 30 Kopfmodell
Der Kopf ist ca. 4,2 cm hoch – dafür ist die Qualität hervorragend.

Druck Nummer zwei ist ebenfalls eine Testdatei, hier ein Triceratops, der schräg und mit komplexen Stützstrukturen gedruckt wird. Für 1320 Layer braucht der Druck etwa 5 1/2 Stunden. Die zunächst angezeigte Zeit auf dem Display ist leider nicht ganz korrekt, während des Drucks wird sie nochmal angepasst, sodass es am Ende etwas schneller geht.

Longer Orange 30 Druck Nummer 1 2

Die zahlreichen und engen Stützstrukturen sind beim Entfernen etwas nervig, lassen sich aber grundsätzlich gut entfernen. Nach dem Abknipsen kann es sich lohnen, die Reste noch zusätzlich abzuschleifen (dabei aber aufpassen, da sehr feiner Staub aus dem Kunstharz entsteht). Kleine runde Vertiefungen am Bauch des Sauriers, dort, wo die einzelnen Stützen verbunden waren, bleiben trotzdem sichtbar. Am besten ist es, das Modell zum Schluss zusätzlich mit einer Farbschicht zu versehen, um die Spuren der Bearbeitung zu überdecken.

Longer Orange 30 Dinosaurier und Kopf

Longer Orange 30 Totenkopf

Nach den Testdateien habe ich mittlerweile auch ein paar eigene Dateien gesliced und gedruckt. Auch das klappte bisher sehr gut. Die Belichtungszeit ist in OrangeWare standardmäßig recht hoch eingestellt und kann sogar etwas reduziert werden. Bisher ist noch kein Druck fehlgeschlagen – das ist bisher keinem Drucker gelungen. Irgendwann wird sich auch hier mal ein Model von der Platte lösen, bisher bin ich aber mehr als zufrieden.

Zubehör und Extras

Handschuhe und Werkzeug habe ich oben schon erwähnt, was ich hier aber nochmal hervorheben will, sind die digitalen Extras. Die fallen hier so umfangreich aus wie bei keinem anderen Drucker, den ich bisher getestet habe. Zunächst finden wir hier die eigene Slicing-Software LongerWare und eine handvoll Testdateien, hauptsächlich Miniaturen und Büsten. Dazu gibt es aber auch insgesamt 14 Tutorial-Videos, die vom Aufbau über das Slicen bis zum Druck alles erklären. Die Videos sind mit englischsprachigen Untertiteln versehen und sind vor allem für Neulinge im Thema SLA-3D-Druck eine angenehme Hilfestellung.

So wird zum Beispiel auch das extrem wichtige Leveling Schritt für Schritt erklärt. Ich habe mir nicht alle Videos in voller Länge angeschaut (beim mittlerweile achten SLA-Drucker kriege ich es auch so hin), wer aber neu im Hobby ist bekommt hier Antworten auf fast alle Fragen. Eine komplett englischsprachige Anleitung in pdf-Form gibt es aber auch noch.

Einschätzung nach den ersten Drucken

Die Marke Longer ist uns schon länger bekannt, nun testen wir erstmals einen ihrer Drucker. Ich bin gespannt, wie er sich gegenüber Anycubic und Elegoo schlagen wird. Preislich sieht er mit unter 300€ schon mal interessant aus. Die genannten Specs lesen sich ebenfalls alle gut. Es könnte uns hier eine weitere gute Option für einen ersten SLA-Drucker erwarten.

Nachdem die ersten Drucke meine Erwartungen auch voll erfüllt haben, bin ich hier äußerst optimistisch. Aktuell tendiere ich sogar dazu, den Longer Orange 30 alleine aufgrund des (digitalen) Zubehörs als besten Einsteiger-SLA-Drucker zu bezeichnen. Vom Zusammenbau der Abdeckung mal angesehen finde ich bisher keine Kritikpunkte. Sollte jetzt auch noch Longers Slicing Software überzeugen, dann kann ich den Drucker absolut empfehlen.

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Jens

Aktuell interessiert mich vor allem das Thema E-Mobilität; die neuen E-Scooter erwarte ich mit Vorfreude. Als leidenschaftlicher Zocker freue ich mich auch über alle Gadgets mit Gaming-Bezug.

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Kommentare (12)

  • Profilbild von jomale
    # 24.05.20 um 18:51

    jomale

    Gummibänder altern unter Spannung schneller und werden spröde, mich überzeugt diese Lösung nicht.

    • Profilbild von Kavalier
      # 24.05.20 um 20:11

      Kavalier

      Das könnte man bestimmt auch mit Steck-Verbindern lösen, statt die blöden Gummis…

      • Profilbild von Jens
        # 25.05.20 um 09:29

        Jens CG-Team

        Die einzelnen Teile werden schon auch ineinander gesteckt, aber ohne die Bänder halten sie nicht.

    • Profilbild von BBKing
      # 02.06.20 um 19:18

      BBKing

      Man könnte sich ja auch eine eigene Basti Lösung einfallen lassen. SZB verkleben oder sozusagen einen langen rechten Winkel aus pkexiglas verkleben und verschrauben…

    • Profilbild von Stefan
      # 29.06.20 um 19:08

      Stefan

      Im Prinzip absolut richtig, aber da die Bänder transparent sind, sind sie wohl nicht aus Gummi (Natur- oder Kunstkautschuk), sondern Silikon. Und Silikone werden kaum brüchig durch Alterung. Hoffen wir das Beste.

  • Profilbild von DerWiener
    # 25.05.20 um 17:54

    DerWiener

    Ist das wirklich Gummi? Oder könnte das nicht aus Silikon sein? Gibt es transparenten Gummi überhaupt?

    • Profilbild von Jens
      # 29.05.20 um 15:00

      Jens CG-Team

      Ich würde sagen für Silikon ist es fast zu elastisch, und laut Beschreibung ist es wirklich Gummi. Bin mir selbst nicht sicher.

  • Profilbild von Simon
    # 26.05.20 um 13:52

    Simon

    Welches Resin verwendet ihr? Gibt es günstige Resins aus China die auch funktionieren?

    • Profilbild von Jens
      # 29.05.20 um 11:32

      Jens CG-Team

      In dem Fall haben wir eine Flache Resin von Longer bekommen. Außer auf der Longer-Webseite selbst konnte ich das bisher nirgends finden.
      Was wir bisher meistens benutzt haben ist Resin von Anycubic, das findet man zB auch auf Amazon. Preislich nehmen die sich alle nicht so viel, und große Qualitätsunterschiede konnte ich bisher auch nicht feststellen.

      • Profilbild von Stefan
        # 29.06.20 um 19:10

        Stefan

        Zum Thema "Spachtel": Ich habe bei vielen meiner Drucke sehr gute Erfahrungen mit Zahnseide zum Ablösen gemacht. Das bringt oft viel weniger Spannung ins Modell als ein doch relativ dicker Spachtel. Meist klappt das Ablösen gerade bei sehr filigranen Strukturen damit hervrorragend.

  • Profilbild von Thomas M.
    # 01.07.20 um 00:59

    Thomas M.

    Und das alles, um Plastikfigürchen zu drucken, wie man sie früher für 10 Cent aus dem Kaugummiautomaten gezogen hat. Gibt es eigentlich noch Erwachsene Menschen???

    • Profilbild von Mark
      # 03.07.20 um 11:40

      Mark

      Bitte sei ein Troll, nicht dass mir noch der letzte Rest Hirn aus den Ohren läuft.

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