Test: One Netbook „One Mix Yoga“ – Convertible mit 7″ Touchscreen für 366€ aus EU

Das One Netbook „One Mix Yoga“ ist ein winziges 7 Zoll Netbook mit Touchscreen. Kristian hat es ausführlich getestet und zeigt euch, was man mit so einem kleinen Laptop anfangen könnte. Momentan bekommt ihr es für 365,61€ bei Geekbuying aus dem EU-Lager mit dem Gutschein GKB079T. Das EU-Lager hat den Vorteil, dass definitiv keine Importgebühren anfallen und ihr auch einen schnelleren Versand (ca. 5 Tage) bekommt!

Schon länger liebäugle ich mit einem Test dieser extrem winzigen Notebook- bzw. Netbook-Klasse. Genauer gesagt, nach Alex knapper Vorstellung des GPD Pocket, Anfang des Jahres. Dennoch habe ich mich schwer getan einen richtigen „Verwendungszweck“ zu finden und es aufgeschoben/verdrängt – bis jetzt. Das One Mix Yoga von One Netbook bedient natürlich dennoch eine extrem kleine Nische, aber ist auch definitiv mal etwas anderes für China-Gadgets und den von euch gewünschten Gadgetmix. Ob das One Mix Yoga überhaupt punkten kann, was mich erstaunt, aber auch genervt hat, erfahrt ihr in meinem One Mix Yoga Testbericht.

Youtube Video Preview
  • One Netbook „One Mix Yoga“ (extrem winziges Windows-Notebook) für ~383€ 
    • bei Geekbuying für 365,61€ (Gutschein: GKB079TEU-Lager) | GearBest für 387,03€ | Banggood für 395,31€
    • 128 GB eMMC Festplatte, 8 GB DDR3 RAM, Intel X5-Z8350 Quad Core CPU
    • 7 Inch IPS-Display, 1920 x 1200 Pixel, 360 Grad klappbar, 10 Punkt Touchscreen
    • 6500 mAh Akku (reicht im Windows-Sparmodus für ~10 Stunden)
    • QWERTY-Tastaturlayout und optischer Touchsensor
    • später auch in den Farben Rosé und Gold erhältlich

Während meines etwa zweiwöchigen Tests kamen mehrmals aus der Redaktion Sprüche wie: „Du sieht aus, wie nen Typ in nem schlechten Hackerfilm“ oder „Hehe, ein Mini-PC für Minimenschen!„. Das verdeutlicht nochmals: Dem One Mix Yoga werden von Anfang an nicht viele Chancen zugerechnet. Ich will ohne Vorurteile in den Test starten.

Übrigens: Das One Mix Yoga wird, je nach Shop, auch nur „One Mix“ genannt. Vermutlich ist die offizielle Bezeichnung „One Mix Yoga“, während es im Beta-Stadium nur „One Mix“ hieß.

Versand, Verpackung & Zubehör

Beim Erhalt des China-Gadgets dachte ich mir erst: „Hmm, kann tatsächlich auch einfach nur ein größeres Smartphone sein„. Gerade Outdoor-Smartphones aus China, wie z.B. von Blackview, aber auch das Xiaomi Mi Mix 2S kommt in einem ähnlich großen Karton daher.

ONE_Netbook One Mix Verpackung
Die Verpackung: Hätte auch ein größeres Smartphone sein können.

Die Verpackung ist etwas „geriffelt“, sieht „nicht schlecht“ aus, aber ich habe auch schon mal schönere Verpackungen gesehen. Auf der Rückseite zeigt der Sticker um welche Version es sich handelt. Unser Modell hat 8GB RAM und 128GB „Festplattenspeicher“ (dazu später mehr).

Spezifikationen des Netbooks
Wir haben die 8 GB RAM / 128 GB Speicher Variante

Öffnet man den Karton begrüßt uns das kleine („Wow, das ist wirklich klein!„) Notebook, eingepackt in einer Plastikfolie und in einem kleinen separaten Karton der „Charger“, in diesem Fall ein USB-Netzteil mit EU-Stecker und 2,4A bei 5V Output.

Innenleben Karton
Netzteil, Kabel, Notebook und … eine Anleitung, die sich unter dem Notebook versteckt.
One Mix Netzteil
One Mix Netzteil: EU-Stecker, 2,4A bei 5V und CE-Zeichen

Der flüchtige Blick auf das beigelegte USB-Kabel verrät jetzt schon: „Schade, das One Mix wird über Micro-USB Type B geladen – nicht über USB-C. Das wäre zeitgemäßer„. Unter dem Winzling verbirgt sich dann noch eine äußerst knappe Bedienungsanleitung, die auf Englisch kurz erklärt, wo welche Anschlüsse zu finden sind. Sollte eigentlich selbsterklärend sein, ich hätte auch ohne leben können, aber der neue Besitzer wird halt zumindest „abgeholt“.

Eine sehr kleine, flache Anleitung
Eine sehr kleine, flache Anleitung …
One Mix Anleitung: Auf englisch
… die auf Englisch einen kleinen Überblick über die Anschlüsse etc. gibt.

Der Stift war bei uns nicht enthalten. Diesen könnt ihr z.B. bei Geekbuying im Komplettset für ~470€ erwerben. Ob es jedoch wirklich Spaß macht, bzw. produktiv ist, auf einem 7 Zoll Display zu zeichnen/malen? Ich glaube: eher nicht.

Stift auf One Mix
Mit Stift auf One Mix zeichnen? Könnte eng werden …

Design & Verarbeitung

Kommen wir doch mal zum eigentlichen Bestellgrund: Dem Notebook! Beim Rausnehmen wurde ich überrascht: „Uff, das ist gar nicht mal so leicht!„. Durch das Metallgehäuse kommt man mit gerade einmal 182 x 110 x 17 mm auf immerhin 512 g. Als Vergleich: Das sind zwei Haribo-Tüten ;-). Schnell an das Werbebild von One-Netbook gedacht und geschmunzelt: „Freunde, dieses Notebook, auch wenn es verdammt klein ist, steckt sich keiner ins Jacket.

One Mix im Anzug?
Werbegrafik aus China: Defitiniv zu schwer für den Anzug. Und vermutlich auch (immer noch) zu groß.

Die Flächenmaße sind wirklich beeindruckend klein. Auch im Vergleich zu eh schon kleinen Notebooks bzw. Ultrabooks, ist das One Mix Yoga ein Winzling.

One Mix vs. Microsoft Surface Book 2 vs. Lenovo Yoga 2 Pro
One Mix vs. Microsoft Surface Book 2 vs. Lenovo Yoga 2 Pro

Schaut man sich allerdings die Höhe an, fällt einem schnell auf: Das ist ein kleiner, fetter Brummer.

Klein aber dicklich: Der One Mix ist ein "Brummer"
Klein aber dicklich: Der One Mix ist ein „Brummer“
one-mix-dicke-lineal
17mm hoch: Wie gesagt … das steckt man sich eher nicht in die Jacke.

Also schnell die etwas schwerfälligen Scharniere aufgeklappt und den Tastaturschutz entfernt. Die Ähnlichkeit zum GPD Pocket ist sofort erkennbar.

aufgeklappt One mix
Aufgeklapptes One Mix Yoga – schon mit „Fettfingerabdrücken“ am Bildschirmrand 😉

Die Verarbeitung ist 1A. Das Aluminiumgehäuse ist sehr sauber verarbeitet – es gibt keine scharfen Kanten. Es liegt angenehm in der Hand. Es ist relativ „clean“, so unspektakulär von außen: Es wäre sogar noch Platz für ein Logo gewesen. Alle Anschlüsse befinden sich auf der rechten Seite und wären im Einzelnen:

  • 1x Micro-USB-Port: Zum Laden
  • 1x USB 3.0 Port
  • 1x Type-C Port
  • 1x 3,5mm Klinkenanschluss
  • 1x microSD-Slot (Speicherkarten bis 128 GB werden unterstützt)
  • 1x microHDMI Port (Achtung: Je nach Kabel/Adapter-Lösung ist der Hebelweg ungesund für die Buchse)

Ich persönlich empfinde die Anschlussvielfalt für den Kleinen beachtlich! Eigentlich ist „für jeden was dabei“, ggf. wäre ein zweiter USB Type-C, statt des Micro-USB-Ports zum Laden bzw. als weiterer Anschluss besser gewesen.

One Mix Yoga Anschlüsse
One Mix Anschlüsse: Beachtlich … für die Größe.

Da das One Mix mit 5V geladen wird, kann jede beliebige Powerbank als mobile Ladestation verwendet werden. Da das originale Netzteil 2,4 A bereitstellt, sollte eure Powerbank entsprechend ähnlich viel Watt bieten. Ein kleiner(?) Vorteil zu Notebooks, die meist mit 12-24V geladen werden müssen. Zwar gibt es dafür inzwischen über USB-C den Power Delivery Standard, das muss jedoch sowohl die Powerbank, als auch (vor allem!) das Notebook unterstützen. Aus eigener Erfahrung kann ich beim Surface Book 2 berichten: Das ist gar nicht so einfach/günstig. Eine Xiaomi Powerbank mit mindestens 10.000 mAh passt übrigens vom Material/Aussehen gut zum One Mix Yoga und ist definitiv viel günstiger ;-).

Als Betriebssystem kommt Windows 10.1 Home zum Einsatz und beim Einrichten kann als Sprache entweder Chinesisch oder Englisch gewählt werden. Möchte man also zur deutschen Sprache wechseln, empfehle ich eine komplette Neuinstallation, da die Language-Packs, gerade bei der Home-Version, eher müßig zu installieren sind. Immerhin: Es befindet sich keine Bloatware (= „tolle Gratisprogramme die kein Mensch braucht“) vorinstalliert auf dem One Mix. Alle Treiber sind aktuell, die Hardware ist komplett erkannt und auch das Windows-Update lief sofort sauber durch.

Alle Geräte erkannt
Alle Geräte erkannt und Treiber sind aktuell
Neuinstallation: Im CMD kann der Produktschlüssel durch die Eingabe von: „wmic path softwarelicensingservice get OA3xOriginalProductKey“  angezeigt und im Anschluss wiederverwendet werden.
Windows Update
Windows Update: Lief schnell und sauber durch.

Ubuntu 18.04 (LTS) auf dem One Mix?

Da das One Mix keine exotische Hardware verwendet, habe ich mich recht schnell an die Installation von Ubuntu 18.04. gemacht. Das könnte für euch tatsächlich ein Use-Case sein. Dafür braucht man nur:

  1. Einen USB-Stick (FAT32 formatiert, mindestens 4GB groß)
    1. Wichtig: Das Installieren von einer microSD-Karte funktioniert nicht.
  2. Das aktuelle Ubuntu-Image (oder eine andere Distribution)
  3. Rufus (oder andere vorbereitende Software). Hier gibt es eine Anleitung.

Der USB-Stick wird dann im BIOS (erreichbar per Del-Taste) erkannt. Schiebt ihn in der Boot-Priorität ganz nach oben, damit nicht wieder euer Windows erkannt wird. Während der Installation wird der Lage-Sensor erkannt, nur leider ist euer Bild um 90° Grad gekippt.

Ubuntu Installation
Ubuntu Installation: Um 90 Grad gekippt, aber dennoch einfach machbar.

Der Installationsprozess läuft sauber durch (Windows-Partition wird auch erkannt und verkleinert) und nach etwa 20 Minuten hat man ein frisch installieres Ubuntu 18.04 LTS auf dem One Mix.

18.04 Ubuntu auf One Mix Yoga
Nach 25 Minuten Installation ist Ubuntu 18.04 sauber installiert.

Die Hardware wird, weil es eher Standardhardware ist, sauber erkannt. Vom WLAN-Chip bis zum Lagesensor. Die Batterielaufzeit lag in meinen Tests etwa 10-20% unter der Windows-Laufzeit.

Hardware

Das Mikrofon erledigt seinen Job „okay“. Das Gleiche gilt für den einen internen Monolautsprecher, der blechern klingt. Für ganz leises Musikgedudel und vor allem Telefonate über z.B. Skype reicht es, für mehr leider nicht.

Was ich leider richtig schade finde: Es gibt keine Webcam. Weder auf der Vorder- noch auf der Rückseite. Klar, eine Webcam braucht man eher selten, aber wenn man dann doch mal per Videotelefonie mit dem Gegenüber quatschen will, ist die Webcam eine echte Bereicherung (und nimmt im Gerät ja auch keinen Platz weg). So bleibt einem nur der Anschluss einer externen Webcam, z.B. über USB, übrig.

Der verbaute G- bzw. Lagesensor funktioniert zuverlässig und Windows dreht, je nach Lage, das Bild zügig vertikal oder horizontal.

One Mix aufgeschraubt
One Mix aufgeschraubt: Mehr als 1/3 nimmt der Li-Ion Akku ein. Einzelne Komponenten sind nicht austauschbar.

Der Winzling wird sogar aktiv gekühlt. Es ist die CPU und GPU per Heatpipe verbunden und wird zu Kühllamellen geführt, welche per kleinem 40mm Lüfter gekühlt werden. Die warme Luft verlässt auf der Rückseite das Gehäuse. Dabei wird die Unterseite bei etwas mehr Multitasking spürbar warm, den Lüfter hört man jedoch so gut wie nie.

lüftungsschlitz one mix
Die warme Luft wird nach hinten hinausgeblasen. Den Lüfter hört man jedoch nur sehr selten (sehr leise).

Was einem beim Aufschrauben auffällt: Man hätte ggf. noch kompakter bauen können! 3-5mm hätten eingespart werden können. Als Mainboard kommt das winzige American Megatrends Inc. T3 MRD zum Einsatz, was laut Spezifikation auch für Android geeignet ist. Ist das ggf. etwas für die „Bastler“?

Mainboard
Das Motherboard von American Megatrends Inc. (T3 MRD) wird übrigens auch von Android unterstützt. Die BIOS-Version ist mal gerade zwei Monate alt.
Cherryview
Vier-Kern-CPU und 1GB interne Intel HD Graphics 400 (8. Generation)
Intel Dual Band Wireless-AC 3165
Intel Dual Band Wireless-AC 3165: 2,4 GHz und 5 GHz (802.11ac) , sowie integriertes Bluetooth 4.2 – in 2,4 Gramm.

Der verbaute WiFi-Chipsatz (Intel Dual Band Wireless-AC 3165) macht einen guten Job. Die Reichweite war gut, es kann das 2,4 GHz oder 5 GHz WLAN genutzt werden. Musik hören über einen externen Lautsprecher? Kein Problem. Beim Datenübertragen ist sogar das WiFi zu schnell für die 128 GB Festplatte gewesen.

Benchmark

Ein Benchmark-Vergleich mit der „normalen“ Notebookklasse ist, auf Grund der schwachen Hardware, natürlich eher sinnfrei. Der Intel X5-Z8350 „Cherrytrail“ und der schwache Grafikchip schaffen keine Wunder. Die CPU kennen wir schon als „alten Bekannten“ aus diversen China-Tablets, die wir getestet haben. Der Vorgänger, der X5-Z8300 steckt z.B. im Jumper EZBook 2 und ich würde mich meinem damaligen Fazit anschließen: Office, Internet, ein bisschen Multitasking, Konsole, Editoren – das läuft alles flüssig. Wer mehr möchte wird schnell an die Grenzen gelangen.

Cinebench R15: Wie zu erwarten wird uns ein schwaches Ergebnis quittiert.
Cinebench R15: Wie zu erwarten wird uns ein schwaches Ergebnis quittiert.

Es kommt letztlich eher auf ein ruckelfreies Betriebssystem, als auf große Benchmarkzahlen an. Dennoch habe ich Cinebench R15 durchlaufen lassen. Dabei wurde der Kleine schon gut warm und liefert mickrige 7,83 fps im OpenGL und 93 cb im CPU-Modus ab.

Um das vielleicht ein bisschen besser einzusortieren:

  • Das Teclast F6 Pro erreicht 36,03 fps / 229 cb (Intel HD Graphics 615 / Intel Core m3-7Y30 CPU)
  • Das Xiaomi Mi Gaming Notebook macht 500 cb (Core i5-7300HQ CPU)
  • Mein Surface Book 2 macht 86,93 fps / 436 cb (GeForce GTX 1050 / Intel Core i7-8650U CPU)

Nochmal: Wer Leistung möchte, sollte nicht das One Mix Yoga nehmen ;-).

Tastatur, „Touchpad“ & Touchscreen

Gleich vorweg, wenn es dir auf den Bildern noch gar nicht aufgefallen ist: Es handelt sich um eine QWERTY-Tastatur. Logo, der Zielmarkt ist, gerade für chinesische Hersteller einfach größer/lukrativer. Erfahrungsgemäß wird es im Nachgang auch keine zweite Version mit QWERTZ-Tastaturlayout geben. Wer jetzt schon sagt: „Geht gar nicht“, sollte ggf. abspringen, allen anderen gebe ich 1-3 Tipps und Erfahrungen mit. So fand ich es wirklich cool, mal schnell im Stehen(!) auf einer Tastatur tippen und alle Tasten bequem erreichen konnte.

One Mix Tastatur
Im Stehen kann man bequem alle Tasten erreichen – cool!

Dennoch hat man das QWERTY-Layout UND Tasten die sehr klein sind UND an sehr komischen Positionen liegen. So liegt z.B. Tab auf der Höhe der Nummern und ich habe Caps-Lock mehrmals aus Versehen gedrückt, da zwischen Caps-Lock und dem Buchstaben „A“ es keine Abgrenzung gibt. Eingewöhnung muss sein.

Es lässt sich eine Tastaturbeleuchtung anschalten, diese verfügt jedoch über keine weiteren Helligkeitsstufen. Die Powertaste oben rechts leuchtet immer, wenn der Kleine an ist und beim Aufladen. Nach etwas Einarbeitung klappt das Schreiben erstaunlich gut. Da ich auch an der normalen Tastatur Fan von Shortcuts bin, bin ich auch am One Mix Yoga schnell unterwegs. Win + D, Strg + A, Strg + V, Win + L – das kann man schnell tippen und spart Zeit. Auch anders herum muss ich mich jedes mal wieder „einarbeiten“. War ich 1-2 Stunden am One Mix und tippe danach wieder auf einer normalen Tastatur, kommt mir alles „riesig“ vor – 20-30% der Tasten treffe ich nicht mehr :-D.

Display & Akku

Das Display löst mit 1920 x 1200 Pixeln auf, was sogar ein Stückchen mehr als Full HD (1920 x 1080 Pixel) ist. Allerdings ist die Auflösung unvergrößert bei einer Bildschirm-Diagonale von 7 Zoll (17,78 cm) natürlich viel zu extrem.

200% Vergrößerung
200% empfohlene Vergrößerung: Mir persönlich zu groß.

In manchen Situationen wird softwareseitig nicht gezoomt: z.B. im BIOS oder bei der „Wiederherstellung“. Dann sitzt man mit ungefähr 10cm Abstand vor dem Display ;-). Der 10-Punkt-Touchscreen reagiert schnell und präzise, wobei man, je nach Vergrößerung, mit dem überdimensional großen Finger schon einmal daneben liegen kann.

Aufgeklappt liegt der Schwerpunkt des convertible Netbooks ab einem Öffnungswinkel von etwa 120° zu weit hinten. Gerade während der Bedienung per Touchdisplay kippelt es leider und hat keinen festen Stand mehr.

Darüber hinaus lässt sich das Display noch weiter drehen. So kann man das One Mix im Tent Mode (Zelt-Modus, d.h. das kleine Notebook steht wie ein Dreieck), oder gar 360° Grad als „kleines Tablet“ nutzen.

Tent mode: So kann man bequem einen Film schauen, oder?
Tent mode: So kann man bequem einen Film schauen, oder?

Leider rastet das Display dann nicht vollständig ein, sodass zwischen der Unterseite des One Mix (bzw. den 4 Gummifüßen) und des Displays immer ein bisschen Spiel ist. Das bekommen die größeren Verwandten, wie z.B. mein 5 Jahre altes Lenovo Yoga 2 Pro, besser hin. Dort wird das Display dann durch Magneten fixiert.

One Mix: 359 Grad, d.h. das Display dockt nicht an.
One Mix convertible Netbook: 359 Grad, d.h. das Display „dockt“ nicht an.

Über einen USB-C auf HDMI Adapter lässt sich leider kein externen Monitor anschließen – dafür ist der interne Intel HD Grafikchip wohl zu schwach. Somit muss man sich mit dem microHDMI-Anschluss und einem Monitor, sofern man nicht gleich ein ganzes USB-Dock anschließen möchte, begnügen. Leider empfinde ich den microHDMI-Standard als unglücklich. Je nach Kabel/Adapterlösung hat man einen viel zu großen Hebel direkt am Port. Deswegen achtet unbedingt darauf, dass das Kabel euern Port nicht „ausleiert“.

Das Display spiegelt leider, wie fast alle neuen Displays, recht stark. Zwar ist das IPS-Display sehr hell, doch in Kombination mit den Fettfingerabdrücken (mit denen man halt manchmal schneller navigieren kann), fällt das Lesen draußen schwer. In Innenräumen ist das kein Problem.

Fazit: One Netbook „One Mix Yoga“ kaufen?

Das One Mix Yoga ist kein Tablet, kein Smartphone, aber definitiv auch kein Laptop. Das schränkt automatisch die Zielgruppe extrem ein. Und dennoch: Wer ein vollwertiges Betriebssystem wie Windows und/oder Ubuntu möglichst kompakt dabei haben möchte, kann sich über einen Kauf Gedanken machen. Zwar findet man die Anschluss-Vielfalt auch bei kleineren Tablets, doch spätestens bei der „verbauten“ Tastatur hört es auf. Mit dieser schreibt man definitiv keine Romane, der optische „Maustouch“ ist zwar genau, aber auch auf Dauer krampfig. Dies wird jedoch durch den Touchscreen kompensiert. Auch ein normaler USB 3.0 Port, ohne OTG-Gehampel, hat seine Vorteile.

Die verbaute Hardware ist jetzt nicht immer 0815-Ware, es lässt sich jedoch für alles der passende Treiber, inkl. für Linux-Distributionen besorgen. Man kann auch schnell einen externen Monitor, sowie Tastatur und Maus anschließen und hat dann eine vollwertige, wenn auch langsamere, Arbeitsumgebung. Ubuntu 18.04 (LTS) lief ohne Probleme, wenn auch die Akkulaufzeit bei etwa 8 Stunden, statt bei 10-Windows-Stunden, lag.

CG auf One Mix Yoga
„CG“ auf One Mix Yoga – das Surfen klappt erstaunlich schnell und beqeuem

Gerade wer Windows-Nutzer ist und seine Lieblingsprogramme dabei haben will (WinSCP, Putty, KeePass, HeidiSQL, etc. bei mir), muss sie theoretisch nicht mehr missen. Dennoch muss ich hier auch noch einmal den Preis erwähnen. Für etwa ~400€ bekommt man erheblich bessere Notebooks und auch performantere Tablets. Wer nur nach „Leistung“ bewertet, wird mit dem One Mix Yoga defintiv nicht glücklich werden.

Das One Mix auf (m)einem 13,5 Zoll Surface Book 2
Das One Mix auf (m)einem 13,5 Zoll Surface Book 2. Eigentlich sind 13,5 Zoll auch nicht viel – wirken aber im Vergleich riesig.

Es gab jetzt keinen großen Aufreger im One Mix Yoga Test, aber bisher auch definitiv nicht den ultimativen „WOW-Moment“ bei dem man sich denkt: „Ja geil, glücklicherweise habe ich gerade das One Mix dabei!„. Ich werde es jedoch weiterhin im Rucksack dabei haben und vielleicht kommt dieser Moment ja noch. Könnt ihr dieser Bauart/Größe/One Mix etwas abgewinnen?

Kristian

Ich bin 31 Jahre jung, aber gefühlt ziemlich oft noch wie ein großes Spielkind. So habe ich Ende 2010 (endlich) "CG" ins Leben gerufen. Besonders haben es mir z.Z. die Drohnen angetan.

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11 Kommentare

  1. Profilbild von Rascall9999

    Definitiv interessant. Für mich als mobile KfZ Diagnose….nur der Preis schreckt mich etwas ab…naja, mal paar Nächte drüber schlafen….

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
  2. Profilbild von Maik1

    Also die haben den GPD kopiert. Mit weniger Akkukapazität, mehr Gewicht und um ein Drittel schlechtere CPU Leistung. Für den gleichen Preis, wie der GDP vor einem halben Jahr. Sorry, ich kann euer positives Fazit nicht verstehen! Das liest sich hier wie ein bezahlter Test, also Werbung. So etwas sollte dann schon gekennzeichnet werden. Man sollte sich überlegen, ob man seine Glaubwürdigkeit für so etwas hergeben möchte, denn dass ist das Kapital eurer Seite. Finde diese Geräte auch interessant, wenn auch noch zu teuer. Für ein volles OS taugt jedes >100€ WinTablet. Für Anschlüsse kann man notfalls auch einen Gole1 usw nehmen. Sorry, aber das musste jetzt mal raus, da ich mich ein wenig veräppelt fühle. Bin schon lange Leser und habe mehr gekauft, als ich zugeben möchte 😉

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
    • Profilbild von kristian
      kristian (CG-Team)

      Hey Maik1,

      mit dem Kopieren ist das so eine Sache: Wie viele Optionen hat denn ein Laptop-Hersteller im Allgemeinen? Und dann gerade bei der Größe? Sehen nicht auch alle Smartphones kopiert aus? Irgendwann hat man sich auf eine (gerne genutzte Form) eingeschossen und so sieht es nun einmal aus. Unten Tastatur, Scharnier, Bildschirm, etc.

      Darüber hinaus kann man aber z.B. das Display komplett um 360 Grad (naja eher um 359,5 Grad, wie ich ja deutlich im Video und Artikel kritisiere) drehen. Kann der GPD gar nicht. Der GPD hat (zumindest die alten Versionen) ein Plastikscharnier gehabt, geht imho auch gar nicht. Dennoch: Lob und Anerkennung für den GPD – der hat definitiv vorgelegt.

      Zudem kann ich da auch nicht wirklich ein "“positives Fazit"“ herauslesen. "“Nettes Teil, ja – aber wofür?"“ ist das Fazit. Ist übrigens auch nicht unser Fazit, sondern meins. Und Tims, der es im Nachgang auch durchgetestet hat (und so ziemlich alle Prozessor-Seriennummern auswendig kennt).

      Das ist definitiv keine Werbung, gerade mal einen Tag davor ist mein Review über den Tronxy C5 raus, die ver-nicht-tend ausfällt: https://www.china-gadgets.de/testbericht-tronxy-c5-3d-drucker/. Ja wir bekommen bei einer erfolgreichen Vermittlung eine kleine Provision, da wir den "“Kram"“ hier auf CG aber schon seit paar Jahren machen, wollen wir durch Ehrlichkeit und "“Wir-Gefühl"“ punkten. Du bist ja auch schon länger dabei (danke :)).

      Für ein "“volles OS"“ taugt nicht jedes Tablet. Schon gar nicht zeitgleich mit Ubuntu und der Anschlussvielfalt. Dennoch, da gebe ich dir absolut Recht: Das China-Gadget ist absolut für die Nische gedacht. Interessant finde ich deswegen das Szenario, was dein Vorredner aufmacht: "“Für mich als mobile KfZ Diagnose"“. Klingt def. nicht nach Standard.

      Also noch einmal das Fazit: "“Ja es macht Spaß, der Gadgetfaktor ist da, es ist erstaunlich gut zu bedienen, aber am Ende des Tages ist es einfach ein kleines Notebook, das aber im Verhältnis viel (zu viel?) kostet"“.

      Danke für dein Feedback … wirklich, aber beim Vorwurf der "“Werbung"“, den du auch noch weiter ausführst … da reagiere ich allergisch ;-).

      LG Kristian

    • Profilbild von Bernd

      ?? Welchen sollen die denn "“kopiert"“ haben? Ich finde bei denen nichts, was ansatzweise so aussieht. Und was ist bei "“Mit weniger Akkukapazität, mehr Gewicht und um ein Drittel schlechtere CPU Leistung. "“ jetzt kopiert?

      Manchmal bin ich soooo müde….

  3. Profilbild von Chris

    Muss dem Vorredner zustimmen. Mit einem Intel X5-Z8350 von 2016 für fast 400€ ist das Teil völlig uninteressant.

  4. Profilbild von Geoldoc

    Vorweg erstmal: Ein schönes, wenn auch nicht ganz billiges Gagdget. Und schön, dass es sowas aucch immer mal wieder gibt und nicht nur Smartphonetests.

    Ich war über die Benchmarkergebnisse enttäuscht. Nicht die absoluten Zahlen, sondern ich hätte gern gesehen, wie der Vergleich mit Billig-Windows-Tablets oder Netbooks aussieht, dass selbst ein Core m3 das Ding in Grund und Boden rechnet, war wohl allen klar und höchstens eine Randnotiz. Dann wäre wie die Vorredner schon geschrieben haben, ein Vergleich mit dem GDP relevanter.

  5. Profilbild von kristian
    kristian (CG-Team)

    Hey Chris und Geoldoc,

    danke fürs Feedback! Mal gucken, ob ich das in diesem Artikel nachtragen werde – in unseren anderen Tests gibt es natürlich die Benchmark-Ergebnisse zu jeder Menge Windows-Tablets und Co.

    Ich persönlich empfand die CPU bzw. den GPU-Vergleich zum GPD wirklich uninteressant. Ob jetzt nen X7 oder X5? Naja. Ob Photoshop jetzt sehr sehr sehr langsam, oder sehr sehr langsam ist, das ist für mich nicht wirklich ein Alleinstellungsmerkmal. Bei Office und Co. merkt man hingegen den Unterschied nicht wirklich. Eine Zahl oder eine Zahl die 2,5% größer ist … das sagt imho nicht sooo viel aus. Für mich stand die subjektiv wahrgenommene Performance im Alltag im Vordergrund. Dennoch, da gebe ich euch Recht, ist es halt der einzige wirklich Konkurrent in dem Umfeld.

    Der USP ist da schon eher ein komplett drehbares Display, eine Bedienung mit Stift, ein paar verbesserte Erfahrungswerte vom GPD, etc. Wenn man den Preis irgendwie (wie auch immer?) rechtfertigen kann, dann eher darüber (und einen gewissen Innovationsgrad bzw. mangelhafte Alternativenauswahl) und auf keinen Fall über die CPU. Und auch nicht über die Grafikkarte. Generell werden ja alle Werte schon von fast jedem Mittelklasse-Smartphone (auf dem Papier) getoppt.

    Falls das Budget es aber hergibt und das Interesse aber auch da ist, gönnen wir uns ggf. die neue Version des GPD – ein paar Specs sind ja schon bekannt. Das könnte ein Stückchen spannender werden, wobei auch dort der Preis in Relation zum Nutzen ähnlich ausfallen wird.

    LG

  6. Profilbild von Ein GPD Win besitzer
    Ein GPD Win besitzer

    Hallo zusammen!
    Als Besitzer eines GPD Win (1. Version, den GPD Pocket hatte ich auch mal in der Hand) fand ich den Artikel sehr interessant. Vorallem mit der beleuchteten Tastatur und der möglichen Stifteingabe sind dies schon sehr interessante neuerungen. Das wars dann auch schon.
    Die Anschlüsse sind da schon etwas komisch. Micro USB UND USB C gleichzeitig – was soll das??
    Mini HDMI ist wenn man viele Präsentationen macht ( Deshalb ein GPD Win, ist noch etwas kleiner) deutlich angenehmer und vor allem robuster als das ultrakompakte micro HDMI.

    Wozu "“braucht"“ man das?
    Wie ich erwähnt habe für Präsentationen aber auch die normalen Office Anwendungen sind mit einer "“normalen"“ Tastatur angenehmer als die Bildschirmtastaturen und vorallem hat man den ganzen Bildschirm für die Anwendung frei, dadurch sind beim GPD Win die 5,5 Zoll ausreichend.
    Was auch nicht zu vernachlässigen ist das Zocken. Natürlich gehen keine Aufwendigen Spiele aber die meisten funktionieren mit reduzierten Deteils.
    Bei mir hält das Gerät ca. 7 Stunden, beim Zocken auch mal nur 2 Stunden.

    Die neuen Generationen haben aus den Anfängen gelernt und scheinen deutliche Verbesserungen zu haben, deshalb wäre ein Test vom GPD Pocket der 2. Generaton (kommt bald) wünschenswert.

    Die Orientierung beim Bildschirm hängt damit zusammen, dass bei den kleinen Notebooks Handy bzw. Tablet Bildschirme verbaut sind und deren "“natürliche"“ Orientierung hochkant ist.

    LG

  7. Profilbild von ThePete

    Danke für den ausführlichen Test!

  8. Profilbild von Ein potentieller Käufer
    Ein potentieller Käufer

    Moin,

    ich hatte fast schon überlegt, den Gen1-Pocket zu ordern. Aber aus diversen Gründen kam ich davon ab, u.a. Bestellung aus China mit Wartezeit und Zusatzkosten. Aber vor allem wegen des Lüfters: daß der nervös und hörbar sein soll.

    Ich hätte eine Frage: beim Pocket Gen1 soll der Prozessor angehen, wenn man nur den Akku lädt, weshalb dann auch der Lüfter angehen soll (obwohl das Gerät aber nicht eingeschaltet ist). Hat das Yoga das Problem auch? Mein Anwendungsszenario ist das Laden im Gepäck über Solarmodul während einer Radtour. Da kann ich Hitzestau nicht gebrauchen.

    Ich hätte ja durchaus gern den neuen Prozzi im Pocket Gen2, aber erstens möchte ich *jetzt* ein Gerät für die Reise und nicht erst nach Weihnachten, zweitens ist der mir zu teuer und drittens sagt mir diese komische Touchleiste gar nicht zu. Als Thinkpad-Besitzer mag ich Clit-Mäuse. 🙂 Daher finde ich das Yoga als gelungenen Kompromiss, vor allem wegen des anderen Scharniers (Display sitzt auf dem Gehäuse und nicht dahinter, wodurch der untere Rand nicht versteckt wird) und wegen des Kartenlesers. Ob der kleine x5 mit KDE 5 zurecht kommt, muss ich dann eben ausprobieren. Mein Netbook mit Atom N450 hat’s schließlich auch geschafft.

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