Test Xiaomi Mi A3: Android One-Smartphone mit 48 MP & 128 GB für 167€ bei Amazon

Das Xiaomi Mi A3 ist das aktuelle Android One-Smartphone des Herstellers und deutlich im Preis gefallen. Momentan bekommt ihr die große 128 GB Version für 167,20€ bei Amazon.de inklusive Prime-Versand.

Gerade wer noch ein etwas kompakteres Smartphone sucht, ist mit der 6,088″ Diagonale leicht unter dem aktuell Durchschnitt.

Die Vermutungen gab es schon, seit das Mi CC9 und Mi CC9e erstmals vorgestellt wurde. Am 17. Juli hat das Unternehmen das Xiaomi Mi A3 für Europa vorgestellt, bei dem es sich um quasi um das Xiaomi Mi CC9e handelt. Das Android One-Gerät kommt aber überraschenderweise nur mit einem HD+ Display auf den Markt, bietet dafür aber einen Fingerabdrucksensor im Display, drei Kameras und einen großen Akku!

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Technische Daten des Xiaomi Mi A3

 Xiaomi Mi A3
Display6,088″ AMOLED Display (1560 x 720p, 19,5:9 Seitenverhältnis), 282 ppi
ProzessorQualcomm Snapdragon 665 @ 2 GHz
GrafikchipAdreno 610
Arbeitsspeicher4 GB LPDDR4X RAM
Interner Speicher64/128 GB UFS 2.1
Hauptkamera48 MP mit ƒ/1.79 Blende + 8 MP Weitwinkel + 2 MP Tiefensensor
Frontkamera32 MP mit ƒ/2.0, AI-Funktionen & Portrait-Modus
Akku4.030 mAh mit Quick Charge 3.0 18W
KonnektivitätLTE Band 1,3,5,7,8, 20 WLAN AC, GPS//BDS, Bluetooth 5.0, Dual SIM
FeaturesFingerabdrucksensor im Display | USB Typ-C | Face Unlock
BetriebssystemAndroid 9 Pie
Abmessungen / Gewicht153,48 x 71,85 x 8,475 mm / 173,8 g
Preisab 249€

Xiaomi Mi A3, Mi CC9e oder Mi CC9?

Um der ganzen Verwirrung entgegen zu wirken, wollen wir alle Geräte eben in den richtigen Kontext bringen. In China hat Xiaomi das Xiaomi Mi CC9 und das Mi CC9e gleichzeitig vorgestellt, wobei das Mi CC9e eine kleinere und leicht abgeschwächte Version des Mi CC9 ist. Das Xiaomi Mi CC9e ist in Europa unter dem Namen Xiaomi Mi A3 veröffentlicht worden, somit ist es Teil des Android Programms. Das Xiaomi Mi CC9 ist in Europa als Xiaomi Mi 9 Lite auf den Markt gekommen, welches wir hier getestet haben.

Xiaomi Mi A3 vs Mi CC9 Smartphones
Links: Xiaomi Mi A3. Rechts: Xiaomi Mi CC9.

Xiaomi Mi CC9e als Xiaomi Mi A3

In dem Design gibt es eigentlich kaum Unterschiede zwischen dem Xiaomi Mi A3 und dem Xiaomi Mi CC9. Hauptunterschied ist hier die Größe, gegeben durch die 6,088″ Bildschirmdiagonale des Mi A3. So ergeben sich Abmessungen von 153,48 x 71,85 x 8,475 mm, womit das A3 minimal kleiner ist als das Xiaomi Mi A1. In der Praxis ist kaum ein Unterschied in der Länge erkennbar, aber in der Breite. Dort ist es nämlich fast genauso schmal wie das Xiaomi Mi A2 Lite und fast genauso dick.

Xiaomi Mi A3 Waterdrop Notch

Das sonstige Erscheinungsbild definiert sich vor allem durch die Waterdrop-Notch, die zentral über dem Bildschirm sitzt. Die Bildschirmränder sind hier insgesamt noch deutlich erkennbar, gerade der untere Rand fällt mit 7 mm verhältnismäßig groß aus. Die Ecken des Displays sind wie gewohnt abgerundet und über der Notch findet sich auch noch die Ohrmuschel. Bei dem Notch-Design hat man sich für die leicht geschwungene Variante entschieden, die z.B. nachträglich bei dem Xiaomi Mi 9 eingeführt wurde.

Xiaomi Mi A3 vs Mi CC9 Rückseite

Auf der Rückseite lassen sich eigentlich keine Unterschiede zu dem Xiaomi Mi CC9 ausmachen. Der Übergang vom Gorilla Glas 5 auf der Vorderseite erfolgt wieder von einem unauffälligen Plastiksockel zum Gehäuserahmen aus Metall. Ein sehr kleines Spaltmaß trennt den Rahmen von der Gorilla Glas 5 Rückseite, das Mi A3 ist also ebenfalls ein waschechtes Glas-Sandwich. An den Seiten ist die Rückseite leicht abgerundet. Das Layout ist ebenfalls identisch: Triple-Kamera im oberen, linken Eck und das Xiaomi Logo in der unteren, linken Ecke. Im Gegensatz zum Mi CC9 sitzt in der unteren rechten Ecke aber auch noch ein CE-Kennzeichen und der Hinweis auf das Android One-Programm.

Xiaomi Mi A3 Android One CE Kennzeichen

Es gibt drei Farbvarianten des Xiaomi Mi A3: Schwarz, Blau, Weiß. Letzterer ist tatsächlich neu in dem Xiaomi Universum und gefällt uns persönlich sehr gut. Der „Kind of Grey“-Colorway unseres Testgeräts spiegelt sich in einem sehr dunklen Grau wieder, welches fast schon in eine bläuliche Richtung geht.

Verarbeitung & Handling

Auch wenn man das Xiaomi Mi A3 nicht mit dem hauseigenen Betriebssystem ausstattet, lässt man keine Zweifel an der starken Qualität von Xiaomi. Dazu gehört schließlich auch die Top-Verarbeitung, die schon seit Jahren auf Höchstniveau liegt, selbst in der Mittel- und Budgetklasse. Kein Spaltmaß ist hier zu groß und keine Kante unsauber gefräst. Die ergibt Ergonomie sich durch die 2,5D Rückseite und das gut austarierte Gewicht von 173,8 g. Auch die Tasten an der Seite bieten einen guten Druckpunkt, auch wenn sie für meinen Geschmack vielleicht sogar minimal zu weich sind.

Xiaomi Mi A3 Display in Hand

Ein großer Vorteil ist aber die eben schon angesprochene Größe. Auch wenn der Unterschied zu dem 6,39″ Display des Mi CC9 in der Praxis nicht ganz so groß ist, begrüße ich die Millimeter, die man sich hier spart. Das merkt man tatsächlich aber eher an der Breite, denn das Mi A3 geht etwas in die Höhe. Bei ungefähr vergleichbarer Leistung ist nur das Xiaomi Mi 9 SE mit 147,5 mm noch etwas kleiner.

Einen Ersteindruck zur Verarbeitung und dem Smartphone bekommt ihr durch unser Unboxing, welches wir für euch auf unserem YouTube-Kanal gepostet haben.

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Display: Reicht eine 720p Auflösung aus?

Selten hat ein Xiaomi-Smartphone im Vorfeld so viel schlechtes Feedback aus unserer Community bekommen. Woran das liegt? Xiaomi verbaut in den Xiaomi Mi A3 ein 6,088 Zoll AMOLED Displaypanel mit einer Auflösung von nur 1560 x 720 Pixeln, also nicht einmal ein Full HD-Display bei einem UVP von 249€. Das sorgt bei vielen Xiaomi-Fans für Ärger, schließlich gibt es das Redmi Note 7 oder Xiaomi Mi 8 Lite für weniger Geld und mit Full HD+ Auflösung. Die Auflösung ist zudem auch ein Downgrade zum Vorgänger, dem Xiaomi Mi A2. Kann man das mittels AMOLED-Panel und Fingerabdrucksensor im Display wieder wett machen oder ist ein 720p Display einfach nicht mehr zeitgemäß?

Xiaomi Mi A3 vs Mi CC9 in Hand
Das Xiaomi Mi CC9 (links) ist mit einer Full HD+ Auflösung ausgestattet, das Mi A3 nur mit einer HD+ Auflösung.

Farben, Schärfe & Helligkeit

Um das Panel zu vergleichen ziehe ich das Xiaomi Mi A1 (Release 2017) und das Xiaomi Mi 8 Lite (Release 2018) zu Rate, ersteres aufgrund des gleichen OS und das zweite aufgrund vergleichbarer Ausstattung. Das Xiaomi Mi A3 bietet aufgrund des AMOLED Panels deutlich kräftigere Farben als das Mi A1, die Sättigung ist auf einem ganz anderen Level, was mir persönlich gut gefällt. Man merkt, dass das Panel etwas wärmer in den Farben ist. Gleiches gilt auch für den Vergleich zum Mi 8 Lite, welches allerdings auch nur aufgrund des niedrigen Preises ein durchschnittliches Display bietet.

Xiaomi Mi A3 Smartphone schräg in Hand

Traurigerweise ist das Panel das Xiaomi Mi A1 aber einfach schärfer als das des Mi A3, obwohl es schon zwei Jahre auf dem Buckel hat. Der Unterschied zwischen 403 und 282 ppi Pixeldichte fällt zwar erst ab einem Betrachtungsabstand von etwas mehr als 20 cm richtig auf, aber er fällt auf. Gerade Schriften sind auf dem Mi A3 einfach nicht so knackig, wie man das von einem über 200€ Xiaomi Smartphone erwarten dürfte. Bei Icons im App-Drawer oder dem Startbildschirm wird es schon schwieriger einen Unterschied auszumachen.

Auch den Vergleich in der Helligkeit kann das Xiaomi Mi A3 leider nicht für sich gewinnen. Auf maximaler Einstellung sind die Unterschiede zwischen den drei Modellen kaum erkennbar, auf mittlerer Helligkeit ist das Xiaomi Mi 8 Lite insgesamt noch etwas heller als das Mi A3 und das Mi A1, wobei letzteres den Test deutlich verliert. Die Displayhelligkeit des Xiaomi Mi A3 ist also in Ordnung, aber das kann Xiaomi eigentlich etwas besser.

Funktionalität

Ein großer Vorteil von einem AMOLED-Panel gegenüber einem LC-Display ist neben den kräftigeren Farben und dem besseren Kontrastverhältnis (hier 60000:1) auch die Möglichkeit des Always-On Displays. So werden auf dem Sperrbildschirm trotzdem die Uhrzeit und Benachrichtigungen angezeigt, da das Panel jeden Pixel einzeln beleuchten kann. Bei dem Xiaomi Mi A3 geht das allerdings trotz AMOLED-Panel nicht, das pure Android Betriebssystem gibt hier nur die Möglichkeit des Inaktivitätsdisplays, welches aber auch ohne AMOLED funktioniert. Das kann man per Drittanbieter-App auch „nachrüsten“, diese funktionieren meiner Erfahrung nach aber schlecht als recht.

Xiaomi Mi A3 Fingerabdrucksensor im Display

Durch das AMOLED-Panel ergibt sich außerdem die Möglichkeit des Fingerabdrucksensor im Displays. Dieser ist bei dem Xiaomi Mi A3 auch integriert und ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse. Der funktioniert auch sehr zuverlässig, selbst wenn der Finger den Sensor nur am Rand trifft. Die Schnelligkeit liegt dagegen deutlich hinter einem Xiaomi Mi 9T, aber auch hinter dem Xiaomi Mi CC9. Zum Teil mitverantwortlich ist hier das pure Android-Betriebssystem, die Wake-Up Animation nach der Erkennung nimmt nämlich ca. die Hälfte des Entsperrvorgangs in Anspruch.

Zwischenfazit

Da das Display eines der größten Kritikpunkte ist, gibt es an dieser Stelle ein kurzes Zwischenfazit. Für den Preis ist das Display des Xiaomi Mi A3 leider nicht zeitgemäß, gerade da es sogar ein Downgrade zu dem zwei Jahre alten Xiaomi Mi A1 ist. Im Direktvergleich zu den beiden anderen Handys offenbaren sich zwar Stärken in dem Farbprofil und Funktionalität, dafür hinkt die Schärfe einfach hinterher. Auch wenn man Xiaomi für diesen Schritt kritisieren muss, würde es einem Ottonormalbenutzer sicher nicht einmal auffallen, das Display ist insgesamt immer noch in Ordnung.

Xiaomi Mi A3 Display nah

Neuer Prozessor – gleiche Leistung

Wie das Xiaomi Mi CC9e setzt auch das Xiaomi Mi A3 auf den Snapdragon 665 Prozessor, eine leider sehr kleine Steigerung im Vergleich zu dem Xiaomi Mi A2 mit Snapdragon 660 Prozessor. Dazu kommen 4/64 GB Speicher oder wahlweise auch 4/128 GB Speicher. Der LPDDR4X Arbeitsspeicher ist aktueller Industriestandard, der UFS 2.1 Massenspeicher ist per microSD-Karte um bis zu 256 GB erweiterbar. Die acht Kryo 260 Kerne der CPU sowie die 11 nm Fertigungstechnik versprechen zeitgemäße Performance und eine gute Akkulaufzeit.

Xiaomi Mi A3 PUBG Gaming

Im Speed-Test muss das Xiaomi Mi A3 gegen das Xiaomi Mi 8 Lite mit dem Snapdragon 660 Prozessor (gleiche CPU wie im Redmi Note 7) antreten. Diesen Vergleich kann das Xiaomi Mi A3 für sich gewinnen, hier siegt die neue CPU mit einem knappen Vorsprung. Fast alle Apps öffnen sich minimal schneller, Multitasking funktioniert sogar deutlich besser, gerade wenn man den Cache löscht. Zocken geht ebenfalls, wir empfehlen für PUBG aber eher die mittleren Grafikeinstellungen, auf den hohen Voreinstellungen gibt es leichte Ruckler zwischendurch. Das Mi A3 wird zudem relativ warm.

Xiaomi Mi A3 Benchmarks

Was man in der Praxis merkt, erkennt man allerdings nicht bei den Benchmarkergebnissen. Die fallen nämlich, bis auf den PC Mark Benchmark, schlechter aus als bei dem Xiaomi Mi 8 Lite oder Redmi Note 7. Man sollte zwar nicht allzu viel auf solche Benchmarks geben, das könnte jedoch ein Indiz dafür sein, dass das MIUI Betriebssystem besser auf die Hardware abgestimmt ist und man mit dem puren Android des Mi A3 nicht alles an Leistung aus der CPU herauskitzelt.

Endlich mit großem Akku

Der größte Kritikpunkt des Vorgängers war die geringe Akkulaufzeit. Dem wirkt man mit einem 4.030 mAh großen Akku entgegen. Der kann mit 18W Quick Charge 3.0 per USB Typ-C aufgeladen werden, im Lieferumfang befindet sich aber nur ein 10W Ladegerät. Dabei handelt es sich wohl um die größte Veränderung zum Mi A2, welches noch mit einem 3.010 mAh Akku auf den Markt kam. Ein gesamter Ladevorgang mit dem mitgelieferten Ladegerät nimmt ziemlich genau zwei Stunden und 10 Minuten in Anspruch, in einer Stunde kommt das Mi A3 so gerade gerade mal auf 50%.

Xiaomi Mi A3 Ladegerät
Das 10W Ladegerät ist in der Preisklasse eigentlich auch untypisch für Xiaomi.

Die Laufzeit ist dagegen deutlich besser. Auch wenn man mit MIUI wahrscheinlich noch länger auskommt, sorgen die energieeffiziente CPU und der große Akku für eine Laufzeit von fast zwei Tagen. Der Drain ist relativ gering, lediglich bei dem PUBG zocken leert sich der Akku verhältnismäßig schnell. Leider konnten wir den Akku-Benchmark trotz mehrmaliger Versuche nicht durchlaufen lassen, hier folgt ein Update, falls es endlich einmal funktioniert.

Triple-Kamera mit 48 Megapixel Sensor

Wie so viele Smartphones zur Zeit verarbeitet Xiaomi auch eine 48 Megapixel Kamera in dem Mi A3. Bei dem Sensor handelt es sich um einen Sony Sensor mit einer Blende von ƒ/1.79, vermutlich also den Sony IMX586, der auch im Xiaomi Mi 9 steckt.. Da es sich um eine Triple-Kamera handelt, gibt es noch eine Weitwinkelkamera mit 8 MP Auflösung und einen 2 MP Sensor für mehr Tiefeninformationen.

Xiaomi Mi A3 Triple Kamera

Dass man hier den gleichen Sensor wie ein Xiaomi Mi 9 hat, heißt leider nicht, dass die Fotos gleich gut sind, aber sie sind in der Preisklasse insgesamt trotzdem gut. Mir gefällt das Farbprofil gut, die Resultate der Hauptkamera sind mit denen des Xiaomi Mi CC9 vergleichbar. Die Schärfe stimmt, die Auflösung ist hoch genug, so dass man gerne auch mal hereinzoom kann. Der Autofokus passt ebenfalls und arbeitet zuverlässig, die Auslösegeschwindigkeit ist dagegen für diese Hardware-Austattung unterirdisch. Wenn man unseren süßen Bürohund fotografieren muss, muss er schon auf „Sitz“ hören, in der Bewegung funktioniert das leider gar nicht gut.

Xiaomi Mi A3 Hauptkamera Testfoto Hund Xiaomi Mi A3 Hauptkamera Testfoto Potrait Vergleich Xiaomi Mi A3 Hauptkamera Testfoto Pflanze

Der Ultraweitwinkel-Modus basiert auf dem 8 Megapixel Sensor, der auch im Xiaomi Mi 9T und Mi 9 SE sitzt. Dementsprechend gefallen mir die Weitwinkelaufnahmen nur mittelgut. Der Effekt ist natürlich gegeben, die Schärfe ist aber bei weitem nicht auf dem Level der Hauptkamera. Bei so einem Blickwinkel ist ein guter Fokus natürlich schwieriger, allerdings kommt der Sensor auch nicht so gut mit schlechten Lichtverhältnissen zurecht. Cool ist dagegen, dass man auch in dem Ultraweitwinkelmodus filmen kann, wenn man denn möchte.

Xiaomi Mi A3 Hauptkamera Testfoto Modi Vergleich

Der dritte Sensor für die Tiefeninformationen kommt nur für Portrait-Aufnahmen zum Einsatz, die sich echt sehen lassen können. Hier gefällt mir die Randerkennung wieder extrem gut, diese Steigerung ist uns auch schon im Test zum Xiaomi Mi CC9 aufgefallen. Auch das Bokeh wirkt deutlich natürlicher als zum Beispiel bei der Konkurrenz von Honor und Huawei. Allerdings erlaubt das pure Android die „Härte“ des Bokeh-Effekts nur vor dem Foto, während man das bei MIUI auch im Nachhinein noch ändern kann – verschmerzbar, aber schade.

Xiaomi Mi A3 Hauptkamera Testfoto Hund Portraitvergleich

Frontkamera: neuer Selfie-Standard?

Auf der Vorderseite arbeitet das Mi A3 auch mit einer 32 Megapixel Frontkamera mit ƒ/2.0 Blende. Die Selbstportraits gefallen mir insgesamt gut, auch wenn ich den Aufnahmewinkel persönlich etwas zu groß finde. Dadurch wirkt der Kopf etwas klein, aber das ist Geschmacksache. Die Farben sind dagegen sehr satt, die Schärfe ist on point und der Autofokus funktioniert zuverlässig. Dafür nervt der immer voreingestellte Beautyfilter ganz schön, hier sollte Xiaomi mal endlich für Verbesserung sorgen. In China scheint es populär zu sein, in Europa allerdings eher nicht.Xiaomi Mi A3 Frontkamera Testfoto Portraitmodus Vergleich

Dazu kommt auch der bekannte Portrait-Modus, der auch hier sehr gut funktioniert. Wie bei der Hauptkamera ist der Bokeh-Effekt gelungen und die Randerkennung vorbildlich. Gefühlt erhöht sich dadurch die Schärfe des Objekts, das ist aber eine subjektive Wahrnehmung. Tatsächlich sind auch hier Panorama-Selfies möglich, das kennen wir so bereits von dem Xiaomi Mi 9T und gefällt uns auch hier gut. Natürlich muss man trotzdem relativ still halten, aber die Software stitcht die Bilder gut zusammen.

XIaomi Mi A3 Frontkamera Panoramamodus

Videokamera

Im Gegensatz zu dem Xiaomi Mi CC9 kann man mit dem Xiaomi Mi A3 tatsächlich auch in 4K aufnehmen. Dann muss man sich aber mit unstabilisierten Aufnahmen anfreunden, bei 30 fps, obwohl die Videostabilisierung eingeschaltet ist. Außerdem tendieren die Farben zur Übersättigung, gerade Hauttöne werden sehr rot dargestellt. Da sehen die 1080p Aufnahmen schon besser aus, hier gelingt die Bildstabilisierung nämlich wirklich gut, selbst in hektischen Situationen. Da sich 4K immer noch nicht vollständig durchgesetzt hat, ist das auch definitiv ausreichend.

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Dazu gibt es noch eine Zeitrafferfunktion und die beliebte Zeitlupenaufnahme, die aber keinerlei Spielraum für Einstellungen lässt. Die Resultate sind dank 1080p Auflösung aber immerhin schön anzusehen, und das sogar mit 120 fps, also vierfacher Verlangsamung.

Xiaomi Mi A3 als Teil von Android One

Auch das Mi A1 und das Mi A2 basierten jeweils auf anderen Xiaomi-Geräten. Der größte Unterschied war jeweils das Betriebssystem, denn seit dem MI A1 finden wir auf den Geräten der Reihen Android One. Eine Ausnahme bei Xiaomi, die sonst ihre eigene Version des Betriebssystems namens MIUI verwenden.

Xiaomi Mi A3 Android One Design

Das Android One Programm ist im Prinzip einfach Stock Android, also ein das pure Android Betriebssystem von Google. Der Stand des Sicherheitsupdates von Android 9 ist hier der 5. Juni 2019 – also sehr aktuell. Genau das ist auch der größte Vorteil des Android One Programms – schnelle und langfristige System- und Sicherheitsupdates, die direkt von Google kommen. Da seid ihr auf der sicheren Seite. Es ist insgesamt sehr vergleichbar mit den Google Pixel Geräten.

Xiaomi Mi A3 Android One Sicherheitspatch

Von Xiaomi selbst sind nur die Mi Community und die Mi Store App vorinstalliert, bei der Einrichtung lässt einem das OS noch die Wahl, ob man die AliExpress App installieren möchte. Es sind natürlich sämtliche Google Dienste vorinstalliert, inklusive zertifiziertem Google Play Store, YouTube, Google Drive und Gmail. Dementsprechend ist auch ein App-Drawer installiert und das ganze Betriebssystem ist natürlich von Anfang an auf Deutsch nutzbar.

Xiaomi Mi A3 Display in Hand
Man sieht es auf den ersten Blick: hier ist fast nichts drauf, was da nicht hingehört.

Stock Android vs. Xiaomi MIUI

Natürlich gibt es zwischen dem Puren Android Betriebssystem und dem Xiaomi MIUI einige grundlegende Unterschiede, auf die wir nicht alle eingehen können. Wie oben schon angesprochen sind aber gerade die Unterschiede bei den Displayeinstellungen markant. Während man bei dem Mi CC9 den Always On-Modus integriert und darüber hinaus einen Dark Mode bietet, sind die Displayeinstellungen bei dem Xiaomi Mi A3 sehr puristisch.

Xiaomi Mi A3 Android One vs MIUI Displayeinstellungen
Links: Xiaomi Mi A3. Rechts: Xiaomi Mi CC9.

Dazu kommen natürlich viele optische Unterschiede. Natürlich ist das ganze OS anders aufgebaut, aber auch die Icons unterscheiden sich selbstverständlich. Dazu kommt dann, dass auf dem Mi A3 zum Beispiel nur ein Hintergrundbild zur Verfügung steht, während Xiaomi sogar verschiedene Kategorien an Wallpapern anbietet. Hinzu kommt die Auswahl an verschiedenen Themes sowie ein eigener Theme Store. Auch die Notch kann man bei dem puren Android nicht einfach in den Einstellungen deaktivieren.

Das Thema Akkulaufzeit steht bei MIUI besonders im Vordergrund, dementsprechend hat man dort viele Einstellungsmöglichkeiten. Auch das Mi A3 bietet natürlich einen Energiesparmodus und einen „intelligenten Akku“, bei dem Mi CC9 geht es mit der Akku Optimierung und Szenenerkennung (z.B. Schlafen) noch etwas mehr in die Tiefe.

Xiaomi Mi A3 Android One vs MIUI Akkueinstellungen
Links: Xiaomi Mi A3. Rechts: Xiaomi Mi CC9.

Hier gibt es in meinen Augen keinen klaren Gewinner oder Verlierer, das Betriebssystem ist eine Präferenzfrage. MIUI ist bereits stark angepasst, bietet einen großen Funktionsumfang und viele eigene Services, bei dem Stock Android hat man Freiraum, um sich das Handy nach seinen Vorstellung zu individualisieren. Beides hat Vor – und Nachteile. Ich bin da eher Fan von MIUI, aber wie seht ihr das? Das könnt ihr uns gerne mal in die Kommentare schreiben!

Konnektivität

Natürlich ist das Xiaomi Mi A3 für den Einsatz in Deutschland gedacht, denn das Betriebsystem ist auf Deutsch, ein CE-Kennzeichen ist drauf, genauso liegt ein EU-Ladegerät mit im Lieferumfang. Darüber hinaus gibt es auch einen 3,5 mm Klinkeneingang und es gibt wie im Vorgänger auch USB Typ-C. Interessant ist übrigens, dass dieser mit dem mitgelieferten Case sogar verschlossen wird und per Klappe geöffnet werden kann. Auf der Oberseite befindet sich sogar wieder ein Infrarot-Blaster.

Xiaomi Mi A3 Klinkenanschluss

Wie für Global Versions von Xiaomi typisch, hat man das LTE Band 20 Frequenzband integriert, genauso wie LTE Band B1/2/3/4/5/7/8. Für die Zukunft ist außerdem interessant, dass auch das LTE Band 28 am Start ist, welches bald wohl mehr Aufmerksamkeit bekommt. LTE Empfang kann man mit einem der beiden Nano-SIM-Slots nutzen, dann muss man aber auf die Speichererweiterung per microSD-Karte verzichten. Wählt man sich in lokales Internet ein, steht 802.11a/b/g/n/ac Dual Band WiFi zur Verfügung. Darüber hinaus ist auch Bluetooth 5 sowie GPS, A-GPS und GLONASS integriert.

Xiaomi Mi A3 SIM Slot

Allerdings verbaut man aber leider kein NFC. Schade, dass Xiaomi hier auf die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens verzichtet, dies bekommt nur das Xiaomi Mi CC9 bzw. Xiaomi Mi 9 SE und Mi 9T in dieser Preisklasse. Ebenfalls schade ist, dass man keinen Stereo-Lautsprecher benutzt, sondern auf Mono auf der Unterseite setzt. Der Klang ist allerdings vollkommen in Ordnung, tendiert bei sehr hoher Lautstärke zu einem leicht übersteuertem Sound.

Fazit: Vier Buchstaben hätten alles geändert

Ach Xiaomi, mit dem Xiaomi Mi A3 habt ihr euch leider keinen Gefallen getan. Das Smartphone ist eigentlich überhaupt nicht schlecht, besonders die Kamera gefällt mir gut in dieser Preisklasse, die Akkulaufzeit ist ordentlich, das Handling & Design tun ihr Übriges. Auch die Anschlussmöglichkeiten sind definitiv mehr als ausreichend und die Performance dem Preis mehr als angemessen. Wer dann noch pures Android bevorzugt, hat hier tatsächlich eine echte und günstigere Alternative zu dem Google Pixel 3a.

Aber das Problem ist hier einfach das Display. Das ist zwar insgesamt okay, aber es ist einfach ein Downgrade im Gegensatz zu dem Vorgänger, dem Xiaomi Mi A2. Es wäre selbst zu dem Xiaomi Mi A2 Lite eine Verschlechterung gewesen, da hätte ich sie aber noch eher verziehen. Deshalb hätte ich mir das Mi A3 auch als Mi A3 Lite gewünscht, diese vier Buchstaben hätten die Wahrnehmung des Handys grundlegend geändert. Aber nicht nur deswegen, auch gesamt ist das Xiaomi Mi A3 nicht das große Upgrade im Vergleich zum Mi A2. Fast die gleiche CPU, kaum bessere Kamera, gleiche Anschlüsse (bis auf Klinke), aber immerhin eine verbesserte Akkulaufzeit.

Dementsprechend würde ich nicht dazu raten, von dem Xiaomi Mi A2 zu dem Xiaomi Mi A3 zu wechseln, ein Wechsel in der Android One-Sphäre empfehle ich nur, wenn ihr ein Xiaomi Mi A2 Lite oder Xiaomi Mi A1 habt. Wenn ihr euch für ein Xiaomi Smartphone in dieser Preisklasse interessiert und mit MIUI klar kommt, lege ich euch weiterhin das Redmi Note 7 ans Herz. Wir warten währenddessen, ob das Xiaomi Mi CC9 als Xiaomi Mi A3 Pro zu uns kommen wird.

Was haltet ihr von dem Xiaomi Mi A3? Ist das Display auch ein Dealbreaker für euch?

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Warum beeinflusst das in keinster Weise unser Testurteil?
Profilbild von Thorben

Thorben

Mir haben es die China-Smartphones von Xiaomi, Huawei & Co angetan. Wenn ich kein Handy teste, pflege ich unseren Instagram-Kanal.

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Kommentare (106)

  • Profilbild von IntrovertOtaku
    09.10.19 um 18:32

    IntrovertOtaku

    Eins der besten Smartphones dieser Preisklasse! Allerdings ziehe ich die MIUI Android One vor. Mir gefällt der leicht angehauchte iOS einfach besser. Super Bericht Burschen! ?

  • Profilbild von Hiex
    09.10.19 um 21:31

    Hiex

    Der Preis ist auf 155,61€ gestiegen, bitte updaten!

    Kommentarbild von Hiex
  • Profilbild von Sabine Mielke
    02.11.19 um 22:00

    Sabine Mielke

    Ist das Mit A3 besser als das Mit A2 Lite.
    Lohnt sich der Kauf als Ersatz für das Mit A2 Lite

  • Profilbild von MatthiasH
    05.11.19 um 08:44

    MatthiasH

    Lohnt sich das mi a3 fur 150€?

  • Profilbild von Gast
    06.11.19 um 12:09

    Anonymous

    Bei Banggood für 158€ mit dem Code BGA3811 in der 128GB Version mit Transportversicherung.

  • Profilbild von Hiex
    19.11.19 um 11:24

    Hiex

    Das Gerät fühlt sich dank Android One trotz langsameren Prozessors schneller an als das Mi 9 Se , ich habe beide hier. Gutes Teil!

  • Profilbild von Hiex
    19.11.19 um 11:24

    Hiex

    Das "Schlechte" Display merkt man im Alltag nicht…

  • Profilbild von BAM BAM
    19.11.19 um 13:26

    BAM BAM

    Das Xiaomi 9CC als Global gibt es noch nicht?? Ich denke das Mi 9 Lite ist das Mi 9CC?!

    • Profilbild von Thorben
      19.11.19 um 15:16

      Thorben CG-Team

      @BAM BAM: Da hast du absolut Recht, hab hier nur vergessen anzupassen. Werde ich anpassen!

  • Profilbild von Gast
    11.12.19 um 17:20

    Anonymous

    Amazon hat schon wieder ein anderen Preis…

  • Profilbild von Ramirez
    11.12.19 um 17:25

    Ramirez

    Könnte eigentlich ein top Gerät sein – kompakt, guter Preis. Aber laaahmer Fingerabdrucksensor und dieses 720p Display machen es zum absoluten no go. Da ist ja mein uraltes Galaxy S5 noch weiter vorne was das Display angeht. Schade.

    • Profilbild von Hiex
      11.12.19 um 20:24

      Hiex

      Wen juckt denn die Auflösung? Um einzelnen Pixel zu sehen, müsstest du näher als 5cm Ran ans Display…

    • Profilbild von Gast
      11.12.19 um 22:29

      Anonymous

      Fingerabdruck ist tatsächlich sehr langsam und damit nervig… hätte lieber mehr bezahlt um das zu vermeiden. Naja, selbst schuld 😉

  • Profilbild von Emil Steiner
    11.12.19 um 18:47

    Emil Steiner

    Mein Mi A3 hat schon das Sicherheitsupdate vom 5. November

  • Profilbild von Hiex
    11.12.19 um 20:25

    Hiex

    Leider gibt's obwohl versprochen immer noch kein Android 10 für das Gerät…

  • Profilbild von Stivi 1978
    11.12.19 um 22:22

    Stivi 1978

    Das Smartphone ist echt Klasse, aber leider kein NFC. Das Display ist absolut in ordnung da gibt es nicht zu meckern. Die Kamera ist sehr gut. Klare Kaufempfehlung !!

  • Profilbild von Gast
    12.12.19 um 00:13

    Anonymous

    Habe meiner Frau das A3 gekauft, sie ist voll begeistert.

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