Ulefone Armor 9: Outdoor-Smartphone mit Wärmebildkamera für 420€

Ulefone gehört zu den China-Herstellern, die schon ewig dabei sind und konzentrieren sich auf Akku- und Outdoor-Smartphones. Der neueste Streich ist das Ulefone Armor 9, mit integrierter Wärmebildkamera, riesigem Akku und interessantem Zubehör.

Ulefone Armor 9

Technische Daten des Ulefone Armor 9

Display6,3″ IPS LCD, FullHD+ (1080 x 2340p), 409 PPI
ProzessorMediaTek Helio P90 @ 2,2 & 2,0 GHz
GrafikchipPowerVR GM9446 @ 970 MHz
Arbeitsspeicher8 GB LPDDR4X
Interner Speicher128 GB (microSD bis 256 GB)
Hauptkamera64 MP Samsung GW1 f/1.89, 2 MP Portraitkamera f/2.0, FLIR Wärmebildkamera
Frontkamera8 MP mit f/2.2 Blende in Waterdrop Notch
Akku6.600 mAh mit 18 Watt
KonnektivitätWLAN ac, Bluetooth 5, LTE Band 20, GPS/GLONASS/BDS/Galileo, Hybrid-SIM, USB-C
FeaturesFingerabdrucksensor seitlich, Smart Button, NFC, Benachrichtigungs-LED, IP68/IP69K-Rating
BetriebssystemAndroid 10
Abmessungen / Gewicht168,2 x 82 x 15 mm / 320 g

Outdoor aus allen Poren

Der Outdoor-Anspruch steht dem Ulefone Armor 9 ins Gesicht geschrieben. Ein verhältnismäßig breiter Bildschirmrand umrandet das 6,3 Zoll Display. Auf eine Punch-Hole-Lösung lässt sich Ulefone nicht ein, stattdessen gibt es die „gute, alte“ Waterdrop-Notch am oberen Bildschirmrand. Darüber befindet sich die Ohrmuschel, dicht gefolgt von drei Millimeter dickem Silikon. Der gesamte Gehäuserahmen teilt sich in Silikon (oben und unten) und Metall (rechts und links). Das Display ist an den vier Ecken nicht abgerundet, sondern abgeschrägt und an allen Stellen durch den Silikonbumper geschützt.

Ulefone Armor 9 Outdoor-Smartphone Notch

Man schaut auf ein 6,3 Zoll LC-Display mit einer FullHD+ Auflösung von 2340 x 1080 Pixeln, woraus eine Pixeldichte von 410 ppi entsteht. Dass man hier nicht auf AMOLED setzt ist wohl gerade bei einem Outdoor-Smartphone verständlich, bessere Blickwinkel sind vermutlich wichtiger als die Möglichkeit eines Always-On Displays oder Fingerabdrucksensor im Display. Der Fingerabdrucksensor sitzt an der rechten Seite, darüber liegt der Power-Button und der SIM-Slot. Auf der linken Seite gibt es die zwei Lautstärketasten, eine Funktionstaste und Goldkontakte für die Anbringung von der Endoskopkamera – ja, richtig gehört!

Ulefone Armor 9 Outdoor-Smartphone Display

Die Rückseite könnte auch outdooriger kaum sein. Eine dicke Gummischicht schützt die ganze Fläche, ein dickes IP-68 prangt auf der Mitte und darüber befindet sich die Triple-Kamera. Das Ulefone Armor 9 ist somit nach IP68 Rating gegen Wasser geschützt, kann also für bis zu 30 Minuten bis 1m tief im Wasser sein und ist dazu noch staubdicht. Der Namenszusatz „Armor“ kommt nicht von ungefähr.

Ulefone Armor 9 Outdoor Smartphone Rueckseite

Das Outdoor-Handy ist 1,53 cm dick und wiegt stolze 320g. Die Verarbeitung ist dabei insgesamt zufriedenstellend und das Armor 9 hat einige Stürze überlebt, allerdings passt es bestimmt in keine Skinny Jeans-Hosentasche.

Ulefone Armor 9 Outdoor-Smartphone Verarbeitung

Mit riesigem 6.600 mAh Akku

Auf der Platine des Ulefone Armor 9 verrichtet der MediaTek Helio P90 Prozessor seine Arbeit. Der Octa-Core Prozessor mit 2,2 GHz Taktfrequenz wurde im 12nm Verfahren hergestellt und ist der zweitstärkste Chip aus Mediateks P-Reihe und in etwa mit dem Snapdragon 720G aus dem Redmi Note 9 Pro vergleichbar. Dazu gibt es 8 GB LPPDR4X Arbeitsspeicher und 128 GB UFS 2.1 Speicher. Dieser ist aber per microSD-Karte erweiterbar, laut Ulefone unterstützt es sogar 2 TB microSD-Karten. Falls man so viel Speicher braucht.

Ulefone Armor 9 Outdoor-Smartphone Kamera

Auf dem Ulefone-Smartphone läuft Android 10 und bleibt relativ unberührt. Es gibt kein angepasstes Icon Pack, sondern alle relevanten Google-Dienste inklusive zertifiziertem Play Store, die deutsche Sprache, aber auch ein bisschen Bloatware. Diese Drittanbieter-Apps beschränken sich größtenteils auf Outdoor-Funktionen und die Features des Armor 9. So gibt es eine SOS-App, einen „Werkzeugkasten“ mit Kompass oder Taschenlampe, aber eben auch eine App für die Endoskop- und Wärmebildkamera.

Die Dicke des Ulefone Armor 9 ist zum Teil auch durch den 6.600 mAh großen Akku erklärbar, der für eine gute Akkulaufzeit sorgen dürfte. Über den USB-C Port an der Unterseite ist 18W Laden möglich, was in Anbetracht der Kapazität aber trotzdem einige Stunden in Anspruch nehmen dürfte. Kabelloses Laden ist nicht möglich.

Ulefone Armor 9 Outdoor Smartphone USB C

Ulefone integriert nicht nur einen USB-C 2.0 Port, sondern auch einen 3,5 mm Klinkenanschluss, beide sind mit einer Silikonkappe geschützt. Genau wie der Hybrid-SIM Slot, der Platz für wahlweise zwei Nano-SIM-Karten oder eine Nano-SIM und eine microSD-Karte bietet. Über beide SIM-Slots kann das integrierte LTE Band 20 und 28 genutzt werden. Für Outdoor-Enthusiasten verbaut der Hersteller auch GPS, GLONASS, Galileo, Beidou, aber eben auch Bluetooth 5.0, Dual Band Wifi und NFC.

Ulefone Armor 9 mit Wärmebildkamera

Für die Hauptkamera des Ulefone Armor 9 fällt die Wahl auf den Samsung GW1 Sensor mit 64 Megapixel Auflösung, den wir zum Beispiel auch aus dem Realme X3 SuperZoom kennen. Der Sensor ist für die Preisklasse eine solide Wahl und produziert brauchbare Fotos. Man merkt allerdings auch, dass Ulefone die Hardware sich selber überlässt und kaum Softwareoptimierung betreibt, die zum Beispiel bei Xiaomi noch die extra 10% Qualität rausholt. Die Fotos sind etwas dunkel, wenn man aber mit dem Handy in der Wildnis damit unterwegs ist, kann man sicherlich schöne Naturaufnahmen machen. Dazu gibt es nur einen 2 MP Portraitsensor, der leider nicht mehr als ein Gimmick ist.

Ulefone Armor 9 Testfoto Hauptkamera draussen Ulefone Armor 9 Testfoto Schaerfe Ulefone Armor 9 Frontkamera Testfoto

Das eigentlich Highlight ist nämlich die Wärmebildkamera aus dem Hause FLIR. FLIR ist laut eigener Aussage „weltweiter Marktführer bei Entwicklung und Fertigung sowie Vertrieb von Wärmebildkameras“, man bekommt hier also durchaus Qualität. Dafür gibt es eine eigene App und gleich zwei Sensoren auf der Rückseite, die für die Fotos benötigt werden. Im Kurztest funktioniert das unserem Ermessen nach ziemlich gut und es macht Spaß, zu gucken wer im Büro die kältesten Hände hat (Antwort: Thorben). Die Wärmebildkamera braucht kurz zum Starten, die App lässt aber einige Einstellungsmöglichkeiten. Man kann sich die Temperatur anzeigen lassen, Spot-Messung aktivieren, aber auch einen Zeitraffer erstellen.

Ulefone Armor 9 Waermebildkamera

Zubehör

Als Zubehör ist eine Endoskopkamera erhältlich, wofür ebenfalls eine extra App vorinstalliert ist. Das Kabel an der Kamera ist ca. 2m lang und muss fest an der linken Seite des Ulefone Armor 9 befestigt werden. Dafür ist es notwendig eine Schraube aus dem Gehäuse zu entfernen, ein Schraubendreher liegt bei. Sobald die Goldkontakte verbunden sind, startet die App automatisch und man kann mit dem Armor 9 an entlegene Orte wie den Abfluss kommen. Die Auflösung ist dabei aber ziemlich schlecht, eine wirklich professionelle Lösung ist das in meinen Augen nicht. Immerhin sind LEDs an der Spitze, so dass man eben auch was sehen kann und Ulefone legt verschiedene Aufsätze bei.

Ulefone Armor 9 Outdoor-Smartphone Endoskopkamera

Einschätzung

Das Ulefone Armor 9 ist das aktuelle Aushängeschild des Unternehmens und bietet für den Outdoor-Einsatz ein sinnvolles Gesamtpaket. Die Performance, Kamera und Akkulaufzeit sind sehr solide, in dem Preisbereich würde man bei Xiaomi mit dem Poco F2 Pro aber zum Beispiel deutlich mehr bekommen! Das liegt daran, dass Ulefone sich hier auf Outdoor-Funktionen wie IP68-Rating, Wärmebild- und Endoskopkamera konzentriert, die anscheinend gut umgesetzt wurden. Für mich persönlich würde das Handy allein schon aufgrund der Größe und Schwere niemals als daily-driver in Frage kommen. Wer explizit nach solchen Features sucht, kann sich das Armor 9 aber mal genauer anschauen.

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Thorben

Mir haben es die China-Smartphones von Xiaomi, Huawei & Co angetan. Wenn ich kein Handy teste, pflege ich unseren Instagram-Kanal.

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Kommentare (8)

  • Profilbild von Plötze
    # 03.10.20 um 19:10

    Plötze

    Die Wärmebild Funktion sieht cool aus 👍

  • Profilbild von Julian
    # 03.10.20 um 19:43

    Julian

    Ich dachte IP67 bedeutet 30min Wasserdicht bis 1m Tiefe, IP68 sollte demnach gegen dauerhaftes Untertauchen geschützt sein

  • Profilbild von tscheysi
    # 03.10.20 um 22:43

    tscheysi

    Wie weit reicht die Wärmebildkamera?

  • Profilbild von pauli
    # 04.10.20 um 08:08

    pauli

    kopie von blackwiev bv9800pro

  • Profilbild von 1107
    # 04.10.20 um 11:38

    1107

    Mio Mate Bild perfekt . Es lebe Mio Mate.

  • Profilbild von Passer
    # 04.10.20 um 11:54

    Passer

    Allein schon die Wärmebildkamera rechtfertigt den Preis

  • Profilbild von daniel
    # 06.10.20 um 12:14

    daniel

    Moin,
    ich kenne Wärmebildkameras in Smartphones bisher nur vom Hersteller CAT. Perfekt um auf dem Bau herauszufinden, ob das Pils schon die richtige Temperatur hat. Und nebenbei kann man schauen, ob z.B. die Fugen richtig dicht sind oder wo sich Kältebrücken bilden. M.E. n sehr interessantes Feature, aber jetzt bitte in einem Gerät für um die 100Ocken ;).

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