Jetzt weltweit erhältlich: Facebooks „Oculus Go“ VR-Brille wurde von Xiaomi gefertigt

Facebook verkündete auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 den erfolgreichen Launch ihrer im Januar angekündigten VR-Brille. Das neue VR-Headset ist ab sofort weltweit erhältlich.

Eine bedeutende Kooperation: Auf der CES gab Facebook neue Details zur VR-Brille „Oculus Go“ bekannt und offenbarte damit auch, dass Xiaomi und Oculus wohl in der Vergangenheit bereits häufiger miteinander arbeiteten. So wird die VR-Brille vom chinesischen Technikriesen Xiaomi hergestellt, zudem bringen die Chinesen für China noch eine eigene Variante heraus. Die jetzt von Facebook herausgebrachte VR-Brille braucht kein Kabel, keinen Computer und auch kein Smartphone.

Xiaomi Oculus Go Facebook F8

Bezahlbare (und kabellose) VR-Brillen funktionieren bislang nur mit wenigen, dafür aber meist teuren Smartphones. Durch die Unabhängigkeit von PCs und Kabeln möchte Facebook die dadurch bislang gegebenen Hindernisse überwinden. Als eines der bislang wenigen eigenständigen Headsets (kein Smartphone notwendig) kostet die Brille nur 219€, was verglichen mit anderen eigenständigen Modellen wie Lenovos „Mirage Solo“ und HTCs „Vive Focus“ sehr günstig ist. Die Konkurrenzmodelle von HTC und Lenovo schlagen doppelt so teuer zu Buche.

Xiaomi Oculus Go Facebook Werbung
Für 219€ bekommt man bei Facebooks VR-Headset eine Auflösung von 2160 x 1200 Bildpunkten.

Die Einrichtung des Gerätes soll laut Facebook nicht länger als fünf Minuten dauern. Diverse Einstellungen werden auf dem Smartphone in der Oculus-App erledigt, die es für alle aktuellen Android– und iOS-Geräte gibt. Somit ist das Headset eben doch nicht hundertprozentig eigenständig. Die VR-Spiele, 360°-Videos und Apps können aber auch in der Brille selbst ausgewählt werden. Gespeichert werden die Inhalte auf der Speicherkarte des Headsets. Diese bietet Platz für bis zu 32 GB in der günstigeren, und 64 GB in der mit 269€ etwas teureren Version.

Xiaomi Oculus Go VR-Brille Performance
Die Oculus Go in Aktion. Inhalte lassen sich sowohl aus dem Oculus-System als auch aus dem Mi Market laden.

Der Akku soll an die drei Stunden halten, was zeitlich auch in etwa für das dann folgende Aufladen gilt. Für den Sound sorgen räumliche Audio-Treiber, welche direkt in das Headset integriert sind. Wer aber Kopfhörer bevorzugt, freut sich über die 3,5-mm-Klinkenbuchse. Für einen guten Tragekomfort sollen das verwendete, „atmungsaktive Gewebe und weiche, verstellbare Riemen“ (so zumindest die Werbung) sorgen.

Die neue Xiaomi VR-Brille

Die chinesische VR-Brille wird unter dem Namen „Mi VR Standalone“ erscheinen und so wie die Oculus Go mit einem verbauten Qualcomm Snapdragon 821 Prozessor daherkommen. Dieser Prozessor steckt etwa im ersten Google Pixel und anderen leistungsstarken Smartphones. Für die Kooperation zeichnet sich ein alter Bekannter verantwortlich, Facebooks Vize-VR-Präsident Hugo Barra war vorher bei Xiaomi beschäftigt.

Xiaomi Oculus Kooperation
Hugo Barra (links) war vor seiner Beschäftigung bei Facebook bei Xiaomi.

Die Mi VR Standalone und die Oculus Go teilen sich das selbe Design und auch die Funktionen sind identisch. Die Mi VR kann offenbar nicht auf das Oculus-Ökosystem zugreifen und bekommt ein eigenes SDK (Software Development Kit). Dafür kann Oculus aber mit einfachen Mitteln Inhalte auf die Mi-Brille übertragen. So ist es mit dem neuen System auch möglich, sich direkt Filme auf die Brille zu laden, welche man bei Xiaomi über den Mi-Appstore (Mi Market) beziehen kann.

Xiaomi Oculus Go VR-Brille
Allzu viele Unterschiede zwischen den beiden Brillen finden sich nicht.

Die VR-Brillen sollen es für Interessierte leichter machen, in die Welt der Virtual Reality einzutauchen. So bleiben Kabel, Sensoren oder das Smartphone außen vor in der Bedienung und im Lieferumfang. Beide Brillen verfügen über ein 2K-Display. Auch eine neue Generation an Linsen und ein hochwertiges Audiosystem soll in der Mi-Brille verbaut sein. Über einen 3,5 mm Klinkenausgang lassen sich ansonsten wie auch bei der Oculus Go Kopfhörer nutzen.

Bei Betrachtung der technischen Daten lassen sich zwischen der Brille von Xiaomi und Facebooks neuer VR-Brille wenig Unterschiede festmachen. Faktisch ist die Mi VR nur für den chinesischen Markt, Facebooks Brille für die ganze Welt konzipiert. Wenn es mehr Neuigkeiten aus Xiaomis virtueller Technik-Welt gibt, werden wir euch dazu ausführlich berichten.

Tim

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11 Kommentare

  1. Profilbild von XJojoX

    Das werde ich wohl probieren, wenn der Preis stimmt.
    Es steht und fällt mit Akku und Bequemlichkeit.

  2. Profilbild von kiwisaft

    Unter 4k lohnt sich doch ein standalone Gerät nicht

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  3. Profilbild von Catman

    Minne, Minne, Minne.😄

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  4. Profilbild von Levo

    Endlich Filmchen im Büro

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  5. Profilbild von Kotnascher

    Ich muss kiwisaft recht geben, für den Preis einen (mal boshaft ausgedrückt) Guckkasten ohne Positionstracking und relativer schlechter Auflösung anzubieten…naja. Und dann noch die apple-eske Schweinerei den Speicher nicht erweitern zu können, dafür für 32Gb mehr Speicher gleich 50€ Aufpreis zu verlangen. Ein 5minütiges 4K VR-Video bei 80Mbit/s braucht knapp 3Gb Speicherplatz, da ist die Kiste ratzbatz voll…

  6. Profilbild von RobDoubleU

    Falls jemand gerade die Preise aus dem Mi Store Taipei wissen will…

    Kommentarbild von RobDoubleU
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  7. Profilbild von Meine.Meinung
    Meine.Meinung

    Alle Preise sind in Hongkong Dollar oder welche Währung ist das?

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  8. Profilbild von XJojoX

    Schon jemand die VR standalone irgendwo gesehen?

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  9. Profilbild von RobDoubleU

    Das sind NTD New Taiwan Dollar

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
  10. Profilbild von XJojoX

    VR Standalone ist jetzt bei Gearbest im Presale, für deutlich mehr als bei Oculus.
    https://www.gearbest.com/all-in-one-vr/pp_009478370834.html?wid=1433363

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