Artillery Sidewinder X4 Pro: Der vielleicht stylischste 500 mm/s Bettschubser

Es waren einmal ein Artillery Sidewinder X1 und ein Sidewinder X2, die für Furore sorgten. Dann entschied sich der Hersteller, den Großteil des eigenen Entwicklungs- und Supportteams auszutauschen. Die Modelle Sidewinder X3 Pro und Plus konnten daraufhin wenig überzeugen. Ändert sich das jetzt mit dem Sidewinder X4 Pro?

Artillery Sidewinder X4 Pro Aufmacher

Technisches: 500mm/s statt vormals 300 mm/s

Hersteller | ModellArtillery | X4 Pro
DrucktechnologieFDM (Direct Drive)
Bauarti3
Druckgeschwindigkeit500 mm/s
Bauraum240 x 240 x 260 mm
DruckbettPEI-Federstahl (bis 100 Grad)
max. Düsentemperatur300 Grad
Düsendurchmesser0,4mm
KonnektivitätUSB-C, Wi-Fi
Features
  • 32bit Motherboard mit Klipper-Firmware
  • Auto-Leveling (81 Punkte)
  • LED-Spot-Beleuchtung
  • Direct-Drive-Extruder
  • Duale Z-Achse inkl. Diagonalverstrebungen
  • X/Y-Linearschienen
  • 4,3 Zoll Touchscreen
  • Filamentsensor
  • Powerloss Recovery
Maße | Gewicht453 x 431 x 512 mm | 10,9 kg

Design: Stylisch wie der Vorgänger

Ich muss schon sagen: Optisch gehört der in Schwarz- und Grautönen gehaltene Artillery Sidewinder X4 Pro genauso wie seine erst kürzlich erschienenen Vorgänger X3 und X3 Plus zu den wohl schönsten und stylischsten 3D-Druckern im klassischen i3-Aufbau. Der Drucker ist mit 453 x 431 x 512 mm bei 10,9 kg ein wenig größer als der Vorgänger, mit dem er sich wiederum die Bauraumgröße von 240 x 240 x 260 mm teilt.

Artillery Sidewinder X4 Pro Druckvolumen

3 Dinge fallen im Gegensatz zu den Vorgänger-Modellen direkt auf: Äußerlich verzichtet man nunmehr ganz auf die für den Hersteller bis dato charakteristischen Flachbandkabel, außerdem sind X- und Y-Achse mit Linearschienen ausgestattet und schließlich wird der Rahmen mit den beiden Doppel-Z-Achsen zusätzlich durch zwei Diagonalstreben verstärkt-  ein Feature, das normalerweise bei größeren Druckern zum Einsatz kommt.

Features: 500 mm/s statt vormals 300 mm/s

Um zur Konkurrenz aufzuschließen, bietet nun auch der Artillery Sidewinder X4 Pro eine maximale Druckgeschwindigkeit von 500 mm/s (realistisch: 300 mm/s maximal). Mit maximalen Beschleunigungswerten von 12000 mm/s² liegt er jedoch etwas über dem, was Creality oder Anycubic in dieser Preisklasse bieten.

Artillery Sidewinder X4 Pro Features

An Bord ist das, was im Jahr 2024 Standard ist: 300°C Hotend, All Metal Direct Drive Extruder, 4,3 Zoll Touchscreen und ein bis zu 100°C aufheizbares Druckbett mit PEI-Federstahlauflage. Auto-Leveling darf natürlich nicht fehlen und wird nun mit 81 statt 49 Punkten feinmaschiger geboten. Die Levelräder unterhalb des Druckbettes lassen aber erahnen, dass nach wie vor wohl manuell vorgelevelt und auch der Z-Offset-Wert manuell eingestellt werden muss. Wenn dem wirklich so ist, dann ist das nicht mehr zeitgemäß.

Artillery Sidewinder X4 Pro Autoleveling

Sehr wohl zeitgemäß ist der Einsatz eines 64-bit Boards mit Klipper und damit Vibrationskompensation und Flussmengenanpassung. Das gefällt auch deshalb, weil Artillery hier offensichtlich reines Klipper und damit auch das fluidd Webinterface nutzt, was die Kompatibilität zu anderen Slicern wie dem Orca Slicer deutlich erhöht. Hier sollten sich Creality und vor Allem Anycubic unbedingt ein Beispiel nehmen.

Artillery Sidewinder X4 Pro Wi Fi Klipper

Einschätzung: Rückkehr zu alter Stärke?

Sieht der Artillery Sidewinder X4 Pro stylisch aus? Definitiv. Wird er anständig drucken? Bestimmt. Hat er etwas Besonderes, was ihn von der Konkurrenz abhebt? Nein. 500mm/s, 300°C Hotend, Direct Drive und Klipper sind im Jahr 2024 Standard. Klar, Diagonalstreben für mehr Stabilität und Linearschienen sind nice to have – aber ein halbautomatisches Leveling mittlerweile nicht mehr. Lobend erwähnen muss man das nativ genutzte Klipper. Entscheidend ist aber natürlich letztlich die Druckqualität. Wir werden uns jedenfalls um ein Testexemplar der kommenden, größeren Plus-Variante des X4 bemühen. Was meint ihr zum Artillery Sidewinder X4 Pro?

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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Kommentare (7)

  • Profilbild von snug
    # 04.02.24 um 18:43

    snug

    Ich bin auf einen Praxistest sehr gespannt, ob der seinen Vorschusslorbeeren gerecht werden kann ich habe noch den X1er im sehr regelmäßigen Einsatz und bin nach wie vor sehr zufrieden damit. Dennoch hat sich die Welt seitdem natürlich auch technisch stark weitergedreht…

  • Profilbild von Kreuzfelder
    # 04.02.24 um 21:35

    Kreuzfelder

    Ehrlich? Glaskugel Tests? Es wird immer schlimmer, Hauptsache Affiliate abgreifen…! Wir haben den Drucker im Test und er ist bei der Druckqualität maximal mittelmäßig.

  • Profilbild von SidewinderX2
    # 05.02.24 um 01:55

    SidewinderX2

    Der Preis hebt ihn von der Konkurrenz ab.

    Wird es einen X4 Plus geben mit größerem Druckbett?

  • Profilbild von Streit400
    # 05.02.24 um 09:10

    Streit400

    In der Technischen Datenblatt Tabelle steht 32Bit Motherboard mit Klipper Firmware, im Text allerdings schreibt Ihr 64Bit. Was stimmt denn nun?

  • Profilbild von Hakan M.
    # 15.02.24 um 14:28

    Hakan M.

    Bin voll gespannt auf den X4. Mal sehen ob der besser ist Ankermake M5

  • Profilbild von Ralf B.
    # 17.02.24 um 18:15

    Ralf B.

    Ich habe den X4 im pre-sale gekauft.

    Defekte Steckanschlüsse, ständig friert das Display ein, der Vibrationstest lässt sich bei mir anmwählen, aber startet nicht.

    Das manuelle "vorleveln", keion automatischer Abgleich des Düsenabstandes (Z-Achse)

    Und prompt ist in China Frühlingsfest, schon über eine Woche reagiert dort niemand.

    Gut, Mängel lassen sich beseitigen – die Firmware Probleme sicher auch.

    Ich habe damit nur das Benchi gedruckt – sieht vernünftig aus – aber mein Interesse den Drucker zu behalten geht gegen Null.

    Aber durch den Kauf direkt beim Hersteller, wird es eher keine Rückgabemöglichkeit geben.

    So werde ich den X4 nach Beseitigung der Mängel einen anderen Liebhaber finden.

    Offenbar ist der Zeitdruck schuld den Drucker schnellstmöglich auf den Markt zu werfen, auf mich wirkt er jedenfalls nur halbherzig zurecht gezimmert.

    Möglicherweise haben Käufer die auf den "normalen" Verkaufsstart gewartet haben damit bessere Erfahrungen.

    Ich kaufe gerne günstige 3D Drucker (obwohl ich Fan von Qidi Tech bleibe) – so steht hier auch aktuell der Anycubic Kobra 2 Pro. Im Test wesentlich gereifter. aber auch kein automatisches einleveln des Düsenabstandes. Wer glaubt "Schlimmer geht nicht" wird feststellen das man den Z-Offset nur mühsam während eines laufenden Druckauftrages einstellen kann. Auch das führt irgendwann zum Erfolg – aber es wird jeden nach einem Düsenwechsel verfolgen.

    Das Schlimmste jedoch – ich hatte bereits erhebliche Probleme und Mängel mit der "Plus" Variante.
    Windschief zusammengebauter Rahmen, gleiches Verfahren beim leveln, Defekte Gurtspanner und dann das merkwürdige Sterben der Druckköpfe über das man tatsächlich häufig in den Foren liest.

    Hier ist auch wieder das chinesische Frühlingsfest ein Grund sauer zu werden.

    Druckköpfe für Kobras 2 Pro, Plus und Max verwenden den gleichen Druckkopf, der ist nicht einmal auf Aliexpress erhältlich.

    Bedeutet im Klartext – keine Möglichkeit zu drucken – auch keine Chance wenn man trotz "Garantie" auf eigene Kosten einen Druckkopf kaufen möchte.

    Dafür aber Berichte das manche User bereits den dritten Ersatz der Druckeinheit brauchten, weil "out of Box" die Einheit bereits defekt war.

    Man muß sich sehr genau überlegen ob der Preis wirklich den Kauf lohnt.

    Ich habe bei dem hochgelobten Bambu Lab P1S meine Erfahrungen mit deren Support gesammelt.
    Immer häufiger tritt ein, was man befürchten konnte. Der Newcomer hat den Markt angetrieben – am Anfang war fder Support zufriedenstellend. Doch mittlerweile merken die Nutzer das der Support durch fragwürdige Voraussetzungen abgeschirmt ist. Die Probleme häufen sich – auch berichten immer mehr Besitzer der Bambu Lab Drucker über erfolglose Kontaktversuche zum Support. Auch der Verschleiß der Lager und den Karbonstangen scheint darauf hin zu deuten das man nicht ewig Freude am Drucker haben wird. Ein funktionieren des AMS ist ein Glücksspiel, ich habe mir die Teile nach unerfreulichem Kontakt mit dem Support lieber selbst auf chinesischer Handelsplattform gekauft,

    Einzig Qidi Tech ist ein Glücksgriff. Dort bekomme ich sogar in wenigen Stunden meine Anfragen beantwortet, egal um es sich um die neue 3er Serie (x-Plus III und X-Max III habe ich hier stehen) oder um meinen X-Plus der ersten Generation handelt.
    Dort hält man den Support auch während des Frühglingsfestes aufrecht.

    Sicher ist auch bei Qidi Tech Luft nach oben, manuell muß der Z-Offset ermittelt werden – aber dann läuft es vollautomatisch und zuverlässig. Was hinzu kommt – ich bin durch die Erfahrung sicher das Qidi Tech Drucker recght unkaputtbar sind. Meckern kann man nur auf höchstem Niveau.

    Fazit: Drucker chinesischer Herkunft und Produktion lsind nur so gut wie deren Support.
    Billigdrucker sind etwas für die Bastler. In der eher gehobenen Preisklasse konkurriert Qidi Tech mit Bambu Lab – aber während Bambu Lab Drucker inzwischen immer mehr Verschleiß und Reparaturanfälligkeit zeigen – überholt Qidi Tech durch langjährig zuverlässige Drucker die auch noch nach Jahren Spaß machen. Der vorbildliche Support ist der endgültige Punkt, durch den Qidi längst Bambu Lab überholt hat.

    Der große Punkt der reizt ist das AMS, Farbdruck ist möglich wenn man akzeptiert das der Verbrauch des Filaments sich durch die Materialwechsel vervielfacht. Der Wechsel zwischen verschiedenen Filamenten
    ist zwar sehr bequem – aber nur wenn man aufpasst nur Filamente zu verwenden dessen Rollen sich mit dem AMS vertragen. Oder man rüstet komplett durch selbstgedruckte Modifikationen um.

    Hier geht es um den Sidewinder X4 – man sollte nie vergessen das durch den Highspeed Druck bei die Zeit der "Bettschubser" an die Grenzen gerät. Je größer die druckbare Fläche ist, entstehen gewaltige Kräfte bei der Bewegung des Druckbettes.
    Die Anforderungen an die Qualität sind sehr hoch – sonst vergeht einem der Spaß sehr schnell durch den Verschleiß. Der Untergrund zum aufstellen muß auf berücksichtigt werden, sonst arbeitet der Tisch mit.

    Ob es der Bambu Lab A1, der Ankermate – oder ein Sidewinder der X4 Serie werden soll.
    Ich würde nur Ankermate oder Prusa zutrauen das mir der Kauf eines Bettschubsers länger als die übliche Garantiezeit Spaß macht.

    Ich würde auf KEINEN FALL wieder einen Sidewinder, oder einen Bambu Lab Drucker kaufen.
    Auch Anycubic hat bei mir zwei Chancen verspielt.
    Von Flashforge habe ich mit dem alten Adventurer 3 gute Erfahrungen gesammelt, aber den Adventurer 5 habe ich innerhalb der Rückgabefrist von Amazon zurück gegeben, nach zuerst positiver Erfahrung und Austausch der Druckkopf – Einheit, da habe ich wegen einem unzuverlässigen Filamentsensor ewige Diskussionen führen müssen. Der Sensor war einwandfrei – die Verkabelung durchgemessen ebenso.
    Trotzdem sollte ich mit einem neuen Sensor hingehalten werden.
    Typische Taktik die ich bei vielen Herstellern erlebt habe – bloß alles hinauszögern damit der Kunde
    die Rückgabefrist überschreitet.

    Wer sich die Mühe gemacht so viel Text zu lesen, der muß jedoch auch im Hinterkopf behalten das es bei allen Herstellern Fans gibt die zufrieden sind. Erfahrene 3D Druck Anwender können mit Mängeln umgehen und haben kein Problem damit immer wieder an den Gereäten zu schrauben und zu experimentieren.

    Nicht jeder hat die Fertigkeiten die "alte Hasen" sich angeeignet haben. Denen sind Drucker die
    keine Herausforderung sind sogar langweilig.

    Die Menschen, die neu einsteigen und weniger technisch begabt sind, möchten lieber drucken, statt basteln. Fan,s eines Herstellers kommen mit den Macken ihrer 3D Printer gut zurecht.

    Ab einer Preisklasse von 500 bis 1000 Euro (und knapp darüber) sollten Drucker die "out of Box" mit PLA wunderbare Benchy,s zaubern jedoch in der Qualität der verbauten Komponenten, der Firmware und deren eigenen Slicern ausgereift sein.

    Der neue Sidewinder ist jedoch -in der mir gelieferten Version- eher eine Herausforderung die meine Lebenszeit verschwendet.

    Man kann in der 300 Euro Preisklasse nur Frust verhindern wenn deren Support schnell und kompetent
    hilft.
    Beim Kauf rate ich ausdrücklich dazu niemals vom Hersteller in China direkt zu kaufen. Wenn bei Amazon Hersteller gar nicht gelistet sind ist das schon ein Zeichen, wenn nicht mindestens die Lieferung durch Amazon erfolgt. dann würde ich dieses Risiko nicht mehr eingehen.
    Ansonsten ignorieren chinesidsche Hersteller jede EU Gesetzgebung im Handel, selbst dann noch, wenn der Versand aus EU-Lagern erfolgt ist man offenbar im ´"gesetzlosen" Bereich und rein vom Service und Support des Herstellers abhängig.

    Jeder sollte sich selbst fragen, ob er das Risiko eingeht. Man kann sich heute sehr gut informieren welche Erfahrungen Käufer mit den Produkten gesammelt haben. Damit meine ich nicht die Bewwertungen die häufig im Übereifer gemacht werden, sondern wenn das Produkt bereits ein paar Monate genutzt wurde.

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