Moto Tag 2 im Test: Geniale Hardware, aber kauft ihn (noch) nicht!
Es war eines der Gadget-Highlights des Jahres 2024: Der Motorola Moto Tag. Endlich gab es einen „echten“ AirTag-Killer für das Android-Ökosystem, der nicht nur auf dem Papier existierte, sondern auch UWB-Präzision lieferte. Auf der CES 2026 hat Motorola nun den Nachfolger präsentiert: den Moto Tag 2. Wir haben uns das neue Modell genau angesehen, um zu klären, ob die technischen Upgrades den Preis von 40 Euro rechtfertigen oder ob Apple-Nutzer weiterhin hämisch grinsen dürfen.
- Motorola Moto Tag 2
Inhalt
Kurzfazit zum Moto Tag 2
Der Motorola Moto Tag 2 ist technisch gesehen der beste Smart Tracker für Android auf dem Markt: IP68, Bluetooth Channel Sounding, UWB und Kompatibilität mit allen Android-Handys. Gleichzeitig versäumt Motorola aber auch alle Funktionen zum Start zu liefern – genau wie beim Vorgänger. Von daher ist er nur eingeschränkt empfehlenswert.
- Präzisere Ortung dank UWB & BT Channel Sounding (zukünftig)
- IP68 Wasserschutz
- Bis zu 600 Tage Batterielaufzeit
- fehlende Funktionen
- UWB funktioniert schlechter als bei Apple
- relativ teuer
Design und Gehäuse: Evolution statt Revolution
Optisch bleibt Motorola seiner Linie treu. Der Moto Tag 2 behält das bekannte „UFO-Design“ bei (31,9 x 31,9 x 8 mm, 8,5 g). Das ist eine gute Nachricht für alle, die bereits in das AirTag-Ökosystem investiert haben: Der Formfaktor ist nahezu identisch, was bedeutet, dass der Großteil des Apple-Zubehörs weiterhin passt. Wir haben diverse Schlüsselanhänger und Halterungen getestet und er passt in alle von uns getesteten Halterungen.
Neu sind hingegen die Farben. Motorola setzt auf die Pantone-Töne „Laurel Oak“ (ein dezentes Khaki-Beige) und „Arabesque“ (ein kräftiges Orange). Das sieht modern aus und hebt sich angenehm vom Einheits-Weiß der Konkurrenz ab. Ein echter Pluspunkt in Sachen Robustheit: Der Tracker ist nun nach IP68 zertifiziert. Während der Vorgänger und auch der aktuelle AirTag (Gen 2) nur IP67 bieten, ist der Moto Tag 2 theoretisch dauerhaft wasserdicht. Wer seinen Schlüssel also gerne in tiefen Pfützen versenkt, ist hier auf der sicheren Seite.
Ein weiterer Vorteil bleibt die integrierte Taste, mit der man z.B. die Smartphone-Kamera fernauslösen kann. Zu den Funktionen aber gleich mehr.
Batterielaufzeit und Handling
Ein wunder Punkt bei Smart Trackern ist stets die Energieversorgung. Motorola verspricht hier einen massiven Sprung. Mit der standardmäßigen CR2032-Knopfzelle sollen nun bis zu 500 bis 600 Tage Laufzeit möglich sein – fast eine Verdopplung zum Vorgänger. Ob das im Alltag hält, wird erst die Zeit zeigen, aber die Effizienz scheint gesteigert worden zu sein.
Das Wechseln der Batterie wurde ebenfalls überarbeitet: Motorola nutzt jetzt eine kleine Öffnung, in die man mit einer SIM-Nadel stechen muss, um das Gehäuse durch Drehen zu öffnen. Das ist etwas fummeliger als beim Vorgänger, erhöht aber vermutlich die strukturelle Integrität für die IP68-Zertifizierung. Eine SIM-Nadel ist dabei Teil des Lieferumfangs. Da man die Batterie hoffentlich selten wechseln muss, ist es aus meiner Sicht okay, dass man dafür ein extra „Werkzeug“ benötigt.
Software-Features und aktuelle Probleme
Die Einrichtung ist gewohnt simpel: Klebestreifen ziehen, Pop-up am Android-Handy bestätigen, fertig. Beachtet jedoch: Der Tracker ist rein für Android konzipiert; iOS-Nutzer bleiben außen vor. Falls ihr den Tracker mal zurücksetzen müsst, drückt die Taste, drückt sie direkt noch mal und haltet sie gedrückt bis es einmal piepst. Lasst dann los und wartet auf den zweiten Pieps, danach ist der Tracker zurückgesetzt.
Der Moto Tag 2 nutzt wie sein Vorgänger zwei Apps:
- Google Mein Gerät finden: Für die Standardortung, das Teilen des Standorts und die Markierung als verloren.
- Moto Tag App: Hier lassen sich Klingeltöne anpassen und Zusatzfunktionen wie der Kamera-Fernauslöser verwalten.
Die Mein Gerät finden-App von Google ist dabei der Standard, über den ihr z.B. auch die Signaltonlautstärke einstellen könnt, den Tracker als Verloren markieren könnt oder den Tracker mit anderen Leuten teilen könnt, so dass mehrere Zugriff darauf haben (z.B. bei einem Haustier). Das ist das gemeinsame Netzwerk aller Android-Nutzer, mit denen der Tracker kommuniziert um gefunden zu werden.
Dabei ist neu, dass Google beim Einrichtungsprozess die Datenschutzeinstellungen zur Standortfreigabe abfragt. Während zum Start vom ersten Moto Tag nur mit „Nezwerk an stark frequentierten Orten“ getracked werden sollte, rät Google jetzt zu der Einstellungen „Mit Netzwerk überall“. Das ist quasi die Standardeinstellungen vom AirTag, Google wollte hier ursprünglich einen stärkeren Datenschutz umsetzen, der aber in ungenaueren Tracking-Ergebnissen resultierte.
Moto Tag-App noch mit Problemen
Aber Achtung: Aktuell scheint die Firmware der Moto Tag-App noch im Beta-Stadium zu stecken. Weder der Kamera-Fernauslöser noch die Funktion „Telefon suchen“ (per Doppelklick auf den Tag) funktionierten in unserem Test zuverlässig, obwohl alle Berechtigungen gesetzt waren. Das ist besonders ärgerlich, da der Vorgänger diese Funktionen beherrschte und ich sie da auch nach wie vor nutzen kann. Die Firmware ist natürlich auf dem neuesten Stand – hier müssen wir wohl auf ein Update warten.

Die Praxis: UWB und die Suche im Alltag
Trotz der Bluetooth-Zukunftsmusik bleibt UWB (Ultra Wideband) für die präzise Richtungsanzeige an Bord. Und hier müssen wir ehrlich sein: Die Erwartungen waren hoch, die Realität ist ernüchternd. Während ein AirTag den Nutzer auf 0,1 Meter genau haptisch und visuell zum Ziel führt, bricht die „Genaue Suche“ beim Moto Tag 2 oft schon bei 0,8 Metern ab und meldet lediglich: „Er ist hier“.
Auch die Richtungsanzeige, wie man sie von Apple seit Jahren kennt, fehlt in dieser Form weiterhin oder arbeitet weniger intuitiv. In unseren Tests im Büro war der AirTag zuverlässiger. Der Moto Tag 2 verlor öfter die Verbindung und musste neu koppeln, bevor die Nahbereichssuche aktiv wurde. Hier scheint die Software-Integration in Googles „Mein Gerät finden“-Netzwerk noch nicht das Niveau von Apple erreicht zu haben.
Das technische Highlight: Bluetooth 6 und Channel Sounding
Der Moto Tag 2 ist einer der ersten Tracker auf dem Markt, der den brandneuen Bluetooth 6.0 Standard unterstützt. Der bringt eigentlich nicht unbedingt eine bessere Reichweite mit sich, obwohl wir in Räumen eine etwas bessere Reichweite von etwa 2-3 m feststellen konnten. Das spannendste Feature hierbei ist das sogenannte „Channel Sounding“.
Was ist Bluetooth „Channel Sounding“? Bisher basierte die Bluetooth-Ortung auf der Signalstärke (RSSI). War ein Hindernis wie ein Rucksack zwischen Handy und Tracker, wurde das Signal „leise“ und die App dachte, der Tracker sei weit entfernt. Channel Sounding misst stattdessen die echte Distanz durch den Vergleich von Funkwellen-Phasen auf verschiedenen Frequenzen. Es fungiert wie ein digitales Maßband und ermöglicht eine zentimetergenaue Ortung auch ohne den teuren UWB-Chip und ohne direkte Sichtverbindung. Ein massiver Vorteil für Android-Nutzer mit Mittelklasse-Smartphones.
Bisher wird die Funktion aber leider noch nicht unterstützt, so dass wir das nicht testen konnten.
Fazit: Für wen ist der Moto Tag 2 geeignet?
Der Motorola Moto Tag 2 hinterlässt uns zwiegespalten. Technisch ist er mit Bluetooth 6.0 und Channel Sounding der Konkurrenz meilenweit voraus und bietet eine zukunftssichere Hardware-Plattform. Die IP68-Zertifizierung und die lange Batterielaufzeit sind handfeste Argumente.
Allerdings krankt das Erlebnis an der Umsetzung der Kernfunktion. Dass die UWB-Präzision auch im Jahr 2026 noch hinter der des ersten AirTags zurückbleibt, ist enttäuschend. Wer jedoch den besten Tracker für das Android-Ökosystem sucht und Wert auf das umfangreiche AirTag-Zubehör legt, kommt am Moto Tag 2 kaum vorbei – vorausgesetzt, man hat die Geduld, auf die entsprechenden Software-Updates zu warten.
Wie seht ihr das? Ist euch die zukunftssichere Technik die 40 Euro wert, oder greift ihr lieber zu den günstigen 10-Euro-Trackern ohne UWB? Schreibt es uns in die Kommentare!
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Kommentare (14)