Warum ich Heißluftfritteusen liebe – und trotzdem nicht jeder eine braucht
Man kommt kaum noch an ihnen vorbei. In jeder Küche, auf jedem TikTok-Kanal und in jedem Freundeskreis scheint es sie zu geben: die Heißluftfritteuse. Der Hype ist real, auch bei uns auf der Arbeit und im Team. Und trotzdem bin ich der festen Überzeugung: Nicht jeder braucht dieses Gerät. Es ist Zeit für eine ehrliche Einordnung.
Inhalt
Der Hype ist real: Warum die Dinger wirklich gut sind
Lassen wir das Marketing-Gerede beiseite und schauen auf die Fakten. Eine Heißluftfritteuse ist im Grunde nichts anderes als ein sehr kleiner, leistungsstarker Umluft-Backofen. Und genau darin liegt ihre Genialität.
Einen riesigen Backofen für eine Portion Pommes oder ein paar Aufbackbrötchen vorzuheizen, dauert ewig und ist Energieverschwendung. Der kleine Garraum einer Heißluftfritteuse ist in wenigen Sekunden meist auf Betriebstemperatur. Durch den kompakten Raum und den starken Luftstrom wird Feuchtigkeit effizient abtransportiert. Das Ergebnis: Alles wird rundum knuspriger als im großen Backofen. Von Pommes über Chicken Wings bis hin zu geröstetem Gemüse – der Unterschied ist oft spürbar.
Und vor allem die Vielseitigkeit ist das große Plus. Wer das Gerät nur als „Fritteuse“ sieht, verpasst das Beste. Ich nutze meine zum Aufwärmen von Pizza (wird wieder knusprig, nicht labberig wie in der Mikrowelle), zum Überbacken von Sandwiches oder zum schnellen Garen von Kartoffeln.
Nicht alle sind gleich: Ein kurzer Überblick
Der Markt ist mittlerweile riesig. Im Grunde gibt es aber vier Hauptkategorien, in die sich fast alle Modelle einordnen lassen:
- Der Klassiker (Einzelkorb): Ein einzelner Garkorb, ideal für Singles oder Paare. Simpel, platzsparend und oft günstig. (z.B. der erste Xiaomi Air Fryer)
- Der Alleskönner (Doppelkammer): Zwei getrennte Garkörbe, die man unabhängig voneinander steuern kann. Perfekt, um eine komplette Mahlzeit (z.B. Hähnchen und Pommes) gleichzeitig zuzubereiten. (z.B. Ninja Foodi Max Dual Zone)
- Der Hochstapler (Vertikal): Die neueste Evolutionsstufe, bei der die Körbe übereinander statt nebeneinander liegen. Spart extrem viel Platz auf der Arbeitsfläche. (z.B. Ninja Double Stack, Cosori Turbo Tower)
- Die Kombi-Geräte: Große Geräte, die Heißluftfritteuse, Mini-Backofen und oft auch eine Grillfunktion vereinen. Eher ein Ersatz als eine Ergänzung zum Backofen.
Wenn ich gefragt werde, welches Modell ich am ehesten empfehlen würde, dann wäre es bei ausreichendem Platz immer mindestens eine Doppelkammer. Weil es einem so viel mehr Flexibilität bietet auch mehrere Lebensmittel unabhängig voneinander rechtzeitig zu garen. Nichtsdestotrotz kann man auch mit einer Kammer sehr gut klarkommen.
Warum braucht nicht jeder einen Air Fryer?
Air Fryer sind in meinen Augen eine gute Ergänzung in der Küche oder besonders für kleine Küchen als Ofenalternative eine super Lösung. Sie sind in der Anschaffung oft schon günstig zu bekommen und leichter zu transportieren als ein Ofen. Vor allem die kinderleichte Handhabung macht sie für eine noch breitere Zielgruppe interessant.
Wenn man aber nicht viel kocht oder, wie ich, einen kleinen Kombi-Ofen mit Airfryer-Funktion besitzt, dann ergibt auch die beste Heißluftfritteuse der Welt nicht unbedingt Sinn. Ich habe zum Beispiel selbst immer noch den Xiaomi Smart Air Fryer zuhause, der extrem selten herausgeholt wird, da die für mich wichtigen Vorteile eines Air Fryers, schnelles Erhitzen, kleiner Garraum, etc, schon durch meinen Ofen erfüllt werden. Hier müsst ihr einfach euer eigenes Kochverhalten und bestehende Küchengeräte analysieren und selbst abwägen, ob ein weiteres Gerät in der Küche euch das Leben erleichtert oder einfach nur Platz wegnimmt.
Die dunkle Seite der Beschichtung: Das PFAS-Problem
Ein Thema, das immer mal wieder genannt wird, ist die Beschichtung der Garkörbe. Fast alle günstigeren Modelle setzen auf eine Antihaftbeschichtung aus PTFE (Teflon). Das gehört zur Gruppe der PFAS, auch bekannt als „Ewigkeitschemikalien“. Das Problem: Wenn diese Beschichtungen zerkratzt oder stark überhitzt werden, können sie potenziell gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen.
Deshalb: Niemals mit Metallbesteck im Korb kratzen! Reinigt die Körbe immer mit einem weichen Schwamm oder, wenn möglich, in der Spülmaschine. Wer auf Nummer sicher gehen will, sucht gezielt nach Modellen mit PFAS-freier Keramikbeschichtung oder sogar Körben aus Edelstahl. Diese sind zwar seltener und teurer (z.B. die neue COSORI ICONIC), aber potentiell eine sinnvolle Investition in die eigene Gesundheit.
Ganz ehrlich: Eine App für den Air Fryer ist Quatsch
Kommen wir zu meinem Lieblingsthema: smarte Funktionen. Ich liebe mein Smart Home, aber eine App für eine Heißluftfritteuse ist in 80% der Fälle kompletter Unsinn und oft nur ein Marketing-Gag. Warum?

Ein smarter Saugroboter, der eine Stunde saugt, während ich nicht da bin? Sinnvoll. Eine smarte Waschmaschine, die mir meldet, dass der zweistündige Waschgang fertig ist? Praktisch. Aber eine Heißluftfritteuse? Die läuft 15-20 Minuten. In dieser Zeit stehe ich meistens sowieso in der Küche. Ich muss den Korb vielleicht zwischendurch schütteln. Eine Push-Nachricht, die mir sagt, dass das Essen fertig ist, ist komplett redundant, wenn ich den lauten Signalton des Geräts sowieso höre.
Die Rezepte in den Apps sind oft schlecht übersetzt und man findet online bessere. Die Steuerung ist über die App fummeliger als mit zwei schnellen Knopfdrücken am Gerät selbst. Smarte Funktionen machen hier ein simples, schnelles Gerät unnötig kompliziert und teuer. Es wird sicherlich auch Vorteile durch die App geben, je nachdem wie weit entfernt der Airfryer auch von euch während des Vorgangs ist. Aber meiner Meinung nach kann man sich das Geld für eine Smart-Funktion wirklich sparen.
Mein Fazit: Geniales Werkzeug, aber kein Muss
Eine Heißluftfritteuse ist ein fantastisches Werkzeug, das die Zubereitung vieler Gerichte schneller, einfacher und energieeffizienter macht. Sie als vollständigen Ofenersatz zu sehen, würde ich auch nicht so unterschreiben. Stattdessen ist sie eine praktische Ergänzung dazu.
Wer oft kleine bis mittlere Portionen kocht, wer auf knusprige Ergebnisse steht und wer oft schnell etwas Warmes auf dem Tisch haben will, für den ist ein Air Fryer eine absolute Bereicherung. Wer aber meist für eine Großfamilie kocht, selten Tiefkühlprodukte oder „knusprige“ Gerichte zubereitet und in der Küche kaum noch Platz hat, der kann auf den Hype getrost verzichten.
Wie seht ihr das? Ist die Heißluftfritteuse aus eurer Küche nicht mehr wegzudenken oder nur ein überhyptes Gadget? Schreibt es in die Kommentare
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Kommentare (10)