Anycubic Washing & Curing Machine für $169

Das größte Problem beim SLA-Druck ist das Hantieren mit Resin und die Behandlung der fertigen Drucken. Möglichst einfach soll das mit kompakten Lösungen wie der neuen „Washing & Curing Machine“ von Anycubic gehen.

Anycubic Washing Curing Machine von vorne

Leistung der UV-Lampen40W
Wellenlänge der UV-Lampen405 nm / 365 nm
StromspannungAC110/220V 50/60Hz
Zeit für Reinigung und Aushärten2/4/6 Minuten
Maximale Druck-Größe zum Reinigen115 x 65 x 165 mm
Maximale Druck-Größe zum Aushärten140 x 165 mm
Abmessungen 225 x 220 x 378 mm
Gewicht 6 kg

Kein SLA-Druck ohne UV-Licht

Wer schon mit SLA(-LCD)-Druckern gearbeitet hat, kennt das Problem. Nicht nur das Arbeiten mit dem flüssigen Resin – inklusive Handschuhen und Mundschutz – ist ein kleines Ärgernis. Nach dem fertigen Druck kann man die Werke nicht einfach direkt benutzen, nicht einmal anfassen sollte man sie direkt. Stattdessen muss zunächst das noch vorhandene Resin in einem Bad aus Reinigungsflüssigkeit entfernt werden. Wir verwenden dazu meist Isopropanol (IPA).

Anschließend muss der Druck unter UV-Licht aushärten. Dazu reicht es theoretisch, den Druck in die Sonne zu stellen. Dabei härtet das Resin natürlich nicht gleichmäßig aus und es braucht auch ein paar Stunden. Nachts und bei schlechtem Wetter ist man außerdem aufgeschmissen. Zuverlässiger ist eine UV-Lampe, aber auch hier muss man den Druck drehen.

Alles in einem Gerät

Man kann sich das alles leichter machen, indem man auf solche Komplett-Lösungen zurückgreift wie die Washing & Curing Machine. Hier kann man die Drucke sowohl effizient reinigen als auch aushärten. Äußerlich ähnelt die Maschine den SLA-Drucker von Anycubic: Die durchsichtige Abdeckung schirmt das UV-Licht ab, der Druck wird mittig an der Säule aufgehangen und die Bedienung erfolgt über Tasten auf der Vorderseite.

Zum Reinigen gibt es einen extra Behälter, der im Boden einen kleinen Rotor hat. Der Behälter wird mit IPA gefüllt und der Druck (noch an der Druckplatte haftend) hinein gehangen. Ein Motor im Boden dreht den Rotor, der einen gleichmäßigen Wirbel erzeugt um das flüssige Resin abzuwaschen. Die Reinigung dauert nur ein paar Minuten, die Dauer ist aber auch einstellbar. Der Tank, der ca. 3,5 Liter fasst, lässt sich auch verschließen, um das IPA weiter nutzen zu können.

Anycubic Washing Curing Machine
Links der Tank mit IPA, rechts der gelöste Druck vor den UV-Lampen

Ist der Druck gereinigt, kann man ihn von der Platte lösen und den IPA-Behälter entfernen. An seine Stelle kommt eine kleine Drehscheibe, auf der man den Druck abstellen kann. Wieder kann man die gewünschte Zeit einstellen und das Resin-Modell nun von allen Seiten durch die UV-Lampen in der Z-Säule aushärten lassen.

Einschätzung

Zwei Fragen stellen sich: Macht das Gerät beides (Reinigen und Aushärten) so gut wie beschrieben, und wenn ja, ist es den Preis von rund 150€ wert? Das Prinzip ist nicht neu und die Alternativen deutlich günstiger. UV-Lampen gibt es ab 10€, motorisierte Drehscheiben ab 20€, und zum Reinigen mit Isopropanol braucht es außer einem Behälter gar kein Zubehör. Hier hat man immerhin alles in einem Gerät, außerdem geschieht alles größtenteils automatisch.

Wer auf Selbstbaulösungen steht, der wird deutlich günstiger davon kommen. Wer lieber alles vorgefertigt und möglichst unkompliziert hat, der dürfte das Gerät zumindest interessant finden. Anycubic verkauft den Photon S gerade zusammen mit der Washing & Curing Machine für 480€ ($519). Frage an die 3D-Drucker-Besitzer: Lohnt sich die Ausgabe in euren Augen?

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Jens

Aktuell interessiert mich vor allem das Thema E-Mobilität; die neuen E-Scooter erwarte ich mit Vorfreude. Als leidenschaftlicher Zocker freue ich mich auch über alle Gadgets mit Gaming-Bezug.

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Kommentare (7)

  • Profilbild von weitergedacht
    29.02.20 um 17:56

    weitergedacht

    Lernt Jens bei Kristian an? 😉

    Weil wegen der großen Themenwelten. Jens wechselt das Ressort in der Redaktion…
    (ist leicht Spaßig gemeint)

    • Profilbild von Simplicitas
      29.02.20 um 18:48

      Simplicitas

      Es ist keine Redaktion, sondern eine Agentur.

      • Profilbild von Jens
        02.03.20 um 09:43

        Jens CG-Team

        Das kannst du noch so oft wiederholen, es wird dadurch nicht wahrer. 🙂

        Ganz abgesehen davon, dass auch eine Agentur (was wir nicht sind) eine Redaktion haben kann, der Satz also sowieso schon mal keinen Sinn macht.

        • Profilbild von Simplicitas
          05.03.20 um 13:21

          Simplicitas

          Gut, im Zweifel kannst du dich darauf berufen, dass das Wort "Redaktion" kein geschützter Begriff ist. Dennoch impliziert er beim Leser eine journalistische Tätigkeit.
          Ihr selbst sprecht bei euren Tätigkeiten unter anderem von "Akquise". Damit wärt ihr Teil einer Vertriebsstruktur. Dann betreibt ihr scheinbar noch Content Marketing? Beides ist vollkommen legitim, bekommt jedoch ein G'schmäckle wenn dem Konsumenten der Glaube geschenkt wird es handle sich dabei um Journalismus. Auch das ist nicht rechtlich verboten, widerspricht jedoch der Medienethik.

        • Profilbild von Jens
          06.03.20 um 11:27

          Jens CG-Team

          Ich würde mich auch nicht "Journalist" nennen. Aber natürlich ist das, was wir machen, redaktionelle Arbeit. Uns gibt niemand von außen vor, welche Gadgets wir testen und welche Artikel wir schreiben – das entscheiden wir selbst.

          Und selbst wenn es eine Kooperation in irgendeiner Form gibt, wenn wir beispielsweise Produkte für einen Test gestellt bekommen, ändert das nichts an unserer Bewertung. Klar würde es dem ein oder anderen Hersteller oder Shop besser gefallen, wenn wir seine Produkte hier schönreden – machen wir aber nicht, auch wenn uns da sicherlich Geld durch die Lappen geht. Fakt ist, unsere Meinung ist nicht käuflich. Und wir machen auch keine Agenturarbeit und sind niemandem außer uns selbst Rechenschaft schuldig für den Inhalt unserer Artikel und Videos.

          Insofern weiß ich wirklich nicht, warum du meinst, diese Behauptung immer wieder wiederholen zu müssen.

    • Profilbild von Jens
      02.03.20 um 09:38

      Jens CG-Team

      Kristian macht weiter die FDM-Drucker, aber ich nehme mir seit einer Weile die SLA-Drucker vor. Daher kommt es da zu Überschneidungen in der Themenwelt. 🙂

  • Profilbild von Chris
    05.03.20 um 00:09

    Chris

    Ich hab zwei YouTube vids zu dem Gerät gesehen.
    Beide kommen zu dem Schluss das es nur für kommerzielle Zwecke Sinn ergibt, oder wenn Mensch Geld ausgeben möchte.
    Sehe ich persönlich ähnlich. Habe meinen Photon zwar erst seit 2 Wochen, aber Ultraschallbad mit Iso und Tageslichtlampe erfüllen den Zweck wirklich genauso schnell und nur minimal aufwändiger.
    Also, eher uninteressant für die meisten Menschen.

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