FunSnap iDol – AI-Selfie-Drohne mit 1080p Kamera für 139€

Diese Drohne ist uns nun schon ein paar Mal begegnet. Zuerst wurde sie auf der chinesischen Verkaufsplattform youpin von Xiaomi verkauft, ehe sie auch den Weg in die bekannten Online-Shops fand. Produziert wird sie aber vom chinesischen Hersteller FunSnap. Neben der 1080p-Kamera zeichnen sie verschiedene AI-Funktionen aus.

FunSnap iDol Drohne faltbares Design

ModellFunsnap iDol
Maße226 x 268 x 43 mm (ausgeklappt)
226 x 144 x 48 mm (gefaltet)
Gewicht360 g
Akku8,7 V 1800mAh LiPo
<10 Minuten Flugzeit
KameraVideoauflösung: 1080p @30fps
FeaturesAI-Gestenerkennung, Optical-Flow-Sensor, 720p Live-Videoübertragung

Faltbares Design

Musste das kleine „i“ wirklich sein? Nur um irgendwie eine Ähnlichkeit zu Apple herzustellen, obwohl es in „Idol“ überhaupt keinen Sinn macht? Naja, geschenkt. Schauen wir lieber direkt auf das Äußere der iDol. Hier setzt man auf ein Konzept, das so auch schon bei einigen kleineren Drohne zur Anwendung kam. Gleich einem Schmetterling können die jeweils linken und rechten Rotoren wie Flügel eingeklappt werden. Die Oberfläche halbiert sich so, die Drohne kann leichter transportiert werden. Außen an den „Flügeln“ befindet sich jeweils noch eine Stütze, damit sie auch in ausgeklappter Form einen festen Stand hat.

Funsnap iDol Drohne Box Werbefoto
Xiaomi macht ja schöne Werbefotos, aber bewirbt man hier eine Drohne oder eine Modelinie?

Kamera und Akku sitzen dann logischerweise im Mittelteil. Die Kamera ist nach vorne ausgerichtet und kann um 90° nach unten geneigt werden. Für eine Aufhängung (Gimbal) bleibt kein Platz. Der Akku wird – anders als bei den meisten Drohnen – nicht hinten oder unten eingesteckt, sondern oben.

Funsnap iDol Drohne Werbefoto
„Damn it Steve, that’s not how you use a drone.“

Mit einem Gewicht von 360 g fällt die Drohne relativ schwer aus. Zum Vergleich: Die knapp 50€ günstigere RYZE Tello (mit schwächerer Kamera) wiegt nur 96 g, weniger als ein Drittel. Die deutlich teurere DJI Spark ist mi 302 g immer noch leichter.

Funsnap iDol mit smarten Funktionen

Die Kamera macht Videos in Full HD mit einer Bildrate von 30 fps. Damit befinden wir uns (zumindest auf dem Papier) in dem Bereich, wo wir über „schöne“ Aufnahmen sprechen können. Darunter wird es meistens nichts mit vorzeigbaren Videos. Einen großen Einfluss auf die Qualität wird hier haben, wie ruhig die Drohne fliegt, da es keine aktive elektronische Bildstabilisierung gibt. Die Fotoauflösung beträgt 2688 x 1520 Bildpunkte, also 4 Megapixel. Gespeichert werden die Aufnahmen direkt auf der Drohne, die über 8 GB Speicher verfügt.

FunSnap iDol Drohne Front

Dafür gibt es einige „smarte“ Features. Dazu gehören vor allem eine Auto-Follow-Funktion, in der die iDol einem festgelegten Ziel hinterher fliegt. Außerdem kann sie, wie etwa die DJI Spark, auch mit Handgesten gesteuert werden.

FunSnap iDol Drohne Hardware

Natürlich – das muss man bei aktuellen Drohnen fast nicht mehr erwähnen – verfügt sie über Altitude Hold. Das heißt, sie hält die Flughöhe selbstständig, was hier über ein Barometer und Ultraschall realisiert wird. Ein Optical Flow-Sensor auf der Unterseite sorgt dafür, dass die Drohne auch in Räumen die Position hält. Unter freiem Himmel gibt es dafür GPS.

Steuerung – FunSnap App

Auch wenn es eine optionale Fernsteuerung zu geben scheint, erfolgt die Steuerung hauptsächlich via App. Die gibt es mittlerweile auch in einer englischen Version, man braucht also keine Chinesischkenntnisse. Hier erwarten wir keine großartigen Neuheiten, sondern eine solide, gewöhnlich Drohnen-App. Neben der Steuerung über virtuelle Joysticks können dort verschiedene Einstellungen vorgenommen, Aufnahmen gemacht und angesehen werden. Außerdem sieht man auf dem Smartphone-Display das Livebild der Kamera, das mit 720p-Auflösung übertragen wird.

Der Akku fällt mit 1800 mAh zwar recht groß aus, die Motoren müssen aber auch 360 Gramm in die Luft bekommen. Das resultiert dann in einer maximalen Flugzeit von zehn Minuten. Zusätzliche Akkus kann man nachkaufen, und viele Verkäufer bieten die iDol direkt mit zwei oder drei Akkus an.

Einschätzung

Die Full HD-Kamera und das an sich praktische Format machen eigentlich Lust auf mehr. Dem gegenüber stehen aber auch ein paar Bedenken, die mich noch an der Drohne zweifeln lassen. Das vergleichsweise hohe Gewicht ist da noch ein nur kleiner Kritikpunkt. Die mangelnde elektronische Bildstabilisierung dürfte man merken, vor allem, da es kein Gimbal gibt. Ein wichtiger Punkt, auf den ich bisher noch nicht eingegangen bin, ist die WLAN-Frequenz. Denn wie schon die Mitu-Drohne sendet die FunSnap iDol auf dem 5,8 GHz Band, was die meisten Smartphones nicht unterstützen. Viele werden die Drohne also gar nicht nutzen können.

Wenn man nicht für Videos, sondern primär für Fotos eine (Selfie-)Drohne sucht, kann man statt dessen bedenkenlos zur 50€ günstigeren RYZE Tello greifen. Die ist leichter, fliegt länger und macht passable Aufnahmen (und kann im Gegensatz zur iDol mit eigentlich jedem Smartphone geflogen werden). Für wirklich gute Videos (und noch annähernd in dieser Preisklasse) greift man nach wie vor lieber zur DJI Spark und zahlt dafür 300-400€.

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Kommentare (10)

  • Profilbild von pokersam
    04.09.18 um 17:43

    pokersam

    First

  • Profilbild von Schwoob
    05.09.18 um 07:18

    Schwoob

    Die Stabilisierung geht auch noch später am PC. Aber 150 € für ein No-Name ohne gesicherte Ersatzteil Versorgung wäre mir zu viel. Immerhin mit GPS. Das kann die tello nicht bieten

  • Profilbild von Chuwi
    05.09.18 um 10:08

    Chuwi

    Danke für den Artikel!

  • Profilbild von Ender
    05.09.18 um 10:30

    Ender

    Grösstes Problem der Tello ist ja das Sie den live Stream sichert statt das Vid intern auf SD zu speichern. Dadurch sind Ruckler garantiert, Video ist also nie brauchbar ausser zu Dokumentationszwecken.

    Ansonsten lieb ich meine Tello für Photos…

    Copta

  • Profilbild von farbenzirkel
    05.09.18 um 10:41

    farbenzirkel

    Also bei den Bildunterschriften habe ich echt abgefeiert. 😀

  • Profilbild von Tffak
    06.09.18 um 06:31

    Tffak

    Optisch hui, technisch pfui? Vom Design jedenfalls weit vorne. Warte mal auf euren Test.

    • 06.09.18 um 09:17

      Jens CG-Team

      Ich sehe noch nicht, dass wir sie testen. Der Dealbreaker ist für mich die 5,8 GHz WLAN-Frequenz, das war wie erwähnt schon bei der Mitu sehr nervig. Kaum ein Android-Gerät unterstützt die, und wir haben wirklich einige Smartphones hier und durchprobiert. Wer kein iPhone hat, dem kann ich von der Drohne auch ohne Test schon abraten.

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