Test

Anycubic Mega Zero: Einsteiger 3D-Drucker für 133,55€ aus EU

Zurzeit bekommt ihr mit dem Gutschein DEMZ15 den Anycubic Mega Zero bei AliExpress für 133,55€ aus dem EU-Lager (wählt dazu Tschechien, Polen, oder Spanien aus). So lauft ihr keine Gefahr, dass ihr Zollgebühr zahlen müsst und der 3D-Drucker hat eine Lieferzeit von circa 3 Wochen. Für diesen Preis bekommt ihr einen soliden 3D-Drucker für den Einstieg. In unserem Test erfahrt ihr mehr zum Aufbau und den Druckergebnissen.

Haben wir hier (endlich) einen würdigen Creality3D Ender-3 Konkurrenten? Eine schnelle Aufbauzeit, solide Verarbeitung und vor allem: Ein schmaler Preis. Das alles bietet der neue Anycubic Mega Zero – zumindest auf dem ersten Blick.

Wie schlägt der neue Anycubic 3D-Drucker sich im Test? Und wird er ähnlich positive Wellen, wie damals der I3 MEGA schlagen? Ich bin skeptisch!

Anycubic Mega Zero
Der Anycubic Mega Zero – in dieser Preisliga ähneln sich die meisten 3D-Drucker aus China sehr.

Lieferumfang und Verpackung

Wenn man das Paket öffnet, erwartet einen die „klassische Verpackung“. Alles ist in Schaumstoff-Formen, auf den üblichen zwei Schichten, einsortiert und dementsprechend in ordentlichem Zustand. Alle Teile, von den Stepper-Motoren bis hin zur kleinsten Schraube sind da und meist sogar beschriftet. Das macht natürlich die Suche nach den Teilen, beim Aufbau, deutlich einfacher.

Anycubic Mega Zero Verpackung
Sauber und ordentlich verpackt, so wollen wir das sehen.

Auch das Zubehör und das Werkzeug ist schnell gefunden und in zufriedenstellendem Zustand. Bedenkt bitte: Ganze Schrankwände will man damit allerdings nicht aufbauen ;-). Dennoch: Alles was man für die Bedienung oder den Aufbau des Druckers benötigt, ist dabei.

Anycubic Mega Zero Zubehör
Werkzeug für den Aufbau liegt bei

Schneller Aufbau

Mit etwa 40 Minuten Aufbauzeit, legt der Anycubic Mega Zero ganz sicher keinen Rekord hin, anders als der Anycubic I3 MEGA, welcher nur 5 Minuten in Anspruch nahm. Trotzdem ist die Montage sehr einfach und selbst für einen Laien kein Problem. Selbst wer Handwerklich komplett unbegabt ist, kann sich an die englische Schritt-für-Schritt Anleitung halten und dürfte eigentlich keine Probleme bekommen.

Anycubic Mega Zero Bauanleitung
Englische Aufbauanleitung: Gut bebildert und selbsterklärend.

Im Prinzip ist nicht viel zu tun. Der Frame steht innerhalb von ein paar Minuten (Aufbau mit vier Schrauben auf die Base setzen) – lediglich das Montieren der Stepper und der Verkabelung nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch, ist aber auch zügig erledigt.

Anycubic Mega Zero Schrauben
Zwei Schrauben pro Seite und das Ding steht steif.

Man sollte aber auf jeden Fall (wie immer) darauf achten, alle Teile richtig (herum) zu montieren. Zu schnell denkt man sich in der Routine gerne einmal: „Ja, passt schon. Das gehört hier hin“ uuund … man darf die Teile wieder lösen und erneut anschrauben ;-).

Anycubic Mega Zero Taster
Rost oder verbogene bzw. kaputte Teile sucht man vergeblich
Anycubic Mega Zero Belüftung
Leider ist hier nur ein einziger Lüfter verbaut
Anycubic Mega Zero Feeder
Der Feeder macht seine Arbeit sehr zuverlässig, keine Probleme bisher

Insgesamt würde ich die Verarbeitungsqualität mit einer Schulnote 2 bewerten – wenn man den Preis im Hinterkopf behält.

Einrichtung in 5 Minuten

Die Einrichtung des Druckers ist denkbar einfach. Sobald alles fertig aufgebaut ist: Stecker in die Steckdose. Einschalten, über den „Home All“ Befehl in die Start-Position fahren lassen und danach noch die Ecken über „Level Corners“ abfahren (das sog. „Leveling“). Das geschieht über das englische Menü, welches sehr einfach und übersichtlich aufgebaut ist. Das Menü dürftet ihr als 3D-Drucker-Besitzer bereits kennen. Es ist zwar kein „fancy“ Touchscreen, aber zielführend.

Anycubic Mega Zero Bildschirm
Alter Bekannter: Das 12864 Display mit Drehrädchen zum Navigieren

Es stehen noch die letzten Schritte des Levelns, also das Ausrichten des Hotbeds, auf dem Plan. Dafür kann man die Höhe durch die Schrauben unter dem Hotbed anheben oder absenken. Die Höhe sollte so eingestellt sein, dass zwischen Hotbed und Nozzle nur noch etwa 0,1 mm Platz bleibt. Ob das der Fall ist, könnt ihr am besten mit einer Quittung oder einem anderen dünnen Stück Papier testen. Es sollte zwar noch dazwischen passen, aber beim Herausziehen sollte man einen leichten Widerstand spüren.

Jetzt zum besten Preis bestellen >>

(Achtung: Die 0,1 mm sind ein guter Richtwert für den Einstieg! Je nach Nozzle-Durchmesser, Layerheight, Flow und Filamentart sollte man später mit diesem Wert „spielen“)

Anycubic Mega Zero Nozzle
Die Nozzle liegt auf: Das Druckbett muss also noch abgesenkt werden.

Das wird für alle vier Ecken, als auch die Mitte des Druckbeds ausgeführt. Am besten direkt zwei mal hintereinander. Wer das nicht vernünftig ausführt wird bei seinem ersten Drucken vermutlich nicht viel Spaß haben.

Der erste Druck

So weit – so gut. Kommen wir zum wichtigsten Part: Der Druckqualität. Wir haben uns, mal wieder, für die Eule entschieden, da diese Datei bereits als GCODE auf der beigelegten (noname) SD-Karte gespeichert ist. Im besten Fall, hat der Hersteller diese Datei schon (hoffentlich) optimal gelsiced, sodass das Ergebnis entsprechend gut sein sollte. Dafür liegt auch ein wenig rotes Filament im Paket bei (etwa 10m), aber das reicht leider nur für den ersten Druck.

Welches da für euch das richtige ist, könnt ihr in unserem passenden Ratgeber lesen. Bei Amazon findet ihr eine große Auswahl an preiswertem Filament, das dann nicht nur ähnlich günstig, sondern auch noch schnell bei euch ist.

Anycubic Mega Zero Filament
Es ist zwar nicht viel, aber wenigstens etwas Filament liegt bei. Am besten direkt mitbestellen.

Die Lüfter und insbesondere die Stepper sind, in dieser Preisliga ist das völlig normal, deutlich hörbar und somit pendelt sich der Anycubic Mega Zero bei etwa 65 dB Betriebslautstärke ein. Dies ist nicht unbedingt störend, aber viel zu laut fürs Schlafzimmer ;-). Wer einen wirklich angenehm leisen 3D-Drucker sucht, sollte sich den Creality3D CR-10 V2 mit Stepper-Treibern (und vielen Extras) anschauen.

In der Mitte des ersten Drucks habe ich den Druck probeweise mal angehalten und wieder gestartet. Das „Resume Printing“-Feature funktioniert ohne Komplikationen oder Fehler die sich dann im Druck widerspiegeln.

Ancubic Mega Zero Grundlage

Sowohl die Konturen und Einkerbungen im Baumstamm, als auch die Krallen und Füße der Eule, waren kein Problem für den Anycubic Mega Zero. Alles sieht auf den ersten Blick sauber und genau aus.

Anycubic Mega Zero Konturen

Leider gab es ein paar unsaubere Stellen bei den Federn. Das Filament ist ein wenig verlaufen und somit hat man ein paar Nasen an den unteren Federn. Die Überhänge werden durch die (nur) einseitige Bauteilbelüftung nicht entsprechend gekühlt.

In späteren Tests konnte ich dies mit anderem Filament und einer reduzierten Druckgeschwindigkeit (~ 40mm/s) verhindern.

Anycubic Mega Zero Druckfehler

Der erste Druck war nach etwas mehr als 1 Stunde  und 24 Minuten fertig. Inklusive Aufbau, Einrichtung und der Druckzeit, dauert es somit etwas mehr als 2 Stunden bis man sein erstes Ergebnis erhält.

Anycubic Mega Zero Stringing

Man sieht ein paar dünne Fäden („Stringing“) am Kopf der Eule, diese lassen sich aber sehr leicht („dirty“) entfernen (Feuerzeug oder Filamentzange). Dies lässt sich für spätere Drucke aber über eine Einstellung der Druckgeschwindigkeit, des Flow-Parameters und der Wahl eines besseren Filaments beheben. Nachdem die Eule abgekühlt war, konnte sie leicht von der Plattform entfernt werden. Kein Einsatz des Spachtels nötig.

Anycubic Mega Zero Eule
Für den ersten Druck ein ganz gutes Ergebniss
Anycubic Mega Zero Benchy
Sowohl Benchy, als auch der Calibration Cube und noch kleine Teile können ohne Probleme gedruckt werden

Abschließend muss man aber auch noch einmal deutlich sagen: Es handelt sich nicht, wie damals beim Anycubic I3 MEGA, um eine kleine Revolution. Der I3 MEGA hat damals die „wabbeligen“ Acryl-Gehäuse des Anet A8/A6 abgelöst, war schnell aufgebaut und bot 1-2 andere coole Features für die breite Masse.

Anycubic Mega Zero Hotbed
Leider fehlt hier eine Isolierung des Hotbeds, das hat sich bisher aber nicht als wirklicher Nachteil erwiesen

Der Anycubic Mega Zero richtet sich ganz klar an den Einsteiger, der genügsam ist, sich später ggf. ein größeres Modell kaufen wird und/oder diesen 3D-Drucker weiterverkaufen wird. Viele „Nice-to-have-Features“ findet man hier nicht und das ist bei dem Preis völlig OK.

Fazit zum Anycubic Mega Zero

Der Aufbau und die Einrichtung beim Anycubic Mega Zero sind schnell geschehen. Selbst als kompletter Laie was das Thema 3D-Drucker angeht, hat man, spätestens mit der Bauanleitung, keine Probleme. Auch der erste Druck ist „gut bis okay“ gelungen. Schulnote: 2- (in dem Preissegment). Die weiteren 3D-Drucke sind noch etwas besser geworden, kommen aber natürlich nicht an die, aus der 300€-450€ Preisliga (z. B. Creality3D CR-10 V2 oder Sidewinder X1), heran.

Mit einem Preis von knapp 140€, ist das auf jeden Fall eine Kampfansage an den Creality Ender-3. Dennoch: Der Ender-3 hat eine (inzwischen) riesige Community, in der man bei jedem Problem entsprechende Hilfe findet. Auch an Mods-, Tuning-, oder Ersatz-Druckteilen findet man quasi fast alles bei Thingiverse. Diese beiden (wichtigen) Aspekte fehlen bei dem Anycubic Mega Zero – zumindest im Moment noch. Zusätzlich dazu kommt noch das fehlende beheizte Druckbett.

Dennoch könnte der Mega Zero es in Kombination mit einem weiterhin guten Preis und den Versand aus der EU in einige Bastlerstuben schaffen.

Hier geht's zum Gadget
Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, werden wir oft mit einer kleinen Provision beteiligt. Für dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich dir überlassen.
Danke für deine Unterstützung.

Warum beeinflusst das in keinster Weise unser Testurteil?
Profilbild von Kristian

Kristian

Ich bin 32 Jahre jung, aber gefühlt ziemlich oft noch wie ein großes Spielkind. So habe ich Ende 2009 (endlich) "CG" ins Leben gerufen. Besonders haben es mir z.Z. die 3D-Drucker angetan.

Sortierung: Neueste | Älteste

Kommentare (21)

  • Profilbild von icke bins
    # 09.03.20 um 06:29

    icke bins

    Gibt doch den normalen mega für en 5er mehr….

    • Profilbild von Josi
      # 10.03.20 um 12:52

      Josi

      @icke bins wo gibt es denn den i3 mega? Würde lieber den mit Touch nehmen.

    • Profilbild von Gast
      # 13.03.20 um 22:34

      Anonymous

      @icke: Gibt doch den normalen mega für en 5er mehr….

      Den Mego ohne S gibt es zur Zeit in keinem europäischem Markt für nen guten Taler…wenn überhaupt

  • Profilbild von andree4live
    # 21.03.20 um 11:27

    andree4live

    Welcher lohnt sich denn wenn man wieder einsteigen möchte. Hatte mir damals den von Tchibo gekauft für fast 600€ und war wenig begeistert…. Inzwischen sind ja die Preise ordentlich gefallen. Also welcher ist brauchbar und kaufbar? Danke für eure Antworten

    • Profilbild von Mr. X
      # 12.04.20 um 09:53

      Mr. X

      I3 Mega benutze ich seit 6 Monaten regelmäßig,… Sehr Empfehlenswert. Einzig den Netzteil Lüfter sollte man gleich tauschen. Da gibt es super Empfehlungen bei

    • Profilbild von Mr. X
      # 12.04.20 um 09:54

      Mr. X

      Drucktipps 3d

  • Profilbild von Daniel Mínnebeck
    # 02.04.20 um 23:22

    Daniel Mínnebeck

    Hallo welchen Slicer und welche Einstellungen hast du im Test Benutzt könntest du die Einstellungen zur Verfügung stellen ?

  • Profilbild von Liv Johanson
    # 12.04.20 um 00:04

    Liv Johanson

    Ich habe einen Mega Zero bestellt und habe gesehen das der Drucker nicht in Cura aufgeführt ist. wie kann ich den Zero in Cura auswählen oder welchen anderen Drucken muss ich eingeben ?

    • Profilbild von paull337
      # 14.04.20 um 08:59

      paull337

      Ist in der Anleitung die auf der SD Karte ist gut beschrieben.
      I3 Mega auswählen (glaube der wars) dann Namen und Größe Druckbett anpassen. Eine Config Datei für Cura ist auch dabei…

  • Profilbild von Mr. X
    # 12.04.20 um 09:54

    Mr. X

    Drucktipps 3d…

  • Profilbild von Maxmuster
    # 15.04.20 um 08:57

    Maxmuster

    Naja das könnte euch beim aufbauen aufgefallen sein. Wie kann man auf so ein wichtiges Detail denn nicht achten?

  • Profilbild von Nemesis
    # 29.05.20 um 19:53

    Nemesis

    Lohnt sich der hier mehr als der Anycubik i3 Mega? Budget ist egal.

    • Profilbild von paull337
      # 14.06.20 um 01:58

      paull337

      Nein… Ultrabase und Heizbett spricht für den i3

    • Profilbild von Rene W.
      # 15.07.20 um 14:18

      Rene W.

      Auf keinen Fall. Hole Dir den i3 Mega. Und nur den, auch nicht den Ender 3. Langfristig hast Du mit dem i3 Mega bessere Ergebnisse und somit mehr Freude an Deinem Drucker.

  • Profilbild von Zack
    # 04.06.20 um 19:12

    Zack

    Moin
    Jemand schon mal über 10h mit dem Zero gedruckt ?
    Hier hängt er 100% sich auf und läuft brummend nach oben oder unten(sehr doof)

  • Profilbild von rzb88
    # 15.07.20 um 09:38

    rzb88

    Nehmt Cura, es gibt slicer Profile hab nämlich den i3 mega s ist quasi das selbe Gerät

  • Profilbild von PanEuropean
    # 15.07.20 um 11:01

    PanEuropean

    Hi, vll könnt Ihr mal recherchieren, ob´s den I3 Mega nochmals irgendwo zu nem guten Angebotspreis gibt? Wäre dann die bessere Alternative.

  • Profilbild von c1olli
    # 15.07.20 um 12:26

    c1olli

    Für 15-20€ mehr gibt es den Ender 3, der hat wenigstens ein Heizbett.
    Da lohnt es nicht am falschen Ende zu sparen.

  • Profilbild von Mr. X
    # 17.07.20 um 19:22

    Mr. X

    Im Artikel wird noch immer das "Hotbed" erwähnt. Ist aber nur ein Bed ohne Hot 🍨

Kommentar schreiben

Name
E-Mail
Diese E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen.