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Redmi Note 9S: 5.020 mAh Akku & 48 MP Kamera für 164€

Für unter 200€ ist das Redmi Note 9S eines der stärksten Smartphones auf dem Markt. Wenn man auf NFC verzichten kann, bekommt man das Handy aktuell für 163,72€ bei Banggood aus China oder für 179€ bei Edwaybuy aus dem EU-Lager.

Das Redmi Note 9S und das Realme 6 sind aktuell die beiden spannendsten Smartphones unter 200€. Thorben hat beide Modelle miteinander verglichen und zeigt euch, welches sich für das Geld mehr lohnt. Das Vergleichsvideo findet ihr jetzt auf unserem YouTube-Kanal.

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In den Top 10 der meist verkauften Smartphones weltweit liest man neben „iPhone“ und „Samsung“ tatsächlich auch Xiaomi, genauer gesagt Redmi. Das Redmi Note 7 und 8 führten Xiaomis beliebteste Smartphone-Reihe 2019 an, das Redmi Note 9S ist nun einer der Nachfolger 2020. Allerdings veröffentlicht Xiaomi zudem das Redmi Note 9 und Redmi Note 9 Pro. Ist das Note 9S die goldene Mitte?

Redmi Note 9S Smartphone in Hand Display

Technische Daten des Redmi Note 9S

Redmi Note 9S
Display6,67″ IPS LC-Display mit 2400 x 1080p, Gorilla Glas 5
ProzessorQualcomm Snapdragon 720G Octa-Core @2,3 GHz
GrafikchipQualcomm Adreno 618
Arbeitsspeicher4/6
Interner Speicher64/128 GB, erweiterbar per microSD um 512 GB
Hauptkamera48 MP mit ƒ/1.79 Blende + 8 MP Weitwinkel + 2 MP Tiefensensor + 5 MP Makrokamera
Frontkamera16 MP
Akku5.020 mAh mit Quick Charge 3.0 18W, 22,5W Ladegerät im Lieferumfang
KonnektivitätLTE Band 1,3,5,7,8,20, WLAN AC, GPS/GLONASS/BDS, Bluetooth 5, Dual SIM
FeaturesFingerabdrucksensor | USB Typ-C | Face Unlock | Kopfhöreranschluss | IR-Blaster
BetriebssystemMIUI 11, Android 10
Abmessungen / Gewicht165,75 x 76,68 x 8,8 mm / 209 g

Redmi Note 9S, Redmi Note 9 oder Redmi Note 9 Pro?

Eigentlich handelt es sich bei dem Redmi Note 9S um das in Indien vorgestellte Redmi Note 9 Pro, das Note 9 Pro Max aus Indien erscheint bei uns als Redmi Note 9 Pro. Allerdings ist der Namenszusatz S hier etwas verwirrend. Mit einem Blick auf Xiaomis indisches Smartphoneportfolio klärt sich diese Verwirrung aber zumindest etwas auf. Dort nennt man das hierzulande bekannte Redmi Note 7 auch Redmi Note 7S. Das indische Redmi Note 7 ist in dieser Form gar nicht für den europäischen oder chinesischen Markt erschienen. Zudem gibt es für Europa noch das „normale“ Redmi Note 9, welches das günstigste Modell ist.

 Redmi Note 9Redmi Note 9SRedmi Note 9 Pro
Display6,52″ IPS LC-Display mit 2340 x 1080p6,67″ IPS LC-Display mit 2400 x 1080p, Gorilla Glas 56,67″ IPS LC-Display mit 2400 x 1080p, Gorilla Glas 5
ProzessorMediaTek Helio G85 Octa-Core @2 GHzQualcomm Snapdragon 720G Octa-Core @2,3 GHzQualcomm Snapdragon 720G Octa-Core @2,3 GHz
GrafikchipARM Mali-G52 MC2 GPUQualcomm Adreno 618Qualcomm Adreno 618
Arbeitsspeicher3/4 GB4/6 GB6 GB
Interner Speicher64/128 GB64/128 GB, erweiterbar per microSD um 512 GB64/128 GB, erweiterbar per microSD um 512 GB
Hauptkamera48 MP mit ƒ/1.79 Blende + 8 MP Weitwinkel + 2 MP Tiefensensor + 2 MP Makrokamera48 MP mit ƒ/1.79 Blende + 8 MP Weitwinkel + 2 MP Tiefensensor + 5 MP Makrokamera64 MP + 8 MP Weitwinkel + 2 MP Tiefensensor + 5 MP Makrokamera
Frontkamera13 MP16 MP16 MP
Akku5.020 mAh mit 18W Schnelladen5.020 mAh mit Quick Charge 3.0 18W, 22,5W Ladegerät im Lieferumfang5.020 mAh mit Quick Charge 3.0 30W, 33W Ladegerät im Lieferumfang
KonnektivitätLTE Band 1,3,5,7,8,20,WLAN ACGPS/GLONASS/BDS, Bluetooth, Dual SIMLTE Band 1,3,5,7,8,20,WLAN ACGPS/GLONASS/BDS, Bluetooth 5, Dual SIMLTE Band 1,3,5,7,8,20,WLAN ACGPS/GLONASS/BDS, Bluetooth 5, Dual SIM, NFC
FeaturesFingerabdrucksensor | USB Typ-C | Face Unlock | Kopfhöreranschluss | IR-BlasterFingerabdrucksensor | USB Typ-C | Face Unlock | Kopfhöreranschluss | IR-BlasterFingerabdrucksensor | USB Typ-C | Face Unlock | Kopfhöreranschluss | IR-Blaster
BetriebssystemMIUI 11, Android 10MIUI 11, Android 10MIUI 11, Android 10
Abmessungen / Gewicht165,75 x 76,68 x 8,8 mm / 209 g165,75 x 76,68 x 8,8 mm / 209 g

Ein Mix aus Samsung und Huawei

Genau wie bei dem Redmi Note 9 Pro arbeiten wir auch bei dem Redmi Note 9S mit einem 6,67 Zoll Display, womit das Handy in etwa so groß wie das Xiaomi Mi 10 ist. Wie Samsung setzt Redmi hier auf ein Punch-Hole-Design, bei welchem die Frontkamera zentral am oberen Bildschirmrand ist. Xiaomi nennt das „Tiny Dot-Display“, so richtig tiny (zu Deutsch: winzig) ist es aber nicht. Die Aussparung ist etwas größer als bei dem hauseigenen Mi 10.

Redmi Note 9S Punch-Hole

Die Ränder um das Display fallen für die Preisklasse durchschnittlich groß aus, nur der untere Bildschirmrand ist minimal dicker als der Rest. Betrachtet man das Redmi Note 8 als Vorgänger, können wir froh sein, dass sich Xiaomi wieder von dem „Redmi-Branding“ auf dem Bildschirmrand verabschiedet hat. Die Front ist dabei natürlich komplett schwarz, in allen drei Colorways: Aurora Blue, Glacier White und Interstellar Grey.

Redmi Note 9S Rueckseite

Auf der Rückseite orientiert man sich etwas an dem Huawei Mate 20 Pro. Dort springt einem die Quad-Kamera ins Auge, die zentral oben angeordnet ist. Mit in dem Kameramodul befindet sich noch der LED Blitz. Allerdings muss man hier unterscheiden. Das quadratische Kameramodul steht etwas aus der Rückseite heraus, der Blitz und der Hinweis auf die 48 MP Kamera sind aber quasi nur drauf gedruckt. Ganz unten befindet sich der Redmi-Schriftzug.

Redmi Note 9S Kameramodul Verarbeitung

Redmi Note 9S Bildschirmrand

Bei unserem Testgerät handelt es sich um den Aurora Blue Colorway, der in natura glänzender ist als man es auf den Produktbildern zunächst vermutet. Dort sieht es für meinen Eindruck nach einem matteren Design aus. Xiaomi verzichtet hier auch auf einen „Twilight“-Effekt, wobei sich die Farbe je nach Lichteinfall etwas verändert. Mit dieser Optik fühle ich mich eher an Hersteller wie Ulefone oder DOOGEE erinnert.

Redmi Note 9S Glanz Rueckseite

Handling & Verarbeitung

Allein schon aufgrund der Größe merkt man sofort, dass sich das Redmi Note 9S eher an dem Redmi Note 8 Pro als an dem Redmi Note 8T orientiert, wobei es sogar noch etwas größer ist. Neu ist zudem auch der Fingerabdrucksensor, der jetzt an die rechte Seite wandert, wie wir es zum Beispiel auch vom Honor 9X Pro kennen. Der ist für mein Empfinden minimal zu hoch an der Seite, wodurch auch die Lautstärkewippe weiter nach oben wandert. Alle drei Tasten sollten zwar noch mit kleineren Händen erreichbar sein, für die „Lautstärke +“-Taste muss man seinen Finger aber schon etwas strecken.

Redmi Note 9S Fingerabdrucksensor

Trotz der großen Akkukapazität ist das Handy mit 8,8 mm noch angenehm dünn und liegt auch insgesamt gut in der Hand. Das liegt an den Seiten, die zur Seite hin abgerundet sind und an dem Gehäuserahmen, der nach außen gewölbt ist. So fühlt sich das Redmi Note 9S deutlich hochwertiger an als man es mit einem Blick auf den Preis vermuten könnte.

Redmi Note 9S Rueckseite Handling

Trotzdem gibt es pingelige Kritikpunkte, gerade weil wir wissen, dass Xiaomi schon immer sehr viel Wert auf Verarbeitungsqualität legt. Sowohl der Fingerabdrucksensor als auch der USB-C Port an der Unterseite sind etwas scharfkantig, woran man sich natürlich aber nicht schneiden kann. Bei dem Powerbutton aka Fingerabdrucksensor hätte Xiaomi gut daran getan die Seiten leicht abzurunden.

LC-Displays sind weiterhin gut

Die einst so luxuriöse AMOLED Displaytechnik findet auch in der Mittelklasse immer mehr ihren Einzug, aber noch nicht in den aktuellen Redmi Note-Geräten – und das ist auch gut so. So setzt Redmi hier verständlicherweise auf ein IPS LCD-Panel, welches eine Full HD+ Auflösung von 2400 x 1080 Pixeln bietet. Daraus resultiert eine Pixeldichte von 394 ppi. Das Panel wurde sogar vom TÜV Rheinland zertifiziert. Geschützt wird das Panel von Gorilla Glas 5, das gilt aber auch für die Rückseite.

Redmi Note 9S Display Farben

Für diese Preisklasse implementiert Xiaomi hier ein absolut durchschnittliches Display, was absolut nicht negativ gemeint ist. Der Standard an Displayqualität ist mittlerweile recht hoch. Eine schöne Schärfe, satte Farben, gute Blickwinkel aus allen Richtungen und eine absolut ausreichende maximale Helligkeit. Im Gegensatz zu typischen China-Herstellern ist die Helligkeitsverteilung hier vorbildlich, im Büro oder Zuhause reicht mir schon 25% Helligkeit der maximalen Einstellung. Das ändert sich allerdings schlagartig, wenn man ans Tageslicht kommt. Hier muss man entweder manuell auf gut 75% hochregeln oder lässt das die automatische Helligkeit anpassen.

Redmi Note 9S Display

Auch an der Funktionalität lässt sich nichts ankreiden. Wir konnten keine Pixelfehler identifizieren und reaktionsfreudig ist das LCD-Panel ebenfalls. Auch die Schatten, die wir bei den Vorgängern teilweise an den Displayrändern feststellen konnten, hat Xiaomi fast in den Griff bekommen. Trotzdem sind an der Unterseite dunkle Stellen erkennbar, hier von Backlight-Bleeding zu sprechen würde meiner Auffassung nach aber zu weit gehen.

Displayeinstellungen in MIUI

Xiaomis große Stärke war und ist weiterhin die starke Kombination von Soft- und Hardware. Mit einem AMOLED Panel hat man im MIUI Betriebssystem noch mehr technische Möglichkeiten, aber auch bei dem Redmi Note 9S kann man einiges einstellen. Neben der Helligkeit lässt sich ein Dark Mode aktivieren, die Textgröße anpassen, ein Lesemodus aktivieren und auch das Farbschema per Farbpalette individuell anpassen. Die meisten sollten aber mit einem der drei Voreinstellungen bestens auskommen.

Redmi Note 9S Displayeinstellungen MIUI

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Notch & Statusleiste anzupassen und das Punch-Hole-Design somit zu deaktivieren. Schön diese Möglichkeit zu haben, auch wenn das optisch etwas merkwürdig aussieht.

Redmi Note 9S Displayeinstellungen 2

Etwas versteckt, unter „Sperrbildschirm“, lässt sich zudem die tap-to-wake-Funktion aktivieren, wobei man das Display zwei mal berühren muss, um es aus dem Standby zu holen. Das kann man alternativ auch durch das Anheben des Telefons erreichen.

Trotz Snapdragon 720G nicht so stark wie erhofft

Die Besonderheit des Redmi Note 9S steckt in dem Gerät, das „S“ könnte hier durchaus für Speed stehen. Im neuen Mittelklasse-Smartphone arbeitet der brandneue Qualcomm Snapdragon 720G Octa-Core Prozessor. Tatsächlich verwendet auch die Pro-Version die gleiche CPU, leistungstechnisch gibt es diesbezüglich also keinen Unterschied. Der Achtkern-Prozessor besteht aus einem Zweikern-Cluster mit 2,3 GHz Taktfrequenz und einem 1,8 GHz Sechskern-Cluster. Damit ist gerade die AI-Performance deutlich besser. Dazu kommen wahlweise 4/64 GB oder 6 GB RAM und 128 GB Speicher, welcher per microSD-Karte (max. 512 GB) erweitert werden kann.

Redmi Note 8 Pro PUBG Grafikeinstellungen

Entweder liegt es an den vielen Flagships, die ich in letzter Zeit getestet habe oder das Redmi Note 9S gefällt mir in puncto Geschwindigkeit nicht ganz so gut wie ich es mir erhofft habe. Bei unserem Testgerät handelt es sich um die 4/64 GB Version, 4 GB RAM sind aktuell das Mindestmaß an Arbeitsspeicher. Das merkt man, wenn man viele Apps simultan offen hat, hier verzögert sich das Öffnen einer App schon einmal um eine halbe Sekunde.

Der Snapdragon 720G orientiert sich zudem leistungstechnisch eher an dem 710er und nicht so sehr an dem 730er. Im Direktvergleich hat er sogar gegen den MediaTek Helio G90T aus dem Redmi Note 8 Pro das Nachsehen, zumal der MediaTek Prozessor eine etwas höhere Taktfrequenz hat und höher taktenden Arbeitsspeicher verwalten kann.

Dass Redmi Note 9S ist aber keineswegs ein langsames Smartphone, das sollte nicht falsch verstanden werden. Auf dem Papier bekommt man aber im Redmi Note 8 Pro und dem Mi Note 10 Lite z.B. eine etwas bessere Performance. Wirklich spürbare Unterschiede fallen aber wohl eher nur im Direktvergleich auf. Auch mit dem Redmi Note 9S lassen sich Bilder bearbeiten, man kann zocken und bei WhatsApp & Co. dürfte man davon auch rein gar nichts merken. Wir würden aber, wenn es euer Budget zulässt, zur 6/128 GB Version raten.

Benchmarkergebnisse

Diese Einschätzung wird auch mehr oder weniger durch unsere Benchmarkergebnisse bestätigt. Im Gegensatz zum Redmi Note 8 ist ein deutlicher Leistungsunterschied zu merken, im Vergleich zum Redmi Note 8 Pro aber nicht unbedingt. Die aktuelle Generation hinkt im PCMark Benchmark zum Beispiel deutlich hinterher, während AnTuTu mit dem Snapdragon 720G etwas besser ausfällt.

Redmi Note 9S Benchmarks

Starke 48 Megapixel Kamera

Dass es sich auf der Rückseite um eine Quad-Kamera handelt, wirkt erstmal innovativ. Schließlich verbaut Xiaomi hier einen 48 Megapixel Hauptsensor mit ƒ/1.79 Blende (den Samsung ISOCELL GM-2) sowie eine 8 Megapixel Ultraweitwinkelkamera mit 119° Weitwinkel, eine 5 Megapixel Makrokamera mit 2 cm Naheinstellgrenze und einen 2 MP Portraitsensor für zusätzliche Bildinformationen. Die Frontkamera bietet eine Auflösung von 16 Megapixeln. Der Hauptsensor ist der Nachfolger vom 48 MP Samsung GM-1, der im Vorgänger und schon im Redmi Note 7 steckte.

Redmi Note 9S Kamera

Auch wenn der Unterschied zum Vorgänger auf dem Papier marginal ist, so ist die Kamera für mich die vielleicht größte Überraschung am Redmi Note 9S. Aufgrund der Farben und dem Dynamikumfang bin ich von den meisten Fotos ziemlich angetan. Auch die Hauttöne kommen bei Personen in der Regel gut rüber, der Weißabgleich gelingt und der Autofokus hat mich bisher auch noch nicht im Stich gelassen.

Redmi Note 9S Hauptkamera Testfoto Farben Redmi Note 9S Hauptkamera Testfoto Farben 2 Redmi Note 9S Testfoto Hauptkamera Schaerfe Blume Redmi Note 9S Testfoto Hauptkamera Farben

Lediglich in puncto Schärfe kommt der 48 Megapixel Sensor etwas an seine Grenzen, wobei der Fokusbereich ausreichend groß ist. Das Bokeh wirkt dabei ziemlich natürlich, tatsächlich natürlicher als bei dem großen 108 MP Sensor eines Xiaomi Mi 10. Auch bei Gegenlicht bekommt die Kamera die lens flares kaum unter Kontrolle, das sollte man beim Fotografieren beachten.

Redmi Note 9S Testfoto Hauptkamera Schaerfe

Ultraweitwinkel

Die 8 Megapixel Auflösung der Ultraweitwinkelkamera ist in der Preisklasse absoluter Standard, dementsprechend muss man auch mit einer mittelmäßigen Qualität leben. Bei idealen Bedingungen können sich die Resultate aber durchaus sehen lassen. Kräftige Farben machen das Foto lebhaft und für eine Sekunde vergisst man sogar, dass es die Ultraweitwinkelkamera ist, bis zum Blick auf die Bildränder, wo man das Rauschen erkennen kann.

Redmi Note 9S Ultraweitwinkel Vergleich Hauptkamera

Bei schlechteren Bedingungen hat der Sensor Probleme mit dem Dynamikumfang, hier brennt der Himmel beispielsweise komplett aus.

Redmi Note 9S Ultraweitwinkelkamera Testfoto Dynamikumfang

Makroaufnahmen

Im Gegensatz zur Vorgängergeneration gibt es einen besseren Sensor für Makroaufnahmen, der mit 5 MP brauchbarere Resultate erzielt als der alte 2 MP Sensor. Der Samsung S5KE9 Sensor erlaubt es relativ nah an das Objekt heranzugehen und kann mit einer ausreichenden Schärfe und relativ akkuraten Farben punkten.

Redmi Note 9S Testfoto Makrokamera

Frontkamera

Auch die Selfie-Cam auf der Frontseite wurde überarbeitet. Anstatt 13 gibt es nun 16 Millionen Pixel bei der Auflösung, die für genügend Detailreiche sorgen und zudem natürliche Hauttöne bieten. Nervig ist leider nur der Beatuy-Modus, der zu Beginn aktiviert ist, einmal ausgestellt, bleibt der Weichzeichner aber zum Glück auch aus. Für diese Preisklasse ist das eine beachtliche Selfie-Qualität, hier kann man sich durchaus mit aktuellen Top-Smartphones messen, auch wenn die Fotos etwas kontrastreicher sein könnten.

Redmi Note 9S Testfoto Frontkamera Selfie

Akkulaufzeit vorbildlich

Die Akkulaufzeit war schon immer eine, wenn nicht sogar die Stärke der Redmi Note-Geräte. Die 4.000 mAh Grenze hat man schon bei dem Redmi Note 4 – hach, die gute alte Zeit – geknackt und seitdem konsequent fortgeführt. Der Akku fällt mit einer Kapazität von 5.020 mAh jetzt sogar noch größer aus. Im Vergleich zur Vorgängergeneration sind da sogar noch 500 bzw. sogar 1000 mAh dazu gekommen. Die Kapazität sorgt gerade in Verbindung mit der energieeffizienten CPU und dem guten Energiemanagement des MIUI 11 Betriebssystems für eine Laufzeit von mindestens 2 Tagen, tendenziell sogar fast 3, wie auch er Benchmark beweist.

Redmi Note 9S Akkubenchmark

Der Akku kann mit einer Leistung von 18W wieder relativ schnell aufgeladen werden. „Relativ“ schnell, da der Akku mit über 5.000 mAh so groß ausfällt, trotzdem braucht eine komplette Ladung nur ca. 1 Stunde und gut 40 Minuten. Das Ladegerät im Lieferumfang bietet sogar maximal 22,5W Ausgangsleistung.

Redmi Note 9S mit WLAN-Problem

Auf der Unterseite befindet sich natürlich ein USB Typ-C Port und ein 3,5 mm Klinkenanschluss. Zudem gibt es oben den IR-Blaster sowie einen Dual-SIM-Slot mit der Möglichkeit zwei Nano-SIMS plus eine Speicherkarte einzusetzen. Beide SIM-Slots unterstützen LTE und VoLTE, ob ihr VoLTE nutzen könnt, hängt allerdings auch vom Provider ab. Dafür müsst ihr in der Telefon-App den Code *#*#86583#*#* eingeben. Zudem findet sich an der Unterseite ein Lautsprecher, der leider nicht durch die Ohrmuschel zu einem Stereo-Speaker erweitert wird.

Redmi Note 9S USB-Port

Da es sich um die Global Version handelt, ist auch LTE Band 20 und 28 mit an Bord. Zudem ist das Redmi Note 9S mit Dual Band ac-WiFi, Bluetooth 5, GPS, A-GPS und GLONASS ausgestattet. Auf NFC verzichtet man bei dem Redmi Note 9S, das ist nur bei dem teureren Redmi Note 9 Pro integriert.

Viele Benutzer haben nach Verkaufsstart von einem WLAN-Bug berichtet, der aber inzwischen durch das MIUI Update 11.0.8.0 behoben wurde. Falls ihr also Probleme mit dem WLAN haben solltet, stellt sicher, dass ihr die aktuellste MIUI Version installiert habt.

An der Mobilfunkverbindung im D2 Netz sowie der Sprachqualität können wir im Test nicht viel bemängeln. Durchgängig 4G und gute Downloadgeschwindigkeiten sowie keinerlei Probleme beim Video- oder Musikstreaming. Die Lautsprecherqualität ist dabei ebenfalls durchschnittlich, durch den fehlenden zweiten Speaker ist der Sound nicht so räumlich und wirkt im hohen Lautstärkebereich etwas blechern. Insgesamt ist aber durchaus ausreichend, allerdings würde ich mir so keinen Film auf Netflix anschauen.

MIUI läuft weiterhin rund

Das Redmi Note 9S wird direkt mit Android 10 ausgeliefert, worüber natürlich Xiaomis hauseigene MIUI Oberfläche in der Version 11 vorliegt. Nach den ersten Updates landet man aktuell bei MIUI 11.0.7., womit Xiaomi versucht das WLAN Problem zu fixen. Der Sicherheitspatch ist von April, alle Google-Dienste sind natürlich vorinstalliert, das Betriebssystem ist auf Deutsch einstellbar und dank Widevine Level 1 lassen sich auch Videostreaming-Inhalte in Full HD Auflösung sehen.

Redmi Note 9S MIUI 11 Update

Falls ihr MIUI nicht kennt: Dabei handelt es sich um Xiaomis hauseigene Benutzeroberfläche, die auf Android basiert und mit purem Android nur noch wenig zu tun hat. MIUI war tatsächlich Xiaomis erstes Produkt und bietet eine insgesamt gute Nutzererfahrung. Zwar ist das Handy beim Auspacken mit ein bisschen Bloatware ausgestattet (Netflix, Facebook, WPS Office und ein paar Spiele), setzt aber auch auf viele eigene Services wie die Mi Cloud, den Mi Mover, ShareMe oder die Mi Community App.

Redmi Note 9S MIUI Google-Dienste

Redmi Note 9S MIUI Bloatware

Das MIUI 11 Betriebssystem des Redmi Note 9S läuft wie gewohnt rund und hat endlich auch Kinderkrankheiten von früher in den Griff bekommen. Trotz zentraler Punch-Hole werden die Benachrichtigungen vernünftig angezeigt. Auch dass man die Notch bzw. Punch-Hole ausblenden kann ist mittlerweile endlich wieder möglich. Allerdings fehlt mir noch immer die Möglichkeit einen App-Drawer zu aktivieren, das ist in der China-Version längst der Fall.

Redmi Note 9S Widevine Level 1
Ihr könnt Netflix-Videos in Full HD schauen!

Eigentlich ist die Updatepolitk von Xiaomi sehr vorbildlich und in der Android-Welt eine der, wenn nicht sogar die beste. Und auch während des Testzeitraums gab es direkt zwei Softwareupdates, beide mit dem Versuch den WLAN-Bug zu beheben. Allerdings ist der Vorgänger, also das Redmi Note 8 und Redmi Note 8 Pro, noch nicht einmal auf Android 10 geupdatet worden.

Features

Der Fingerabdrucksensor an der Seite ist bei dem Honor 9X Pro eines meiner Lieblingsfeatures. Der Sensor ist beim Redmi Note 9S nicht ganz so schnell wie bei der Konkurrenz, aber noch schnell genug und minimal flotter als ein guter Fingerabdrucksensor im Display. Lediglich die Startanimation von MIUI sorgt hier für einen minimal langsameren Eindruck

Alternativ kann man auch Face Unlock nutzen, wobei auch hier die Schnelligkeit nicht so ausgeprägt wie bei aktuellen Flagships ist. Zudem ist Face Unlock unsicherer als der Fingerabdrucksensor oder ein Muster/Passwort, im Alltag aber durchaus praktisch. Hier wird leider nur ein 2D Foto aufgenommen und kein 3D-Scan gemacht.

Redmi Note 9S Benachrichtigungs LED

Auch eine Benachrichtigungs-LED hat Xiaomi bei dem Redmi Note 9S integriert. Diese sitzt am oberen Bildschirmrand und ist für meinen Geschmack ziemlich unauffällig. Die LED leuchtet nur weiß, blinkt bei eingehenden Benachrichtigungen und leuchtet permanent beim Aufladen des Geräts. Die LED lässt sich unter Einstellungen -> Weitere Einstellungen -> Benachrichtigungslicht deaktivieren.

Fazit: Ist das Redmi Note 9S die goldene Mitte?

Wie in dem Launch-Event gesagt, ist die Redmi Note-Reihe die viertmeistverkaufte Smartphone-Serie der Welt. Der Vorgänger, das Redmi Note 8, ist das meistverkaufte Android-Handy im vierten Quartal 2019. Mit dem Redmi Note 9S geht man einen konsequenten Schritt nach vorne und betont die wichtigsten Features: Performance und Akkulaufzeit. Und wenn man das Note 9S als Nachfolger des Redmi Note 8(T) sieht, bekommt man eine durchaus spürbare Verbesserung. ABER: Das Redmi Note 9S ist nicht der direkte Nachfolger, schließlich hat Xiaomi nachträglich noch ein Redmi Note 9 veröffentlicht.

Einerseits ist das Redmi Note 9S super leicht zu empfehlen, für gut 200€ bekommt man so viel Hardware wie bei aktuell fast keinem anderen Smartphone. Eine überraschend gute Kamera, eine für den Alltag mehr als ausreichende Performance, einen riesigen Akku, Speichererweiterung und eine gute Verarbeitung. Allerdings leidet das Note 9S unter Xiaomis Releasestrategie. Warum es ohne NFC auf den Markt kommt, bleibt mir ein Rätsel.

Jeder der NFC zum kontaktlosen Bezahlen braucht (in Zeiten des kontaktlosen Bezahlens aufgrund der Corona Pandemie sicherlich noch mehr Personen als sonst) sollte dann lieber zu dem Redmi Note 9 Pro greifen, welches neben NFC noch etwas schneller geladen werden kann und einen 64 MP Hauptsensor bietet. Allerdings bekommt man den Kamerasensor und NFC auch im mittlerweile günstigen Redmi Note 8 Pro, welches gerade einmal 6 Monate auf dem Markt ist. Zumal der Helio G90T gerade zum Zocken noch besser geeignet ist als der Snapdragon 720G. Lediglich die bessere Akkulaufzeit & Energieeffizienz sprechen aus meiner Sicht für das Redmi Note 9 Pro.

Welches Redmi Note 9 ist überflüssig?

Man darf hier auch durchaus Xiaomis Releasestrategie kritisieren. Dass man das fast baugleiche Redmi Note 9 Pro ca. 3 Wochen nach diversen Angeboten für das Redmi Note 9S veröffentlicht, ist unfair gegenüber den Kunden, die das Note 9S zu dem Zeitpunkt schon bestellt haben. Warum veröffentlicht man nicht alle drei Produkte gleichzeitig?

Redmi Note 9 Serie
Das Note 9 und Note 9 Pro haben NFC, nur das Note 9S nicht.

Ich war mir bei dem Auspacken des Geräts schon relativ sicher, dass eines der aktuellen Redmi Note 9-Geräte überflüssig ist. Aktuell tendiere ich zu dem Redmi Note 9S, da es zu nah an dem Redmi Note 9 Pro ist, welches wiederum schon relativ nah an dem Redmi Note 8 Pro ist. Mit dem günstigsten Redmi Note 9 positioniert man sich noch einmal ein Level unter den beiden Geräten, wodurch es preislich leichter zu rechtfertigen ist.

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Thorben

Mir haben es die China-Smartphones von Xiaomi, Huawei & Co angetan. Wenn ich kein Handy teste, pflege ich unseren Instagram-Kanal.

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Kommentare (200)

  • Profilbild von dan
    # 28.07.20 um 14:47

    dan

    Passen eigentlich auch die Hüllen vom redmi Note 9 Pro auf das 9S, oder sind die von den abmessungen unterschiedlich?

  • Profilbild von Pippo
    # 30.07.20 um 10:45

    Pippo

    156€ für das 128gb modell ist natürlich ein starker preis. Mit wieviel Gebühren muss man rechnen, wenn es per priority lane verschickt wird?
    Entschuldigt die für chinaprofis blöde Frage.

    • Profilbild von Hiob
      # 30.07.20 um 11:19

      Hiob

      @Pippo: 156€ für das 128gb modell ist natürlich ein starker preis. Mit wieviel Gebühren muss man rechnen, wenn es per priority lane verschickt wird?
      Entschuldigt die für chinaprofis blöde Frage.

      Wo gibt es diesen Preis? Würdest Du ihn verlinken? Das wäre toll.

      • Profilbild von Hiob
        # 30.07.20 um 22:41

        Hiob

        Ah, jetzt habe ich es auch geschafft, per Kreditkarte zu zahlen. Ist DHGate AliExpress in einem neuen Gewand, West-kompatibel ohne den Räuberräuber im Namen?
        Also, jedenfalls vielen Dank für den Coupon.
        Der Preis ist normalerweise für Rückläufer von 128GB reserviert. Ich bin gespannt, wann geliefert wird. 154 Euro! Das kostet das rn8 ja noch immer! Super, Empfehlung.

        Kommentarbild von Hiob
      • Profilbild von Hiob
        # 30.07.20 um 22:42

        Hiob

        P.S.: Blau ist leider aus, es gibt noch weiß und grau.

  • Profilbild von Marco
    # 28.08.20 um 22:16

    Marco

    Ich möchte mir das Handy zulegen, da ich bald in den USA wohne, bin ich mit der LTE band geschichte ein wenig verwirrt. Wie viele der Bänder brauche ich den, bzw. kann mir da jemand weiterhelfen?

  • Profilbild von Manuel
    # 29.09.20 um 15:25

    Manuel

    Jetzt hätte ich auch mal eine ganz dumme Frage. Ihr schreibt hier, dass man beim Note 9 Pro auf die 11.0.8.0 updaten soll. Was ich aber nicht so ganz verstehe. Habe seit 1 Woche auch das Note 9 Pro und bin aktuell auf der 11.0.6.0 Stabil (QJZEUXM) und es sagt mir, dass das der aktuelle Stand sei. Warum bekomme ich hier keine neueren Versionen angezeigt? Teilweise haben die Note 9 Pro auch schon die MIUI 12.? Würde mich über eine Antwort freuen. Danke

  • Profilbild von Max Dall
    # 07.10.20 um 11:23

    Max Dall

    Das Gejammere um das fehlende NFC ist ja wirklich unnötig. Das Note9s ist eine Global-Version, aber nicht überall auf der Welt wird NFC benötigt. Ich lebe in Thailand und könnte trotz NFC nicht bargeldlos zahlen. Also benötige ich, wie viele Andere auch, kein NFC und kann mir den Aufpreis sparen. In DE würdfe ich mir ggf. das Pro zulegen, aber hier? Ich habe hier in TH umgerechnet 165 € gezahlt für die 6/1128 Version.

  • Profilbild von Laronia
    # 10.10.20 um 08:10

    Laronia

    Eine schlichte Frage: Welches von den Redmi 9 (Notes) Modellen hat tatsächlich die Benachrichtigungs-LED (und wo genau befindet die sich am Gerät)? Es gibt dazu sich widersprechende Angaben im Netz und im Handel… Danke!

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