Test

Huawei Watch D für 327,72€ im Blutdruck-Test: Präzise gemessen oder (zu) vermessen?

Alle Leute mit Blutdruckproblemen aufgepasst: Die Huawei Watch D bekommt ihr gerade bei Amazon für 327,72€.

  • präzise Blutdruckmesssung (siehe Test)
  • EKG-Funktion
  • Schlaf-Tracking
  • SpO2-Messung
  • Hauttemperatursensor

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. Wenn sie denn ernste gesundheitliche Folgen vermeiden wollen, werden früher oder später viele Leute öfters ihren Blutdruck checken müssen. Das soll mit der Huawei Watch D, die einen Drucksensor und eine Minipumpe nebst aufblasbarer Manschette nutzt, deutlich komfortabler und ähnlich präzise wie professionelle Oberarm-Blutdruckmessgeräte werden. Stimmt das? Wir haben sie in Sachen Blutdruck getestet.

HuaweiWatchDBeitragsbild

Technische Daten: mehr als Blutdruckmessung?

Hersteller | ModellHuawei | Watch D
Display1,64″ AMOLED, 456 x 280p, 326 ppi
Material | FarbenMetall & Kunststoff | anthrazit / schwarz
Akkulaufzeit7 Tage (keine mAh-Angabe)
KonnektivitätBluetooth 5.1, GNSS (GPS, GLONASS, Galileo, Beidou)
Features
  • Blutdruckmessung
  • EKG-Funktion
  • Pulsmessung
  • SpO2-Messung
  • 70 Sport-Modi
  • Schlaftracking
  • GNSS
  • Musiksteuerung
  • Hauttemperatursensor
App-KompatibilitätAndroid 6.0+, iOS 12.0+
WasserresistenzIP68
Abmessungen | Bandbreite | Gewicht51 x 38 x 13,6 mm | 30 mm | 40,9 g ohne Band

Vorne weg: Nur ein Blutdruck-Vergleichstest

Damit es hier nicht zu Missverständnissen kommt: Es handelt sich im Folgenden schwerpunktmäßig um eine nähere Betrachtung der Blutdruck-Funktion der Huawei Watch D. Denn genau das ist es, was diese Uhr so einzigartig machen soll. EKG, Sportmodi und andere smarte Funktionen sind höchstens ausprobiert aber nicht ausgiebig getestet worden. Starten wir also erst einmal mit dem Design der Smartwatch.

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Design & Verarbeitung: Klobig gut, alles gut?

Die aus Aluminium gefertigte Watch D ist schlicht in anthrazit gehalten. Bemaßt ist sie mit 51 x 38 x 13,6 mm. Rechts neben dem rechteckigen AMOLED-Display aus gewölbtem 2,5D-Glas befinden sich zwei Tasten, eine rot akzentuierte Health-Taste und eine Home-Taste. Ein Schmetterlingsverschluss hält das feinmaschige Fluorelastomer-Armband (erhältlich in verschiedenen Längen) fest, unter dem sich ein aufblasbares Zwei-Kammer-Luftkissen versteckt. Im Vergleich zu anderen Smartwatches wie beispielsweise der Amazfit GTS 3 bringt die Huawei Watch D aber mit 40,9g (ohne Band) deutlich mehr Gewicht auf die Waage. Die Watch D ist von Huawei gewohnt gut verarbeitet und macht gerade auch in Bezug auf das Luftkissen einen hochwertigen Eindruck.

Nicht ganz so überzeugend finde ich persönlich das viereckige Design. Das hat mehrere Gründe. Zuerst einmal mag ich viereckige Uhren prinzipiell nicht wirklich. Ich könnte mich damit anfreunden, wenn die entsprechende Uhr optisch dezent daherkommt – auch deshalb, weil ich ein verhältnismäßig schmales Handgelenk habe. Das ist bei der Huawei Watch D aber mitnichten der Fall. Sie wirkt massiv und klobig. Warum? Weil sie um das 1,64 Zoll große AMOLED-Touchdisplay eine 4mm breite schwarze Umrandung aufweist, ehe dann der eigentliche 3,5mm starke Rahmen folgt.

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Ansatzweise sichtbar: Dicker „Doppelrahmen“ aus Gehäuse und schwarzer Umrandung ums Display

Der massige Eindruck der 15,9mm dicken Uhr ergibt sich auch durch das 30mm breite Armband. Wäre die Huawei Watch D nicht so gut verarbeitet, würde ich hier von einem Vorserienmodell bzw. Prototyp ausgehen. Was dann aber wiederum gegen den Prototyp-Eindruck spricht: Die pfiffige Art und Weise der Montage, Längenverstellung und Demontage des Armbands und die einfache, aber bombenfest haltende Luftkissenkonstruktion darunter. Gewechselt wird das Armband durch einen kleinen Knopf auf der Uhrenunterseite, der dann ein Cover bzw. eine Arretierung löst und das Band samt Luftkissen herausnehmbar macht. Gleich daneben befindet sich der knapp 22,5mm große runde Sensorblock.

Lieferumfang: bescheiden

Genauso schlicht und auf das Wesentliche reduziert wie die Verpackung mit bronzefarbenem Firmenschriftzug und -logo ist auch der Lieferumfang: Es erwarten den eifrigen Handgelenk-Blutdruck-Messer neben der Smartwatch eine Garantiekarte, eine Schnellstart– und eine Traageanleitung. Außerdem ist ein Armband inkl. Luftkissen in der Größe M vorhanden, während an der Uhr selbst Armband und Luftkissen in Größe L ab Werk daherkommen. Ob ihr zur Fraktion M oder L gehört, erfahrt ihr mit dem mitgelieferten Maßarmband (dazu später mehr). Zum Schluss ist noch ein schlichtes Ladepad enthalten, das magnetisch an der Hinterseite der Uhr gehalten wird. Ärgerlich: Huawei legt kein Netzteil bei.

HuaweiWatchDLieferumfang
Spartanischer Lieferumfang ohne Netzteil

Inbetriebnahme: gut erklärt, aber…

Bevor ich die Uhr überhaupt nutzen kann, legt mir Huawei die beigelegte Trageanleitung (Wearing Guide) nahe. Ich verwende den dortigen QR-Code und erhalte dieses gut erklärte Video. Demzufolge muss ich zwischen Armband und Luftkissen in den Größen M und L je nach Größe des Handgelenks wählen. Das funktioniert über das mitgelieferte Maßarmband. Darauf sind Zahlen von 1 bis 15 zu sehen. Jede Zahl steht für eine bestimmte Spanne von Handgelenksumfängen. Von Werk aus eingestellt sind Armband und Luftkissen in Größe L, welche bei der Zahl 9 beginnt. Laut Maßarmband habe ich Größe 12 – bin also im L-Bereich und muss das Armband inkl. Luftkissen nicht wechseln.

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Maßband: Für genaue Blutdruckmessungen muss das Armband gut ans Handgelenk angepasst werden

Aber: Werkseitig ist Größe 11 beim Armband eingestellt. Das muss ich nun ändern und löse das Luftkissen unterhalb des Armbands an einer Seite ab, indem ich einen Pröppel herausziehe. Darunter ist das Armband von 1 bis 15 nummeriert. Ich öffne also die Arretierung der Rückseite des Schmetterlingsverschlusses und schiebe sie von Nummer 11 auf 12. Ich verschließe besagte Arretierung und befestige den Pröppel des Luftkissens wieder auf der Unterseite des Armbandes -fertig. Für korrekte Messungen soll ich die Uhr fortan ungefähr 2 bis 3,5cm vom Handgelenk entfernt tragen.

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Armband fertig eingestellt und Luftkissen wieder befestigt

Um mit der Watch D aber loszulegen, muss ich sie zuerst mit der Huawei Health App koppeln. Blöd an dieser Stelle: Ich brauche dafür zwingend eine Huawei ID – also eine Registrierung bei Huawei. Zumindest spendiert Huawei  bezüglich der weiteren Einrichtung auch dieses Mal ein weiteres Erklärvideo.

Nachdem ich die Watch D eingeschaltet und die Sprache ausgewählt habe, wird mir ein QR-Code zum Herunterladen der App angezeigt – aber nicht aus dem Google Play Store (wir wissen ja: Huawei ist aufgrund von Spionagevorwürfen und US-Embargo Google-freie Zone), sondern aus der Huawei App Gallery. Das macht Probleme auf meinem OnePlus 9 Pro mit Android 13. Zum einen muss ich natürlich zustimmen, dass die heruntergeladene apk-Datei von Drittanbietern potenziell Schäden verursachen kann – ein Hindernis für technisch weniger Versierte – zum anderen: unter Android 13 sind auf der Watch D angezeigte Benachrichtigungen der Huawei Health App (WhatsApp und co) „aus Sicherheitsgründen“ nicht möglich. Hier hilft (Stand: 03.01.2023) nur ein Workaround, wie hier beschrieben.

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Huawei Health App über Umwege mit Android 13 – Problemen

Ja, Huawei leidet unter den Sanktionen, die Stolpersteine sind groß. Aber: Android 13 gibt es in der finalen Version bereits seit August 2022. Um es also ganz deutlich zu sagen: Das ist für eine 399€-Smartwatch, die explizit auch für Android-Geräte gedacht ist und von einem bekannten Hersteller kommt, schlicht und einfach ein Epic Fail. Aber gut, jeder hat natürlich eine zweite Chance verdient – sagt das doch alles nichts über die Uhr an sich aus, deren Bedienung ich mir daraufhin genauer anschaue.

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Huawei Watch D: Umfangreiches (Gesundheits-)Menü

Bedienung: intuitiv

Watch D: Das Wesentliche an Bord

Einmal eingerichtet ist die Bedienung der Huawei Watch D mittels knackscharfem Touch-OLED-Display wirklich einfach. Der Home-Screen mit dem Standard-Watchface (es lassen sich über die App unzählige kostenpflichtige und kostenlose Watchfaces installieren) zeigt mir Temperatur, Akkustand, Zeit, Datum und besonders präsent natürlich die letzten Blutdruckwerte und den Puls an.

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Knackscharfes Display, aber: ein Kaffee zu viel 😉

Im Hinblick auf die Gestenlogik ist die Watch D ansonsten mit vielen anderen Smartwatches vergleichbar: Wische ich nach unten, sehe ich die Statusbar mit üblichen Icons für u.a. DND, Bildschirmaktivierung für 5 Minuten oder Wecker. Vermissen tue ich hier die Taschenlampenfunktion (an anderer Stelle im Menü verfügbar). Ich kann die Icons aber nicht anpassen oder ändern.

Ein Wischen von unten nach oben zeigt mir die letzten Benachrichtigungen an (die dank Workaround jetzt funktionieren). Auf eine WhatsApp-Nachricht kann ich entweder mit einem Emoji oder mit vordefinierten aber änderbaren Standardantworten reagieren. Wische ich auf dem Home-Screen nach rechts, erwartet mich eine Wetteranzeige und darunter die Musiksteuerung. Die Huawei Watch D verfügt über keinen eigenen Musikspeicher. Sie lässt sich aber ohne Probleme als Fernbedienung für z.B. Spotify auf dem Handy nutzen.

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Ein Wischer nach links führt mich zum Blutdruckfeature,  dass direkt beginnt, sobald ich auf „Messen“ klicke (dazu – natürlich – später mehr). Auf den weiteren Screens folgen Herzfrequenz, SpO2-Anzeige, Schlaftracking, Wetter (sehr ausführlich aufgeschlüsselt) und eine Übersicht zum bisherigen Aktivitätsstand (Training, Schritte, etc.).

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Der obere der beiden Knöpfe („Home“) an der rechten Seite der Huawei Watch D führt immer wieder zurück zum Home-Screen und von dort dann in das umfangreiche Menü mit 22 Icons von Training, Gesundheitsfunktionen (Blutdruck, Herzfrequenz, EKG, SpO2, Hauttemperatur) über Aktivitätstracking, Stress- und Atemübungen, Musik, Wetter bis hin zu Timerfunktionen, Taschenlampe und Handy-Such-Funktion. Anzahl und Reihenfolge dieser Menüpunkte lassen sich ändern. Der untere Knopf („Health“) ist sozusagen die Direktwahltaste für die Blutdruckfunktion, kann aber auch via App individuell anders belegt werden.

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Huawei Health App: umfangreich

Vorweg: Ich finde die Huawei Health App besser als beispielsweise die Zepp-App für Amazfit-Smartwatches. Huaweis App-Lösung ist da ein klein wenig übersichtlicher aber – wie ich finde – längst nicht übersichtlich genug. Der „Health“ betitelte Start-Screen bildet hier eine Ausnahme. Er liefert alle wichtigen Angaben wie Schritte, Training, Blutdruck, Herzfrequenz und Co auf übersichtlichen großen Kacheln. Darüber sind kleine Icons zu sehen, hinter denen sich nützliche und zumeist kostenlose Funktionen wie Intervallfasten, beruhigende Klänge, weißes Rauschen oder Atemübungen befinden. Beim Tippen auf die darunter liegenden großen Kacheln erhält man beispielsweise fein aufgeschlüsselte Informationen zur Blutsauerstoffsättigung oder eben dem Blutdruck.

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Huawei Health App: Übersichtlicher Home-Screen

Hinter der Blutdruck-Kachel verbirgt sich eine Übersichtsgrafik für Tag, Monat und Jahr, Blutdruck-Erinnerungseinstellungen („Messplan“) und die Möglichkeit, an Huaweis „Healthy Living“-Programm teilzunehmen, bei welchem ich pro Tag bestimmte Aufgaben erfüllen muss (z.B. 2x Blutdruck messen). Außerdem liefert mir die App sämtliche gemessenen Werte in einer Liste, denen ich auf Wunsch auch bestimmte Anmerkungen (z.B. „im Stehen“) zuordnen kann. „Toll“, denke ich. Nur…wie kann ich das z.B. irgendwie exportieren beispielsweise wenn ich die Daten oder am besten gleich die abgebildete Übersichtsgrafik z.B. einem Arzt zeigen will? Eine Export-Funktion scheint es hier nicht zu geben. Zumindest habe ich keine gefunden.

Während die Informationen zu meinem Schlafverhalten recht aufschlussreich sind, müsste ich den seltsamen Daten des Sensors zur Hauttemperaturmessung zufolge schon tot sein. Meine Körpertemperatur beträgt nämlich trotz eng anliegendem Armband am Testtag immer zwischen 29,9 und 32,7 Grad.

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Neben dem Home-Screen gibt es noch die Reiter „Training“, „Entdecken“, „Geräte“ und „Konto“. Unter „Training“ begegnet mir (wie an vielen anderen Stellen in der App) die Option kostenpflichtige „Stay Fit Pläne“ abzuschließen. Ansonsten kann ich Laufen (Outdoor), Laufen (Indoor), umfangreiche Workouts, Gehen oder Radfahren auswählen. Unter „Entdecken“ kann ich mich mit der Outdoor-Routen-App komoot verknüpfen oder mit der Lauf-, Radfahr- und Wander-App Strava synchronisieren.

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Der mit Eigenwerbung überfüllte „Geräte“-Tab eröffnet mir Zugang zur Anpassung der Geräteeinstellungen der Watch D und einiger spezifischer Einstellungen zur Gesundheitsüberwachung. Der „Konto“-Tab ist selbsterklärend, wobei sich hier auch kompakte Übersichten aller meiner Gesundheitsdaten finden lassen.

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Features: Was geht außer Blutdruck?

Diese Punkte möchte ich nur kurz abhandeln. Fangen wir mit der EKG-Funktion an. Die kennen wir beispielsweise schon von der Huawei Watch GT 3 Pro. Es handelt sich um ein Ein-Kanal-EKG, bei dem ein Finger auf den unteren „Health“-Knopf gelegt wird, welcher eine Elektrode integriert hat. Das funktionierte im Test einwandfrei. Inwieweit die Werte zuverlässig sind, kann ich nicht sagen.

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Huawei Watch D: EKG-Messung in Aktion

Die von Huawei angegebene Akkulaufzeit ist erfreulicherweise recht genau – zumindest bei sparsamem Gebrauch. Mit einer vollständigen Ladung (5V, 2A) nach ungefähr 2,5 Stunden komme ich mitsamt aller Testmessungen auf knapp 6,5 Tage. Ausgedehnte GNSS-Nutzung oder aber das vermehrte Nutzen des Sport-Trackings dürfte die Akkulaufzeit aber deutlich nach unten ziehen.

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„Gut“ also aus Sicht der Akkulaufzeit, dass ich als Sport-Muffel einen Bogen um die 70 Sport-Modi gemacht habe. Vielleicht wäre ich Schwimmen gegangen. Dafür ist die Huawei Watch D mit einer IP68-Zertifizierung geeignet. Vom Duschen mit heißem Wasser rät Huawei allerdings ab.

Immerhin habe ich die GNSS-Funktion beim Spazierengehen angetestet und kann sagen, dass die von mir zurückgelegte kurze Route von der Post kommend einmal um unseren Wohnblock zuverlässig getrackt wurde. Die Ortung dazu hat im Freien weniger als 8 Sekunden gebraucht. Was leider nicht funktioniert: Nutze ich den Sport-Modus „Gehen (Indoor)“, dann funktioniert das Schrittezählen nur, wenn ich meine Arme bewege. Genau das mache ich mit meinem Walkingpad am Stehschreibtisch aber bis aufs Tippen und Klicken nicht oder zu wenig. Die 7000 Schritte am Testtag wurden folglich nicht registriert.

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Die Funktion über die Huawei Watch D zu telefonieren ist nicht vorhanden. Ebenfalls nicht an Bord ist NFC. Kontaktloses Zahlen ist damit nicht möglich.

Blutdruckmessung: Überraschung

Setting

Kommen wir zum Hauptmerkmal dieser Uhr und das, was den Test hier eigentlich schwerpunktmäßig ausmachen soll: die Blutdruckmessung. Ich habe hier einmal einen kleinen Versuchsaufbau gewagt, der weder Anspruch auf Vollständigkeit hat, noch als medizinische Studie auch nur ansatzweise durchgehen wird. Es handelt sich um einen reinen Selbstversuch mit der Ausgangsfrage, wie sich die Huawei Watch D im Vergleich zu einem professionellen 24-Stunden-Langzeit-Blutdruckmessgerät schlägt. Da in meiner Familie jeder Zweite Mediziner ist und wir an Weihnachten sowieso alle zusammengekommen sind, hapert es nicht an Anregungen und Vergleichsmöglichkeiten.

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24-Stunden-Blutdrucklangzeitmessung mit dem Boso TM-2430

Champ vs. Underdog

Auf der rechten (Oberarm-)Seite des hypothetischen Blutdruckmessgerät-Boxringes: der Champion namens Boso TM-2430. Auf der linken (Handgelenks-)Seite: der Herausforderer, die Watch D, deren Hersteller Huawei von einer durchschnittlichen Abweichung von 3mmHg zu einem Oberarmblutdruckmessgerät spricht. Weil der Blutdruck oft auf beiden Armseiten unterschiedlich ausfällt, nehme ich mit dem Boso TM-2430 einige exemplarische Messungen an beiden Armseiten vor. Es stellt sich heraus: Während die Systole (oberer Wert) fast immer gleich bleibt, variiert die Diastole (unterer Wert) um 4mmHg. Das können wir aber als statistische Varianz / Streuung vernachlässigen – ist doch die Blutdruckmessung nie hundertprozentig exakt.

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Ungleiches Duell: Underdog Huawei Watch D vs. Schwergewicht Boso TM-2430

Theorie vs. Praxis

Also ab dafür. Ich lasse mich verkabeln und bereue das aufgrund des ständigen Pumpens alle 15 Minuten (nachts alle 30 Minuten) schnell, weil es mich wirklich im Alltag einengt. Sobald die Blutdruckmessung mit dem Boso am rechten Arm beendet ist, messe ich mit der Huawei Watch D – so die Theorie.

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Watt hat der Junge sich da eingebrockt: vergleichender Selbsttest zwischen Huawei Watch D und professionellem Boso TM-2430

In der Praxis sieht das etwas anders aus. Denn die Huawei Watch D misst nicht automatisch den Blutdruck. Man kann sich an das Messen zwar erinnern lassen, die Messung selbst muss aber manuell durchgeführt werden. Dazu soll man aufrecht mit angelehntem Rücken sitzen, beide Beide auf dem Boden halten und den (in meinem Fall) linken Arm mit Huawei Watch D diagonal vor den Oberkörper mit der Hand unterhalb der rechten Schulter halten. Dabei soll der linke Arm mit der rechten Hand abgestützt werden, während die Uhr ungefähr auf Höhe des Herzens misst. Interessanterweise ist das für mich weniger frickelig und fehleranfällig, als ich es ursprünglich gerade wegen Huaweis penibel genauer Mess-Instruktionen erwartet hätte.

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Huawei Watch D: Kein Nationalhymnen-Gesang sondern die Handgelenks-Blutdruckmessung

Was in der Praxis dann aber weniger gut funktioniert: In einem Alltag, der viele Ablenkungen bereithält, vergesse ich das manuelle Messen leider ab und an oder kann meinen Arm nicht umständlich still halten, wenn ich beispielsweise Auto fahre oder einen Film schaue. So liegt nicht zu jeder Boso-Messung auch eine Huawei Watch D-Messung vor. Das ist aber irrelevant, weil ich nachts beim Schlafen ohnehin keine manuellen Watch-D-Messungen vornehmen kann und weil ich die Daten später direkt nur auf Basis der Watch-D-Messungen vergleichen werde.

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Nur zu Demonstrationszwecken, da eigentlich eine bestimmte Messhaltung nötig ist: manuelle Blutdruckmessung mit der Huawei Watch D

Individuelle Eindrücke

Die Blutdruckmessungen mit der Watch D laufen schneller ab als mit dem Boso-Oberarmmessgerät. Außerdem hört man die Minipumpe de facto nicht. Wenn, dann nur, wenn man direkt mit dem Ohr an der Uhr ist. Das ist beim nicht überhörbaren Boso-Messgerät anders. Bei dessen lautem Pumpvorgang stelle ich mich im Supermarkt bewusst neben die brummende Tiefkühltruhe. Nervig ist auch die Tatsache, dass mir manchmal fast der Arm abfällt, wenn ich mich beim Messvorgang aus Versehen bewege und das Boso deshalb meint, nachpumpen zu müssen.

Ich habe mir von ärztlicher Seite versichern lassen, dass genau dieses Nachpumpen und Brummen in Kombination mit den oft eben doch nicht ganz kaschierbaren Kabeln und Schläuchen für viele Patienten abschreckend oder sogar unbedingt zu vermeiden ist. Hier wäre die Huawei Watch D also tatsächlich eine angenehmere und weitaus dezentere Option, auch wenn die Messung zur Nacht dann fehlt.

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Die Pumpe checken: Angenehmer als die Oberarmblutdruckmessung, aber leider nicht automatisch.

Alternativvorschlag

Was ich mich hier frage: Warum kann man nicht das beste aus beiden Welten verbinden? Statt einer Handgelenksmessung, die nur dann aussagekräftig sein kann, wenn sie tatsächlich immer auf Herzhöhe geschieht, könnten sich Wearable-Hersteller doch eine mit einer Smartwatch gekoppelte Bluetooth-Manschette für den Oberarm (klinisch getestet/zertifiziert) ausdenken, die akkubetrieben ähnlich leise ihren Dienst verrichtet, wie die Mini-Pumpe in der Watch D. So gäbe es weniger Kabel, weniger Berührungsängste und – vor allem – eine automatische Blutdruckmessung auf Herzhöhe, welche bei Bewegung dann idealerweise nicht erstmal endlos weiterpumpt, sondern die Messung unterbricht und kurz danach neu ansetzt. Also Huawei & co: bitte umsetzen!

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Warum keine kabellose Blutdruckmanschette mit Smartphone-Kopplung? Dann spart man sich die umständliche manuelle Handgelenksmessung

Auswertung

Den vergleichenden Selbsttest habe ich zwischen Weihnachten und Neujahr im Urlaub gemacht. 3 Mal habe ich Messungen mit der Huawei Watch D im Stehen statt im Sitzen machen müssen (unterwegs zwischen 16:00 bis 16:48 Uhr). 1 Mal musste ich dabei die fällige Messung an der Supermarktkasse abbrechen. Ansonsten habe ich mir abends zwischen 19:30 Uhr und 21:00 halbliegend Assassin’s Creed Odyssey gegönnt.

Jetzt aber endlich Butter bei die Fische: Wie schneidet die Huawei Watch D im Selbsttest nun im Vergleich zum Boso ab? Die Messergebnisse habe ich in Excel als Tabelle aufbereitet und als Verlaufsgrafik visualisiert. Daraus geht hervor, dass das Boso 81 Messsungen in 24 Stunden vorgenommen hat, wobei der Blutdruck üblicherweise zur Nacht deutlich abflacht. Es ergibt sich ein Durchschnittswert von 127 zu 80 mmHg mit dem professionellen Blutdruckmessgerät (siehe bräunliche Grafik).

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Boso-TM2430: 24h-Blutdruckmessung mit abfallenden Kurven zur Nacht und Durchschnittswert von 127/80 mmHg

Deutlich wird aber besonders durch die bläuliche Grafik: Ich habe leider nur 28 Messungen der Huawei Watch D, die – das macht die große Lücke im Graph deutlich – wegen der ausschließlich manuell machbaren Messungen nur tagsüber existieren. Die Messwerte ergeben einen durchschnittlichen Blutdruck von 136 zu 89 mit der Huawei Watch D. Klingt nach zu großer Abweichung? Falsch gedacht!

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Huawei Watch D: 28 manuell gemessene Werte über 24 Stunden (Tageswerte ohne Nacht)

Denn: Ziehe ich die beiden ersten Testmessungen ab, komme ich auf 26 Messwerte. Diesen 26 Werten ordne ich denjenigen des Boso-Messgerätes zu, die zeitlich jeweils unmittelbar vor der Watch-D-Messung abgelaufen sind. So ist zumindest tagsüber eine direkte Vergleichbarkeit der Werte gegeben. Das Ergebnis dieser Gegenüberstellung überrascht mich: Das Boso gibt mir einen Tages-Durchschnittswert von 134 zu 86 an, während die Huawei Watch ganz nah daran bei 136 zu 90 liegt. Das macht eine Abweichung des systolischen Wertes von gerade einmal 2mmHg und des diastolischen Wertes von 4mmHg – Respekt! Das befindet sich nämlich vollkommen in der bereits erwähnten statistischen Varianz.

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Zeitlich korrespondierende Vergleichswerte tagsüber zeigen: Huawei Watch D misst im Schnitt ziemlich präzise!

Fazit: gut mit Optimierungspotenzial

Huawei hat es tatsächlich geschafft, eine recht akkurat messende Gesundheits-Uhr auf den Markt zu bringen. Warum Gesundheits-Uhr und nicht Smartwatch? Der Uhr fehlen einige Features, die beim Preis und den ansonsten üppigen Gesundheitsfeatures eigentlich da sein sollten. Man kann mit ihr nicht telefonieren oder kontaktlos zahlen, sie sitzt aber recht klobig am Handgelenk. Dafür überzeugt sie aber bei ihrem Alleinstellungsmerkmal – der Blutdruckmessung. Diese ist im Vergleich zu einem professionellen Oberarm-Blutdruckmessgerät erstaunlich präzise.

Huawei könnte hier also die Zukunft des (smarten) Blutdruckmessens einläuten. Bis dahin gilt es, noch einige Hausaufgaben zu machen. Die Android 13-Hürden müssen überwunden, das klobige Äußere der Watch D überarbeitet und eine automatische Blutdruckmessung in bestimmten Intervallen inkl. Exportfunktion für den Arzt integriert werden. Wenn dann bald auch eine Version mit batteriebetriebener kabelloser Oberarmmanschette kommt, welche die bestimmte Körperhaltung der Handgelenksmessung hinfällig macht, dann lesen wir uns ganz sicher zum nächsten Test hier bei CG wieder. Hat sich jemand von euch die Huawei Watch D zugelegt und mag Erfahrungen dazu teilen? Immer gerne her damit!

  • akkurate Blutdruckmessung (fast lautlos)
  • hochwertige & durchdachte Verarbeitung
  • EKG-Funktion
  • gute GNSS-Funktion (angetestet)
  • umfangreiche App
  • Android 13 – Probleme
  • klobig
  • kein Telefonieren über Smartwatch
  • kein NFC / kontaktloses Zahlen

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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Kommentare (49)

  • Profilbild von B-e-r-n-d
    # 13.10.22 um 06:04

    B-e-r-n-d

    Warum ist das messen vom Blutdruck so wichtig? Ich hab das Gefühl die Hersteller wollen uns weis machen wir wären alle Krank und brauchen das. Oder gibt's wirklich so viele Menschen mit Bluthochdruck, welche ständig up to date sein müssen?

    • Profilbild von Jenne
      # 13.10.22 um 07:22

      Jenne

      Ich glaube es ist einfach ein nettes Feature. Für Sportler ist der Blutdruck zum Beispiel wichtig, um den Trainingszustand besser beurteilen zu können, als nur mit der Herzfrequenz.

    • Profilbild von mr.zylinder
      # 13.10.22 um 07:35

      mr.zylinder

      Ja in Deutschland hat fast jeder dritte Bluthochdruck von daher finde ich es nicht sinnlos.

    • Profilbild von -,-
      # 13.10.22 um 23:50

      -,-

      Denk nur an diese ganzen Wutbürger und das was da an Querdenkern und AFD-Anhängern unterwegs ist. Die haben alle einen sehr hohen Blutdruck.
      Dieses aufregen und schreien, das lässt die Pumpe auf Touren laufen.
      Und dann noch so einige Autofahrer täglich auf der Straße.

      Da gibt es doch viele mit kurzer Zündschnur und sehr hohem Blutdruck.

      • Profilbild von speedy Philippo
        # 20.10.22 um 13:39

        speedy Philippo

        Was für ein sinnfreier Beitrag. Sogar wenn es um einen Test einer Uhr geht sind sich manche nicht zu schade die AfD und Querdenker ins Spiel zu bringen. Eine Uhr mit IQ Anzeige ist bei Ihnen so überflüssig bei bei manchem eine Blutdruckuhr. Wonder green Power.

        • Profilbild von Gast
          # 20.10.22 um 14:03

          Anonymous

          @speedy: Was für ein sinnfreier Beitrag.

      • Profilbild von Gast
        # 13.11.22 um 17:09

        Anonymous

        oder erst die Rechten von B90, und die Terroristen der Straßen Kleber.

      • Profilbild von Sid 6.7
        # 13.12.22 um 19:20

        Sid 6.7

        Was bist du nur für eine hohle Fritte, nichts besseres zum Beitrag als dein ganzer Freundeskreis.

    • Profilbild von Muster Max
      # 14.10.22 um 14:01

      Muster Max

      Schlaferkennung funktioniert auch besser über die Blutdruckmessung als ohne.
      Ohne lösen die Teile ja schon aus wenn man nur still liegt.
      Im Prinzip ist der Blutdruck für den normalen Menschen aber für den Popo, Hauptsache die Nachtabsenkung im Körper funktioniert.
      Ob da jetzt optisch oder wirklich über Druck gemessen wird spielt doch keine Rolle für den Pöpel.
      Auch die bösen Abweichungen nicht solange diese eben konstant sind.

      ———–
      Ich kann mir nicht vorstellen dass das Ding lange halten wird.
      So ne mini Pumpe kann nix taugen, bei mir würde die wohl schon bei der arbeit beruflich wie auch im garten direkt verstopft sein und diesen bändern traue ich auch nix zu

    • Profilbild von Gast
      # 23.10.22 um 11:33

      Anonymous

      ja gibt es.
      50 aufwärts. Und für die ist es ein sehr interessantes Feature. Die anderen brauchen die Uhr ja nicht zu kaufen.

  • Profilbild von Pe Terra Ach
    # 13.10.22 um 07:43

    Pe Terra Ach

    Gerade das Messen des Blutdruckes finde ich sehr interessant.
    So ist man flexibler und muss das klassische Blutdruckmessgerät nicht überall mit hin schleppen (Urlaub, Dienstreise usw.)

    • Profilbild von elconte
      # 13.10.22 um 15:17

      elconte

      Das bringt dir nichts. Nur über den Oberarm kann man richtig den Blutdruck messen.

      • Profilbild von Gast
        # 13.10.22 um 16:31

        Anonymous

        so ein Quatsch

        • Profilbild von elconte
          # 14.10.22 um 10:39

          elconte

          Wenn keine Ahnung dann einfach mal Finger vom Handy lassen. Das ist nur ein Richtwert und überhaupt kein Vergleich. Frag mal einen Arzt bevor du so ein Mist antwortest!

        • Profilbild von wambo0402
          # 14.10.22 um 11:19

          wambo0402

          "Der Blutdruck kann alternativ am Oberarm oder am Handgelenk gemessen werden. Die Messergebnisse sind – wie verschiedene Tests zeigen – bei einer Messung am Handgelenk ebenso zuverlässig wie am Oberarm. Eine Einschränkung gilt allerdings für ältere Menschen, Raucher sowie Patienten mit Herzrhythmusstörung und Diabetes. Diesen wird empfohlen, den Blutdruck am Oberarm zu messen."

          von:
          https://www.beurer.com/web/de/produkte/medical/blutdruck/blutdruck-content/messmethoden.php

          ich weiß, ist nur ein hersteller beider arten bd Messgeräte. allerdings deckt sich die aussage mit so ziemlich allen ergebnissen der google suche "blutdruck messen handgelenk oder oberarm"
          also eventuell solltest auch du nicht gleich so rüpelhaft losdonnern…

      • Profilbild von Gast
        # 23.10.22 um 11:35

        Anonymous

        Zitat: " wenn Du keine Ahnung hast, einfach mal die Finger vom Handy lassen"

  • Profilbild von DerM
    # 13.10.22 um 08:29

    DerM

    Ja gibt es. Ich eingeschlossen.

  • Profilbild von Gast
    # 13.10.22 um 09:12

    Anonymous

    Aldi und Lidl haben auch ab und an ähnliche Blutdruckmessgeräte 😉

  • Profilbild von Heiko Metz
    # 13.10.22 um 19:37

    Heiko Metz

    Ich würde den Hersteller Huawei grundsätzlich meiden.
    Ein sehr schlechter Softwareupdate Support auch bei anderen China Herstellern ( Xiaomi, Oppo, OnePlus, Vivo, ZTE und deren kleineren Schwestern Marken )

    • Profilbild von aaysche
      # 15.12.22 um 07:42

      aaysche

      Lügenbaron! Mein fünf Jahre altes Mate 10 pro hat vor kurzem noch ein Update auf die neueste Emui Version bekommen.

  • Profilbild von Michael D.
    # 14.10.22 um 15:57

    Michael D.

    Das war für mich der ausschlaggebende Grund, ich leide an Bluthochdruck und hoffe das ich mit der Uhr regelmäßiger Messe.
    Weiterhin werden die Daten mit der Uhr automatisch gespeichert und visuell aufgearbeitet.

    Huawei hat sich diese Funktion nicht umsonst medizinisch zertifizieren lassen. Die Messung sollte also stimmen. So Sprüche, man könnte den Blutdruck nur am Oberarm messen, sind schlichtweg falsch.

    Zu Huawei kann man nun stehen wie man will. Die Firma an sich ist auch meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen.
    Allerdings funkt die App Huawei Health sehr wenig nach Hause, so dass sie den Datenschutzvergleich mit Fitbit, Apple etc. gewonnen hat.

    Meine Huawei Watch GT und die GT2 haben regelmäßig Updates erhalten, so dass ich mich die Versorgung nicht beschweren kann.

  • Profilbild von Tonyukuk
    # 15.10.22 um 06:52

    Tonyukuk

    Hat Display 120Hz? Alles was drunter liegt, macht keinen Sinn!..

    • Profilbild von Gast
      # 23.10.22 um 11:38

      Anonymous

      Weil Du auf der Uhr high Speed Spiele spielst, oder ständig "scrollst"?

      Ein ebook hat zum Beispiel 0Hz (sic!).
      Und ist perfekt, niemand würde da auf die Idee kommen dass ändern zu wollen.
      Eine solche Uhr braucht definitiv keine 120 Hz.
      Wer das meint hat glaube ich nicht verstanden wann was wir sinnvoll ist.

    • Profilbild von Gast
      # 07.11.22 um 19:09

      Anonymous

      ergibt

  • Profilbild von Lothar Müller
    # 21.10.22 um 00:59

    Lothar Müller

    Wow, ich habe jetzt 3 Stunden mit der Uhr gespielt und bin hin und weg, was die kann Genauigkeit der Messungen irre egal ob Blutdruck Körpertemperatur irre gut. Was sie sonst anbietet mehr als sehr gut. Ich habe noch kein technisches Produkt gesehen das meine Vorstellungen über erfüllt hat. Weit über 100% meine Erwartungen erfüllt. Wenn in in 1 bis 2 Jahren die Blutzucker messeung dazu kommt dann bin ich wieder als erster dabei, allerdings nur zertifiert als Medizin Produkt.
    Einziger Nachteil es lag kein Handbuch dabei und nur ein Quick guide und im Internet, vermutlich weil nagelneue kein Handbuch so daß fragen offen bleiben

  • Profilbild von WeeBoo
    # 13.12.22 um 16:37

    WeeBoo

    Ich oute mich jetzt mal als Arzt und gebe eine semiprofessionelle (weil kein Internist) Einschätzung der Blutdruckmessfunktion (NICHT der Uhr) ab:

    Für gelegentliche Blutdruckspitzen, Sportler oä halte ich die Funktion für irrelevant bzw. überteuert, da tuts eine normale Blutdruckmanschette auch.

    Aber für die Einstellung eines langfristig bestehenden, uU schwer in den Griff zu bekommenden Blutdruck werden solche Geräte, genauso wie Smartwatches mit EKG für episondenhaftes Vorhofflimmern, wahnsinnig wertvoll werden. Die Messung über Nacht ist zZt auf ein 24-h-Gerätbeschränkt (wichtig für Non-Dipper, also Patienten, deren Blutdruck nachts nicht abnimmt), das ändert die Uhr.
    Bis auf die Tatsache, dass die Körperhaltung konstant sein soll, ist die Uhr quasi Untersucherunabhängig, also zuverlässiger als Oma Erna mit ihrer "normalen" Manschette.

    Vorausgesetzt, die Messung der Uhr ist korrekt und bleibt über Jahre persistent, aber das gilt eben auch für das "normale" Blutdruckmessen zuhause.

    So eine Funktion in einer Uhr wird den Besuch beim Hausarzt zur Kontrolle nicht ersetzen, aber wesentlich feiner granulierte Daten darüber geben, wie der Blutdruck eines Patienten sich über mehrere Tage und ggf. Wochen (!) einpendelt über 24h einpendelt, momentan sind die Daten ja einfach sehr gering aufgelöst.

    tl,dr: Die Funktion wird, richtig implementiert, Leuten helfen die Probleme haben ihren Blutdruck einzustellen, Nachts Blutdruckschwankungen haben und den Hausärzten helfen, eine bessere Übersicht über den Blutdruckverlauf ihrer Patienten zu haben.

  • Profilbild von Maximusterfrauinnen
    # 13.12.22 um 16:53

    Maximusterfrauinnen

    Na ja, der Preis ist ja schon heftig. Bei Aldi und Lidl gibt es auch ein Blutdruckgerät fürs Handgelenk ab ca. 30€ das ist ja nur ein Bruchteil von dem was Huawei verlangt.
    Auf App Anbindung kann ich persönlich Verzichten

  • Profilbild von Mocha
    # 08.01.23 um 19:15

    Mocha

    Hauttemperatur nicht gleich Körpertemperatur. 😉 Aber vielen Dank für das Unboxing, warte ich schon ne Weile drauf. 🙏🏻

  • Profilbild von richard_salamon@hotmail.com
    # 08.01.23 um 19:21

    [email protected]

    Das mit der Oberarmmanschette gibt es schon von BIOLIGHT für 60€.Höchstpräzise.Per Bluetooth ans Smartphone in die App.

    • Profilbild von Thommy
      # 09.01.23 um 09:09

      Thommy CG-Team

      Hey, danke für den Tipp. Leider bisher auch keine Zertifizierungen hier zu sehen. Aber immerhin ein weit flacherer Aufbau auf der Manschette als bei Withings oder Garmin. Hast du die BIOLIGHT-Manschette im Einsatz?

      Beste Grüße

      Thommy

  • Profilbild von Cl25
    # 08.01.23 um 20:03

    Cl25

    Danke für den sehr guten Test in Sachen Blutdruck. Das Vergleichsgerät ist eine gute Wahl .
    Aber warum sollte man sich noch eine Uhr mit Blutdruck Funktion ausgerechnet von Huawei kaufen und dann auch noch für diesen hohen Preis?
    Eine Samsung Galaxy Watch bietet das Feature und noch viel mehr ohne Druckmanschette für teilweise nur noch knapp über 100 € Marktpreis bei gleicher oder sogar noch besserer Genauigkeit. (Der Mittelwert und die Standardabweichung der Unterschiede betragen 0,4 ± 4,6 mmHg für den systolischen Blutdruck (SBP) und 1,1 ± 4,5 mmHg für den diastolischen Blutdruck (DBP).)

    Die nächste Generation von Hautsensoren die sogar eine Blutzuckerbestimmung auf der Haut können steht bereits in den Startlöchern und durchläuft die Zertifizierung.

    Von daher eine Uhr die keiner mehr braucht.

    • Profilbild von Thommy
      # 09.01.23 um 08:58

      Thommy CG-Team

      Hey, danke für das Feedback! Samsung Galaxy Watches müssen regelmäßig mit einem vernünftigen Oberarmblutdruckmessgerät rekalibriert werden. Dann käme da noch das KO-Kriterium für viele Anwender hinzu: Die Blutdruckmessung funktioniert (ohne Hack) nur in Kombination mit einem Samsung-Smartphone.

      Guten Start in die Woche!
      Thommy

      • Profilbild von Miwu
        # 18.02.23 um 16:55

        Miwu

        Naja, hack ist ja wohl übertrieben formuliert… Das sollte auch für nicht Technik nerds innerhalb einiger Minuten machbar sein.

  • Profilbild von Jojo
    # 08.01.23 um 21:14

    Jojo

    Zu eurem Alternativvorschlag: gibts das nicht von Garmin (Index BPM) oder zBsp Withings (BPM Core)?

    • Profilbild von Thommy
      # 09.01.23 um 09:06

      Thommy CG-Team

      Stimmt, das Prinzip gibt es. Danke für den Input! Aber es gibt bisher (so weit ich weiß) keinerlei Zertifizierungen. Ohne die Garmin-Manschette näher zu kennen, würde die für mich direkt herausfallen: Mit dem massiven Aufsatz auf der Manschette passt die unter keinerlei Kleidung. Auch Withings sollte auf so einen Aufsatz verzichten. Es würde ein wirklich minimalistisches Display reichen. Denn dann ist man auch nicht immer versucht, ständig seine Werte zu checken und damit den Blutdruck künstlich in die Höhe zu treiben.

      • Profilbild von Jojo
        # 10.01.23 um 09:52

        Jojo

        @Thommy: Stimmt, das Prinzip gibt es. Danke für den Input! Aber es gibt bisher (so weit ich weiß) keinerlei Zertifizierungen. Ohne die Garmin-Manschette näher zu kennen, würde die für mich direkt herausfallen: Mit dem massiven Aufsatz auf der Manschette passt die unter keinerlei Kleidung. Auch Withings sollte auf so einen Aufsatz verzichten. Es würde ein wirklich minimalistisches Display reichen. Denn dann ist man auch nicht immer versucht, ständig seine Werte zu checken und damit den Blutdruck künstlich in die Höhe zu treiben.

        Das Garmin Device https://www.garmin.com/en-US/p/716808#overview
        hat bereits die FDA Zertifizierung, die von Withings arbeiten noch daran. Die für uns relevante CE-Zertifizierung für Medizingeräte haben sie https://support.withings.com/hc/de/articles/360014212353-BPM-Core-H%C3%A4ufig-gestellte-Fragen

        Für unterwegs eher suboptimal, das größte Bauteil wird wahrscheinlich die Pumpe sein. Nachdem sich aber Menschen mit Sensoren wie dem Supersapiens im täglichen Gebrauch nicht unwohl fühlen, sehe ich auch hier Möglichkeiten.

  • Profilbild von stefanSo
    # 18.02.23 um 22:35

    stefanSo

    Aufgrund des größeren Umfanges des Oberarms im Vergleich zum Handgelenk, hat die Pumpe eben mehr zu leisten und dann wird wohl so eine kleine Pumpe nicht reichen.
    Und dann fehlt nur noch, dass ein Bluetoothproblem mit Android 13 dauerhaft gelöst wird. Wie ich neulich gelesen habe, kommt es im Fall von Bluetooth Blutzuckersensoren wohl zu Verbindungsabbrüchen, welche dann Warnmeldungen verhindern. Da hat man dann wieder die Abhängikeit, wenn man sich zu sehr auf die Sensoren verlässt.

    • Profilbild von Thommy
      # 20.02.23 um 08:16

      Thommy CG-Team

      Hey Stefan,

      ja, das mit Android 13 und den Bluetooth-Problemen erfahre ich gerade auch beim erfolglosen Koppeln bestimmter BLE-Geräte. Echt ärgerlich. Google soll das Problem zwar schon im Dezember 2022 per Patch behoben haben – wie so oft scheitert es aber noch an der trägen Umsetzung der jeweiligen Hersteller.

      Best
      Thommy

  • Profilbild von Holger Schäuble
    # 19.02.23 um 01:41

    Holger Schäuble

    Hallo Thommy,
    vielen Dank für den super aufschlussreichen und ausführlichen Test. Auch für die transparente Gegenüberstellung der Messdaten. Allerdings ist die Messgenauigkeit der Huwaei Watch gegenüber dem Boso-Gerät schlechter als 2 bzw. 4mmHg, da Du den Durchschnittswert aller(!) Messungen verwendet hast. Richtigerweise müsstest Du die Abweichung bei jeder Einzelmessung zuerst berechnen und erst dann aus allen Einzelabweichungen den Durchschnittswert berechnen. Da kommen ich grob überschlagen beim systolischen Blutdruck ungefähr auf eine durchschnittliche Abweichung von 8. Einfach deshalb, weil die Huwaei Watch ja mal über den Boso-Werten liegt und mal drunter. Wenn es aber nur um den durchschnittlichen Blutdruck am Ende des Tages liegt, dann liegen die Ergebnisse der beiden Messgeräte tatsächlich sehr nahe beieinander.
    Viele Grüße und Danke nochmal für den Test, von Holger.

    • Profilbild von Thommy
      # 20.02.23 um 08:21

      Thommy CG-Team

      Danke dir, Holger, das freut mich! Ein Musterbeispiel für wirklich konstruktive Kritik. 🙂 Da hast du sicherlich recht, was die Genauigkeit der Watch D in Bezug auf Einzelmessungen angeht. Für einen Gesundheitsbericht interessiert den Arzt zumindest aus meiner Erfahrung (und derjenigen meiner Ärzte-Bubble) am Ende des Tages der jeweilige Durchschnittswert am Tag und in der Nacht – allenfalls zusätzlich signifikante Ausschläge. Aber falls nochmal so ein Test kommen sollte, beziehe ich das mit den Einzelwerten ein, danke!

      Best,
      Thommy

  • Profilbild von Tom Eichstädter
    # 07.04.23 um 10:46

    Tom Eichstädter

    Hallo Thommy,

    danke für diesen wirklich ausführlichen Test der noch dazu nicht versucht, völlig objektive zu sein (Stichwort: Sport). Für mich persönlich war hierbei auch die Blutdruck-Messfunktion die wichtigste in der Beurteilung (leider selber Betroffener). Abgesehen davon, dass bei mir regelmäßiger Sport eine sehr gute Verbesserung bringt geht´s ja hier eher um Überwachung und Kontrolle, nicht um Verbesserung von Gesundheitszuständen.

    Aus meiner Erfahrung als Anwender bin ich immer wieder auf der Suche nach guten Alternativen zu der herkömmlichen Oberarmmanschette. Von einigen Seiten (Ärzte in meinem Umfeld) habe ich leider die Meinung bekommen, dass auch Handgenksmanschetten eher ungenauer sind (wie gesagt: gebe ich hier nur weiter, bin selber nur Anwender, kein Arzt). Allerdings habe ich auch selbst alternative Messmethoden mit Oberammanschetten gegengecheckt und meist ziemlich hohe Übereinstimmungen erhalten.

    Wenn da also die getestete Watch auch in diese Kerbe schlägt, ist es sicher eine zu überlegende Alternative oder zumindest Ergänzung für unterwegs. Ich selbst nutze das AKTIIA-System – das hat den Vorteil – einmal kalibriert – nur mit einem Armband laufend zu messen. Ja: das ist "nur" eine sensorische Sache ohne Manschette und sicher nicht in einem Atemzug mit Manschettenlösungen zu nennen. Aber zumindest eine Richtung kann damit automatisch getrackt werden.

    Vielleicht ist auch mal Platz für solche Tests – zB Uhr vs. alternative Messgeräte – wäre interessant zu lesen, was du da sehen würdest.

    Der Test hat mir an sich recht viel Lust auf diese Funktion gemacht, allerdings ist mMn der Preis für ein dafacto Blutdruck-Messgerät mit Zusatzfunktionen noch recht hoch. Aber ich bin gespannt auf weitere Tests in diese Richtung und vielen Dank nochmal, Tom

  • Profilbild von Kurt Kleiner
    # 08.04.23 um 10:15

    Kurt Kleiner

    Dein Test hat mir sehr gut gefallen. Ixch habe die Uhr wegen der Blutdruckmessung bei Amazon gekauft, bin aber damit nicht ganz zufrieden. Ich habe viele Fehlermeldungen und die Messung kann nicht durchgeführt werden, obschon die Körperhaltung korrekt ist. Könnte es daran liegen, dass ich oft unregelmässigen Herzschlag habe und dann mit der Uhr der Bludruck nicht gemessen werden kann ?
    Mein Unterarm Messgerät funktioniert problemlos. Ich bin übrigens 88 Jahre alt und beschäftige mich auch als Hobby mit 3D Druck. ich hatte vorher auch einen Anycubic Mega S Pro, jetzt habe ich einen Sovol S6 und dar ist dank Direktextruder besser als der Anycubic. Filamentwechsel ist einfacher, Düse wird weniger oder nie verstopft.

  • Profilbild von Peter Knauer
    # 01.07.23 um 11:45

    Peter Knauer

    Vielen Dank für diese sehr guten Test. Ich bin selbst betroffen und habe eine Aorten Dissektion. (innerer Riss in der Aorta). Für mich ist es überlebenswichtig, dass der Blutdruck sehr weit unten ist. Ich habe im Netz lange nach aussagekräftigen Tests gesucht, da die Möglichkeit unterwegs den Druck zu messen eine innere Sicherheit gibt. Leider waren die meisten Test eher kommerziell. Ihr Test aber hat mir den nötigen Anstoßes gegeben diese Uhr nun zu bestellen. Vielen Dank dafür

    • Profilbild von Thommy
      # 03.07.23 um 08:56

      Thommy CG-Team

      Das freut mich, teilen Sie gern auch Ihre Erfahrungen mit der Uhr hier. Wünsche Ihnen alles Gute.

      Beste Grüße
      Thommy

  • Profilbild von diallo
    # 16.11.23 um 08:59

    diallo

    egal was ich mache misst immer falsch für mich es ist nix

  • Profilbild von BPM
    # 18.11.23 um 13:53

    BPM

    Vielen Dank für den hier ungewohnt detaillierten, ernsthaften Test!

    Gibt es inzwischen schon Nachfolger oder Konkurrenten in den Startlöchern?

    Ein spannendes Thema!

  • Profilbild von Max Musterdivers
    # 14.02.24 um 22:10

    Max Musterdivers

    https://www.kuketz-blog.de/huawei-watch-d-finger-weg-wer-wert-auf-datenschutz-legt/

    Datenschutztechnisch eine Katastrophe dat Dingen. Aber Datenschutz spielt ja nur bei Dashcams eine Rolle, da sind se alle dabei. Kranke Welt und weitere kranke politische Kommentare unter diesem Werbeartikel.

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