Quick Charge – Was ist das? (Vor- & Nachteile + Alternativen)

Ihr habt keine Lust, stundenlang an der Steckdose zu warten, bis euer Smartphone vollständig aufgeladen ist? Ihr habt noch nie von Quick Charge gehört und fragt euch, ob ihr das auch verwenden könnt? Und wie funktioniert Quick Charge? Erfahrt hier mehr!

Was ist Quick Charge?

Quick Charge

Quick Charge ist eine Technologie zum schnellen Aufladen z.B. für Smartphones, entwickelt durch den Chip-Hersteller Qualcomm. Durch hohe Spannung ermöglicht es die Quick Charge Technologie, höhere Ladegeschwindigkeiten als ein herkömmliches Ladegerät zu erzielen.

Quick Charge funktioniert dabei nur mit Geräten, die diese Technik unterstützen. Ob und in welcher Version dies der Fall ist, hängt unter anderem vom Prozessor ab. Generell funktioniert Quick Charge vor allem bei Geräten, die Prozessoren des Herstellers Qualcomm verwenden. Die Ausnahme bilden hier einige Samsung-Geräte, deren Exynos-Prozessor mit Quick Charge kompatibel ist.

Zusätzlich zum passenden Prozessor ist es notwendig, dass das Gerätemodell durch den Hersteller bei Qualcomm lizenziert ist. Dies ist natürlich kostenpflichtig, weswegen nicht jedes Gerät mit Qualcomm-Prozessor auch Quick Charge verwenden kann. Eine Lizenzierungspflicht besteht auch für Hersteller von Zubehör, also z.B. die Netzteil-Hersteller, die Quick Charge anbieten wollen.

Geräte, die lediglich einen kompatiblen Qualcomm-Prozessor verwenden, jedoch nicht durch Qualcomm lizenziert sind, sind nicht Quick Charge fähig. Ein bekanntes Beispiel hierzu ist das OnePlus 7T Pro, welches einen Snapdragon 855+ verwendet, jedoch vom Hersteller nicht für die Nutzung von Quick Charge lizenziert wurde. Wenn ihr ein OnePlus 7T Pro Smartphone habt, nutzt euch Quick Charge also leider nichts.

Was ist Pump Express?

Neben Qualcomm bieten auch andere Firmen Schnelllade-Technologien. Hierzu zählt unter anderem der Pump Express des Herstellers MediaTek. Die Technologien Pump Express und Pump Express Plus sind seit Anfang 2014 auf dem Markt. PumpExpress ist derzeit in Version 4 verfügbar. Laut Hersteller lädt es ein Smartphone von 0 auf 75% in 30 Minuten. Allerdings bietet Quick Charge generell oft die größere Kompatibilität und bessere Verfügbarkeit bei gleichzeitig durchschnittlich niedrigeren Kosten.

Unterschiede zum „herkömmlichen“ Laden

Herkömmliche Smartphone-Ladegeräte nutzen üblicherweise eine feste Spannung von 5 Volt und eine Stromstärke von bis zu 2,4 Ampere. Die Stromstärke variiert von Ladegerät zu Ladegerät, bleibt jedoch je Gerät immer gleich. Herkömmliche Ladegeräte laden so Smartphones linear, d.h. mit gleichbleibender Spannung und Stromstärke, auf. Die maximale Ladeleistung liegt dabei als Produkt aus Spannung und Stromstärke bei maximal ca. 10,8 Watt.

Bei der Quick Charge Technologie variieren dagegen Stromstärke und Spannung, um so die Ladekapazitäten optimal zu nutzen. Hierfür kommunizieren Chip und Netzteil miteinander, um je nach aktuellem Ladezustand die optimale Ladeleistung zu bestimmen. Hersteller Qualcomm nennt diesen steuernden Algorithmus INOV, was für „Intelligent Negotiation for Optimal Voltage“ steht. Auf diese Weise kann das Smartphone mit höherer Spannung und Stromstärke deutlich schneller aufgeladen werden. So liegt die maximale Ladeleistung bei Quick Charge 4+ bei 92 Watt (20 Volt, 4,6 Ampere).

ModellTechnikAkkunach 15 Minnach 30 Min
Mi 9T ProQuick Charge 4.04.000 mAh24%44%
Redmi K30Quick Charge 4.04.500 mAh22%40%
iPhone 7 Pluskeinerlei Quick Charge Technologie2.900 mAh15%32%

Unterschiede zwischen Quick Charge 1/2/3/4

Der Qualcomm Quick Charge wird seit seiner ersten Version immer weiter entwickelt und kommt nun mit seiner vierten Version auf den Markt. Die neueren Versionen sind jeweils abwärtskompatibel.

Quick Charge kam in seiner ersten Version im Jahr 2013 auf den Markt und bot damals mit 5 Volt und 2 Ampere eine maximale Ladeleistung von 10 Watt. Quick Charge 1 ist kompatibel mit Prozessoren der Baureihe Snapdragon 600.

Quick Charge 2 war die erste Version des Herstellers Qualcomm, nachdem dieser die Technologie erworben hatte. Version 2 bietet für Geräte mit Prozessoren der Baureihen Snapdragon 200, 208, 210, 212, 400, 410, 412, 415, 425, 610, 615, 616, 800, 801, 805, 808, 810 eine maximale Ladeleistung von theoretisch bis zu 36 Watt (3 Ampere, 12 Volt) bei der Nutzung von USB Typ C. Bei Nutzung anderer Micro USB Stecker können bis zu 24 Watt erzielt werden.

Quick Charge Entwicklung
Die Entwicklung der Quick Charge Technologie

Die lange Zeit am weitesten verbreitetste Version war Quick Charge 3. Diese bietet laut Hersteller eine Akkuaufladung von 0 auf 80 Prozent in 35 Minuten und eine Ladeleistung von bis zu 100 Watt. Unterstützt wird Quick Charge 3 durch die Snapdragon Chips 430, 617, 618, 625, 650, 652 sowie 820 und 821.

Im November 2016 wurde Quick Charge 4 durch Qualcomm für das erste Halbjahr 2017 angekündigt. Bei Version 4 verspricht Qualcomm das Laden eines leeren 2.750-Milliamperestunden-Akkus auf 50 Prozent innerhalb von 15 Minuten bzw. fünf Minuten Ladedauer für fünf Stunden Akkulaufzeit. Quick Charge 4 wird von Qualcomm Prozessoren des neuen Typs Snapdragon 835 unterstützt und soll zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen gegen Überhitzung und Überladung bieten. Außerdem unterstützt Quick Charge 4 auch USB-PD und Power Delivery.

Wie verbreitet ist Quick Charge?

Qualcomm listet auf seiner Webseite die Geräte auf, die Quick Charge fähig und lizenziert sind. Derzeit sind dies insgesamt bereits über 800 Smartphones, Tablets, und Zubehör wie Power Banks, Autoladegeräte, Wandladegeräte und Adapter.

Zu den Quick Charge 4.0 fähigen Smartphones zählen zum Beispiel:

Quick Charge 2.0 fähige Smartphones und Tablets sind unter anderem:

  • Moto X Pure Edition und Style
  • Samsung Galaxy Note 4 und 5, Note Edge, S5, S6, S6+, S6 Edge, S7 und S7 Edge
  • Sony Xperia X, X Performance, Z2, Z2 Tablet, Z3, Z3 Tablet und weitere
  • Xiaomi Mi 3, Mi 4, Mi 4c, Mi Note und Mi Note Pro

Quick Charge 3.0 zertifizierte Accessoires sind unter anderem die Axel Power Bank PQacell102S-UC, Adata Power Bank A10050QC, mehrere Adapter und Power Banks von APE (u.a. APE Tech. Power Adapter MPA820QF, APE Tech. Power Bank MP10000Q3C, APE Tech. Power Bank MP15Q3D), mehrere Autoladegeräte und Wandladegeräte der Marke AUKEY (z.B. AUKEY 3-Port Car Charger CC-Y3, AUKEY Wall Charger PA-T13 und PA-T16), Energizer Power Bank UE10004QC, diverse Wandadapter von HTC und LE sowie der Sony Wandadapter UCH12. Darüber hinaus sind einige Leistungsregler Quick Charge zertifiziert, u.a. von den Herstellern Dialog Semiconductor, Ismartware, Genesys Logic und uPI Semiconductor, einige Dronen (GeniusIDEA Follow, ZeroTech Dobby).

Wo liegt der Unterschied zu Power Delivery?

Technisch ist eigentlich kaum ein Unterschied gegeben. Die verschiedenen Power Delivery Standards liefern quasi die selben Werte, wie die verschiedenen Quick Charge Generationen. Power Delivery ist dafür mit allen Geräten kompatibel und es bedarf daher kein spezielles Ladegerät oder Kabel.

Quick Charge ist aber nur mit Geräten kompatibel welche einen Snapdragon Prozessor von Qualcomm verbaut haben und auch für Quick Charge lizensiert wurden, hier braucht man dann Ladegeräte die dafür ausgelegt sind. Seit Quick Charge 4.0 wird aber auch der Power Delivery Standard unterstützt.

Kompatibilität: Helfen Quick Charge Ladegeräte jedem Device?

Quick Charge unterstützt nur kompatible und lizenzierte Geräte, ein Nachrüsten ist nicht möglich. Endgeräte, die nicht mit Quick Charge kompatibel sind, können zwar auch mit einem Quick Charge befähigten Ladegerät aufgeladen werden, allerdings erhöht sich das Ladetempo dadurch nicht im Vergleich zum Laden mit einem herkömmlichen Ladegerät.

Wie erzielt man die größtmögliche Ladegeschwindigkeit?

Um die höchstmögliche Ladegeschwindigkeit zu erreichen, müssen alle am Ladevorgang beteiligten Teile Quick Charge unterstützen. Neben dem Endgerät und dem Ladegerät ist dies auch das USB-Kabel, das nicht zu alt sein sollte.

Bei einigen Endgeräten liegt das Quick Charge Ladegerät bereits bei, bei anderen ist es notwendig, ein solches zusätzlich zu kaufen. Wenn ihr ein Quick Charge Ladegerät zukauft, solltet ihr auf das entsprechende Qualcomm Quick Charge Logo achten.

Quick Charge 2.0
So erkennt man die offiziell lizenzierten Geräte: Das Quick Charge Logo

Die höchste Ladeleistung erzielt ihr mit der Quick Charge Technik bei einem möglichst leeren Akku, da dann die höchste Ladeleistung genutzt werden kann. Ist das Gerät bereits zum Teil aufgeladen, ist die Ladeleistung niedriger, um eine Schädigung des Akkus zu verhindern. Hersteller Qualcomm verspricht mit Quick Charge 4.0 eine Ladung auf 50 Prozent in den ersten 15 Minuten, bis zur vollen Akkuladung ist dann dennoch eine Gesamtzeit von ca. einer bis eineinhalb Stunden nötig.

Die hohe Ladeleistung erzeugt Wärme. Da zu hohe Temperaturen den Akku schädigen können, senkt Quick Charge die Ladeleistung z.B. bei steigendem Füllstand. Laut Qualcomm belastet das Laden mit Quick Charge den Akku daher nicht mehr als das herkömmliche Aufladen. Gleichzeitig werden mit der Quick Charge Technik im Vergleich mit herkömmlichen Ladegeräten bis zu viermal schnellere Ladezeiten erzielt.

Warum ist das schnelle Laden so praktisch?

Ihr wollt nicht mehrere Stunden warten, bis euer Smartphone oder Tablet wieder einsatzbereit ist? Ihr seid viel mit eurem Smartphone unterwegs und wollt nur zwischendurch z.B. am Flughafen schnell den Akku wieder füllen? Quick Charge bietet euch durch die erhöhte Ladegeschwindigkeit optimale Flexibilität. Vorbei sind die Zeiten, in denen das Handy stundenlang an Ort und Stelle bleiben musste, während der Akku langsam aufgeladen wurde. Nun genügen fünf Minuten und es ist wieder für mehrere Stunden einsatzbereit.

Was gibt es an Zubehör? Was brauche ich?

Erhältlich sind Quick Charge Netzteile z.B. in Form von Wandladegeräten und Autoladegeräten, die über ein USB-Kabel mit dem Endgerät verbunden werden können. Das notwendige USB-Kabel wird in der Regel mit dem Netzteil oder mit dem Endgerät mitgeliefert. Achtet jedenfalls immer darauf, keine älteren Kabel zu verwenden, da diese möglicherweise der höheren Ladeströme der Schnellladung nicht standhalten können und zur Gefahr werden.Anker PowerCore Powerbank

Wenn ihr gerne mehr Quick Charge fähiges Zubehör habt, bietet euch Qualcomm online eine Liste aller Quick Charge fähigen Geräte inklusive Accessoires.

Warum lädt mein QC-Gerät nicht mit maximaler Ladegeschwindigkeit?

Die Endgeräte-Hersteller haben die Möglichkeit, die Ladegeschwindigkeit für ihre Geräte zu begrenzen. Dies kann zum Beispiel geschehen, um die Temperatur beim Laden niedrig zu halten und eine Schädigung des Akkus so zu vermeiden.

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Jens

Aktuell interessiert mich vor allem das Thema E-Mobilität; die neuen E-Scooter erwarte ich mit Vorfreude. Als leidenschaftlicher Zocker freue ich mich auch über alle Gadgets mit Gaming-Bezug.

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Kommentare (4)

  • Profilbild von Apple_Iphone
    24.07.17 um 18:18

    Apple_Iphone

    Das ist ja mal ein informativer, sorgfältig mit Liebe zum Detail geschriebener Artikel. Vielen Dank! 🙂

  • Profilbild von Holger Klein
    27.09.19 um 11:04

    Holger Klein

    Ich bin auch ständig geraden bei den vielen Steckern.

  • Profilbild von Holger Klein
    27.09.19 um 11:05

    Holger Klein

    Und Schöne Grüße
    Holger Klein

  • Profilbild von Min Jung
    08.03.20 um 14:08

    Min Jung

    Wow, wo waren jetzt in dem Artikel die im Titel genannten Nachteile?
    Quickcharge ist also nur für Leute gut, die durchgehend ihr Handy brauchen und notfalls paar Minuten drauf verzichten müssen um weiter daddeln zu können…
    Für normale Leute ist es ziemlich nutzlos, da, wie schon beschrieben, eine Komplettaufladung fast genauso lange dauert wie ohne Schnellladen. Zudem wird durch die Vervielfachung der Spannung die Leistung in die Höhe getrieben, wodurch man am Ende den drei- bis vierfachen Strompreis zahlt.
    Klar ist das nicht die Welt, aber das summiert sich auch bei täglichem Ladevorgang.

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