Test

Anycubic Washing & Curing Machine für 111€ aus DE | 128€ bei Amazon

Die Anycubic Washing & Curing Machine ist für jeden, der einen SLA-Drucker besitzt, eine Überlegung wert. Die Maschine ist gerade deutlich günstiger zu bekommen als noch zu unserem Testzeitpunkt. Bei Amazon ist sie aktuell für 127,49€ im Blitzangebot mit Prime-Versand. Noch günstiger gibt es sie aktuell für 110,94€ bei GearBest aus dem DE-Lager, womit der Versand zollfrei, aber 3 bis 7 Tage dauert.

Das größte Problem beim SLA-Druck ist das Hantieren mit Resin und die Behandlung der fertigen Drucken. Möglichst einfach soll das mit kompakten Lösungen wie der neuen „Washing & Curing Machine“ von Anycubic gehen. Klar, dass wir das auch selbst ausprobiert haben.

Anycubic Washing and Curing Machine mit Zubehoer

Leistung der UV-Lampen40W
Wellenlänge der UV-Lampen405 nm / 365 nm
StromspannungAC110/220V 50/60Hz
Zeit für Reinigung und Aushärten2/4/6 Minuten
Maximale Druck-Größe zum Reinigen115 x 65 x 165 mm
Maximale Druck-Größe zum Aushärten140 x 165 mm
Abmessungen 225 x 220 x 378 mm
Gewicht 6 kg

Kein SLA-Druck ohne Nachbehandlung

Wer schon mit SLA(-LCD)-Druckern gearbeitet hat, kennt das Problem. Nicht nur das Arbeiten mit dem flüssigen Resin – inklusive Handschuhen und Mundschutz – ist ein kleines Ärgernis. Nach dem fertigen Druck kann man die Werke nicht einfach direkt benutzen, nicht einmal anfassen sollte man sie direkt. Stattdessen muss zunächst das noch vorhandene Resin in einem Bad aus Reinigungsflüssigkeit entfernt werden. Wir verwenden dazu Isopropanol (IPA).

Anschließend muss der Druck unter UV-Licht aushärten. Dazu reicht es theoretisch, den Druck in die Sonne zu stellen. Dabei härtet das Resin natürlich nicht gleichmäßig aus und es braucht auch ein paar Stunden. Nachts und bei schlechtem Wetter ist man außerdem aufgeschmissen. Zuverlässiger ist eine UV-Lampe, aber auch hier muss man den Druck drehen, das heißt man richtet das Objekt selbst nach einer Weile neu aus, oder man hat eine selbstdrehende Plattform, die man vor der UV-Lampe platziert.

Information zu 3D-Druck mit Resin

Bei dem zum 3D-Druck verwendeten Resin handelt es sich um ein Kunstharz, das im flüssigen Zustand hochgiftig ist. Haut- und vor allem Augenkontakt ist unter allen Umständen zu vermeiden und beim Arbeiten sollten immer Handschuhe getragen werden. Kommt es doch zum Kontakt mit der Haut, sollte man die Stelle sofort mit Wasser und Seife abwaschen. Ein kurzer Kontakt hat in der Regel keine Folgen, allerdings reagiert jede Haut anders auf das Resin, und die Folgen können von nur leichten Reizungen bis hin zu schweren chemischen Verbrennungen reichen. Im ausgehärteten Zustand ist das Anfassen des Material unbedenklich.

Reinigung der fertigen Drucke

Man kann sich das alles leichter machen, indem man auf solche Komplett-Lösungen zurückgreift wie die Washing & Curing Machine. Hier kann man die Drucke sowohl effizient reinigen als auch aushärten. Äußerlich ähnelt die Maschine den SLA-Drucker von Anycubic: Die durchsichtige Abdeckung schirmt das UV-Licht ab, der Druck wird mittig an der Säule aufgehangen und die Bedienung erfolgt über Tasten auf der Vorderseite.

Anycubic Washing & Curing Machine Vorderseite mit Anzeige und Bedienelementen
Die Bedienung ist dank englischer Beschriftung sehr einfach.

Zum Reinigen gibt es einen extra Behälter, der im Boden einen kleinen Rotor hat, der einen gleichmäßigen Wirbel erzeugt um das flüssige Resin abzuwaschen. Die Reinigung dauert nur ein paar Minuten – einstellbar sind zwei, vier oder sechs Minuten. Der Tank, der ca. 3,5 Liter fasst, lässt sich auch verschließen, um das IPA weiter nutzen zu können. An der freien Luft verdunstet der Alkohol nämlich in kürzester Zeit.

Das abgewaschene Resin kann man zunächst im Behälter lassen und den Alkohol trotzdem weiter verwenden. Wenn die Flüssigkeit trüb wird, sich also mit der Zeit mehr Resin darin ansammelt, kann man sie aber austauschen. In der beiliegenden Anleitung wird auch eine Methode beschrieben, das Resin abzuschöpfen und den Alkohol weiter zu benutzen.

Anycubic Washing and Curing Machine Tank mit IPA

Benutzt man zum Drucken einen der Drucker von Anycubic selbst (etwa den Anycubic Photon S), dann kann man die Druckplattform mit einer entsprechenden Halterung direkt selbst in den Behälter hängen. Andere Drucker (ich drucke aktuell mit dem Longer Orange 30) sind mit der Halterung nicht kompatibel, hier entfernt man am besten zunächst den Druck und legt ihn in das beiliegende Sieb, das man dann in den Behälter hängt.

Anycubic Washing & Curing Machine - Blick von oben in den Tank
In das Gitter kann der Druck gelegt werden. Gut sichtbar der Rotor darunter

Aushärten unter UV-Licht

Ist der Druck gereinigt, kann man ihn von der Platte lösen und den IPA-Behälter entfernen. An seine Stelle kommt eine kleine Drehscheibe, auf der man den Druck abstellen kann. Vorher sollte man das Objekt aber trocknen lassen. Wieder kann man die gewünschte Zeit einstellen und das Resin-Modell nun von allen Seiten durch die UV-Lampen in der Z-Säule aushärten lassen. Das hat gegenüber dem Aushärten in der Sonne vor allem den Vorteil, dass es viel schneller vonstatten geht. Man kann den Vorgang auch einfach ein zweites Mal starten und dabei das Modell auf die Seite kippen, denn der Boden des Objekts wird nicht direkt bestrahlt und härtet unter Umständen nicht so gut aus wie der Rest des Drucks.

Anycubic Washing & Curing Machine - Modell (Ritter) auf der Drehscheibe vor den UV-Lampen
Druck auf die Scheibe, Abdeckung drüber – das Aushärten kann losgehen

Beide Modi, sowohl das Waschen als auch das Aushärten, lassen sich nur mit aufgesetzter Abdeckung starten. Wird die Abdeckung während des Vorgangs entfernt, dann stoppt der Prozess sofort. Die Abdeckung filtert die UV-Strahlen und soll so die Augen schützen. Es wird trotzdem dringend davor abgeraten, während des Betriebs in die Leuchten zu schauen.

Anycubic Washing & Curing Machine - fertige Drucke (Ritter, Schädel und kleine Halterung)
Mit der Washing & Curing Machine bearbeitete Drucke

Fazit – Anycubic Washing & Curing Machine kaufen?

Zwei Fragen stellen sich: Macht das Gerät beides (Reinigen und Aushärten) so gut wie beschrieben, und wenn ja, ist es den Preis von rund 150€ wert? Das Prinzip ist nicht neu und die Alternativen deutlich günstiger. UV-Lampen gibt es ab 10€, motorisierte Drehscheiben ab 20€, und zum Reinigen mit Isopropanol braucht es außer einem Behälter gar kein Zubehör. Hier hat man immerhin alles in einem Gerät, außerdem geschieht alles größtenteils automatisch.

Ich muss sagen, dass mit das Gerät soweit gut gefällt. Es ist definitiv um Welten einfacher als die Drucke per Hand zu reinigen und in der Sonne trocknen zu lassen. Es kostet aber eben auch fast 150€, und die würde ich vermutlich nicht dafür ausgeben. Wer auf Selbstbaulösungen steht, der wird deutlich günstiger davon kommen.

Wer lieber alles vorgefertigt und möglichst unkompliziert hat, der dürfte das Gerät zumindest interessant finden. Dann ist es wie so oft eine persönliche Entscheidung, was einem der „Luxus“ wert ist. Frage an die 3D-Drucker-Besitzer: Lohnt sich die Ausgabe in euren Augen?

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Jens

Aktuell interessiert mich vor allem das Thema E-Mobilität; die neuen E-Scooter erwarte ich mit Vorfreude. Als leidenschaftlicher Zocker freue ich mich auch über alle Gadgets mit Gaming-Bezug.

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Kommentare (8)

  • Profilbild von weitergedacht
    # 29.02.20 um 17:56

    weitergedacht

    Lernt Jens bei Kristian an? 😉

    Weil wegen der großen Themenwelten. Jens wechselt das Ressort in der Redaktion…
    (ist leicht Spaßig gemeint)

    • Profilbild von Simplicitas
      # 29.02.20 um 18:48

      Simplicitas

      Es ist keine Redaktion, sondern eine Agentur.

      • Profilbild von Jens
        # 02.03.20 um 09:43

        Jens CG-Team

        Das kannst du noch so oft wiederholen, es wird dadurch nicht wahrer. 🙂

        Ganz abgesehen davon, dass auch eine Agentur (was wir nicht sind) eine Redaktion haben kann, der Satz also sowieso schon mal keinen Sinn macht.

        • Profilbild von Simplicitas
          # 05.03.20 um 13:21

          Simplicitas

          Gut, im Zweifel kannst du dich darauf berufen, dass das Wort "Redaktion" kein geschützter Begriff ist. Dennoch impliziert er beim Leser eine journalistische Tätigkeit.
          Ihr selbst sprecht bei euren Tätigkeiten unter anderem von "Akquise". Damit wärt ihr Teil einer Vertriebsstruktur. Dann betreibt ihr scheinbar noch Content Marketing? Beides ist vollkommen legitim, bekommt jedoch ein G'schmäckle wenn dem Konsumenten der Glaube geschenkt wird es handle sich dabei um Journalismus. Auch das ist nicht rechtlich verboten, widerspricht jedoch der Medienethik.

        • Profilbild von Jens
          # 06.03.20 um 11:27

          Jens CG-Team

          Ich würde mich auch nicht "Journalist" nennen. Aber natürlich ist das, was wir machen, redaktionelle Arbeit. Uns gibt niemand von außen vor, welche Gadgets wir testen und welche Artikel wir schreiben – das entscheiden wir selbst.

          Und selbst wenn es eine Kooperation in irgendeiner Form gibt, wenn wir beispielsweise Produkte für einen Test gestellt bekommen, ändert das nichts an unserer Bewertung. Klar würde es dem ein oder anderen Hersteller oder Shop besser gefallen, wenn wir seine Produkte hier schönreden – machen wir aber nicht, auch wenn uns da sicherlich Geld durch die Lappen geht. Fakt ist, unsere Meinung ist nicht käuflich. Und wir machen auch keine Agenturarbeit und sind niemandem außer uns selbst Rechenschaft schuldig für den Inhalt unserer Artikel und Videos.

          Insofern weiß ich wirklich nicht, warum du meinst, diese Behauptung immer wieder wiederholen zu müssen.

        • Profilbild von Gast
          # 30.08.20 um 12:11

          Anonymous

          Medienethik? Echt jetzt?
          Zeig mir z.B. nur einen Sender im öffentlichen Fernsehen, der nicht alles zurechtschneidet, um damit alles aus dem Kontext zu reißen und den Leuten eine vordefinierte Meinung übermitteln will.
          Und das auch nur unter der Annahme, dass das gezeigte überhaupt stimmt, denn die Medien sind durchtränkt mit Halbwissen und Lügen!

    • Profilbild von Jens
      # 02.03.20 um 09:38

      Jens CG-Team

      Kristian macht weiter die FDM-Drucker, aber ich nehme mir seit einer Weile die SLA-Drucker vor. Daher kommt es da zu Überschneidungen in der Themenwelt. 🙂

  • Profilbild von Chris
    # 05.03.20 um 00:09

    Chris

    Ich hab zwei YouTube vids zu dem Gerät gesehen.
    Beide kommen zu dem Schluss das es nur für kommerzielle Zwecke Sinn ergibt, oder wenn Mensch Geld ausgeben möchte.
    Sehe ich persönlich ähnlich. Habe meinen Photon zwar erst seit 2 Wochen, aber Ultraschallbad mit Iso und Tageslichtlampe erfüllen den Zweck wirklich genauso schnell und nur minimal aufwändiger.
    Also, eher uninteressant für die meisten Menschen.

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