Test

Huawei MatePad Pro 13,2″ Test: Mit Stift & Tastatur richtig gut

Das große Huawei MatePad Pro 13,2″ kommt jetzt auch nach Deutschland. Ausgestattet mit einem flexiblen OLED mit schneller 144 Hz Bildwiederholrate, einem Stift mit 10.000 Druckpunkten und einem großen Akku mit schneller 88 W Ladegeschwindigkeit, möchte es den Top-Modellen Konkurrenz machen.

Huawei MatePad Pro 13,2 seitlich in der Hand

Technische Daten des Huawei MatePad Pro 13,2″

 Huawei MatePad Pro 13,2″
Display13,2″ 144 Hz OLED, 2880 x 1920p, 100 nits
ProzessorKirin 9000W Octa-Core
GrafikchipMaleoon 910
Arbeitsspeicher12 GB
Interner Speicher256/512GB
Hauptkamera13 MP ƒ/1.8

8 MP ƒ/2.2

Frontkamera16 MP + dToF-Sensor
Akku10000 mAh, 88W Ladegeschwindigkeit
KonnektivitätWLAN 6, Bluetooth 5.2, USB-C 3.1 Gen 1
FeaturesFace Unlock  | 6 Lautsprecher | 4 Mikrofone
BetriebssystemHarmonyOS 4
Abmessungen / Gewicht289,1 x 196,1 x 5,5 mm / 580g

Design & Verarbeitung

Mit einer Größe von 289,1 x 196,1 x 5,5 mm wiegt das Tablet 580 g. Bei der Farbe könnt ihr zwischen Grün und Schwarz wählen, wobei die schwarze Version nur in der 12/256-GB-Speichervariante verfügbar ist und die grüne nur in der 12/512-GB-Speichervariante. Die größere Speichervariante kommt auch standardmäßig mit der Tastatur im Lieferumfang.

Huawei MatePad Pro 13,2 auf dem Tisch

Wie üblich bei Huawei ist das Gerät wertig verarbeitet und die dünnen 5,5 mm Ränder machen schon etwas her.

Bildschirm

Eines der Highlights ist auf jeden Fall das 13,2″ große OLED Display im 3:2 Seitenverhältnis. Dies erreicht mit einer Auflösung von 2880 x 1920 Pixeln eine Pixeldichte von 262 ppi und hat gleichzeitig eine 144 Hz Bildwiederholrate. Es wird zudem bis zu 1000 nits hell und deckt den DCI-P3 Farbraum ab.

Huawei MatePad Pro 13,2 Notch

Da es sich um ein flexibles OLED-Panel handelt, konnte man die Bildschirmränder gleichmäßig dünn halten und erreicht so eine Screen-to-body-Ratio von 94%. Mittig befindet sich aber eine breite Notch, welche die Frontkamera und einen ToF-Sensor beheimatet. Sieht etwas ulkig aus, in der Praxis fängt man aber schnell an, diese auszublenden.

Stift & Tastatur

Der Bildschirm eignet sich zum Schreiben, Zeichnen und Malen, da man hier einen Stift mit 10.000 Druckpunkten nutzen kann. Außerdem soll die Latenz besonders niedrig sein, sodass ihr keine Verzögerung spürt. In der Praxis fühlt sich die Eingabe mit dem Stift natürlich an und es lässt sich damit gut zeichnen oder schreiben.

Huawei MatePad Pro 13,2 Zeichnen

Zudem könnt ihr die Spitzen des HUAWEI M-Pencil der 3. Generation austauschen. Die durchsichtige Spitze ist fester und soll besser zum Malen geeignet sein; die undurchsichtige Spitze ist weicher und soll eine bessere Schreiberfahrung ermöglichen.

Neben dem Stift gibt es auch eine Tastatur, die per Magnet an das Tablet angeschlossen wird. Auf dieser befindet sich ein großes Touchpad. Das Schreibgefühl ist gut und ist zum Glück auch im deutschen QWERTZ-Layout. Etwas nervig ist der Umgang mit der Bildschirmtastatur und der physischen Tastatur. Klippt man die Tastatur ab, bleibt sie richtigerweise aktiv und man kann so weiter mit ihr schreiben. Möchte man jetzt aber auch die Bildschirmtastatur nutzen, öffnet sich diese nicht standardmäßig. Man kann zwar aktivieren, dass sie sich immer öffnet, das ist dann aber wiederum beim Nutzen der physischen Tastatur nervig. Ein Update wäre hier sehr willkommen.

Zusätzlich zur Tastatur befestigt man magnetisch eine Abdeckung mit Kickstand und so lässt sich das Tablet als Laptop nutzen, getrennt von der Tastatur als „Bildschirm“ und zum Zeichnen in einer leicht angehobenen Position. Ein Tisch ist immer noch die beste Oberfläche zur Nutzung der Tastatur, es ist aber durchaus möglich, das Tablet und Tastatur auf dem Schoß zu halten und die Tastatur zu bedienen. Positiv ist hier, dass die Tastatur nur an der Seiten wirklich nachgibt.

Huawei MatePad Pro 13,2 Kickstand

Lautsprecher

Im Tablet stecken insgesamt 4 Mikrofone und 6 Lautsprecher, die für ein gutes Klangerlebnis sorgen sollen. Den Huawei Sound beschreibt man hier als atemberaubend und so ganz übertreiben sie nicht.

Huawei MatePad Pro 13,2 seitlich

Klar, es sind immer noch kleine Lautsprecher in einem Tablet, aber die werden laut und klingen dabei auch noch gut. Damit sind sie gut geeignet für Filme, Serien oder Musik.

Akku

Ein großer Akku mit 10.100 mAh versorgt das Tablet mit Strom. Die Laufzeit ist dabei zwar „in Ordnung“, jedoch auch nicht sonderlich gut. Im Akkubenchmark hielt das Tablet nur 7 Stunden und 47 Minuten durch. Zum Vergleich hat es ein Xiaomi Pad 6 auf ganze 12 Stunden geschafft.

Huawei MatePad Pro 13,2 Akkubenchmark

Mithilfe des beiliegenden Netzteils lässt sich das Tablet mit 88W über Huawei SuperCharge jedoch wieder schnell aufladen. Geladen wird über den USB-C-Anschluss.

Konnektivität

An der Unterseite sitzt ein USB-C-Anschluss, der mit USB 3.1 Gen 1 angebunden ist. Kabellos könnt ihr euch über Wi-Fi und Bluetooth 5.2 verbinden. Öfters streichen Hersteller die Möglichkeit, GPS zu nutzen. Beim Huawei MatePad Pro könnt ihr aber auf GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo und QZSS zurückgreifen.

Leistung

Ein solches Tablet benötigt auch einen leistungsfähigen Prozessor, hier kommt der Kirin 9000W zum Einsatz. Dieser ist nicht ganz auf dem Level von heutigen Top-Prozessoren und reiht sich bei der CPU-Leistung zwischen Snapdragon 8 Gen 1 und Snapdragon 888 ein. Bei der Grafikleistung sieht es etwas schlechter aus, hier liegt man leicht unter der Adreno 650, welche im Snapdragon 870 eingesetzt wird. Somit hat man durchaus einiges an Leistung, die zwar weiterhin für alle Einsatzzwecke mehr als ausreicht, jedoch nicht auf dem höchsten Level agiert.

Beim Nutzen des Tabletts fällt die fehlende Leistung zur Konkurrenz aber nicht auf. Apps öffnen schnell und Ruckler gibt es sowieso nicht. Wollt ihr hier Videos bearbeiten oder aufwendige Spiele zocken, ist es aber dennoch dann nicht die beste Wahl.

Huawei MatePad Pro 13,2 3DMark Wild Life Extreme

Dem Tablet stehen 12 GB Arbeitsspeicher und wahlweise 256/512 GB Speicher zur Verfügung. Eine Erweiterung per microSD-Karte gibt es nicht.

Software

Auf dem Tablet läuft HarmonyOS 4, welches Android-Apps unterstützt, jedoch keine Google Dienste von sich aus hat. Das Betriebssystem ist weiterhin sehr ähnlich zu anderen Android-Geräten. Apps können als fliegende Fenster geöffnet werden oder nebeneinander im Splitscreen.

Hauptquelle für Apps ist die AppGallery, welche einige familiäre Apps beherbergt und bei fehlenden Apps euch direkt auf den .apk-Download weiterleiten kann.Huawei MatePad Pro 13,2 Appgallery Als weiteres Ass im Ärmel gibt es noch: die GBox, welche Apps mit Google Diensten auf das Gerät bringt. Hier könnt ihr euch über den Play Store mit einem Google Account einloggen und Apps wie YouTube, Gmail & Co. nutzen. Es funktionieren aber nicht alle Apps auf dem Tablet in dem Umfang, wie man es gerne hätte.

Huawei MatePad Pro 13,2 GBox

Spiele wie Call of Duty Mobile oder Asphalt 9 laden erst gar nicht und Netflix lässt sich zwar installieren und nutzen, jedoch befindet sich das Gerät nicht auf der Liste der Geräte, die dann auch HD-Inhalte unterstützen. Bei solch einem Display, welches fürs Streaming durchaus geeignet wäre, natürlich suboptimal.

Huawei MatePad Pro 13,2 Netflix

So fällt der Faktor Streaming, der bei vielen ein Argument für ein Tablet ist, ganz raus. Man kann zwar YouTube oder andere nicht kopiergeschützte Inhalte schauen, aber damit schränkt sich die Zielgruppe ein.

Huawei MatePad Pro 13,2 YouTUbe

An anderer Stelle funktioniert das Ganze mit der App-Unterstützung aber wieder ganz gut.  So gibt es die komplette Office-Suite inklusive OneNote zum Anfertigen von Notizen mit dem Stift. Ebenfalls Apps zum Zeichnen und Malen wie Krita funktionieren problemlos.

Huawei MatePad Pro 13,2 beim Schreiben

Wie eben angedeutet ist die Auswahl der Spiele aus dem Play Store, die dann auch funktionieren, begrenzt. Hier fährt man mit den Möglichkeiten der AppGallery besser, die muss dann aber auch den eigenen Geschmack treffen. Alternativ funktioniert aber auch Cloudstreaming wie der Xbox Game Pass.

Kamera

Auf der Rückseite sitzen zwei Kameras. Eine 13-MP-Kamera mit einer Blende von f/1.8 und eine 8 MP Weitwinkelkamera mit einer Blende von f/2.2. Daneben sitzt auch noch ein LED-Blitz. Auf der Front gibt es eine 16-MP-Kamera mit einer Blende von f/2.2 und einen dToF Sensor, der zum Beispiel zur Präsenzerkennung genutzt wird. Die Qualität der Kameras ist sicherlich nicht weltbewegend, aber erfüllt ihren Zweck zum schnellen Fotografieren von Dokumenten oder für Videoanrufe.

Die Frontkamera mit dem zusätzlichen ToF-Sensor ist dann auch noch für die Gesichtserkennung zuständig, welche zuverlässig das Gerät für euch entsperrt und auch schnell eingerichtet ist.

Huawei MatePad Pro 13,2 Zoomfoto

Fazit

Die Bewertung des Huawei MateBook Pro 13.2″ fällt einem teilweise etwas schwer, da die größten Mankos vom Hersteller nicht behoben werden können. Dennoch muss man sich das anschauen, was man letztendlich geboten bekommt. Festhalten kann man, dass der Bildschirm richtig gut aussieht und zusammen mit dem Stift zum digitalen Zeichentablet wird. Auch die Tastatur ist sehr gut gelungen und hat ein angenehmes Schreibgefühl, während die Lautsprecher immer für die passende klangliche Untermalung sorgen.

Huawei MatePad Pro 13,2 von vorne

Bei der Leistung muss man selber wissen, welche Anforderungen man hat. Der Kirin 9000W hat ausreichend Leistung für die Aufgaben, bei denen ich das Tablet empfehlen würde, ist aber nicht auf derselben Höhe wie andere Prozessoren. Wenn man sich jetzt die Preiskategorie in Gedanken ruft, dann ist das schon auch ein Negativpunkt.

In Sachen Produktivität, Zeichnen und Malen kann das Tablet zusammen mit HarmonyOS abliefern, während der Entertainment Part eher schwächelt. Einige Spiele aus dem Play Store über GBox funktionieren nicht und die Spieleauswahl in der AppGallery ist eher durchwachsen. Streaming ist hier grundsätzlich möglich, ist mit fehlenden HD-Inhalten bei Netflix & Co. aber auch nicht schön anzusehen.

  • Heller, schneller & scharfer Bildschirm
  • Gute und laute Lautsprecher
  • Tastatur & Stift als Zubehör erhältlich
  • Zahlreiche beliebte Apps für Notizen und Zeichnungen
  • Apps mit Google Diensten nur eingeschränkt über GBox
  • Prozessor nicht ganz auf aktuellem Leistungsniveau
  • Keine HD-Inhalte bei Netflix

Mit dem Huawei MatePad Pro 13,2″ geht man einfach Kompromisse ein, die der Hersteller am liebsten wohl auch beheben würde, es aber wegen der Sanktionen nicht kann. Dinge wie Leistung und Softwareunterstützung wären so kein Ding. Wer vor hat auf seinem Tablet produktiv zu arbeiten, es für die Schule oder Uni nutzt, kommt meiner Ansicht nach sehr gut zurecht. Jetzt bin ich nicht sehr künstlerisch begabt, die Auswahl an Software und der fähige Stift sind hier aber auch ein positiver Punkt, den man hervorheben kann. Wenn man es aber eher als Entertainment-Tablet nutzen möchte, ist man wohl bei Lenovo, Samsung oder Apple besser aufgehoben.

6f62d5648f9949e7ac076accf16f2fdd Hier geht's zum Gadget

Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, erhalten wir oftmals eine kleine Provision als Vergütung. Für dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und dir bleibt frei wo du bestellst. Diese Provisionen haben in keinem Fall Auswirkung auf unsere Beiträge. Zu den Partnerprogrammen und Partnerschaften gehört unter anderem das Amazon PartnerNet. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Profilbild von Fabian

Fabian

Besonders interessieren mich Kopfhörer, aber auch alles rund um Computer & Laptops kann mich begeistern.

Sortierung: Neueste | Älteste

Kommentare (11)

  • Profilbild von stangebelm
    # 12.01.24 um 11:50

    stangebelm

    ohne Google Playstore natürlich 😕

  • Profilbild von Helge Husn
    # 12.01.24 um 13:06

    Helge Husn

    Ein 1000€ 13" Touchdisplay… Joa, kann man mal machen…

  • Profilbild von flexibel?
    # 12.01.24 um 22:05

    flexibel?

    Was heißt denn flexibel bei dem Display?

    • Profilbild von Der_Kroate
      # 14.01.24 um 15:08

      Der_Kroate

      Dur Kannst das Display biegen 🤣

    • Profilbild von Fabian
      # 15.01.24 um 10:52

      Fabian CG-Team

      Das Display an sich ist flexibel, wodurch man einen Teil intern umbiegen kann und so dünnere Ränder erreicht. So wie du es bekommst, ist es starr und mit einer Glasoberfläche.

  • Profilbild von Mo72
    # 11.02.24 um 20:11

    Mo72

    ha, mein Chromebook hat auch 13zoll und Play Store, für knapp über 200€

    • Profilbild von Kelvin
      # 11.02.24 um 21:29

      Kelvin

      @Mo72: ha, mein Chromebook hat auch 13zoll und Play Store, für knapp über 200€

      in jedem Fall immer die bessere Wahl 👍

      • Profilbild von Steza
        # 12.02.24 um 13:46

        Steza

        Moin Kelvin…
        Mal 'ne Frage…welches Chromebook haste denn ? Spiele mit dem Gedanken, mir auch eines zu holen…mehr für Office und biss'l streamen. Sollte dann aber schon ab 12 Zoll aufwärts sein.

    • Profilbild von elconte
      # 12.02.24 um 08:38

      elconte

      Unglaublich wie man hier Äpfel mit Birnen vergleicht.

      Eins ist ein Tablet und das andere ein Notebook.

      Vor allem, wenn ich jedes Mal lese mit dieser bescheuerten playstore ausrede. Die meisten Apps sind im Huawei store erhältlich und wenn eben nicht, in einen der vielen anderen Stores schauen die es gibt.

      • Profilbild von Kelvin
        # 12.02.24 um 11:55

        Kelvin

        @elconte: Unglaublich wie man hier Äpfel mit Birnen vergleicht.

        Eins ist ein Tablet und das andere ein Notebook.

        Vor allem, wenn ich jedes Mal lese mit dieser bescheuerten playstore ausrede. Die meisten Apps sind im Huawei store erhältlich und wenn eben nicht, in einen der vielen anderen Stores schauen die es gibt.

        vor allem wenn ich jedes Mal lese man soll in irgendeinen anderen Store sich erst mühsam durchsuchen oder gar selbst aus dem Internet herunterladen 😬 wozu wenns doch Hersteller gibt die einen Store bieten der alles! hatt! Google Playstore!!

  • Profilbild von Farbrausch
    # 12.02.24 um 09:55

    Farbrausch

    Also für den Preis finde ich die CPU+GPU Leistung nicht in Ordnung, auch wenn es ansonsten vielleicht ein Ordentliches Gerät ist. Schade

Kommentar schreiben

Name
E-Mail
Diese E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen.