Sonoff Thermostat Core vorgestellt: Smarter Zigbee-Wandregler für Fußbodenheizung & Kessel unter 40€
Wenn die Heizperiode vor der Tür steht, blicken viele auf vergilbte Bimetall-Drehregler an den Wänden. Smarte Nachrüst-Lösungen von Bosch, tado oder Homematic IP gehen bei mehreren Räumen jedoch schnell ins Geld. Smart-Home-Hersteller Sonoff schickt mit dem Sonoff Thermostat Core (Modell: TP-WGZBA) nun einen smarten Unterputz-Wandregler ins Rennen, der diesen Markt über den Preis aufrollen will. Das Datenblatt verspricht Zigbee 3.0, Radar-Sensorik und flexible Schaltausgänge für unter 40 Euro.
- Sonoff Thermostat Core (TP-WGZBA)
- bei Sonoff für 35,91€ (bis 28. September 2026 10 % Vorbesteller-Rabatt, danach regulär 39,91€)
- Auslieferung: Versand für Kunden in der EU startet ab dem 30. September 2026
Inhalt
Technisches zum Sonoff Thermostat Core
| Feature | Sonoff Thermostat Core (TP-WGZBA) |
| Funkstandard | Zigbee 3.0 (IEEE 802.15.4) |
| Eingangsspannung | 100–240 V AC (50/60 Hz) – Neutralleiter (N) zwingend erforderlich! |
| Aktiver Schaltausgang | Relais (L-Out), max. 3 A ohmsche Last (~690 W) für Stellantriebe |
| Passiver Schaltausgang | Potenzialfreier Trockenkontakt (COM / NO) für Heizkessel |
| Unterstützte Systeme | Wassergeführte Fußbodenheizungen, Gas-/Ölkessel, Wärmepumpen mit Schalteingang |
| Bedienung & Display | Physischer Drehregler mit integriertem Screen, Radar-Präsenzerkennung |
| Montage & Maße | Unterputz (86 x 86 x 45,5 mm, Einbautiefe: 31,5 mm, 60 mm Schraubabstand) |
| Sensoren | Interner Temperatursensor, Radar, Anschluss für externen NTC-Bodenfühler |
| Lokale Intelligenz | Integrierte Echtzeituhr (RTC), 3 Wochenpläne mit je 12 Schaltzeiten lokal gesichert |
| Smart Home Plattformen | eWeLink, Apple Home (via Matter-Bridge), Home Assistant (Z2M & ZHA) |
Installations-Frage: Wer kann diesen Regler überhaupt einbauen?
Bevor ihr euch auf den günstigen Preis stürzt, müsst ihr einen Blick hinter eure bisherigen Thermostate werfen. Hier gelten zwei wichtige Bedingungen:
Erstens gilt die Neutralleiter-Pflicht: Das Thermostat benötigt für seine eigene Elektronik zwingend eine Phase (L) und einen Neutralleiter (N). Wer in einem Altbau nur zwei geschaltete Drähte in der Schalterdose vorfindet, kann das Gerät ohne Nachziehen eines Nullleiters nicht betreiben.
Zweitens ist der Regler nicht für elektrische Fußbodenheizungen geeignet: Der geschaltete 230V-Ausgang ist auf maximal 3 Ampere ausgelegt. Das reicht völlig für thermische Stellantriebe, schließt elektrische Heizmatten (die meist 10 bis 16 A ziehen) aber kategorisch aus.
Für die Montage nutzt Sonoff standardisierte Maße für europäische Unterputzdosen mit 60 mm Schraubabstand und 31,5 mm Einbautiefe.
Doppel-Ausgang: So ist das Sonoff-Gadget aufgebaut
Die Besonderheit des Thermostat Core liegt in seinen getrennten Schaltausgängen. Das Gerät bedient zwei völlig unterschiedliche Heizungswelten:
Auf der einen Seite steht der aktive Relaisausgang (max. 3 A). Dieser leitet Netzspannung direkt an thermoelektrische Stellantriebe eurer Fußbodenheizung weiter. In den Einstellungen der eWeLink-App lässt sich die Logik dabei bequem zwischen stromlos geschlossenen (NC) und stromlos offenen (NO) Ventilen umschalten.
Auf der anderen Seite spendiert Sonoff dem Regler zwei Klemmen für einen passiven Trockenkontakt (COM / NO). Dieser ist komplett potenzialfrei und führt keine eigene Spannung. Er fungiert wie ein klassischer Schalter, um Heizkessel, Gasthermen oder moderne Wärmepumpen über deren standardisierten Thermostat-Eingang in Betrieb zu nehmen (Achtung: kein modulierendes OpenTherm oder eBUS!)
Lokale Autonomie: Radar-Sensorik und Heizpläne ohne Cloud
Ein smarter Thermostat darf bei Netzwerkausfällen nicht das Heizen vergessen. Sonoff verbaut hierfür eine integrierte Echtzeituhr (RTC). Eure drei wählbaren Wochenpläne (mit bis zu 12 verschiedenen Temperatur-Slots pro Tag) liegen lokal auf dem internen Speicher. Verliert der Regler die Zigbee-Verbindung, laufen eure Zeitpläne völlig autark weiter.
Für die Bedienung setzt der Hersteller auf einen griffigen physischen Drehregler mit integriertem Display. Damit der Screen im Schlafzimmer nachts nicht leuchtet, ist ein Radarsensor integriert. Nähert ihr euch auf 0,3 bis 1 Meter, erwacht die Anzeige; entfernt ihr euch, dunkelt sie ab.
Um Messfehler durch die typische Eigenerwärmung von Unterputzgeräten abzufangen, könnt ihr entweder einen manuellen Offset konfigurieren, einen kabelgebundenen NTC-Bodensensor anschließen oder kabellose Sonoff-Zigbee-Sensoren (wie den SNZB-02D) im Raum als primäre Temperaturquelle koppeln. Gekoppelte Fenstersensoren (SNZB-04) schalten die Heizung beim Lüften zudem automatisch in den Frostschutz. Sämtliche Temperatur- und Schaltverläufe werden bis zu sechs Monate lokal protokolliert.
Home Assistant & Matter: Geht das direkt out-of-the-box?
Beim Ökosystem gibt es Licht und Schatten. Wer den Regler in Apple Home nutzen möchte, stolpert über den Umstand, dass Sonoff hier auf Matter-over-Bridge setzt. Ihr benötigt also zwingend eine kompatible Bridge (wie die Sonoff Bridge-M), um das Zigbee-Signal ins Apple-Universum zu übersetzen.
Für die Open-Source-Gemeinde rund um Home Assistant ist das Zigbee-3.0-Gerät spannend, verlangt zum Start aber genaue Softwarestände: Nutzer von Zigbee2MQTT (Z2M) benötigen mindestens die Z2M-Version 2.14.0, damit das Thermostat mit vollem Funktionsumfang erkannt wird. In ZHA ist die native Unterstützung noch in Arbeit.
Einschätzung: Preisbrecher mit klaren Voraussetzungen
Mit einem Vorbestellerpreis von knapp 36 Euro bringt Sonoff frischen Wind in die Nische der smarten Wandthermostate. Vor allem die Kombination aus lokalem RTC-Speicher, Radarsensor und der Wahl zwischen 230V-Stellantrieb oder potenzialfreiem Kesselkontakt macht den Core vielseitig.
Wer über den nötigen Neutralleiter in der Schalterdose verfügt und eine bestehende wassergeführte Fußbodenheizung ohne Cloud-Zwang smart aufrüsten will, bekommt hier technisch gesehen zumindest schonmal viel Gegenwert für wenig Geld. Jetzt müssen in der Praxis nur noch Materialanmut und Zuverlässigkeit stimmen.
Quelle(n):
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