Test Test: Creality3D CR-10S Pro 3D-Drucker für 504€

Aktuell gibt es Kristians neuen Liebling günstiger zu ergattern. Mit dem Gutscheincode 9O8U2295OE kriegt ihr den 3D-Drucker bei Gearbest für 504€ .
Der CR-10S Pro erwies sich als sehr einsteigerfreundlich: Ein schneller Aufbau, gute Verarbeitungsqualität, der Höhen- und Filamentsensor, eine flotte Bedienung und die gute Druckqualität sprechen für den 3D-Drucker.

Sind wir mal ehrlich – lange Zeit lief es in meinen Tests so: „Aha ein neuer 3D-Drucker von Marke123. Joa hat ein paar nette Features, der wird aber an die ‚Klassiker‘ nicht herankommen.“ Zu speziell, zu nischig waren die kleinen Extras, zu oft habe ich am Ende dann doch den Creality3D Ender-3 (für Einsteiger), den Anycubic I3 MEGA (für Einsteiger mit bisschen mehr Budget) oder den Klassiker, den Creality3D CR-10 empfohlen. Das heißt jetzt nicht, dass seit dem keine tollen 3D-Drucker erschienen sind, sondern eher, dass die Extras und Preisunterschiede zu klein waren und letztlich der Vorsprung der Klassiker (Community, Erfahrungen, Firmware-Updates, etc) nicht mehr eingeholt werden kann.

Der chinesische Hersteller Creality3D bringt mit dem CR-10S Pro für 530€ eine weitere verbesserte Version ihres beliebten CR-10 3D-Druckers. Ob es den Namenszusatz „Pro“ gerecht wird und warum ich den CR-10S Pro – gleich zwei mal – inzwischen als Arbeitstier im Einsatz habe, erfahrt ihr in meinem Test. Beide Modelle habe ich jetzt seit Monaten im Betrieb.

Youtube Video Preview

CR-10s Pro 3D-Drucker: die Fakten

Modell: Creality3D CR-10S Pro
Geschwindigkeit: realistisch: 30 – 90 mm/s (Hersteller spricht von max. 180mm/s)
Druckfläche: max. 300 x 300 x 400 mm (wie der Creality3D R-10)
Filament-Durchmesser: 1,75 mm (0,4 mm Nozzle)
Besonderheiten: fast fertig aufgebaut
Extras: Filament-Sensor, Auto-Levelling, Druckwiederaufnahme, Touchscreen, Zwei Z-Achsen, 24V Stromkreislauf, …

Creality3D ist inzwischen ein älterer Hase und einer der erfolgreichsten chinesischen 3D-Drucker-Hersteller. So konnten wir es uns auch nicht nehmen lassen und haben im November 2018 eine ihrer Fabriken in Shenzhen besucht. Neben dem Ender-3 lief schon damals auch schon die Produktion für den CR-10S Pro ordentlich an. Man ist sich bewusst (im Gegensatz zum Creality3D CR-X :-)): Der CR-10S Pro ist ein gutes Stück Technik!

Naomi „SexyCyborg“ und ich fachsimpeln in der Fabrik über den (damals noch) neuen Creality CR10S Pro

Wer einmal hinter die Kulissen schauen möchte und sich dafür interessiert, wie es bei Creality3D in der Farbik aussieht, kann sich mein elfminütiges Video hier auf YouTube anschauen:

Youtube Video Preview

Zwar ist der CR-10S Pro jetzt keine neue Revolution, doch er greift viele gute Elemente – selbst vom Creality CR-X – auf. Ihr merkt jetzt schon: Ich mag ihn ;-). Doch startet wir erst einmal chronologisch. Vorab schon mal: Verzeiht mir bitte an einigen Stellen die „Schnappschussbildqualität“ ;-).

Versand, Verpackung und Zubehör

Bestellt haben wir gleich zwei mal: Einmal bei GearBest und einmal bei dem Online-Shop von Creality3D. Die Versandzeit betrug 16 und 24 Tage. Beim Anblick des Pakets fällt sofort auf wie groß es ist – kein Wunder, denn der CR-10S Pro kommt, im Gegensatz zu anderen 3D-Druckern aus China, bereits fast fertig aufgebaut an.

CR-10S Pro: Verpackung - Jetzt wurde es spannend!
CR-10S Pro: Verpackung – Jetzt wurde es spannend!

Während des Begutachtens des zweiten Kartons (von Creality3D direkt) musste ich leider feststellen, dass das wertvolle Paket den weiten Weg aus China nach Deutschland, nicht ganz heil überstanden hat. An einer Außenseite war das Paket eingerissen. Zum Glück wurde kein Schaden im Innenleben des Kartons angerichtet.

CR-10S Pro: Schaden an der Verpackung
Hier sieht man den Schaden an der Verpackung deutlich. Wer trägt jetzt Schuld daran?

Innerhalb des Pakets ist das Gerät relativ rutschsicher und gut durch den Schaumstoff geschützt. Der Drucker sitzt relativ fest im Karton, daher lohnt es sich eine zweite Person, die beim Herausholen des China-Gadgets hilft.

Offener Karton des CR-10S Pro
Die Einzelteile des 3D-Druckers sind ordentlich durch Schaumstoff geschützt.

Das zum Aufbauen benötigte Zubehör und die Filamentrolle (leider nur 200 Gramm) befinden sich in den beiden Einbuchtungen von Schaumstoff. Hier empfiehlt es sich also gleich, etwas Filament mitzubestellen.

Zubehör vom CR 10S Pro
Dem CR 10S Pro liegt eine Zubehörbox und eine Filamentrolle (200g, weiß) bei.
CR-10S Pro: Zubehörteile
Schrauben, rudimentäre Schraubendreher, Spachtel und. Co. befinden sich in der Toolbox.

Als Zubehör sind allerlei Werkzeuge dabei, die nicht alle für den ersten Aufbau benötigt werden. Darunter auch einige Tools, die standardmäßig fast jedem 3D-Drucker aus China beiliegen, wie z.B. ein Filamentkratzer. Zusätzlich dazu befindet sich ein Netzkabel, USB-Kabel und eine 8GB NoName.microSD-Karte mit der Testdatei und weiteren Anleitungen im kleinen Karton. Die GearBest-Bestellung umfasste ein EU-Kaltgerätestromkabel – die Creality3D-Bestellung das US-Pendant, für das wir hier noch einen Adapter brauchten.

CR-10s Pro: Aufbau & Qualität

Der CR-10S Pro kommt fast fertig zusammengebaut an, was sicherlich für Laien ein Segen ist. Einzig allein die Z- und X-Achse (rechts im oberen Bild) muss auf das Gehäuse montiert werden. Das dürfte sicherlich den Nutzern der Vorgängermodellen, z.B. dem Creality3D CR-10 bekannt vorkommen, denn dieser kommt auch zu zwei großen Teilen vormontiert an. Bei anderen „fast druckfertig vormontierten“ 3D-Druckern aus China muss häufig z.B. noch der ganze Aufbau zusammengesetzt werden.

Die Einzelteile vom CR-10S Pro im Überblick
Der CR-10S Pro kommt fast fertig aufgebaut, sodass nur noch wenige Handgriffe nötig sind.

Bitte nicht über die Kratzer auf den Aluprofilen wundern: Jeder CR-10S Pro wird im Werk einmal zusammengebaut und angetestet (Homing, Leveling und ein Testdruck).

CR-10S Pro: Kratzer im Detail
An den Profilen erkennt man die Testaufbauspuren.

Es sind wirklich nur vier Schrauben nötig, um die Achsen an das Gehäuse zu montieren. Kleiner Tipp für die Einsteiger: Je fester ihr diese festschraubt, desto weniger Vibrationen wird es später geben. Weitere zwei Schrauben sind für die Filamenthalterung nötig. Falls man sich nicht sicher ist, kann man auch in die beigelegte, ausgedruckte Aufbauanleitung schauen.

CR-10S Pro: Anleitung
Auf zwei Seiten ist der Aufbau des 3D-Druckers mit Bildern erklärt.

Abschließend muss noch die Verkabelung angegangen werden. In diesem Fall heißt das: Stecker einstecken. Die Stecker passen nur in die jeweiligen Buchsen bzw. die Kabel sind entsprechend lang, sodass man nichts falsch machen kann – auch ohne Aufbauanleitung. Die Verkabelung bekommt als Schulnote eine 2. Mehr dazu später.

Verkabelung des CR-10S Pro: Netzschläuche, Kabelbinder - solide gelöst
Verkabelung des CR-10S Pro: Netzschläuche, Kabelbinder – solide gelöst
CR-10S Pro: Flachbandkabel
Mithilfe des Flachbandkabels erspart man sich viel Kabelsalat. Leider wird das Filament nicht so gut geführt (später dazu mehr)
Auch hier ordentlich fixierte Kabel, allerdings angeklebte Stecker
Auch hier ordentlich fixierte Kabel, allerdings angeklebte Stecker (Heißkleber: Lässt sich lösen)
Damit die Stecker nicht ins Gehäuse fallen, wurden diese angeklebt.
Damit die Stecker nicht ins Gehäuse fallen, wurden diese angeklebt.
CR-10S Pro
Die Fotos wurden nach den ersten Druckversuchen geschossen, daher das verschmutzte Heizbett. Sorry dafür. 😉

Nach knapp 20 Minuten waren alle Schrauben und Kabel dort, wo sie auch hingehören. Ich musste keine anderen Schrauben nachziehen. Top – so soll das sein … bei unserem 3D-Drucker den wir bei Creality3D direkt bestellt haben. Bei dem anderen war die Spindelführung nicht mehr angeschraubt und die Schrauben waren im Paket auch nicht mehr auffindbar.

CR-10S-Pro-halterung-lose
Die Spindelhalterung bzw. deren Schrauben hatten sich -vermutlich beim Transport – gelöst.

Für unser Gadgetbastellabor ist das kein Beinbruch (wir haben noch ein „paar“ Schrauben übrig), für andere Besteller kann das natürlich frustig sein. D.h. auch hier: Checkt unbedingt beim Auspacken des Kartons, ob dort kleine Schrauben herumliegen. Natürlich habe ich auch einen Blick ins Innenleben geworfen. Das Innere ist sehr aufgeräumt: Kabel wurden vernünftig fixiert, ein Relais (CDG1-1DD/40A) und Lüfter verbaut und es gibt noch massig Platz für z.B. einen Raspberry (Funkempfang bedenken). Meine drei kleineren Kritikpunkte wären an dieser Stelle der etwas zu laute Lüfter, die eigens entwickelten Boards und der Lautsprecher (der letztlich auch abgeklemmt werden kann).

CR-10S-Pro-innenleben
Blick ins Innenleben: Sehr aufgeräumt und geräumig.

Es wird beim CR10S-Pro mit einem 24V-Kreislauf gearbeitet, was kurz gesagt, die Aufheizzeiten halbiert. Das Netzteil nach augenscheinlicher Begutachtung und Datenblatt deutlich hochwertiger als Netzteile bei Anet, Tronxy & Co. Aber auch hier hätte ein leiserer Lüfter verbaut werden können.

CR-10S-Pro-netzteil
Das Netzteil bzw. der Drucker arbeitet mit 24V – dementsprechend heizt der 3D-Drucker wesentlich schneller auf.
CR-10S-Pro-feeder
Schön viel Metall: Der Feeder ist durchdacht und das „Nachfüllen“ läuft problemlos

Mir gefällt die Qualität und der Aufbau. Man hat sich viel beim CR-X abgeschaut – aber eben fast nur die guten Punkte.

CR-X und CR-10S Pro
CR-X und CR-10S Pro – gleiche Bauform

CR-10s Pro: Der erste Start

Nach dem Einschalten des Druckers wird man mit einem Jingle begrüßt (der CR-X lässt grüßen – braucht man nicht wirklich) und das Touchscreen-Menü erscheint nach ~5 Sekunden. Das Touchscreen-Hauptmenü ist sehr simpel gehalten und zum Start bietet drei Navigationspunkte. Das Englisch ist gut verständlich – als alternative Sprache lässt sich nur noch Mandarin einstellen.

CR-10S-Pro-menue-sprachwahl
Menü Sprachwahl

Der Touchscreen reagiert zügig und genau, sodass das Navigieren, im Gegensatz zu all den Drehreglern bei anderen 3D-Druckern, wirklich Spaß macht. Was waren meine ersten Schritte nach dem Schalterumlegen?

  1. Das Hotend in die Home-Position fahren
  2. Stepper (d.h. die Achenmotoren) deaktivieren
  3. Manuelles Leveling (damit die größten Unebenheiten raus sind)
  4. Automatisches Leveling
  5. Z-Offset setzen (dazu später mehr)
  6. Fertig.

Ausflug: Autoleveling mit dem CR-10S Pro

Wer vielleicht noch keinen 3D-Drucker hat, oder bisher(?) manuell das Heizbett leveln musste, dem möchte ich hier noch 1-2 Tipps/Anmerkungen mitgeben. Jeder, wirklich jeder 3D-Drucker muss für ordentliche Drucke gelevelt werden. D.h. zwischen Hotend und dem Heizbett sollte an jeder Position im Idealfall nur ein dünnes Blatt Papier durchpassen. Je nach später eingestellter Layerheight kann man um 0,x mm davon abweichen, aber so oder so: Ihr habt verdammt wenig Spielraum, da sonst euer Druck nicht haftet, oder durch das Hotend nicht genug Material gepresst wird.

3D-Druck richtiger Abstand Hotbed
3D-Druck richtiger Abstand Hotbed

Je größer eure Druckfläche oder bei einem Materialwechsel zu z. B. ABS, desto schwieriger wird das Leveln. Ich kann es nie genug betonen. Nehmt euch beim manuellen Leveln Zeit für mindestens zwei ordentliche Durchläufe. Zu schnell bekommt der „blöde 3D-Drucker“ die Schuld (und ich muss das in den Kommentaren ausbügeln ;-)).

Der Creality CR-10S Pro kann doch automatisch Leveln? Warum schreibe ich das? Was ist das eigentlich genau? Ich bin der Meinung, jeder 3D-Drucker-Nerd sollte seine Basics draufhaben. Das eliminiert drastisch Fehler und erhöht das Grundverständnis extrem. Natürlich sollte man manuell (siehe Punkt 3 oben) für eine gewisse, vernünftige Ausrichtung des Heizbettes sorgen. Umso weniger wird das automatische Ausgleichen später beansprucht (was wiederum zu einem schlechteren Druckbild führen würde). Ganz beiläufig stuft man dann auch die Bedeutung bzw. den Bonus eines Leveling-Sensors etwas herunter ;-).

Bei dem Autoleveling fährt der Druckkopf ein 4×4-Raster (d.h. 16 Positionen) ab und ermittelt so eventuelle Unebenheiten. Bei einem 30 x 30 cm Metallheizbett lassen sich diese gar nicht vermeiden. Bei dem späteren Druck werden diese dann eingerechnet.

Autoleveling: 4x4-Raster wird erstellt
Autoleveling: 4×4-Raster wird erstellt
CR-10S-Pro-leveling-raster
Raster erstellt: Man sieht die „Unebenheiten“ (auch wenn diese sehr gering sind)

Zum Abschluss müsst ihr dennoch händisch den Z-Offset ermitteln. Der 3D-Drucker weiß ja schließlich nicht, in welcher Höhe bzw. Beziehung der Sensor zum Hotend steht. Wurden beide Spitzen auf exakt gleicher Höhe montiert, oder löst der Sensor etwas früher aus, obwohl das Hotend noch etwas tiefer platziert werden müsste? Dies kann über das Z-Offset bzw. „Z home“ im Menü hinterlegt werden. Besonders nett: Dieser Z-Offset kann notfalls auch während des Druckens noch nachjustiert werden. Hält der erste Layer nicht oder sieht nicht gut aus? Schnell in 0,0x mm Schritten nachjustieren! So habe ich schon manche schlecht eingestellte First Layer Setting in Cura spontan ausbügeln können.

Die Druckqualität des CR-10S Pro

Kommen wir nun zur wichtigsten Frage: Wie gut druckt das China-Gadget denn jetzt? Dafür habe ich, wie so oft, den beigelegten GCODE von der beigelegten microSD-Karte verwendet. Denn: Der Hersteller hat sich in diesem Fall hoffentlich Gedanken gemacht und für seinen Drucker optimiert.

Bei meinen ersten Testdrucken war die Qualität, selbst bei 0,3mm Layerheight, bereits sehr gut. Selbst bei 0,3mm Layerheight erkennt man am Druckobjekt die einzelnen Filamentschichten kaum. Auch fühlt sich die Oberfläche des kleinen Hundes sehr glatt an.

CR-10S Pro Testdruck
Die einzelnen Filamentschichten sind kaum zu erkennen. Super!

Rückseite des Testdrucks

CR-10S Pro: Fehler beim Druckobjekt
Unter dem Ohr des kleinen Rackers erkennt man leider eine klare Linie.

Allerdings erkennt man bei genauerer Betrachtung, dass der Drucker nicht ganz sauber gearbeitet hat. An einigen Stellen liegen die Filamentschichten nicht ganz aufeinander, was an dieser Stelle dem hohen Drucktempo geschuldet war. Auch habe ich im Nachgang noch ein bisschen am Support (siehe Ohr) tweaken müssen. Nichtsdestotrotz bin ich von der Druckqualität überzeugt.

Der Calibration Cube: Hier muss auch noch ein bisschen Feintuning her
Der Calibration Cube: Hier muss auch noch ein bisschen Feintuning her. Die Qualität ist super.
CR-10S-Pro-messung-cube
Die Abweichungen sind aber minimal. Das kenne ich wesentlich schlechter.
CR-10S Pro Testdruck: Benchy mit 0,3mm Layerheight
CR-10S Pro Testdruck: Benchy mit 0,3mm Layerheight

Auch bei weiteren Testdrucken, wie dem Calibration Cube oder dem Benchy, lieferte der Drucker eine solide Druckqualität. Natürlich muss man, gerade wenn man viel drucken will, ein bisschen Zeit in eine vernünftige Slicer-Konfiguration stecken. Da diese maßgeblich von dem Material, Hersteller und persönlichen Präferenzen abhängt, kann ich euch hier jetzt nicht die perfekte Konfiguration für Slic3r oder Cura mitgeben.

CR-10S-Pro-filamentfuehrung
Filamentführung für den CR-10S Pro – sollte definitiv gedruckt werden. Wieder eine tolle Qualität
CR-10S-Pro-filamentfuehrung-Detail
Sauber gedruckte, grob eingestellte Layer – so soll es sein!
CR-10S-Pro-erster-Layer
„First Layer Porn“ – so startet bei mir inzwischen jeder Druck mit dem CR-10S Pro.
CR-10S-Pro-t-rex-kopf
Gerade für große Drucke einfach bequem.
CR-10S-Pro-cg-logo
Auch gerne gedruckt: Ein großes CG-Logo 🙂

An dieser Stelle möchte ich auch nochmals gerne auf die Robustheit eingehen: Das Aufheizen geht, dank des 24V Kreislaufs, schnell von Statten, die Temperatur wird (su.) dank der Temperatur gut gehalten, das Tempo kann durchaus auf 80mm/s (und mehr) gestellt werden und sollte mal wirklich das Filament leer gegangen sein, wird dies zuverlässig erkannt und der Druck kann nach dem Wechsel ohne Probleme fortgeführt werden.

cr-10s pro aufheizen
Innerhalb von ~2,5min ist das Heizbett von Raumtemperatur auf 60°C (Und das Hotend innerhalb von 1,8min auf 200°C
CR-10S-Pro-heizbett-isoliert
Das Heizbett ist isoliert und hält somit besser die Wärme. Auch bequem: Die größeren Levelräder.
octolapse stabile temperatur
Die Temperatur wird, durch die gute Isolierung, konstant gehalten.

Die Firmware verfügt übrigens auch über einen „Eco-Modus“. Ist dieser aktiviert (und man druckt von SD-Karte), schaltet der 3D-Drucker ab einem bestimmten Layer das Heizbett ab.

Was ich relativ schade finde: Durch die verbauten Steppertreiber hört man die Motoren (Wände/Vibrationen) kaum noch – die Lüfterlautstärke ist jedoch geblieben. Würde man jetzt noch bessere Lüfter verbauen, ließen sich sicherlich nochmals einige Dezibel einsparen. Das ist aber jammern auf hohem Niveau.

Ausflug #2: CR-10S Pro Firmware-Update per Octoprint

Zu einem guten 3D-Drucker gehört natürlich auch immer eine gute Firmware. Im Idealfall basiert diese auf dem Open-Source-Gedanken und ist dann (inzwischen fast immer) Marlin. Sofern der Hersteller bzw. Community auf Zack ist, gibt es zügig Portierungen für euren 3D-Drucker. Für den CR-10S Pro gab es schon diverse Updates, sodass ich euch schnell mitgeben möchte, wie man mit dem Druckerserver Octoprint schnell und bequem ein Firmware-Update für den CR-10S Pro vornehmen kann. Als erstes ladet ihr euch schnell das Plugin „Firmware Updater“ aus dem Repository herunter.

firmware-update octoprint
Octoprint-Plugin „Firmware Updater“ installieren

Auf einem UNIX-System (viele von euch nutzen sicherlich einen Raspberry mit Raspian oder Ubuntu) ihr zudem AVRDude installieren. AVRDude ist eine Opensource-Tool-Sammlung für die Atmel AVR Microcontroller, welche in extrem vielen 3D-Drucker-Mainboards zu finden sind. Das ist z.B. per „apt-get install avrdude“ schnell getan.

firmware-update octoprint config
ATmega2560 ist der MCU beim CR10S Pro – der Pfad ist (meist) /usr/bin/avrdude (je nach Distri)

Nach dem Speichern der Konfiguration (s.o.) muss jetzt nur noch die Update-Hex-File hochgeladen und geflashed werden.

firmware update octoprint schreibvorgang
Die Firmware wird geflashed.

Natürlich lässt sich ein Update auch z.B. über Cura vornehmen.

firmware-update cura
Update für Cura natürlich auch möglich (Man sieht einen Auszug meiner getesteten 3D-Drucker :-))

Ich möchte euch an dieser Stelle nur exemplarisch mitgeben: Das Updaten klappt zügig und es gibt wirklich regelmäßig Updates. Das bieten in dem Umfang leider nur die wenigsten 3D-Drucker. Da der Open-Source-Gedanke jetzt wirklich gelebt wird, könnt ihr auch ohne Probleme eigene Bootlogos, Töne, oder Konfigurationen flashen.

Update / Ausflug #3: Konfiguration mit Cura

Da ich jetzt schon diverse Anfragen auf mehreren Kanälen bekommen habe, möchte ich hier mal meine Konfigurationsparameter mit euch teilen. Sie sind eng angelehnt an Tinymachines :-). Aktuell nutze ich Cura 4.0.0. Starten wir mit den allgemeinen Machine Settings.

Machine Settings Cura
Machine Settings Cura

Achtet vor allem auf die richtigen Dimensionen, damit euer Druckkopf nicht ins Nirvana fährt.

machine settings 2
Der Extruder muss natürlich auch konfiguriert werden

Dies ist mein Start G-Code:

G28 ; Homing (X,Y,Z = 0)
M420 S Z5 ; Autoleveling
G1 X20 Y25 F1500 ; Clips umfahren
G1 Z0.4 F3000 ; Prime vorbereiten
G92 E0 ; Extrusion Reset
G1 Y120 E10 F600 ; Prime Nozzle
G1 Y150 F5000 ; Filamentreste drucken

Und mein End G-Code:

G91 ; Relative Koordinaten nutzen
G1 Z2 F5000 ; Z-Achse 2mm hoch
G90 ; Absolute Koordinaten nutzen
G1 X5 Y250 F3000.0 ; Bed bewegen
G1 E-5 ; retract filament
G92 E0 ; reset extruder
M104 S0 ; Extruder aus
M140 S0 ; Heizbett aus
M107 ; Lüfter aus
M84 ; Stepper aus

Bitte denkt daran: Es ist nur ein guter Einstieg für die ersten Drucke. Es kann sein, dass ihr mit der Zeit andere Parameter nutzen möchtet.

Fazit: Creality3D CR-10S Pro kaufen?

Ihr habt es bestimmt schon herausgelesen: Ich mag den CR-10S Pro wirklich sehr. Gar nicht mal wegen den einzelnen Komponenten, sondern wegen dem Gesamtpaket. Schneller Aufbau, gute Verarbeitungsqualität, flotte Bedienung, der Höhen- und Filamentsensor sind eine wirkliche Erleichterung und das Druckbild ist vom Start weg richtig gut. Das Gesamtpaket ist einfach sehr stimmig.

Wir haben hier jetzt seit Monaten die zwei CR-10S Pros im Betrieb: Ohne Mucken, Nachleveln, Abstürze oder anderen Problemen drucken sie einfach. Das hatte ich in diesem Umfang mit (China-)3D-Druckern noch nie. Wer mag kann Updates einspielen und sich über neue bzw. ausgereiftere Features freuen. Die Frage, die man bzw. ihr euch stellen müsst: „Ist mir dieses Gesamtpaket ~530€ wert?“ Andernfalls ist z. B. der Creality3D Ender-3 für nur ~160€ eine klasse Alternative. Zwar ist der Druckraum mit 220 x 200 x 250 mm (deutlich) kleiner und es muss einfach mehr „gebastelt“ werden, aber das kann ja dennoch für den Einsteiger bzw. Interessierten reichen.

Wer ein „Arbeitstier“ sucht, das über das nötige Kleingeld verfügt und/oder einfach einen richtig guten 3D-Drucker möchte … bitte: Der CR10-S Pro für 530€ ist eure Wahl!

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Kristian

Ich bin 32 Jahre jung, aber gefühlt ziemlich oft noch wie ein großes Spielkind. So habe ich Ende 2009 (endlich) "CG" ins Leben gerufen. Besonders haben es mir z.Z. die 3D-Drucker angetan.

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Kommentare (32)

  • 27.04.19 um 19:48

    TL

    Der stolze Preis… 530€!!

  • 27.04.19 um 20:32

    ike

    Ich komme bei Ali auf einen Preis von 591,58

  • 27.04.19 um 22:00

    Hagbard84

    Bei eBay Kleinanzeigen gibt es einen Händler, der verkauft den für 549€ Neu mit Versand aus DE und Bezahlung über PayPal.

  • 27.04.19 um 22:43

    maCyo

    Ich weiß nicht. Alles Punkte die mir beim Ender-3 z.b. nicht fehlen. Außer der Feeder den ich für 15€ gegen einen aus Alu getauscht habe.
    Einzige Verbesserung die ich mir wünsche ist eine Qualität von 0.05 statt 0.1
    Bei dem Preisunterschied verstehe würde ich jederzeit zu einem Ender-3 o.ä. greifen. Es sei denn man benötigt einen größeren Druckraum.

    • 29.04.19 um 09:13

      kristian CG-Team

      Hey maCyo,

      das hängt in der Tat von persönlichen Kriterien ab. Ganz objektiv gibt es natürlich eine Menge Unterschiede:
      – Druckraum: 300 x 300 x 400 mm, statt 220 x 220 x 250 mm
      – Autoleveling (was bei der Fläche auch Sinn machen kann)
      – 24V Kreislauf + Heizbett-Isolierung: Wärme wird schneller erreicht und stabiler Gehalten
      – Netzteil wesentlich hochwertiger
      – Bedienung wesentlich komfortabler (wenn man keinen Raspy o.ä. verwendet)
      – Lautstärke wesentlich geringer
      – …

      LG Kristian

  • 27.04.19 um 23:35

    Anonymous

    Eine übersichtliche Aufstellung der Unterschiede, vor allem zum Creality3D CR-10 wäre toll, um Anfängern die Entscheidung zu erleichtern.

  • 28.04.19 um 01:53

    Mo

    Und warum ist da kein einziger Core XY dabei? Also wenn ich was empfehlen, sollte das eigentlich ganz weit oben sein…

  • 28.04.19 um 02:30

    Quotic

    Habe mir jetzt den geeetech a10 bestellt, da er der bessere Ender 3 sein soll und hier wird als Empfehlung nur noch der ender 3 genannt?

    • 28.04.19 um 22:38

      egal;)

      Quotic: Habe mir jetzt den geeetech a10 bestellt, da er der bessere Ender 3 sein soll und hier wird als Empfehlung nur noch der ender 3 genannt?

      Im A10 Artikel sagt Kristian selbst in Fazit das der A10 besser ist als der Ender 3

      https://www.china-gadgets.de/test-geeetech-a10-3d-drucker/

      • 29.04.19 um 08:15

        Anonymous

        Nein, er sagt, dass der A10 FÜR IHN besser ist. Für mich ist der Ender immer noch ungeschlagen, weil der A10 einige Mankos hat (z. B. Display + erhehblich kleinere Community).

        • 29.04.19 um 09:17

          kristian CG-Team

          Hey ihrs,

          das Thema ist nicht ganz einfach: In der Tat finde ich den A10 für mich etwas (aber wirklich minimal) besser als den Ender-3. Wer aber einsteigen möchte, kommt vielleicht mit dem Ender-3, insbesondere wegen der großen Community, etwas besser zurecht.

          Das sind aber mini-mini-Punkte. Mit beiden Druckern macht man nen guten Griff – ich wollte jetzt nur nicht noch den I3 MEGA, A20, TEVO Dies das einbringen – das überflutet nur den Artikel.

          LG Kristian

  • 28.04.19 um 11:56

    marqs

    Hört sich alles super an.
    Aber für mich,etwas zu Teuer.
    Was würdet Ihr für mich(0 ahnung von 3D druck)so bis 250 Euro empfehlen?

  • 29.04.19 um 04:48

    Quotic

    @egal;): deswegen wundert es mich das hier nur der ender 3 erwähnt wird. Aber egal bin gespannt

  • 29.04.19 um 19:41

    mufflon12

    Hi kristian , gibts noch ein Testvideo zum cr-10s-pro ?
    Finde deine 3d drucker video immer klasse ! 🙂

    • 30.04.19 um 09:10

      kristian CG-Team

      Hey mufflon12,

      kommt hoffentlich noch diese Woche – Julian wartet aber noch auf 1-2 Schnittbilder von Drucken 😉

      LG Kristian

  • 07.05.19 um 10:12

    tester

    Gibt’s gerade auf der Creality Homepage aus EU Lager für 519,90€. Direkt vom Hersteller mit 1Jahr Garantie

  • 10.05.19 um 10:29

    Adrian

    Hallo Kristian.
    Wir suchen für unsere Firma einen guten 3D Drucker zur Begutachtung von kritischen Werkstücken in der Angebotsphase.
    (Hierbei sind Fertigungstoleranzen natürlich sehr wichtig, "“Schleifbranche"“)
    Ein Zulieferer hat uns folgenden Drucker empfohlen:

    https://www.aliexpress.com/item/MT1-5-Pro-multoo-Linear-guide-rail-Full-Metal-Ball-screw-400-400-400-Customized-DIY/32814629621.html

    Als Privatpersonen habe ich mich in Creality verliebt. In der Firma muss das Teil aber im Prinzip out of the Box ohne viel Pflege abliefern. (Preis spielt erstmal weniger eine Rolle, bzw. auf 500€ mehr oder weniger kommt es nicht an)

    Sagt dir dieser Multoo Drucker etwas? Wir brauchen nicht wirklich 2 Extruder oder den Laser…

  • 10.05.19 um 12:03

    tester

    @Adrian: kleiner Denkanstoß: macht einen in der Firma für den Drucker verantwortlich. Hab da Erfahrung mit einer Hobby Drehmaschine. Die war nach einem Jahr hinüber und es wurde eine industrielle gebraucht angeschafft. Denke aber es funktioniert mit Creality und co auch, bei entsprechender Pflege
    Hab heute den cr-10 s pro bekommen, kann Feedback geben, ich benutze den auch für ein Projekt ( Toleranzen, Qualität ec wichtig)

    • 27.05.19 um 16:53

      kristian CG-Team

      Würde da ganz klar nach der Menge gehen. Und wie die Firma zu CE-Siegeln bzw. deren Fehlen steht. Und, ob man die Dinger unbaufsichtigt laufen lassen mag. Wenn das alles passt: Go für den CR-10S Pro.

      Multoo kenne ich nicht (bisher) – die Linearführungen gefallen mir (eigentlich), aber meist liegt das Problem ganz wo anders.

      LG

  • 22.05.19 um 13:13

    tester

    Hab da nicht drauf geachtet. War die .de Seite bei mir . . . . .

  • 23.05.19 um 15:12

    tester

    https://www.creality3dshop.de/products/creality3d-cr-10s-pro-300-300-400-3d-printer

    Für 519€ aus EU Lager direkt vom Hersteller, Versand dauerte 3tage bei mir

  • 23.05.19 um 15:24

    SoniC

    Habe meinen CR-10s Pro für 470 bei Ebay (aus DE) gekauft.
    Wenn man richtig sucht findet man schon einen Schnapper.

    BTW — der Eingebaute Sensor ist schei…e. Nach 3-4 Kalibrierungen war er immer noch ungenau, habe beschlossen auf BLTouch zu wechseln – seitdem null Probleme.
    Plus die Lüfter sollte man auch tauschen gegen leisere — ich habe meine gegen Noctuas getauscht – ein merkbarer Unterschied.

    • 27.05.19 um 16:51

      kristian CG-Team

      Ich finde den gut. Habe eher bisher mit dem BLTouch Probleme gehabt. Ich glaube letztlich steckt der Fehler häufig in der Firmware … Hattest du die vorher geupdatet?

      LG Kristian

  • 23.05.19 um 16:38

    Kitharo

    Warum hast du den Stepper deaktiviert?

  • 23.05.19 um 22:52

    ruegnueg

    Mal ernsthaft was macht man eigentlich privat zu Hause damit?

  • 29.05.19 um 14:03

    Fireball

    @kristian: Mich würde der Unterschied zum Geeetech A30 interessieren und ob der ca. 200€ Preisunterschied gerechtfertigt ist?!

  • 12.06.19 um 22:47

    Pascal

    Hallo Kristian,
    Mache gerade meine ersten grösseren Prints mit dem CR10s pro.
    Kannst du mir sagen, wie ich während eines laufenden Druckauftrages das Filament wechseln kann? Auf dem Screen kann ich nur stoppen, pausiere und Anpassungen wie Temperatur etc. machen. Eine Funktion „Filament wechseln“ finde ich nirgends.
    Danke und Gruss, Pascal
    PS: drucke von der SD-Karte
    Danke und Gruss, Pascal

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