Update: E-Scooter Straßenzulassung verzögert sich

Update 5.12.2018: Ursprünglich war es geplant, dass E-Scooter bzw. so genannte Last Mile-Gadgets bis Ende 2018 oder spätestens Anfang 2019 in Deutschland legalisiert werden. Allerdings ist jetzt bekannt, dass sich die geplante Zulassung für „Elektrokleinstfahrzeuge“ weiter verzögert. Ein neuer, konkreter Termin wurde zwar nicht genannt, denkbar wäre aber, dass es sich bis zum 2. Quartal 2019 verzögert.

Die Verzögerung könnte aber eventuell zu unseren Gunsten ausfallen. Denn der Grund für die Verspätung ist die Überprüfung des Gesetzesentwurf. Man möchte schauen, ob der Gebrauch von Last Mile Vehicles nicht vielleicht überreguliert wurde und ob weitere Fahrzeuge wie E-Skateboards in Frage für eine Legalisierung kämen.

Positive Neuigkeiten gibt es aus der Stadt Bamberg, in der diese Woche ein erster öffentlicher Test mit den E-Scootern des E-Rollerverleihunternehmens Bird unternommen wird. Weitere Informationen zu der Rechtslage in Deutschland und einen internationalen Vergleich findet ihr in unserem Ratgeber zum Thema E-Mobilität.

Wir haben euch hier auf China-Gadgets.de in der Vergangenheit schon mehrere E-Fahrzeuge vorgestellt. Darunter zum Beispiel der E-Roller Xiaomi M365 oder das beliebte E-Bike FIIDO D1. So gut sie auch sind, ein Problem haben sie alle: die fehlende Straßenzulassung in Deutschland. Aber das scheint sich nun zumindest für E-Scooter zu ändern.

Xiaomi M365 E-Scooter

Aktuelle Rechtslage in Deutschland

Momentan ist das Fahren eines E-Scooters auf öffentlichen Straßen in Deutschland illegal, da diese Gadgets nicht konform mit der Deutschen Straßenverkehrsordnung sind. Mit einer Geschwindigkeit von über 6 km/h werden sie als Fahrzeug eingestuft, wodurch sie auch versicherungspflichtig sind. Zudem kommen oft auch Probleme mit den Bremsen oder den angebrachten Lichtern, die nur partiell rechtmäßig sind. Wir bewerten zwar ein Gros der Gadgets als wirklich gut, und können einige auch wirklich empfehlen, allerdings nur für den Einsatz auf Privatgelände, wo diese Regeln keine Anwendung finden.

Deutschland hinkt damit im internationalen Vergleich zu Ländern wie Frankreich oder den USA leider deutlich hinterher.

Legalität mit Einschränkungen

Im Oktober fand sich die Landesarbeitsgemeinschaft Mobilität zusammen. Dabei handelte es sich um eine öffentliche Sitzung, die nicht nur für die gastgebenden Bündnis 90/Die Grünen Parteimitglieder gedacht ist. Dabei wurde diesmal endlich die Rechtslage zum Thema E-Mobilität geklärt werden. Das Verkehrsministerium hat electrive.net die Ergebnisse präsentiert; und auch, wenn das Gesetzt noch nicht final ist, sollen die E-Scooter endlich ihren Weg in die Legalität finden. Allerdings mit einigen Einschränkungen.

Xiaomi Ninebot ES01 faltbar

Wo darf man mit dem Elektrorollern fahren? Nur auf Fahrradwegen. In diesem Sinne werden die Roller fast wie Fahrräder gehandelt, denn auf Gehwegen oder Straßen soll man die E-Roller nicht fahren dürfen, außer wenn kein Fahrradweg gegeben ist. Außerdem gibt es eine weitere Einschränkung. Es sollen nur E-Scooter mit einer bauartbedingten Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h zugelassen sein. Außerdem ist wichtig, dass die Roller höchstens mit einem 500W Motor ausgestattet sind. Das hieße, dass einige Modelle – auch aus China – nicht legal werden.

Xiaomi M365 Roller

Für die neue Fahrzeugklasse dieser Elektrokleinstfahrzeuge besteht eine Versicherungspflicht! Dazu gehört demnach auch ein Versicherungskennzeichen. Eine Helmpflicht besteht allerdings wohl nicht. Bei dem Verkehrsministerium ist zudem von „fahrdynamischen Mindestanforderungen“ die Rede. Diese vage Formulierung bezieht sich auf grundlegende Eigenschaften des Rollers. Sprich: man muss ihn steuern können, er muss bremsen können und wahrscheinlich muss auch eine Beleuchtungsanlage installiert sein. Detaillierter hat sich das Verkehrsministerium diesbezüglich nicht ausgedrückt.

Welche Modelle wären erlaubt?

Die gute Nachricht: es gibt einige Modelle aus China, die die maximale Geschwindigkeit von 20 km/h nicht überschreiten. Dazu gehört vor allem der Ninebot ES01, der eben maximal 20 km/h fährt, mit einem 500W Motor ausgestattet ist und eine 25 km Reichweite bietet. Der Clou bei dem Ninebot ist zudem, dass man mit einem zusätzlichen Akku die Reichweite auf stolze 45 km erweitern kann!  Dann erhöht sich allerdings die Geschwindigkeit auf 25 km/h. Vielleicht könnte man auch davon profitieren, dass Ninebot Segway aufgekauft hat, ein Hersteller, der Pionierarbeit im Thema E-Mobilität verrichtet hat. Durch die deutsche Marktpräsenz dürfte man hier am ehesten mit einer Straßenzulassung rechnen.

Ninebot ES2 Zusatzakku
Den Ninebot ES1 kann man sogar mit einem Akku erweitern.

Der eben angesprochene Xiaomi M365 fährt zwar maximal 25 km/h, könnte aber wie eventuell durch die zugehörige Software gedrosselt werden. Dafür spricht der sowieso implementierte Eco-Modus mit 18 km/h Maximalgeschwindigkeit und das es eine Europe Version des Rollers gibt. Der Roller befindet sich auch im Besitz der Redaktion und kann von uns wirklich empfohlen werden. Ob er dann aber auch tatsächlich legal sein wird, ist bisher leider nicht zu sagen.

Schaut man sich beispielsweise bei GearBest um, entdeckt man eine Vielzahl an verschiedenen E-Rollern. Zu nennen wäre hier zum Beispiel der No Name E-Roller zum verhältnismäßig günstigen Preis und der weiße Rcharlence HS für knapp 200€, mit kleineren 6 Zoll Reifen. Ersterer fährt sogar nur 15 km, der Rcharlence immerhin 20 km/h. In puncto Reichweite können sie aber beide nicht mit den teureren Modellen mithalten.

E-Scooter Sharing auch in Deutschland?

Positive Meldungen gibt es aus der Stadt Bamberg. Dort gibt es Anfang Dezember 2018 den ersten Feldtest für E-Scooter des Unternehmens Bird. Bei Bird handelt es sich um einen Anbieter, über den man die E-Scooter mittels App ganz einfach leihen und für eine gewisse Zeit nutzen kann. Bird kooperiert mit der Stadt Bamberg und will erst einmal 100 E-Scooter in der Stadt anbieten. Bei den Bird Scootern handelt es sich zumindest in der USA um einen umgelabelten Xiaomi M365 E-Roller.

BIRD E-Scooter

Solange die neue Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge noch nicht in Kraft getreten ist, soll diese durch Sondergenehmigungen übergangen werden. Damit wäre Bamberg die erste Stadt in Deutschland, in der E-Scooter legal gefahren werden können.

Einschätzung: E-Scooter bald legal

Wir können gar nicht betonen, wie sehr wir auf die Straßenzulassung der E-Roller warten – das wird bei vielen von euch nicht anders sein. Klar, bis jetzt hat sich die Rechtslage noch nicht geändert, aber diese ersten Details des Verkehrsministeriums machen Mut. Die neue Regelung sollte bundeseinheitlich entweder Ende 2018 oder im Frühjahr 2019 eintreten, anscheinend müssen wir uns aber noch etwas länger gedulden. Wenn wir mehr wissen, halten wir euch hier auf dem Laufenden!

Wartet ihr auf die Straßenzulassung oder seid ihr bereits in Besitz eines E-Transport Gadgets? Lasst uns gerne in den Kommentaren wissen!

Quelle: electrive.net

Thorben

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149 Kommentare

  1. Profilbild von Louis_dK

    Lahmes Land – Bürokraten die nicht richtig entscheiden können

    > E-Mobilität
    > Ausstieg von Kohlekraftwerken unklar
    > PET obwohl man aus Mais Kunststoff herstellen kann
    > Feinstaub-Meßstationen die Mitten auf der Kreuzung stehen
    anstelle 25m entfernt – absolut unrealistische Meßwerte
    > Feinstaub in Büros 9000mg, Sauerstoffgehalt irrellevant

  2. Profilbild von odiug

    E-Roller müssen wie Mofas behandelt werden. Da fast alle billig E-Roller die Ansprüche die an eine Zulassung gebunden sind, nicht erfüllen, dürfen sie im Strassenverkehr auch nicht teilnehmen. Es gibt doch bereits E-Roller, die eine Strassenzulassung haben. Die sind den Gadget Jägern aber wohl zu teuer …

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    • Profilbild von Pirata

      @odiug Genau, sollen einen Waffenschein erstmal haben….. Sorry selten ein so dummes Geschwätz gehört. Zum Glück sieht die Polizei das auf Deutschlands Straßen sehr locker, Gesetz hin oder her…..

  3. Profilbild von odiug

    @Colosseo: was glaubst Du ist der Unterschied zwischen E-Bikes und Pedelecs? Ein E-Roller muss wie ein E-Bike behandelt werden, da er selbständig fährt. Insofern besteht doch eine Versicherungspflicht.

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  4. Profilbild von MBP

    @G.: Nicht so viel diskutieren … einfach fahren !!! Eier braucht das Land!

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  5. Profilbild von DanielMZ

    Darf ein Fahrzeug mit Versicherungskennzeichen in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgeführt werden?

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  6. Profilbild von Angee

    @Pirata: Dann viel Spaß, wenn du dem Kind, was dir aus ner Parklücke vor den Roller rennt, lebenslang ne Rente zahlen darfst, weil es danach querschnittsgelähmt ist und du keine Versicherung hattest.

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  7. Profilbild von Codi

    Volle Zustimmung @Angee. Leider Denk niemand, der derzeit mit einem E-Scooter auf den Straßen in DE unterwegs ist, an solch einen Fall. Solche Sprüche, wie Pussys oder Eier braucht das Land, sind einfach nur sinnfrei.

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  8. Profilbild von kein schöner Land
    kein schöner Land

    Fände eine sinnvolle Regelung gut.
    Nur wenn wir nachher etwas halbgares haben ist auch niemanden geholfen.

    Den ganzen Internet Rambos weiterhin ein langweiliges Leben in ihrer Realität weg von der Tastatur.

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    • Profilbild von Vollhonkhasser

      kein blöder Land: Fände eine sinnvolle Regelung gut.
      Nur wenn wir nachher etwas halbgares haben ist auch niemanden geholfen.

      Den ganzen Internet Rambos weiterhin ein langweiliges Leben in ihrer Realität weg von der Tastatur.

      Du hast es nötig!

  9. Profilbild von mw

    Ein Tretroller mit vorgeschriebenem Kennzeichen(!), Blinkern (!!) und Hupe(!!!),
    Der Rest der Welt lacht sich wieder mal scheckig über die Joghurtbecher-Spüler in Deutschland, und völlig zu Recht.
    In Frankreich gehen sie bei 3c Spritpreis-Erhöhung auf die Barrikaden, der deutsche Michel zahlt für seinen Tretroller eine Moped-Versicherung und blinkt beim Überholen der Passanten auf dem Gehweg…

    s

  10. Profilbild von popel2k

    Meiner Meinung nach könnte man dieses ganze (Zulassungs)prozedere ganz einfach und simpel umgehen: Die Hersteller ( hier exemplarisch Xiaomi) spendiert via Softwareupdate dem Roller einen ‚Pedelecmodus‘: Man muss mit dem Fuß den Scooter anschubsen um los zu fahren, der Motor unterstützt und hört automatisch nach 2 Sekunden (o.ä.) auf, und man muss wieder mit dem Fuss schwung holen. Dadurch wäre der Scooter kein E-bike mehr sondern ein Pedelec und somit aus der ganzen Versicherungsgeschichte raus. Dann wäre der M365 rechtlich doch nichts anderes als ein Tretroller.

  11. Profilbild von guest

    🤣😂🤣😂Ein artikel als würde es um die Freigabe von rauschmittel gehen

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  12. Profilbild von Flo Naldo

    @mw: Auf dem Gehweg?! Bist du des Wahnsinns?! Du weißt schon, dass das in Deutschland höchst illegal wird. :!

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  13. Profilbild von Wolfgang G.

    Seit 4 Jahren eiert man hier schon herum. In jedem anderen Land geht das wirklich ruck zuck, aber nicht bei uns. Wenn weltfremde Bürokraten eine Sache in die Hand nehmen, kann nur ein aufgeblasenes Monstrum herauskommen, daß einem vermutlich die Lust am Rollerfahren vergeht. Ja so ist das in der Bürokraten Republik Deutschland . . .

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  14. Profilbild von odiug

    @pirata, da ist der Name wohl Programm? Ein sachlicher Beitrag wäre dienlicher, als Kommentare als dummes Geschwätz abzutun – oder gehen dir die Argumente aus?

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149 Kommentare

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