Navee S65 E-Scooter – Design alleine rechtfertigt noch nicht den Preis

Der E-Scooter Navee S65 wurde im vergangenen Sommer unter anderem über eine Indiegogo-Kampagne finanziert und ist seit kurzem aber auch über einige Online-Shops erhältlich. Für das, was der E-Scooter bietet, wirkt der Preis aber etwas hoch.

Navee S65 E-Scooter 1

Vor einer Weile haben wir schon den Navee N65 entdeckt, der hier auf überraschend großes Interesse stieß. War er doch mit 25 km/h eigentlich zu schnell für eine Straßenzulassung in Deutschland. Das gleiche Problem hat auch der Navee S65, der zunächst per Indiegogo gelauncht wurde, mittlerweile aber auch in einige Online-Shops bestellt werden kann. Hier zahlt man für ein auf den ersten Blick ähnliches Datenblatt aber einen deutlich höheren Preis – zurecht?

Besonders auffällig ist zunächst das veränderte Design. Das ist mit „futuristisch“ wohl ganz gut beschrieben: Schwarz und Silber mischen sich mit neon-grünen Akzenten. Auch das Vorderrad bzw. dessen Federgabel, die keine direkte Verlängerung der Lenkstange ist sondern mit dem Trittbrett verbunden ist, ist eine gewollte und bewusst auffällige Designentscheidung. Womit wir aber schon beim ersten Unterschied zum N65 wären: Beide Reifen sind gefedert, und dadurch soll der Roller sich natürlich deutlich besser auf unebenem Untergrund fahren und Erschütterungen abfedern. Denkbar auch, dass die Reifen sehr weich gefedert sind und damit auch Sprünge wie auf dem folgenden Bild zulassen.

Navee S65 E-Scooter 1

Die Reifen sind wieder 10 Zoll groß, sollen aber „self-sealing“ sein, sich also selbst versiegeln, wenn sie beschädigt werden. Dieses Konzept kennen wir auch von anderen Herstellern, auch Xiaomi nutzt das mittlerweile etwa beim Xiaomi Scooter 4 Pro.

Navee S65 E Scooter 4

Der 500W-Motor beschleunigt den E-Scooter wie gesagt auf 25 km/h, soll aber außerdem stark genug sein, um Steigungen bis zu 25% zu bewältigen. Die Reichweite, die mit dem verbauten Akku erreicht werden kann, ist wieder 65 Kilometer, allerdings nur in der Theorie. In der Praxis wird man vermutlich etwas oberhalb von 50 Kilometern landen, abhängig vom Gewicht des Fahrers und weiterer Faktoren.

Das alles klingt gut, allerdings liegt der Preis auch bei rund 1.100€, je nachdem, wo man schaut. Das ist etwa der doppelte Preis des Navee N65. Dafür bekommt man ein schlankeres Design und gefederte und selbstversiegelnde Reifen. Sofern ich da nicht ein gewaltiges Upgrade übersehe, ist es das vermutlich nicht wert. E-Scooter mit ähnlichen Eigenschaften und dabei noch größerer Reichweite bekommt man auch schon für 800-1000€. Werft gerne einen Blick in unsere Themenwelt Elektromobilität, wo ihr einige solcher Modelle findet.

Nimmt man den Fakt hinzu, dass der Navee S65 zumindest für den Straßenverkehr in Deutschland auch gar nicht zugelassen ist, dann bleibt nicht viel, was aus unserer Perspektive für den E-Scooter spricht.

e60bb630832948949c994694b0da74ef Hier geht's zum Gadget
Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, werden wir oft mit einer kleinen Provision beteiligt. Für dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich dir überlassen.
Danke für deine Unterstützung.

Warum beeinflusst das in keinster Weise unser Testurteil?
Profilbild von Jens

Jens

Aktuell interessiert mich vor allem das Thema E-Mobilität; die neuen E-Scooter erwarte ich mit Vorfreude. Als leidenschaftlicher Zocker freue ich mich auch über alle Gadgets mit Gaming-Bezug.

Sortierung: Neueste | Älteste

Kommentare (5)

  • Profilbild von NewMobile
    # 30.10.22 um 22:38

    NewMobile

    Das Gerät sieht tatsächlich interessant aus. Nicht ganz so wuchtig wie die Konkurrenz sondern eher bisschen eleganter was zum cruisen statt Strecke machen. Überlege mir das anzuschaffen. Aber gedrosselt auf 25 ist schon eher mau wenns mal mehr als 300m sind. Mal sehen ob es Modder gibt die das Schmuckstück befreien können.

    • Profilbild von Gast
      # 31.10.22 um 01:23

      Anonymous

      Das wäre dann aber für eine Teilnahme am deutschen Straßenverkehr illegal. Davon mal abgesehen ist das Gerät 1.000,- € zu teuer. Mal schauen wieviele Idioten bereit sind diesen Mondpreis zu bezahlen.

      • Profilbild von L.H.
        # 31.10.22 um 09:22

        L.H.

        Ja Sheldon, NewMobile hätte wohl das Sarkasmus-Schild hoch halten müssen 😂

        Denk doch einfach mit. Cruisen, bei Motorrädern denkt man da an eine wuchtige Harley und nicht an eine sportliche Enduro. Dieses Teil hier ist zierlich und flott und nicht so wuchtig wie andere E-Scooter.
        Gedrosselt auf 25 ist die nicht, in Deutschland dürfte sie damit halt nicht fahren, aber laut Hersteller schafft die 25 und 35km/h sind zu wenig wenn es mehr als 300 Meter sind? 300 Meter!!! Davor sprach er noch davon, dass es etwas ist um nicht Strecke zu machen, da sollte er ab 300 Meter noch nicht jammern, außer er wiegt bei 170cm 150kg und schafft das nicht mehr zu Fuß.

        Entweder war es reinster Sarkasmus oder NewMobile ist verwirrt und weiß nicht was er von sich gibt.

      • Profilbild von Gast
        # 31.10.22 um 13:34

        Anonymous

        hab den gekauft. nur damit die Leuten sehen, dass ich reich bin

  • Profilbild von Fairenough
    # 01.11.22 um 09:27

    Fairenough

    Im zweiten Bild sieht man recht deutlich, dass die vordere Federgabel wie die meisten am Markt funktioniert und nicht mit dem Trittbrett verbunden ist.
    Federungskomfort ist schon eine feine Sache. Leider setzt sich auch hier der Trend durch den Lenker erst recht weit oben knicken zu können. In den meisten Kofferräumen wird es extrem eng bis unmöglich.

Kommentar schreiben

Name
E-Mail
Diese E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen.