Test

Cecotec Conga 5090 Saugroboter mit 8.000 pa Saugkraft für 317,99€ bei Amazon

Langsam aber sicher schwappt die „Conga“-Reihe des Herstellers Cecotec auch nach Deutschland über. Auf der IFA 2019 stellte Cecotec den Conga 5090 vor, der satte 8.000 pa Saugkraft (!) mitbringt. Doch damit noch lange nicht genug. Wir haben das 500€-Modell ausführlich getestet und mit den Topmodellen aus China verglichen.

Der Testbericht ist schon einige Monate alt. Der Conga 5090 hat einige Firmware- und App-Updates erhalten, dadurch wurden einige hier beschriebene Probleme von damals behoben, im Artikel aber noch nicht abgeändert. Wir bitten, dies zu berücksichtigen.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter

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Technische Daten: Vergleich zum Roborock S6

Conga 5090

Cecotec Conga 5090 Saugroboter Produktbild

Roborock S6/T6

Roborock s6 Saugroboter Modell

Preis ohne Angebot (ca.)~500€~450€
Saugkraft8000 pa2000 pa
NavigationLaser-RaumvermessungLaser-Raumvermessung
AppConga 5090 (Android, iOS)Xiaomi Home (Android, iOS)
Lautstärke64 dB-82 dB (je nach Saugstufe)58 dB (auf höchster Saugstufe)
Akku6400 mAh5200 mAh
Staubkammer/Wassertank0,57 l/ 0,27 l0,48 l/ 0,16 l
Ladezeit4 h3 h
Arbeitszeit4 h2,5 h
Maße34,0 x 34,0 x 9,3 cm35,3 x 35,0 x 9,65 cm
Gewicht3,87 kg3,5 kg
Steigungen25°, 2,5 cm25°, über 2 cm
CE-Kennzeichenjaja, in International Version
Features
  • Laser-Raumvermessung
  • Raumeinteilung (Einzel- und Mehrraumreinigung)
  • Wischfunktion
  • Mapping mit Kartenspeicherung (bis zu 5 Karten)
  • Sprachsteuerung via Alexa und Google Home
  • Teppicherkennung
  • einstellbare Wassermenge
  • Laser-Raumvermessung
  • Raumeinteilung (Einzel- und Mehrraumreinigung)
  • Wischfunktion
  • Mapping mit Kartenspeicherung
  • Sprachsteuerung via Alexa und Google Home
  • Teppicherkennung

Conga: Die Nummer 1 in und aus Spanien

In Deutschland liegt der Marktanteil an Saugrobotern bei ca. 5%, in Spanien sind es dagegen bereits ganze 20%. Begründung: In Spanien finden sich in den Haushalten deutlich seltener Teppiche, die Böden sind meist einheitlich flach und es gibt weniger mehretagige Häuser. Also gute Voraussetzungen für Haushaltsroboter. Vielleicht macht man auch lieber Siesta statt zu saugen. 😉 Das spanische Unternehmen Cecotec ist seit 1995 auf kleine Elektrogeräte (z. B. Wasserkocher) und Haushaltsartikel (z. B. Handmixer) spezialisiert.

Cecotec Logo

Warum wir hier ein Modell eines spanischen Herstellers testen? Wir lesen in den Kommentaren und in unserer Saugroboter-Community immer häufiger, dass ihr Vergleichstests mit den Topmodellen aus China wünscht. Also haben wir das neuste Modell der Conga-Reihe angefragt, sodass ihr einschätzen könnt, wie die Marke im Vergleich zu den chinesischen Topmodellen abschneidet und einzuschätzen ist. Nach und nach werden wir den Roboter mit immer mehr chinesischen Topmodellen hier vergleichen.

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung ist schick und passt sehr gut zum Design des Roboters. Da kann man guten Gewissens argumentieren, dass Verpackungen irrelevant sind, aber wenn man 500€ für einen runden Helfer ausgibt, möchte man schon ein gutes Gesamtpaket.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter Verpackung
Naja, typischer Karton halt.
Cecotec Conga 5090 Saugroboter Verpackung Lieferung
Aha, schon besser.

Das Öffnen der Verpackung stellt sich auch positiv heraus: Kein Plastikgeruch, kein Plastiküberzugsmassaker im Inneren. Nur den beigelegten Sticker zum Aufkleben finde ich nicht besonders ansprechend. Da gibt es coolere Designs und die eigentliche Optik des 5090 ist ja auch so nicht verkehrt.

  • Ladestation mit EU-Ladekabel
  • Fernbedienung inkl. zwei AAA-Batterien
  • zwei Bürstenköpfe (einer wird an der Unterseite angebracht)
  • Gummiwalze mit Bürsten
  • reine Gummiwalze (Textilwalze bereits auf der Unterseite angebracht)
  • Wassertank
  • Wischaufsatz mit angebrachtem Mikrofasertuch
  • zusätzliches Mikrofasertuch
  • kleines Reinigungswerkzeug
  • Sticker zum Aufkleben (nicht besonders hübsch)
  • Bedienungsanleitung auf Deutsch, Englisch und anderen Sprachen
  • Quick Start Guide auf Englisch und Spanisch
Cecotec Conga 5090 Saugroboter Lieferumfang
Massig Inhalt in der Verpackung.

Alter, was für ein Lieferumfang! Der üppigste, den ich je gesehen habe! Hier kann man einiges positiv hervorheben, insbesondere aber die drei verschiedenen Walzen, bzw. Bürsten, die man auf der Unterseite anbringen kann. Ziehen wir diesen Part vor. Die einzelnen Aufsätze samt Funktion:

  • Universalbürste: Allrounder, besonders für Teppiche geeignet
  • Softwalze: nimmt feinen Dreck auf, ideal für Hartböden
  • Gummierte Tierhaarbürste: wickelt Haare auf, praktisch bei Tierhaaren
Cecotec Conga 5090 Saugroboter Walzen Aufsaetze Buersten
Von oben nach unten: Universalbürste, Softwalze, gummierte Tierhaarbürste.

Durch die verschiedenen Walzen kann jeder selbst entscheiden, worauf er den Fokus legt und variieren. Löblich! Wenn man aber meckern möchte (und hey, das ist Teil meines Jobs hier): Eine Wasserauffangmatte für die Ladestation wäre noch nett gewesen. Diese würde dafür sorgen, dass der Bereich um die Ladestation nach Nutzung der Wischfunktion nicht nass würde. Kann man sich im Zweifel aber auch selber anfertigen.

Design und Verarbeitung

Ein schönes Gerät, das darf man trotz Ansichts- und Geschmackssache wohl so sagen. Alles ist fein säuberlich miteinander verarbeitet, nichts wackelt (außer am Bumper). Das verwendete Material ist hochwertig, besonders die „Glasplatte“, die die Oberseite des Roboters bildet, ist optisch sehr ansprechend. Auch ein CE-Kennzeichen ist mit dabei, war aber auch so zu erwarten bei einem europäischen Hersteller.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter Vergleich Deebot Ozmo 950
Conga 5090 vs. Deebot Ozmo 950 (mit Sticker).

Über die beiden Bedienelemente auf der Oberseite kann man den Roboter auch ohne App nutzen. Anschalten, ausschalten, starten, stoppen mit der oberen Taste, zurück zur Ladestation geht es über die andere Taste. Noch mehr Offline-Funktionen gibt es dann mit der mitgelieferten Fernbedienung. Wer sich also Sorgen um die über ihn gesammelten Daten macht, kann den Roboter auch ohne WLAN und App nutzen.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter Bedienelemente druecken WLAN Verbindung
Beide Buttons gleichzeitig drücken, um das Netzwerk zurückzusetzen.
Cecotec Conga 5090 Saugroboter Fernbedienung
Die Fernbedienung bietet zusätzliche Saugmodi (Spot, Wall).

Nachteil an der schicken Oberfläche: Der Roboter ist sehr staubanfällig. Gilt aber für nahezu alle Roboter mit schwarzer Oberfläche, aber auch weiße Oberflächen sind gerne mal etwas verstaubt.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter Staubanfaelligkeit
Upsi, etwas staubig geworden der Gute.

Staubkammer

Normalerweise gibt es zur Staubkammer nur Größe (in diesem Fall 0,57 l potenzielle Füllmenge) und Entleerbarkeit zu bewerten, aber hier möchte Conga auch etwas anders machen. Die Technologie, die die 8.000 pa Saugkraft und eine effiziente Filterung des aufgenommenen Schmutzes ermöglichen soll, nennt Conga „Cy-Clean„. Dies heben sie während der Reinigung mittels eines blauen Leuchtens hervor.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter Leuchten Cyclone-Technologie
Die Cy-Clean-Technologie wird durch ein blaues Leuchten während des Saugens untermalt.

Optisch definitiv ansprechend, bedeutet an sich aber „nur“ eine weitere Filterung innerhalb der Staubkammer. Das ist zwar eine interessante Technologie, sorgt aber auch dafür, dass die Staubkammer etwas kleiner ausfällt, als es theoretisch möglich wäre.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter Staubkammer Wassertank
Links die Staubkammer, rechts der Wassertank.

Arbeitsweise, Hinderniserkennung und Navigation

Teilweise ist es sehr schwer nachzuvollziehen, nach welchem Prinzip er sich die vier Wände vornimmt. Das wird später bei der Beleuchtung des Mappings deutlicher. Für das Erstellen einer visuellen Karte in der App sollte der Roboter immer von der Ladestation aus starten, damit er einen örtlichen Bezugspunkt hat. Allgemein arbeitet der Roboter aber, wie etwa auch die Roborock-Modelle, nach folgendem Prinzip:

  1. Dreht sich einmal, vermisst Räumlichkeiten (Grenzen des Raums) mit seinem Laserdistanzsensor (LDS) auf der Oberseite.
  2. Fährt äußere Wände/ Hindernisse ab (teilt in Quadranten ein).
  3. Fährt eingeteilte Quadranten in geraden Linien ab. Gerade Bahn von links nach rechts, Hindernis vor sich, dreht um 165°, gerade Bahn usw.
  4. Ist ein Raum erledigt, macht er sich auf den Weg in den nächsten Raum.

Sieht dann beispielsweise so aus:

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Die Hinderniserkennung funktioniert gut, ist aber aus meiner Sicht fast schon zu sensibel eingestellt. An Wänden, Ecken und anderen Rändern ist die Reinigungsabdeckung nicht optimal, weil der Roboter zu früh vor dem auftauchenden Hindernis wieder in die andere Richtung abdreht. So wird an Rändern nicht komplett alles davor gereinigt. Dafür muss man sich aber wenig Sorgen um sensible Möbelstücke machen. Nur Glastüren mögen alle Saugroboter nicht.

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Dafür meistert er einen weiteren Haushaltsroboter-Endgegner mit Bravour: Den Wäscheständer. Dieser nervt Roboter wie Besitzer immer mit seinen Beinen, bei denen Roboter meist nicht wissen, ob sie drüber fahren sollen oder nicht. Und dann im Zweifel daran hängenbleiben. Tricks zu diesem und anderen Themen findet ihr in diesem Ratgeber.

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Der 5090 arbeitet mit nur einem Bürstenkopf auf der Unterseite. Dieser schiebt den zu saugenden Schmutz in die Richtung der jeweiligen Hauptbürste, die sich über der Einzugshaube befindet. Einen kolossalen Wert bietet die Arbeitszeit von 4 h, wodurch sich der Roboter beinahe schon als Fabrikreiniger einsetzen lässt. Dagegen spricht aber das Arbeitstempo, für 40 m² 50 Minuten zu brauchen, ist definitiv zu lang. Auch auf einer größeren Testfläche kam eine ähnliche Zeit-m²-Relation zustande. Hier sollte ein gutes 1:1-Verhältnis herrschen.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter an Ladestation
Nach einer Arbeitszeit von 4 h kehrt der Roboter autonom zurück zur Ladestation.

Teppicherkennung und Lautstärke

Es gibt zwei Arten von Teppicherkennung: Die eine ermöglicht es dem Roboter, Teppiche zu erkennen und mit nassem Wischlappen auf diesen nicht draufzufahren (Ozmo 950). Die andere – und das ist die häufiger installierte Variante – ermöglicht es dem Roboter, die Saugkraft auf das Maximum hochzuschrauben, wenn dieser einen Teppich unter sich erkennt. Ideal wäre letzteres in Kombination mit auf der visuellen Karte einstellbaren Nicht-Wisch-Zonen. Beim Conga 5090 ist es der Teppich-Boost, der auf den ersten Blick auch gut funktioniert.

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Erkennt er einen Teppich, pusht er die Saugkraft auf das absolute Maximum, was im Umkehrschluss leider auch bedeutet, dass er die Betriebslautstärke ebenfalls hochschraubt. Das wäre noch halb so wild, würde er den Boost auch zeitig wieder ausschalten, also wenn er vom Teppich wieder runter ist. Tut er aber nicht immer. Auch schaltet er den Boost hin und wieder in Bereichen an, in denen sich kein Teppich befindet.

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Allgemein ist es cool, dass der Roboter überhaupt auf dunkle Teppiche wie diesen drauffährt (machen durch die Absturzsensoren nicht alle Modelle), dass er die 2 cm hohe Teppichkante überwindet und soviel Saugkraft mitbringt, dass er auch einiges an Dreck aus den dicken Flusen herausgezogen bekommt. Aber: Es könnte software-seitig besser sein.

Innerhalb der App hat man die Wahl zwischen vier Saugstufen. Hier die jeweiligen Lautstärkeangaben:

  1. Quiet (63 dB)
  2. Eco (70 dB)
  3. Normal (74 dB)
  4. Max (82 dB)

Zum Vergleich: Wir Menschen unterhalten uns in einer durchschnittlichen Lautstärke von 60 dB. 82 dB in einem Raum ist dann in etwa so, wenn man in der Diskothek nur zwei Meter von den Musikboxen entfernt steht. Positiv ist aber die Hindernisüberwindung zu bemerken, auch mit einer kniffligen Türschwelle oberhalb der 2 cm hat er null Probleme. Je nachdem, ob die Form eines Hindernisses abgerundet ist oder flach, sind hier gut 3 cm drin.

Die App „Conga 5090“

Bei Cecotec bekommt jeder Saugroboter seine eigene App. Da mir selbst nicht einfallen wollte, warum man das so macht und nicht eine App für alle Modelle entwickelt (wie etwa bei Xiaomi oder Roborock), bin ich zu unseren App-Entwicklern marschiert und habe nachgehakt. Pie-mal-Daumen-Aussage der IT (danke Patrick): „Das macht man, um es für die Nutzer übersichtlicher zu halten, als wenn man drei Apps für neun Modelle entwickelt und im Play Store überall schreiben muss, welche Modelle mit welcher App kompatibel sind“. Jetzt wissen wir Bescheid!

Registrierung wie gewohnt via Wegwerf-Mailadresse, auf die man nach einmaliger Registrierung nie wieder zugreifen können muss.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter App Registrierung
Die Registrierung ist bereits frickelig.

Anders als bei den meisten Saugrobotern kann sich der Conga sowohl mit einem 2,4-, als auch einem 5 GHz-Netzwerk verbinden. So muss man hier keine Änderungen am Router vornehmen. Oder doch? Es gibt nämlich einen Nachteil: Keine Sonderzeichen in WLAN-Namen und Passwort. Ergo sind FritzBox-Nutzer mit dem typischen Ausrufezeichen am Ende gezwungen, das Passwort zu ändern.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter App Einbindung Roboter WLAN
Die deutsche Übersetzung ist verständlich, aber nicht einwandfrei.
Cecotec Conga 5090 Saugroboter App Verbindung WLAN
Zwar 5 GHz unterstützt, aber keine Sonderzeichen in WLAN-Namen und Passwort.

Das ist aber noch keine Erklärung dafür, warum die App sowohl im Play Store, als auch im App Store nicht über 3,5 Sterne als Gesamtbewertung hinauskommt. Ja, hin und wieder ist das von überall startbare Modell offline für ein paar Sekunden, aber ist das schon alles? Was mir zu Beginn des ersten Durchlaufs mit verbundener App direkt auffällt: Ist der Roboter unterwegs, lassen sich keine Änderungen an den Einstellungen vornehmen.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter App Einstellungen
Einstellungen lassen sich erst nach einer vollständigen Reinigung vornehmen.

Warum ich das merke: Bei meinem aktuellen Daily Driver, dem Ecovacs Deebot Ozmo 950, habe ich ihn erst etwas fahren lassen, damit er mit seinem LDS die Außenbereiche der Wohnung vermisst. Dann habe ich ihn kurz angehalten, No-Go-Zonen eingerichtet und weiterfahren lassen. So musste ich keine Kabel oder ähnlich kleine und somit schwer zu erfassende Gegenstände im Vorfeld wegräumen. Bei Conga muss die Wohnung vor der ersten Intriebnahme saugroboter-freundlich eingerichtet werden. Also vor dem Einstellen der Arbeitszeiten, Saugstufe etc. einmal unter Beobachtung fahren lassen.

Mapping

Mittels Laserdistanzsensor (LDS) auf der Oberseite scannt der Roboter die Räumlichkeiten sehr präzise. Für einen Raum muss er sich nur einmal um die eigene Achse drehen und weiß daraufhin, wo sich Wände und Hindernisse befinden. Dies zeichnet er dann auf der virtuellen Karte (Map) in der App ein. So kann man von unterwegs aus nachvollziehen, wo sich der Roboter gerade befindet und wie lange er noch in etwa braucht.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter LDS Laserdistanzsensor
Der Laserdistanzsensor.

Teilweise ist es echt schwierig nachzuvollziehen, wann der Roboter sich welchen Raum vornimmt und warum er welchen Bereich vorzieht. Die Navigationsweise ist an sich eindeutig: Erst die äußeren Ränder, dann in geraden Bahnen von Wand zu Wand. Aber manchmal finden sich hier kleine Aussetzer. Das sieht man besonders hier am mittigen Screenshot:

Cecotec Conga 5090 Saugroboter App Mapping
Mitte: Was passiert hier?

An der Stelle, an der die blaue Wegkennzeichnung auf der visuellen Karte fehlt, ist der Roboter plötzlich schräg statt weiter von links nach rechts gefahren. Ist vertretbar, da er später dann nochmal an dieser Stelle vorbeikommt, aber derartige „Wann macht er was“-Momente gibt es beim 5090 durchaus häufiger. Ja, man mag mir zurecht vorwerfen, zu hohe Ansprüche zu haben, aber bei einem 500€-Roboter erwarte ich auch das Maximum.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter App Mapping Fortsetzung
Das Mapping funktioniert, ist bei anderen Herstellern aber durchaus präziser.

Was mir auch nicht unbedingt gefällt, ist, dass der Roboter viele Stellen häufiger als ein- bis zweimal abfährt. Ist natürlich Ansichtssache, zeigt mir aber, dass er nicht immer perfekt orientiert vorgeht. Das änderte sich auch nach mehreren Durchläufen nicht, der Roboter wird entsprechend nicht viel schlauer mit jeder Reinigung. Kartenspeicherung hin oder her. Aber dennoch sehr praktisch, dass sich bis zu 5 verschiedene Karten speichern lassen. Das kann bislang kein anderes Gerät (Stand Anfang März 2020). Positiv: Er lässt keinen Bereich komplett aus.

Raumeinteilung: Die Grenzlinien sind so nicht richtig

Selektive Raumeinteilung ist ein aktuelles Must-Have für Topmodelle, besonders der Roborock S5 Max und der Ozmo 950 sind hier positiv hervorzuheben. Dadurch kann man Räume einzeln oder in einer gewissen Reihenfolge gezielt ansteuern. Nur möchte der Conga 5090 das irgendwie nicht so richtig umsetzen.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter App Kartenspeicherung
Warnung! Herzlichen Glückwunsch!

Zwar ist die Funktion installiert, funktionieren tut sie aber auch nach mehreren Durchgängen noch nicht richtig. Theoretisch könnte er bis zu sechs Räume erkennen (natürlich inklusive Flur, Eingangsbereich etc.), er macht aber nur zwei daraus. Will man die Grenzlinien dann manuell verschieben, passiert gar nichts. Dabei muss es sich definitiv um einen Bug oder eine nicht zu Ende gedachte und gebrachte Programmierung handeln.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter App Raumeinteilung
Das will alles nicht so richtig.

Zum Vergleich: So könnte es aussehen (Karte vom Ozmo 950):

Ecovacs Deebot Ozmo 950 Saugroboter Karte
Da liegen durchaus Welten dazwischen in Sachen Raumerkennung.

Darauf ist es dann zwar möglich, für diese Karte Einstellungen vorzunehmen, etwas elementares wie virtuelle Wände oder No-Go-Zonen sucht man hier aber vergebens.

Cecotec Conga 5090 Saugroboter App Raumeinteilung Einstellungen
Alles nicht so ausgereift wie erhofft.

Zur Wischfunktion möchte ich mich gar nicht so ausführlich äußern, weil ich hier Gefahr laufe, mich wie bei anderen Testberichten zu wiederholen. Kurz: Die Wassermenge, die auf das Mikrofasertuch tröpfelt, kann in der App in vier Stufen bestimmt werden. Ansonsten ist es aber wie bei anderen Hybridmodellen: Nice to have, ersetzt das manuelle Wischen aber nicht. Man muss dadurch seltener den Wischmopp schwingen als vorher, aber die Leistung des Roboters ist nicht mit der Bizepskraft des Menschen zu vergleichen (in Sachen Wischen natürlich).

Fazit: Conga 5090 Saugroboter kaufen?

Der Conga 5090 von Cecotec ist von Hardware-Seite ein Biest. Leider von Software-Seite ein friedliches Lämmchen. Es scheint ein bisschen, als hätte Cecotec nach der IFA nicht mehr weiter programmiert, sondern den Prototypen, der dort vorgestellt wurde, einfach einen Prototypen sein lassen. Und bei einem 500€-Modell darf man auch ein rundes Produkt erwarten. Folgende Punkte gilt es software-seitig aus meiner Sicht für Cecotec noch nachzubessern (was dank Firmware-Updates glücklicherweise möglich ist):

  • Teppicherkennung darf nur angeschaltet sein, wenn er sich wirklich auf Teppichen befindet.
  • Raumeinteilung muss komplett überarbeitet werden. Bitte bitte.
  • Einstellungen müssen sich vor oder zumindest während der ersten Reinigung vornehmen lassen können.

Ein typisches Modell, das man fahren lassen kann (und sollte), wenn man selbst nicht zuhause ist – und dicke Wände hat. Dafür sind Saugroboter auch gedacht, ergo halb so wild. Koexistieren im selben Raum? Nur wenn man hart im Nehmen ist, der 5090 ist viel zu laut und undurchschaubar, wohin er als nächstes fährt.

Aber: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Cecotec den Conga 5090, so wie er jetzt ist, nochmal software-seitig überarbeiten und optimieren wird. In froher Erwartung von Firmware-Updates halten wir euch hier auf dem Laufenden. So kann ich aktuell (noch) keine Kaufempfehlung aussprechen und verweise auf die Modelle der Marken Roborock, Xiaomi und Ecovacs. Nach und nach werden wir den 5090 mit immer mehr chinesischen Topmodellen hier vergleichen – vorausgesetzt, es tut sich hier noch was bei ihm.

Was haltet ihr von der Marke Conga?

  • Lieferumfang sehr üppig
  • Performance auf Teppichen
  • Hindernisüberwindung
  • Saugkraft
  • unterstützt 2,4 und 5 GHz Netzwerke
  • Lautstärke
  • keine Sonderzeichen in WLAN-Namen und Passwort
  • App mit vielen Bugs (Raumeinteilung)
  • Teppicherkennung nicht ausgereift
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Tim

Mich interessiert Technik, die uns die Arbeit im Haushalt abnimmt - ob beim Staubsaugen oder Fensterputzen. So konnte ich bereits über 100 Saugroboter testen, bei mir dreht privat (unter anderem) der Ozmo 950 seine Runden.

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Kommentare (28)

  • Profilbild von meinbier
    # 06.03.20 um 19:53

    meinbier

    Sorry, das ist ein schöner ausführlicher Test des Konga, jedoch ein sehr bescheidener Vergleich.
    Solche Tests wie 100g verschiedenen Sand auf verschiedene Untergründe aufstreuen und nachwiegen was in der Staubkammer ankommt und solche Ergebnisse mit anderen Modellen vergleichen finde ich aussagekräftiger..

    • Profilbild von MingliFU
      # 07.03.20 um 01:57

      MingliFU

      @meinbier Korrekt… eine objektive Vergleichbarkeit gibts bei den Saugrobotern leider bei China Gadgets nicht! Ansonsten treffen 95% der Tests genau ins Schwarze!

  • Profilbild von BirgIT
    # 08.03.20 um 04:11

    BirgIT

    @meinbier, Super, sprichst mir aus meiner Seele 😉
    Hatte vor vielen Jahren, wo die Saugroboter noch bei weitem noch nicht so bekannt waren, auch erst mal 2-3 Modelle getestet, und zwar nach deiner erwähnten Methode ( hatte Staub, Reis,Mehl eingesetzt – heute würde ich noch Menschen und Tierhaare und Sand dazu nehmen).

    Leider, wird dies hier nicht nicht gemacht.
    Denke dies wäre sicherlich ein guter Vergleich, wüsste zumindest auf die Schnelle nichts, was dagegen spricht, wenn man wirklich vergleichen möchte.

    Dabei fällt mir noch ein: Was ist eigentlich aus Features "vergangender" Tage geworden, welche sich erst mal gut angehört hatten?
    – "Ausfahrbare" Seitenbürsten, um die Ecken im Reinigungsbereich besser erwischen zu können, oder die Erkennung des Verschmutzungsgrades, wo der Roboter dann diese stärker verschmutzen Bereiche wiederholt gereinigt hatte? Empfand diese Ansätze als sehr gut, aber (lese hier nicht wenig) kann solche Ansätze hier in den Tests nicht finden – sind diese bei den Herstellern verloren gegangen, oder aus welchen Gründen nicht mehr weiterentwickelt?

  • Profilbild von Ulli31
    # 08.03.20 um 07:22

    Ulli31

    Schließe mich dem Kommentar von meinbier an. Insbesondere die Reinigungsleistung bei angegebenen 8000 pa im Verhältnis zu 2000 pa interessiert mich. Software kann ja noch verbessert werden.
    Bitte dranbleiben

  • Profilbild von Mauri
    # 08.03.20 um 18:00

    Mauri

    Danke für den Test!
    Finde ich cool, dass die Testrange nun auch auf nicht chinesische Hersteller erweitert wird. Schließlich bieten auch europäische Hersteller bisweilen gute Produkte.
    Wir haben uns den 4090 gekauft, eben weil er eine Fernbedienung bietet und zur Not auch ohne Smartphone/WiFi steuerbar ist.
    Die Reinigung ist okay, die App ist tatsächlich cecotecs Manko.
    Aber da das Gerät an sich sehr gut ist, besteht Hoffnung auf Software Updates.

  • Profilbild von HSB
    # 15.04.20 um 14:02

    HSB

    Habe den Conga 4090 für 284€ bekommen. Für den Preis einfach nur Top

  • Profilbild von BirgIT
    # 15.04.20 um 22:59

    BirgIT

    Für 319€ gibt es den 5090 derzeit auch bei Myrobotcenter mit 5 Jahren Garantie.

    • Profilbild von Gino
      # 17.04.20 um 15:53

      Gino

      @BirgIT: Für 319€ gibt es den 5090 derzeit auch bei Myrobotcenter mit 5 Jahren Garantie.

      Habe das Angebot auch gerade gesehen und bin mir nicht sicher… Soll ich oder nicht? Mir sind die Leistungen auf Hartböden wichtig. Teppich habe ich nur in einem Zimmer. Gab es denn schon besprungen bzw Updates für die APP?

      • Profilbild von BirgIT
        # 18.04.20 um 00:14

        BirgIT

        So wie ich es verstanden habe, aus verschiedenen Berichten, ist die App zwar zu gebrauchen, aber "tricky".
        So habe ich im Vorfeld gute Hoffnung, das man damit mit ein wenig Einarbeitungszeit klar kommt.
        Meiner Vermutung nach ist es ein sehr gutes P/L Verhältnis -> welches ich natürlich noch nicht bestätigen kann, da ich ihn noch nicht habe ^^

  • Profilbild von Cube
    # 16.04.20 um 15:06

    Cube

    5090 ist gekauft, mal schauen was er taugt.

  • Profilbild von Cube
    # 23.04.20 um 19:04

    Cube

    Sprachsteuerung funktioniert leider gar nicht, mit dem Rest muss ich noch schauen ob er wieder zurück geht.

    • Profilbild von Muschglu
      # 28.05.20 um 23:14

      Muschglu

      Danke für die Info

    • Profilbild von Senf
      # 05.06.20 um 16:16

      Senf

      Du sprichst mit deinem Saugroboter? Das macht ja gar keinen Sinn! Wenn die Spracherkennung in dem Ding drin wäre und man ihn dorthin rufen könnte, wo gesaugt werden müsste, aber einfach nur so? Völliger Unfug. Es sei denn du stehst drauf zu befehlen: "Saug endlich du Sau!"

  • Profilbild von Noolan
    # 25.04.20 um 09:42

    Noolan

    Weitere Erfahrungsberichte würden mich interessieren, denn generell sollte man auch den (hier) Spaniern eine Chance gegenüber der chinesischen Übermacht geben, wenn sie denn technisch so in etwa auch auf gleichem Niveau sind.

  • Profilbild von Der Ambergauer
    # 11.05.20 um 01:41

    Der Ambergauer

    Turbomodus so laut wie in der Disco 2 Meter neben den Boxen? Leute ist das Euer Ernst? Kann ich nicht glauben! Erfahrungsberichte dazu wären schön. Ideal wäre ein Vergleich zum 4090.

    Grüße vom Ambergauer

    • Profilbild von chriss_goe
      # 05.06.20 um 16:09

      chriss_goe

      @Der Ambergauer Na vielleicht ist das China Gadgets Team in der Seniorendisko unterwegs. Dort hat es bestimmt 82dB. In den Etablissements in denen ich mich so rumtreibe hatte es meistens um die 110dB! 😂

  • Profilbild von Ron
    # 14.05.20 um 18:50

    Ron

    Kann mir jemand sagen, ob die Software inzwischen gefixt wurde?

    • Profilbild von Gast
      # 22.05.20 um 02:40

      Anonymous

      Was soll dort "gefixt" werden?
      Es funktioniert doch alles, auch wenn es etwas Einarbeitungszeit bedeutet, oder habe ich etwas übersehen?
      Das die SW nicht die einfachste ist, wurde ja bereits berichtet.

  • Profilbild von Muschglu
    # 28.05.20 um 23:13

    Muschglu

    Kaum jemand schreibt darüber, aber das Ding ist ein Düsenjet, App ist scheiße und die Saugleistung lässt zu wünschen übrig.
    Auf dem Datenblatt war das Ding vielversprechend.

    • Profilbild von Cube
      # 05.06.20 um 15:33

      Cube

      Ja, des ist einfach nicht was im Datenblatt steht. Ich hab meinen zurück geschickt. Da ist der alte xiaomi tausend mal besser.

  • Profilbild von Phil Maier
    # 05.06.20 um 17:28

    Phil Maier

    Ich liebe es… Verlosung auf Facebook! Kein Mensch ist mehr auf Facebook…selbst hier in der USA nimmt das Extrem ab! Twitter, Instagram… oder hier über die Kommentare und dann denn Gewinner als PM anschreiben!?

    • Profilbild von Honka
      # 05.06.20 um 22:51

      Honka

      Was glaubst du, warum so viele Verlosungen auf FB stattfinden!?
      Ohne Aktionen dieser Art wäre dieser Verein schon länge Geschichte.
      Hirntot ist wohl noch kein Grund, die Maschinen abzustellen.

  • Profilbild von weini
    # 06.06.20 um 11:33

    weini

    Schade dass man bei der Verlosung immer 10000 Dinge braucht, bei spotify bin ich raus…
    Es sollte fair sein und die Teilnahme möglich sein wenn man z.b. eins von dreien wählen kann…

  • Profilbild von Gast
    # 06.06.20 um 18:11

    Anonymous

    Conga flutet die Social Community mit gekauften Leuten die das blaue vom Himmel herunter erzählen, da ist dieser Test natürlich ein Tiefschlag.

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