Xiaomi Mijia Smart Standing Fan Pro Slim im Test – Die Lösung für das Winter-Dilemma?
Ich habe im Laufe der Jahre so ziemlich jeden smarten Standventilator von Smartmi und Xiaomi auf Herz und Nieren getestet. Das geht so weit, dass mir hier in der Redaktion schon der inoffizielle Spitzname „Ventilathorben“ verpasst wurde. Ehrlich gesagt hatte ich die Hoffnung auf echte Innovationen in diesem Segment fast schon aufgegeben. Doch nun hat Xiaomi mit dem Xiaomi Mijia Smart Standing Fan Pro Slim (Modell BPLDS12DM) ein neues Modell auf den Markt gebracht, das sich dem wohl größten Alltags-Problem smarter Standventilatoren widmet.
- Xiaomi Mijia Smart Standing Fan Pro Slim
Inhalt
Kurzfazit zum Xiaomi Mijia Smart Standing Fan Pro Slim
Der Xiaomi Mijia Smart Standing Fan Pro Slim macht einiges anderes als seine Vorgänger, löst aber auch das größte Problem smarter Standventilatoren. Er ist leicht (de-)montierbar und kann in der mitgelieferten Box leicht überwintern. Das dafür nötige neue Design sieht zwar etwas gewöhnungsbedürftig aus, dafür bekommt man Flüsterlautstärke, einen Naturmodus, die smarte App-Anbindung und viele Bediengmöglichkeiten. Der fehlende Akku ist der größte Kritikpunkt für den Preis, man kann ihn aber auch per Powerbank betreiben.
- kann in mitgelieferter Box kompakt überwintern
- Bedienung per App, Fernbedienung & am Gerät
- DC-Motor für guten Windstrom & Flüsterlautstärke
- 90° Neigungswinkel
- höhenverstellbar
- kein integrierter Akku, aber per USB-C nutzbar (Powerbank)
- Kabel hängt etwas hoch
Technische Daten des Xiaomi Mijia Floor Fan Pro Slim
| Modellnummer | BPLDS12DM |
| Motor | DC-Motor (Gleichstrom, leiser Betrieb) |
| Leistung | 15W |
| Besonderheit | Höhenverstellbar, Transportbox, Fernbedienung, App-Steuerung |
| Akku | Nein – aber Powerbank-Anschluss per USB-C |
| Abmessungen | 31 x 33,7 x 100 cm / 3,3 Kg |
Aufbau und das altbekannte Platzproblem im Winter
Das größte Problem herkömmlicher Standventilatoren offenbart sich meist im Herbst: Wohin mit dem sperrigen Gerät, wenn die warmen Tage vorbei sind? Wer in einer kleineren Wohnung lebt, kennt das Dilemma. Mein eigener Smartmi Standing Fan 2 wanderte nach der Saison in den Keller, wo er im vergangenen Jahr leider einer Kellerüberschwemmung zum Opfer fiel – RIP.

Der Xiaomi Mijia Smart Standing Fan Pro Slim setzt genau hier an. Er wird in einer robusten, stoßfesten EPP-Transportbox geliefert, die man sonst eher von Lieferdiensten kennt. Für den Betrieb müssen Sie den massiven 3-mm-Metallsockel, die zwei Stangen sowie den Ventilatorkopf über zwei Schrauben und den mitgelieferten Innensechskantschlüssel miteinander verbinden. Der große Vorteil: Das Gerät lässt sich im Herbst ebenso schnell wieder demontieren und staubgeschützt sowie platzsparend in seiner Box im Regal verstauen. Das schont nicht nur die Nerven, sondern schützt das Gerät auch vor feuchten Kellereinflüssen.
Schlankes Design mit flexibler Höhe
Die Optik des Pro Slim weicht deutlich von klassischen Geräten ab. Durch das flache Profil fehlt ihm die typische „Windrad-Ästhetik“, was im ersten Moment ungewohnt wirken mag. Allerdings schrumpft die Tiefe des Ventilatorkopfes dadurch um rund 63 % – von den sonst üblichen 24 cm auf gerade einmal ca. 8,7 cm, während das eigentliche Rotorblatt seine Größe behält.
Mit einer Gesamthöhe von 100 cm, einer Breite von 31 cm und einem Gewicht von 3,3 kg steht der Ventilator dank des schweren Metallsockels relativ stabil. Trotzdem würde er natürlich umfallen, wenn ihr mit etwas Schwung gegen ihn stoßt. Ein praktisches Detail: Die Höhe lässt sich anpassen, indem man das untere Stangenelement einfach herausdreht. Die Stangen sind über ein einfaches Gewinde miteinander verbunden, sodass das Gerät im Handumdrehen auf kompakte 74 cm Höhe schrumpft und als „Tischventilator“ genutzt werden kann.
Zudem überzeugt das neue Gelenk-Design beim Neigungswinkel. Während ältere Modelle oft nur eine Neigung von 30 bis 40 Grad erlaubten, lässt sich der Kopf des Pro Slim um bis zu 90 Grad nach oben neigen. Ich bin mir zwar nach wie vor unsicher, wofür man das benötigen könnte, aber haben ist besser als brauchen. Auf der Rückseite des Gehäuses befindet sich zudem eine praktische magnetische Halterung für die mitgelieferte Bluetooth-Fernbedienung.
Motor, Lautstärke und Luftstrom im Praxistest
Warum begeistert man sich überhaupt für einen solchen Ventilator? Die zwei entscheidenden Faktoren sind der Motor und die smarten Funktionen.
Günstige Ventilatoren nutzen meist AC-Wechselstrommotoren, die relativ laut und ineffizient sind. Xiaomi verbaut hier einen modernen DC-Gleichstrommotor mit einer Leistung von 15 Watt (der ältere Standing Fan 2 Pro kam noch auf 24 Watt). Trotz der nominell geringeren Leistungsaufnahme verspricht der Hersteller eine Reichweite des Luftstroms von bis zu 14 Metern.
In der Praxis zeigt sich jedoch: Dieser Wert ist etwas utopisch. Bei unserem Test mit einem einfachen DIN-A4-Blatt im Windkanal ließ sich ein spürbarer Luftstrom auf etwa die Hälfte der Distanz (ca. 7 Meter) realistisch nachweisen. Für übliche Wohnräume reicht diese Leistung allerdings mehr als aus.
Besonders punkten kann der DC-Motor bei der Betriebslautstärke. Auf der praxisnahen Stufe 2 bewegt sich der Geräuschpegel bei angenehmen 30 dB am Sitzplatz, was den Ventilator absolut schlafzimmertauglich macht. Unter Volllast auf der höchsten Stufe klettert der Pegel auf etwa 60 dB. Ein kleiner Wermutstropfen: Die horizontale Oszillation (Schwenkbereich) liegt bei diesem Modell bei lediglich 90 Grad. Ähnliche Modelle schafften in der Vergangenheit oft 120 Grad oder mehr.
Für eine sehr natürliche Abkühlung sorgt der bewährte Naturmodus. Statt eines monotonen, durchgehenden Luftstroms imitiert das Gerät dynamisch an- und abschwellende Windbrisen. Über die App lassen sich inzwischen bis zu acht verschiedene Szenarien – wie beispielsweise „Am See“, „Golfplatz“ oder „Berggipfel“ – auswählen, was gerade nachts als sehr angenehm empfunden wird.
Smarte Steuerung und die USB-C-Alternative
Der Ventilator bietet insgesamt drei Bedienmöglichkeiten:
Direkt am Gerät: Auf der Stange befindet sich ein dezentes Display mit Status-LEDs sowie ein Touch-Bedienfeld, über das sich die vier Stufen, die Oszillation und der Naturmodus (per gedrückter Taste) steuern lassen.
Per Bluetooth-Fernbedienung: Die beiliegende Fernbedienung steuert die Grundfunktionen und verfügt zusätzlich über eine dedizierte Timer-Taste. Nach der Nutzung haftet sie magnetisch auf der Rückseite des Gehäuses.
Über die Mi Home App: Da es sich um ein offizielles globales Produkt handelt, klappt die Einbindung im 2,4 GHz WiFi problemlos über die deutsche Region der App. Hier lässt sich die Windstärke stufenlos in 100 Schritten regeln, Zeitpläne erstellen und komplexe Smart-Home-Automatisierungen (z. B. in Kombination mit externen Temperatursensoren) anlegen.
Ohne Akku, aber es gibt einen Kompromiss
Auf ein bekanntes Feature früherer Modelle müssen Käufer allerdings verzichten: Einen integrierten Akku gibt es beim Pro Slim nicht. Xiaomi hat sich hier für einen pragmatischen Kompromiss entschieden und verbaut einen USB-C-Anschluss. Um den Ventilator kabellos und mobil im Garten oder auf dem Balkon zu nutzen, können Sie ihn einfach an eine Powerbank anschließen, die eine Ausgangsleistung von mindestens 18 Watt liefert. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass man nicht unbedingt auf das Original-Ladegerät angewiesen ist.
Was mich dabei ehrlich gesagt etwas nervt, ist die Positionierung des USB-C Anschlusses. Der befindet sich in der oberen Ventilatorstange und sitzt entsprechend hoch, was einerseits etwas Kabellänge verschwendet und auch zur Stolperfalle werden kann. Es ist nicht ganz so schlimm wie bei dem Xiaomi Mi Smart Standing Fan 2 Lite, bei dem das Kabel am Rotorblatt selbst sitzt. Konstruktionstechnisch geht es anscheinend nicht in den Sockel, wo der Anschluss bei den anderen Xiaomi Ventilatoren sitzt.
Fazit: Für wen lohnt sich der Kauf?
Der Xiaomi Mijia Smart Standing Fan Pro Slim erfindet das (Wind-)Rad nicht komplett neu, löst jedoch ein extrem nerviges Alltagsproblem. Schließlich kann er leicht demontiert und im Winter verstaut werden. Zu den Kritikpunkten gehören der fehlende integrierte Akku, der mit 90 Grad etwas schmalere Oszillationswinkel sowie der Preis. Mit rund 120 Euro ist das Gerät teurer als ältere Generationen, die in der Vergangenheit teils für circa 80€ den Besitzer wechselten.
Wer jedoch wenig Stauraum zur Verfügung hat, das Gerät im Winter unkompliziert einlagern möchte und den USB-C-Anschluss als flexiblen Akku-Ersatz zu schätzen weiß, erhält hier einen durchdachten, extrem leisen und optisch dezenten Begleiter für die heißen Sommertage.
Quellen:
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