Bambu-Klone, Modell-Chaos & stornierte Drucker: Warum Creality aktuell nur noch nervt!
Seltsames Preis-Gebaren, „neue“ 3D-Drucker gefühlt jedes halbe Jahr, ein Lineup, bei dem man kaum noch durchblickt und vor allem eines: eine Innovationsarmut sondergleichen. Es gibt für uns derzeit nur einen Lichtblick, mit dem Creality wieder in unserem Ansehen steigt. Welcher das ist, erfahrt ihr in diesem Artikel – nach einem kleinen aber feinen und vor allem substanziellen Rant über die aktuelle Creality-Modellpolitik.
Inhalt
Creality & die Copy-Paste-Modellpolitik
„Ist doch gar nicht so schlimm“ könnte man auf den ersten Blick denken. Schließlich werden auf der offiziellen Creality-Webseite für Deutschland aktuell nur 4 FDM-3D-Drucker-Kategorien angezeigt. Die Speerspitze im Sortiment bildet die K2-Reihe. Dort gibt es allerdings allein 4 unterschiedliche Varianten, bei denen sich etwa der K2 Pro und der K2 bis auf den Bauraum kaum unterscheiden.
Ach ja, und dann gibt es da noch den K2 SE ohne Einhausung, bei dem selbst die Kundenbewertungen im eigenen Shop schon negativ ausfallen. Nur der K2 Plus, den wir auch im Test hatten, hat hier technisch erste Sahne zu bieten und stellt Crealitys erfolgreichen Versuch dar, annähernd an die Bambu-Lab-Qualität heranzukommen – auch wenn er uns aktuell im Makerspace leider immer mehr Probleme macht.
Die ätere K1-Serie – Crealitys erster, eher gescheiterter Versuch einer Bambu-Lab-Kopie – streifen wir hier nur kurz. Dort gibt es drei Modelle, von denen der K1C wohl das ausgereifteste Modell seiner Klasse ist. Den K1 Max hatten wir ebenfalls im Test. Damals hatten wir das Zusammenspiel einer eigentlich guten Hardware-Basis mit der unausgereiften Software bemängelt.

SparkX i7, Creality Hi? Spricht man sich da überhaupt ab?
Dann gibt es da noch Crealitys „innovative“ Reihe, den Creality SparkX i7 – einem optisch aufgemotzten Klon des Bambu Lab A1. Versteht uns nicht falsch: Die Druckergebnisse werden unisono als gut bis sehr gut eingestuft. Aber Creality wirbt hier aggressiv mit 50% weniger Abfall und schnellen Farbwechselzeiten. Diverse Tests haben dabei aber ergeben: Das stimmt bei Weitem nicht. Die Zeiten sowie die Müllproduktion sind fast identisch zum Bambu Lab A1. Außerdem bedient sich Creality hier einer simplen Slicer-Einstellung zur Müllreduktion.
Und wenn man vom SparkX i7 spricht, dann wohl auch vom „Creality Hi Combo„ sprechen, den wir ebenfalls getestet und für unausgereift mit Ringing/Ghosting-Problemen befunden haben. Völlig absurd dabei: Der Creality Hi wurde erst im März 2025 vorgestellt, taucht aber im derzeitigen Lineup auf Crealitys Webseite nicht einmal mehr auf! Man bekommt hier den Eindruck – und das sehen wir auch bei der gleich noch zu besprechenden Ender-Reihe, dass völlig unabhängig (und unabgesprochen voneinander) arbeitende Entwicklerteams hier am Werk sind.

Die Ender-3-Chaos & ein derzeit unrühmliches Geschäftsgebaren
Und dann wäre da noch die von uns ursprünglich mal sehr geliebte Creality-Ender-Reihe. Auch hier hat man in sehr kurzen Abständen immer wieder neue Modelle des Ender-3 auf den Markt geschmissen. Da wurde Ende 2023 der Ender-3 V3 SE vorgestellt, dann kam Anfang 2024 der Ender-3 V3 KE, ein guter Drucker in unserem Test.

Aber damit nicht genug: Wenig später gesellte sich der Ender-3 V3 ebenfalls Anfang 2024 dazu, der mit seiner CoreXZ-Kinematik überzeugen wollte, es aber am Markt ganz offensichtlich nicht konnte. Schließlich gibt es ihn nicht mal mehr auf der offiziellen Creality-Seite zu sehen. Dort ist nur noch sein „großer Bruder“, der Creality Ender-3 V3 Plus zu sehen, der bereits im Mai 2024 veröffentlicht wurde. Den Ender-5 Max in Cube-Bauweise erwähnen wir in diesem Chaos nur der Vollständigkeit halber.

Ender-3 V4 storniert: Was soll die Verarsche!?
Ja, und dann wurde in diesen Tagen der Ender-3 V4 Combo angekündigt: Die Neuerungen: Ein stylischerer Unibody-Rahmen (Gantry), doppelte Z-Stützstangen und ein Doppelmotor auf der Y-Achse. Das war’s. Was uns hier aber am meisten ärgert, ist der Eindruck, dass bei Creality offensichtlich der Praktikant die Pre-Sale-Webseite betreut.
Zum Zeitpunkt unseres Artikels zum Creality Ender-3 V4 Combo (inkl. CFS-Multicolorsystem) bot man die Combo für sagenhafte 169€ zum Vorbestellen an. Die ersten Bestellungen der Community trudelten ein, wurden aber allesamt von Seiten Crealitys storniert. Die Seite wurde klammheimlich wieder offline genommen. Okay, ein Preisfehler kann ja mal passieren oder es war sogar ein frecher Marketing-Gag. Aber es geht weiter.
Erst gestern (24.03.2026) ist der neue 3D-Drucker inkl. CFS-Einheit dann zu einem nochmals vergünstigen Preis von 162,24€ auf Crealitys deutscher Seite offiziell vorbestellbar. Und was passierte? Richtig, die Bestellungen wurden erneut einfach storniert. Jetzt wird der Drucker für den endgültigen (im Vergleich zur Konkurrenz zu teuren) Vorbestellerpreis von 369€ angeboten. Das ist nicht nur irreführend – als Kunde kommt man sich da einfach doppelt und dreifach veräppelt vor!

Der Lichtblick: Creality M1 & R1 als Recycling -System für 3D-Druck-Abfall
Ja, es scheint sie noch zu geben bei Creality, die echte Innovation ohne „Bambu-Lab-Inspiration“: Denn sollte das angekündigte Duo aus Filament-Recycler M1 und Filament-Schredder R1 wirklich aus altem Filament-Abfall druckbares Filament machen (was ohne frisches Zusatz-Granulat wohl eine Herausforderung darstellt), dann wäre das eine Revolution – sofern der Preis stimmt. Denn DIY-Bastlerpojekte gibt es einige, aber eben kein Plug & Play-Desktop-System als All-in-One-Lösung zum bezahlbaren Preis. Für uns ist dieses Recycling-Projekt daher derzeit wohl der größte Hoffnungsträger, wenn es um Creality geht.
Einheitliche Strategie & echte Innovation fehlen
Was also sagt uns diese „Abrechnung“ mit Creality? Zuerst einmal eines: Eine wirklich einheitliche Line-up-Strategie mit klar getrennter Unterklasse, Mittelklasse und Oberklasse ist bei Creality aktuell schwer zu erkennen. Permanent werden neue Modelle auf den Markt geworfen (Creality Hi, SparkX i7, Ender-3 V4 usw.), die oft eines gemeinsam haben: An sich tolle Hardware, aber mangelndes Software-Feintuning zumindest abseits von Filament-Standardprofilen.
Bei einigen Releases sind Kunden dabei nicht selten Beta-Tester und warten auf Updates, die anfangs noch kommen, dann aber schnell beim Hersteller in Vergessenheit zu geraten scheinen, weil ein paar Monate später eh ein neuer Drucker erscheint. Und wenn so ein neuer Creality-Drucker dann erscheint, ist er nicht selten eine leicht verbesserte Kopie des offensichtlichen Bambu-Lab-Vorbildes. Wenn man dann auch noch die Kunden durch unseriöse Vorbesteller-Aktionen (siehe Ender-3 V4) verprellt, sieht es auf Dauer schwierig aus. Immerhin gibt’s mit dem Recycling-System aber einen Lichtblick.
Was meint ihr zu Creality? Sehen wir das alles zu schwarz? Oder könnt ihr unsere Eindrücke nachvollziehen und habt vielleicht sogar eigene Beispiele mit euren Erfahrungen? Kommentiert gern.
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Kommentare (3)