Brandneu: TEVO Tornado 3D-Drucker für ~330€ (CR-10 / Anet E10 Konkurrenz?!)

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Nachdem ich letzte Woche den neuen Anet E10 vorgestellt habe, schickt TEVO seinerseits mit dem „Tornado“ ihren Creality CR-10 Konkurrenten ins Rennen. Der 3D-Drucker aus China bleibt ihren Prinzipien treu und genau das macht uns erst einmal ein bisschen skeptisch. Lest meine Einschätzung.

Tevo Tornado

Stabiler Rahmen dank Alu-Profile

Wir hatten es in diversen 3D-Drucker Tests schon prognostiziert: die etwas günstigeren Acryl-Rahmen werden mit der Zeit verschwinden. Zu gering ist der Preisvorteil, zu groß ist der Aufwand beim Zusammenbau (mehr Teile) und letztlich profitiert das Druckbild von der stabileren Bauweise der Metallrahmen. Vibrationen werden verringert, die Drucke werden, auch alleine durch das Eigengewicht des Rahmens, sauberer.

Rückseite Tevo Tornado

So hat TEVO auch schon beim Tarantula Aluminium Profile verwendet. Während Anet oder Creality ihren 3D-Druckern „Seriennummern“ als Namen verpasst, scheint TEVO der „Razer“ in der 3D-Drucker Welt werden zu wollen. Neon-Farben, Tribals und markige Produktnamen – ob sich das jedoch auf eine Kaufentscheidung auswirkt?

Tevo von unten
Wie beim CR-10: Aluprofile & Räder auf denen das Hotbed fährt

Die Druckfläche ist mit 300 x 300 x 400 mm exakt so groß, wie die des Creality CR-10 und größer als die des neuen Anet E10 (220 x 270 x 300 mm). Auch bei der Führung des Hotbeds richtet man sich nach Creality: Es wird kein Gleitlager-System wie bei Anet 3D-Druckern verwendet. Zudem hat man die Chance verpasst der X-Achse einen weiteren Stepper (kostet Geld) + Gewindestange als zusätzlichen Halt zu verpassen.

Bowden-Extruder – der neue Standard

Auch das haben wir prophezeit. Mittelfristig dürften alle neuen 3D-Drucker mit einem Bowden-Extruder ausgestattet werden: Schnellere Drucke, geringeres Eigengewicht, bessere Wartung und ein geringerer Stromverbrauch sind nur ein paar Vorteile. Lest in unserem Extruder-Vergleich über weitere Vor- aber auch Nachteile.

Warum sind wir skeptisch?

Es gibt verschiedene Gründe warum ich ein bisschen skeptisch bin.

  1. Die Qualität der Bauteile war beim Tarantula, im Vergleich zu anderen 3D-Druckern in der Preisliga, etwas schlechter
  2. Die Aufbau-Anleitung ist beim Tarantula, trotz Ideen wie beschriftete Tüten etc, eher schlecht (z.B. im Vergleich zu Anet Druckern)
  3. Es gibt noch keine echten Fotos des TEVO Tornados
  4. Es scheint, als ob TEVO den Launch etwas überstürzt (unbedacht?) eingeleitet hat – evtl. wegen des neuen Anet E10?
  5. Noch gibt es den TEVO Tornado nicht in den üblichen Gadget China Shops
  6. Das Netzteil bzw. Bedienelement ist schon sehr klein – ein (besseres) Netzteil benötigt jedoch Platz

Alle anderen Werte und Spezifikationen sind, soweit wir das zu jetzigem Zeitpunkt beurteilen können, Standard. Es wird 1,75mm Filament benötigt, es kann von microSD und über USB gedruckt werden und die Druckgeschwindigkeit dürfte zwischen 50mm/s und 80mm/s liegen.

Fazit: wie geht es weiter?

Währen bei der Anet E10 meine Augen geleuchtet haben, bin ich beim TEVO Tornado etwas verhaltener. Der TEVO Tarantula hat, trotz der Chance das Feld von hinten aufzuräumen – aus den Fehlern der anderen Hersteller zu lernen, nicht sooo gut abgeschnitten. Dennoch ist TEVO z.B. einer der wenigen Anbieter die z.B. das Hotbed mit Buildtak und einer vernünftigen Wärmeisolierung auf der Unterseite ausliefern – das lässt hoffen.

Die TEVO 3D-Drucker wurden bisher nie in einem Atemzug mit Anet oder dem Creality CR-10 genannt. Aber: vielleicht ändert sich das jetzt ja mit dem TEVO Tornado?

Wir werden auf jeden Fall dran bleiben und euch informieren sobald es den Drucker in neuen Shops oder es neue Infos gibt. Zudem lohnt ein Blick in die TEVO Tornado Facebook-Gruppe.

Kristian

Ich bin 31 Jahre jung, aber gefühlt ziemlich oft noch wie ein großes Spielkind. So habe ich Ende 2010 (endlich) "CG" ins Leben gerufen. Besonders haben es mir z.Z. die Drohnen angetan.

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3 Kommentare

  1. Profilbild von Gast

    „Auch das haben wir prophezeit“. Jaja. Klar. Der Bowden-Extruder hat auch entscheidende Nachteile. Daher wird er den Direkt-Extruder keinesfalls ersetzen können. Jeder muss daher selber entscheiden, worauf er seinen Schwerpunkt setzt.

    Ein wesentlicher Vorteil des Direkt-Extruder ist der präzise Vorschub des Filaments. So kann man auch Flexmaterial drucken. Bei vernünftiger Bauart und Firmware kann er genauso schnell drucken. Bei mir ist die Heizpatrone der limitierende Faktor, die begrenzt die Geschwindigkeit.

    Euer Argument Stromverbrauch ist lustig. Der Löwenanteil entfällt auf das Heizbett. Ebenso sorgt die offene Bauweise vieler Drucker für „Durchzug“. Das was ein Direktextruder aufgrund seines höheren Gewichtes mehr Strom verbraucht, geht da unter. Das Dämmen des Heizbetts, das Schließen des Druckraums bewirkt da viel mehr. Wer also Strom sparen will, dämmt und schließt sein Gerät.
    Das Mehrgewicht liegt übrigens – je nach Stepper – bei 200-300 Gramm. Da alles dafür ausgelegt ist, ist der Verschleiß kein Problem. Da der Anet einen minderwertigen Zahnriemen hat, keine guten Führungen, mag das da anders sein.

    Auch sonst hat euer Vergleich etliche Fehler, z.B. E3D xx ist ein Hotend, zu keinem Zeitpunkt ein Extruder. Es kann problemlos in einem Direkt-Extruder Verwendung finden.

    Und weil ihr hier das Netzteil kritisiert: Das der Anet A6 und A8 ist ja schon mal wirklich schlecht. Man kann auch kleine Netzteile bauen, das kommt immer auf den Wirkungsgrad an und wie sie gekühlt werden.
    Das von Anet ist groß und nicht aktiv gekühlt. Klar geht das problemlos kleiner.

    Übrigens ist auch die Aufbauanleitung des Anet A8 sehr schlecht. Das Material ist teilweise anders als abgebildet. Nur wenn man die Aufbauanleitung (pdf) UND die zugehörigen Aufbauvideos ansieht, bekommt man ihn zusammengesetzt. Die Qualität des A8 ist ebenfalls nicht besonders hoch, er muss gemoddet werden, damit er was taugt. Daher finde ich es unfair, das dem TEVO als negativ Punkt unterstellen zu wollen.

    Warum sollte die X-Achse einen 2. Stepper haben? Damit handelt man sich viele Problem ein. Es gibt bessere Lösungen.

    • Profilbild von Gast

      mit „negativ Punkt“ meinte ich die Aufbauanleitung

      • Profilbild von kristian
        kristian (CG-Team)

        Hey Anonymous,

        danke dir für deinen längeren Kommentar – ich hatte mich schon gewundert: So eine Ankündigung so ganz ohne Anmerkung wäre überraschend gewesen.

        @Extruder: Bowden vs. Direct: Ersetzen ist vielleicht das falsche Wort, aber ich denke das zumindest ein Großteil aller neueren 3D-Drucker-Modelle einen Bowden als Basis haben wird. Warum?

        Weil es gerade im Low-Cost-Bereich einfacher ermöglicht schneller zu drucken. Und in genau dem Bereich wird erst einmal als Einsteiger sicherlich nicht mit Flexfilamenten gedruckt. Bis jetzt schein unsere Einschätzung ja auch zu stimmen …

        @Stromverbrauch: Nun das ist sicherlich nicht DER Vorteil, das merkst du schon ganz richtig an, deswegen ist es in der Aufzählung auch nur mit einem Wort beiläufig erwähnt. Du führst auch ganz richtig andere Stromfresser an, da ergänzen sich unsere Aussagen doch prima.

        Beim Mehrgewicht geht es mir tatsächlich auch nicht um den Verschleiß, sondern um die Energie/den Aufwand den kompletten Kopf, der, das merkst du auch richtig an 200-300g mehr wiegt, entsprechend abzubremsen und wieder zu beschleunigen. Das kostet Energie, bremst tendenziell erst einmal den Druck und sorgt auch für Vibrationen.

        „Zahnriemen“ „Anet A8“ „mag das da anders sein“: Ich dachte du hast den A8, sonst würdest du ja nicht die Aufbauanleitung des A8 als „sehr schlecht“ titulieren und beim Zahnriemen den Konjunktiv verwenden. Nun für alle: der Aufbau des TEVO Tarantula ist auf jeden Fall anstrengender, eben weil es keine vernünftigen Aufbauvideos, die du beim A8 ganz richtig ansprichst, gibt. Vermutlich wird beim Tornado aber auch, wie beim CR-10, eine Seite reichen, da 95% vormontiert sind. Wir sind gespannt.

        Zum E3D Hotend: da haste Recht – stammte noch aus der AliExpress-Seite. Den Fehler habe ich korrigiert.

        Zum Nezteil: Ich habe bisher 6 oder 7 3D-Drucker aus China in diesem Preissegment aufgebaut. Sagen wir es mal so: Es würde mich sehr überraschen, wenn TEVO im Tornado ein völlig anderes Netzteil mit gutem Wirkungsgrad verbaut 😉

        Zur X-Achse: Ein zweiter Stepper beugt dem Durchhängen und Vibrieren ein bisschen vor. Ich hatte bisher noch kein einziges Problem mit dieser Lösung.

        Du gehst recht viel auf den Anet A8 ein – ich würde eher den Creality CR-10 als Wettbewerber ins Rennen schicken. Dieser besitzt die gleiche Bauart, ist noch nicht so betagt und war offensichtlich auch mindestens ein kleines bisschen Vorbild für den Tornado.

        Abschließend: Mir scheint du hast den Tarantula und fühlst dich auf dem Schlipps getreten („ist lustig“, „etliche“, etc)? Dann lies dir bitte meinen TEVO Tarantula Test durch – er hat definitiv seine Stärken, die ich mir auch beim Tornado erhoffe (und erwähnt habe). Wenn der Preis ein bisschen fallen würde, würden wir vermutlich einen Test ansteuern.

        Dein Kommentar ergänzt insofern den Artikel recht gut.

        LG

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