Test ZLRC Beast Drohne mit 4K Kamera für 130€ im Test

Auf der Suche nach einer guten 4K-Video-Drohne sind wir auch über die ZLRC Beast gestolpert. Für deutlich unter 200€ klingt das Datenblatt vielversprechend, aber überzeugt die Drohne auch in der Praxis? Wir sind Probe geflogen.

ZLRC Beast Drohne ausgeklappt

ModellZLRC Beast SG906
Maße174 x 84 x 70 mm (gefaltet)
283 x 253 x 70 mm (entfaltet)
Gewicht527 g
Akku2.800 mAh
<25 Minuten Flugzeit
Geschwindigkeitk.A.
KameraVideo: 2048 x 1080p / 25 fps
Foto: 12 MP
FeaturesGPS, RTH, Tracking
Preis130€

Verarbeitung und Design

Rein äußerlich passt der Name, denn mit der breiten, massiven Vorderseite erinnert die Beast tatsächlich etwas an einen Stier, den auch das aufgedruckte Logo zeigt. Davon abgesehen handelt es sich aber um das gleiche Konzept wie bei fast allen aktuellen Drohnen. Die Arme sind faltbar, wodurch die Drohne gut in die beiliegende Tasche passt. Die Rotoren sind hier, anders als etwa bei der Fimi X8 SE, fest verschraubt und nicht ohne weiteres abnehmbar.

ZLRC Beast Drohne eingeklappt

Sehr gut gefällt mit die „Verpackung“. Die Drohne kommt direkt in einer Stofftasche mit Schaumstoffpolsterung, in der Drohne, Fernsteuerung und Zubehör verstaut werden können. Dank Griff und Tragegurt lässt sich die Tasche super transportieren – sehr gut.

ZLRC Beast Drohne Stofftasche geöffnet

Die Verkleidung der Drohne besteht größtenteils aus Plastik, was sich am Rumpf recht stabil, an den Armen eher billig anfühlt. Ein Gimbal gibt es nicht, die Kamera kann aber manuell um etwa 90° verstellt werden. Außerdem kann die Kamera abgenommen werden. Insgesamt ist die Verarbeitung eher mittelmäßig, es wackelt aber nichts und es gibt auch keine großen Spaltmaße.

ZLRC Beast Drohne Motor
Nahaufnahme der „brushless“ Motoren

Der Akku wird hinten in die Drohne geschoben. Es gibt einen kleinen Plastikaufsatz, der verhindert, dass sich der Akku beim Transport ganz in die Drohne rutscht. Entfernt man den nicht, passt der Akku aber nicht mehr in das Fach und man versucht dann zehn Minuten lang, den Akku mit Gewalt in die Drohne zu rammen, ehe man den Aufsatz entdeckt und sich verdammt blöd vorkommt. Davon abgesehen ist der Akku aber einfach zu entfernen und einzusetzen.

ZLRC Beast Drohne Akku

Fernsteuerung

Die Fernsteuerung besteht aus Kunststoff und fühlt sich bereits deutlich billiger an als die Drohne. Auch die Sticks, die nach Metall aussehen, sind Plastik. Die ausklappbare Halterung sieht ebenfalls nicht besonders toll aus, hält das Smartphone aber sicher. Bei der Preisklasse alles nicht weiter schlimm.

ZLRC Beast Drohne Fernsteuerung mit Smartphone

Es gibt an der Steuerung eigentlich nichts auszusetzen. Die Sticks lassen sich gut bedienen und die Tasten reagieren alle zuverlässig. Zusätzliche Informationen geben einem die LEDs in der Mitte, die den Akkustand der Fernsteuerung anzeigen, sowie das kleine Display unten, auf dem Höhe und Entfernung der Drohne sowie GPS-Signal angezeigt werden. Fliegt man mit Smartphone, dann braucht man das Display aber nicht, da alle relevanten Infos (und mehr) auch auf dem Handydisplay angezeigt werden.

ZLRC Beast Drohne Fernsteuerung Display

Steuerung

Wie gesagt, die Steuerung der Drohne funktioniert soweit gut und wie man das gewohnt ist. Drückt man im Ruhezustand beide Sticks wie ein „V“ nach innen, starten die Motoren. Die Drohne hält ihre Höhe in der Luft ziemlich zuverlässig, auch wenn es geringe Schwankungen gibt. Sie ist leider etwas anfällig für Wind und bremst auch nur verzögert, was sehr präzise Manöver kompliziert macht.

Die Beschleunigung und maximale Geschwindigkeit sind eher gering, dafür dreht sich die Drohne sehr schnell um die eigene Achse. Das ermöglicht immerhin sehr scharfe Kurven. Es gibt einige smarte Modi wie eine Wegpunkt- und Tracking-Funktion, die aber erstens nicht perfekt funktionieren und zweitens ohne Kamera auch nicht viel bringen. Immerhin zum Ausprobieren taugen diese Features, was trotzdem ganz nett ist, wenn man es noch nie mit einer anderen Drohne ausprobiert hat. Die RTH-Funktion (Return to home) funktioniert gut und bringt die Beast auf etwa ein bis zwei Meter genau zum Startpunkt zurück.

ZLRC Beast HFun+ App RTH

Insgesamt ist das Flugerlebnis eher durchschnittlich. Ist die ZLRC Beast eure erste Drohne, dann macht es vermutlich noch Spaß, damit Neues auszuprobieren. Auf engem Raum bewegt sie sich aber zu ungenau, und auch sonst fehlen ihr besondere Eigenschaften.

ZLRC Beast HFun+ App Low Battery

Positiv zu vermerken ist die Akkulaufzeit von über 20 Minuten. Zu kurz kommt einem der Flug nicht vor, statt dessen bleibt die „Beast“ erfreulich lange in der Luft. Etwas blöd: Die LEDs des Akku geben den Stand scheinbar nicht korrekt wieder, sondern bleiben bei mir bis kurz vor Ende alle vier aktiv. Auch die Anzeige in der App ist nicht die genaueste, weshalb das Ende des Fluges immer etwas plötzlich kommt.

App – ist okay

Die zugehörige App trägt den Namen HFun Plus. Man findet sie sowohl im Google Playstore als auch in Apples Appstore. Die App ist schnell eingerichtet und benötigt nur die üblichen Zugriffsrechte auf Kamera und Speicher. Als Menüsprachen stehen Chinesisch und Englisch zur Auswahl; die Tutorials und Erklärungen sind allerdings auf Chinesisch beschränkt und daher weitestgehend nutzlos für uns.

ZLRC Beast HFun+ App einrichten

Immerhin ist die App übersichtlich aufgebaut, und wer schon mal die App einer anderen Drohne gesehen hat, wird sich auch hier zurechtfinden. Im eigentlichen Interface finden wir oben die wichtigsten Fluginformationen wie Höhe, Entfernung und Geschwindigkeit; links und rechts verschiedene Einstellungen für die Kamera und die verschiedenen Flugmodi.

Kamera – kein 4K!

Spannend ist ja eigentlich, dass die Drohne mit einer 4K-Kamera ausgestattet sein soll. Sowohl in dieser Preisklasse als auch für eine Drohne ohne Kameragimbal ungewöhnlich. Noch schöner wäre es, wenn das nicht nur ein Marketingtrick wäre, und die Videoauflösung wirklich 4K wäre – ist sie aber nicht. Um Missverständnissen vorzubeugen: Es gibt auch eine 1080p-Version der Drohne, hier darf man auch keine höhere Auflösung erwarten. Dieses Modell wird aber ausdrücklich in allen Shops mit „4K“ beworben.

Die Erklärung ist schnell gefunden: Die Fotoauflösung wird als „4K“ bezeichnet. Und ja, die Fotoauflösung von 12 MP entspricht ungefähr 4K, man erwartet bei der Bezeichnung aber ja doch eher Videos. Und während die bei Cafago und Banggood noch mit 2K (2048 x 1080p) beschrieben werden, ist die tatsächliche Auflösung meiner Aufnahmen Full HD (1920 x 1080p).

So schlimm ist das aber gar nicht, denn zum Filmen eignet sich die ZLRC Beast eh nicht – wenn man mit „Filmen“ meint, auch vorzeigbare Aufnahmen zu bekommen. Ohne Gimbal verwackeln die Aufnahmen sehr stark; durch die Vibration der Drohne kommt es außerdem zu waagerechten Streifen im Bild. Davon abgesehen liegt die Drohne viel zu unruhig in der Luft und auch beim Beschleunigen und Bremsen neigt sich die Kamera viel zu stark.

Youtube Video Preview

Der Ton wird hier am Handy aufgenommen und ist nicht so abgehackt wie im Beispielvideo; das entstand erst beim Youtube-Upload.

Die Fotos sind „okay“, je nachdem, was man für Ansprüche hat. Es gibt einen starken Fisheye-Effekt, und mit Helligkeitsunterschieden kommt der Sensor nicht wirklich gut klar. Die 12MP-Auflösung sorgt aber für scharfe Aufnahmen zumindest auf dem Smartphone. Erst bei starker Vergrößerung fallen die ungenaueren und verschwommenen einzelnen Pixel auf.

ZLRC Beast Kamera Foto mit Details
Die verschwommenen Details merkt man in der Vergrößerung.
Mavic 2 Zoom Kamera Foto mit Details
Foto der Mavic 2 Zoom mit deutlich weniger matschigen Pixeln.

Das Fazit – Ernüchternd

Warum bewirbt man die Drohne unbedingt als 4K-Kamera-Drohne? Das weckt völlig falsche Erwartungen und führt unweigerlich zu Punktabzug. Weder werden Videos in 4K aufgenommen, noch sind die Aufnahmen irgendwie verwertbar, um ein schönes Video daraus zu basteln. Die Fotos sind für den Preis der Drohne in Ordnung, fallen aber auch eher in die Kategorie „mal mein Haus von oben sehen“ als „künstlerische Landschaftsfotografie aus der Luft“.

Bleibt die Drohne als Spielzeug zum Fliegen. Hier kann ich nicht sagen, dass sich die ZLRC Beast schlecht kontrollieren ließe, aber eben auch nicht wirklich gut. Einzig die Flugdauer sticht hier für mich positiv heraus. Schade, denn der erste Eindruck war mit der beiliegenden Tasche wirklich gut.

Zum Filmen verweise ich gerne auf die FIMI A3, die für einen 50% höheren Preis bereits deutlich bessere Aufnahmen liefert. Meiner Meinung nach sollte man da aber bereits 400€ investieren und über eine DJI Spark oder FIMI X8 SE nachdenken.

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Jens

Aktuell interessiert mich vor allem das Thema E-Mobilität; die neuen E-Scooter erwarte ich mit Vorfreude. Als leidenschaftlicher Zocker freue ich mich auch über alle Gadgets mit Gaming-Bezug.

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Kommentare (3)

  • Profilbild von chriss_goe
    10.08.19 um 20:34

    chriss_goe

    Und rein zum Fliegen ohne die Kamera mal mit in die Wertung einfließen zu lassen? Für 130€ da empfehlenswert? Muss aber sagen das ich schon viele Drohnen von Yuneec und DJI besessen habe. Also bisschen verwöhnt.

    • 12.08.19 um 09:23

      Jens CG-Team

      Mir ist sie zu langsam. Davon mal abgesehen fliegt sie nicht schlecht, aber für 130€ gibt es da auch bessere.

  • 14.08.19 um 12:48

    Rednerebo

    Was wäre ein Beispiel für eine bessere Drohne im gleichen Preissegment? 🤔

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